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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.08.2025

Wegschauen ist keine Option

Spätsommerglühen
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In diesem Roman lernen wir viele Personen kennen und anfänglich ist auch nicht klar wie die Geschichten zusammenhängen. Aufgrund der zeitlichen Angaben hatte ich jedoch ziemlich schnell eine Ahnung, was ...

In diesem Roman lernen wir viele Personen kennen und anfänglich ist auch nicht klar wie die Geschichten zusammenhängen. Aufgrund der zeitlichen Angaben hatte ich jedoch ziemlich schnell eine Ahnung, was dahinter steckte und deshalb empfand ich den Mittelteil als etwas in die Länge gezogen. Dennoch war der Schreibstil flüssig und angenehm zu lesen.

Die Figuren sind facettenreich gestaltet und ich konnte vieles auch gut nachvollziehen. Emmi hat mir teilweise etwas zu naiv agiert, dafür dass sie Inhaberin eines Bioladens ist und da durchaus etwas zuwege bringt.

Mit Paul habe ich mit gelitten und gezittert und fand es großartig wie er zu Arthur stand.

Das Setting war detailiert beschrieben, ich hatte teilweise das Gefühl die Muffigkeit der Kleidung von Paul zu riechen.

Julia Bultmann gelingt es ernste Themem wie Obdachlosigkeit, Zivilcourage, toxische Beziehung und Outing behutsam in die Geschichte einzubinden. In meinen Augen hätte sie sich auf einige wenige davon beschränken können, denn so wirkte es für mich ein wenig zu überladen.

Und die einzelnen Punkte bekamen nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätten.

Denn alles davon sind wichtige Themen, die es wert sind, erzählt zu werden.

Es war mein erstes Buch dieser Autorin und wird sicherlich nicht das letzte gewesen sein.

Gerne vergebe ich 4 Sterne für dieses mutige Buch, das aufrüttelt.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Zum heiraten ist man nie zu alt

Inselleuchten auf Sylt
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Zum wiederholten Male lasse ich mich von Julia K. Rodeit nach Sylt entführen. Sicherlich kann man jeden Band dieser wunderbaren Reihe für sich allein lesen, da immer andere Personen die Hauptfiguren sind. ...

Zum wiederholten Male lasse ich mich von Julia K. Rodeit nach Sylt entführen. Sicherlich kann man jeden Band dieser wunderbaren Reihe für sich allein lesen, da immer andere Personen die Hauptfiguren sind. Mir gefällt es jedoch auf Figuren aus den Vorgängerbänden zu treffen und somit zu erfahren wie deren Geschichte sich weiterentwickelt hat.

Dieses Mal lernen wir Hanna kennen, die als Schneiderin in Flensburg ein Brautmodengeschäft betreibt. Als ihre Mutter ihr eröffnet, dass sie heiratet und sich wünscht, dass Hanna das Brautkleid designt und die Feier plant, kommt Hanna für einige Wochenenden zurück nach Sylt.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und Julia K. Rodeit erzählt die Geschichte voller Leichtigkeit.

Die Figuren sind vielschichtig gestaltet und agieren authentisch und nachvollziehbar. Tjark hat sich von Anfang an in mein Herz geschlichen und ist bis zum Schluss dort geblieben.

Die Beschreibungen der Insel, der Hochzeitslocation, aber auch des Brautkleides waren so detailliert und bildgewaltig, dass ich alles vor Augen hatte.

Wenn ich nicht schon längst verheiratet wäre, würde ich genauso eine Location wollen und auch das Kleid von Hanna entwerfen lassen.

Ja wenn das alles nicht nur im Kopf der Autorin und beim Lesen auch in meinem Kopf stattfinden würde.

Ich hatte emotionale, kurzweilige und auch nachdenkliche Lesestunden mit diesem zauberhaften Buch, das mich gut unterhalten konnte.

Wieder einmal konnte mich Julia K. Rodeit mit einer Geschichte berühren und voll und ganz überzeugen.

Das Ende läßt mich mit einem Lächeln im Gesicht und einem wohligen Gefühl zurück.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Briefe die Dein Innerstes offenbaren

Die Briefeschreiberin
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Mit diesem wunderbaren Roman läßt uns Virginia Evans an dem Schicksal der 73 jährigen Sybil van Antwerp teilhaben.

Wir erfahren die Geschichte über Briefe, die Sybil schreibt, an ihren Bruder, ihre Schwägerin, ...

Mit diesem wunderbaren Roman läßt uns Virginia Evans an dem Schicksal der 73 jährigen Sybil van Antwerp teilhaben.

Wir erfahren die Geschichte über Briefe, die Sybil schreibt, an ihren Bruder, ihre Schwägerin, Autoren und Autorinnen, deren Bücher sie gelesen hat, aber auch andere Menschen, wenn sie der Meinung ist ihnen etwas zu sagen zu haben.

Auch manche Antworten der Angeschriebenen sind in das Buch integriert, sodass auch die Sicht der anderen gezeigt wird.

Diese Art der Erzählweise empfand ich als sehr erfrischend und habe deshalb Seite um Seite umgeblättert, weil ich mehr aus dem interessanten Leben der Sybil van Antwerp erfahren wollte.

Manche Geschehnisse schienen sehr an ihr zu nagen, weshalb sie diese auch lange umschifft hat und man eher zwischen den Zeilen erahnen konnte, dass sie etwas mit sich herumträgt, was sie sehr bedrückt.

Die Figuren sind vielschichtig und die Autorin gibt einige Schichten erst im Laufe der Geschichte preis, sodass man gespannt weiter liest.

Ich mochte die Sicht von Felix und Theodore besonders,mit Fiona bin ich anfänglich gar nicht warm geworden.

Sybil fand ich von Beginn an beeindruckend, das steigerte sich noch als ich am Ende des Buches das ganze Schicksal erfasst hatte.

Die Beschreibungen der Umgebung waren bildgewaltig, ich konnte mir alles gut vorstellen.

Aber es gelingt der Autorin auch gut die ernsten Themen behutsam in den Erzählfluss einzuweben. Bei mir weckte sie damit großes Mitgefühl für die Protagonistin, die viel erleiden musste, auch im Hinblick auf Familie und Beruf. Denn in ihrer Generation war es längst nicht selbstverständlich, dass Frauen einer verantwortungsvollen Tätigkeit ausserhalb der eigenen vier Wände nachgingen, und für wichtige Posten immer die Männer gewählt wurden, ob sie nun qualifizierter waren oder nicht.

Ich habe das Buch, was mich zutiefst berührt hat, sehr gerne gelesen und finde es hat eine starke Aussage.

Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Wenn Du erst herausfinden musst, was Du brauchst

Pinguine fliegen nur im Wasser
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In diesem warmherzigen Buch lernen wir Greta und Vincent kennen.

Die beiden sind eigentlich total unterschiedlich, aber im Laufe der Geschichte nähern sie sich einander an.

Der Schreibstil ist lebendig ...

In diesem warmherzigen Buch lernen wir Greta und Vincent kennen.

Die beiden sind eigentlich total unterschiedlich, aber im Laufe der Geschichte nähern sie sich einander an.

Der Schreibstil ist lebendig und voller Empathie für die liebevoll gestalteten Figuren. Eine meiner Lieblingsfiguren ist Mathilda, sie ist einfach der Knaller.

Was mir sehr gut gefallen hat, war die Einteilung der Leseabschnitte in die Räume der Villa, die die beiden im Verlauf renovieren. Und je mehr der Prozess der Renovierung voran geht, desto mehr erfahren wir über die Vergangenheit der beiden Hauptfiguren.

Den jeweiligen Abschnitten ist immer ein Kapitel vorangestellt, das weit in die Vergangenheit hinein geht und auch wenn keine Namen genannt werden, erahnt man jedoch, dass es sich dabei um Kindheitserlebnisse von Greta handelt.

Das Setting, gerade der Fortgang der Umgestaltung der Villa ist so detailliert und bildgewaltig beschreiben, dass ich alles direkt vor Augen hatte.

Mir haben gerade die Gestaltungen mit dem gewissen Etwas , den sogenannten Ümpf ( ein Insider ) gefallen, wenn es die Villa wirklich gäbe, würde ich glatt selbst einziehen.

Henriette Krohn hat mit diesem Werk eine wunderbare tiefgründige Geschichte über das Leben, Freundschaft und Wirkungen der eigenen Kindheit bis ins Erwachsenalter hinein geschaffen.

Ich war von Anfang an in der Geschichte gefangen und habe mit Greta und Vincent gelitten, geredet, gespürt und Gefühle gezeigt.

Das Ende war voller Hoffnung und hat mich zutiefst berührt und mit einem Lächeln zurück gelassen.

In meinen Augen ein großartiges Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und natürlich 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Arme Kinderseelen

Der Sommer am Ende der Welt
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Diesen sehr persönlichen Roman widmet Eva Völler ihren Geschwistern, die selbst in den sechziger Jahren Verschickungskinder waren, es jedoch verdrängt haben bzw sich nicht mehr daran erinnern können.

Mit ...

Diesen sehr persönlichen Roman widmet Eva Völler ihren Geschwistern, die selbst in den sechziger Jahren Verschickungskinder waren, es jedoch verdrängt haben bzw sich nicht mehr daran erinnern können.

Mit Ihrer Protagonistin Hanna läßt sie eine Journalistin das Geschehen, um dieses für viele Kinder doch sehr schreckliche Erlebnis, für einen Artikel recherchieren und schreibt einen Roman anhand der Tatsachen mit fiktionalen Elementen.

Die Autorin hat mich mit diesem Thema von Anfang an in Ihren Bann ziehen können.

Ich bin gemeinsam mit Hanna in das Thema eingetaucht und habe beim Lesen an einigen Stellen einen dicken Kloß im Hals gehabt.

Eindringlich, aber auch voller Empathie für Ihre Figuren schildert Eva Völler dieses schreckliche Kapitel der jüngeren Vergangenheit.

Die Charaktere sind abwechslungsreich gezeichnet und für mich als Leserin nahbar. Aber manche von Ihnen, wie zum Beispiel Tante Angela, habe ich von Anfang an abgrundtief verabscheut

Je tiefer man in die Vergangenheit eintaucht, desto beklemmender wird es, doch durch die private Seite von Hanna und ihren Alltag beim recherchieren auf der Insel, wird die Schwere, die entstehen könnte, dann doch etwas reduziert.

Durch eingestreute Tagebucheinträge einer ehemaligen Kinderpflegerin und auch durch von Hanna geführte Telefonate mit einem ehemaligen Verschickungskind erfahre ich als Leserin verschiedene Sichtweisen der damaligen Situation. Da wir dadurch in die andere Zeitebene mitgenommen werden, erleben wir die Kinderkur quasi mit.

Die Beschreibungen der Villa Aurelia und auch von Borkum sind so bildgewaltig, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte und beim Lesen ganz und gar von der Geschichte gefangen genommen wurde.

Da ich ein jüngerer Jahrgang bin, habe ich das Thema Verschickung zum Glück nicht selber erleben müssen, habe aber durch das Buch einen Eindruck gewinnen können wie belastend es für die betroffenen Kinder bis ins Erwachsenenalter sein muss.

Mich hat dieser Roman über ein so wenig aufgearbeitetes Thema neuerer deutscher Geschichte sehr berührt und ich wünsche dem Buch viele interessierte Leser, die sich damit auseinandersetzen.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für dieses wichtige Buch und 5 Sterne.


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