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Veröffentlicht am 05.01.2025

Wunderbar!

Die Porzellanmanufaktur – Zerbrechliche Träume
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Die Porzellanmanufaktur Zerbrechliche Träume Teil 3 von Stefan Maiwald

Die große Bühne bietet der geschichtliche Verlauf selbst. Der Autor platziert seine Protagonisten, u.a. berühmte und bekannte Persönlichkeiten, ...

Die Porzellanmanufaktur Zerbrechliche Träume Teil 3 von Stefan Maiwald

Die große Bühne bietet der geschichtliche Verlauf selbst. Der Autor platziert seine Protagonisten, u.a. berühmte und bekannte Persönlichkeiten, in der Geschichte so, dass keine Langeweile aufkommen kann. Figuren mit Ecken und Kanten, wie man sie mag. Die äußeren Bedingungen bilden den Rahmen dieses historischen Porzellanerbes. Stefan Maiwald gelingt es mit seinem interessanten Blick auf die damaligen Ereignisse den Leser bei der Stange zu halten. Nicht nur die Manufaktur selbst, sondern das Zeitgeschehen behält er im Blick. So muss auch die Familie Thalmeyer mit der Zeit gehen und sich auf die Wünsche und den Bedarf ihrer potenziellen Kundschaft einstellen. Tradition trifft auf Moderne, doch Marie und Sophie handeln im Sinne der Pozellanmanufaktur und können so Schritt halten mit den Gegebenheiten. Durch besonnenes Handeln und clevere Ideen verstehen sie es, sich durchzusetzten. Doch nicht nur geschäftliche Interessen sind von Brisanz, auch private Familienangelegenheiten gilt es zu bewältigen. Spekulationen, alte und neue Konflikte sowie Intriegen schildert der Autor genauso interessant, wie die Alltäglichkeiten dieser Zeit. Hierbei lebt der Text von einer fabelhaften Recherchearbeit.

Der lebhafte Schreibstil begeistert und die Geschichte ließt sich flott weg. Eine lesenswerte Triologie über Jahrzehnte hinweg mit der klaren Handschrift und lockeren Erzählweise des Autors. Ich kann diese Reihe rund um die Porzellanmanufatur uneingeschränkt empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2024

Schlecht!

May Morrigans mysteriöse Morde
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May Morrigans Mysteriöse Morde Katherine Black (Lübbe)

Seite 27 Kapitel 3: This Magic Moment beginnt mit Fletcherts Selbstbefriedigung nachdem er die Einkäufe neben der Haustür fallengelassen hat. Danach ...

May Morrigans Mysteriöse Morde Katherine Black (Lübbe)

Seite 27 Kapitel 3: This Magic Moment beginnt mit Fletcherts Selbstbefriedigung nachdem er die Einkäufe neben der Haustür fallengelassen hat. Danach schwelgt er in Gedanken:

„Himmel, Mann, bloß keinen Herzanfall“, murmelte er. Langsam und tief atmete er durch und stellte sich vor, wie es wäre, tot umzufallen, während er sich einen runterholte, und in flagrante delicto aufgefunden zu werden: Schwanz in der Hand, Hose um die Fußgelenke, klebriges Papiertaschentuch neben ihm. Nicht gerade ein würdevoller Abgang für einen Cambridge-Professor. Im Ruhesatand, erinnerte er sich.
May wäre es, die ihn finden würde, und sie hätte Verständnis. Sie würde ihn säubern und zudecken, bevor sonst jemand die Erniedrigung des Todes durch Wichsen mitbekam. S.27/28

Warum? Ich habe ein großes Fragezeichen auf der Stirn, angesichts dieser, für mein Empfinden, eingestreuten Unnötigkeiten. Britischer Humor, Fehlanzeige!

May verscherzt sich jegliche Sympathiepunkte durch ihre radikale Moralvordtellung. Den Protagonisten kommt man nicht wirklich nahe, da diese ohne wesentliche Tiefe dargestellt werden, verbale Entgleisungen inklusive. Diese lassen im Fortlauf der Geschichte zum Glück nach! Und Morde, welche Morde und von wem, warum? Wichtige Themen werden angesprochen, doch nicht zu Ende gedacht. Die ganze Geschichte ist unausgereift mit Logikfehlern und einem Täter, dessen Motiv nicht ansatzweise vorhanden ist. Zusammenhänge bleiben an lockeren Fäden hängen und lassen mich als Leser unzufrieden und mit vielen Fragen zurück.

Alles in allem treibt die Story an der Oberfläche. Ich hatte einen unterhaltsamen Krimi erwartet und wurde leider zutiefst enttäuscht! Die Handlung ist unglaubwürdig und zum Ende hin vollkommen überzogen. Die Autorin bedient sich mehrmals dem Wendebringer und Vorantreiber „Zufall“, mangels intelligenter Schlussfolgerungen. Der Klappentext hat eindeutig mehr versprochen, als das Buch halten kann. Einen Pluspunkt, das Cover finde ich originell!

Fazit: Das war vielleicht gut gemeint, doch die Umsetzung ist unausgereift und hat mich teils verärgert. Das ist die schlechteste Lektüre, die ich dieses Jahr gelesen habe. Eine Fortsetzung werde ich nicht lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 17.11.2024

Action-Komödie, perfekt erzählt!

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Wir finden Mörder von Richard Osman (List–Ullstein Buchverlage)

„Amys Auftragsliste der letzten Zeit liest sich sehr interessant“, sagt Jeff, „angesichts der Morde. Was ist da deine Einschätzung als Personalchefin?“
„Als ...

Wir finden Mörder von Richard Osman (List–Ullstein Buchverlage)

„Amys Auftragsliste der letzten Zeit liest sich sehr interessant“, sagt Jeff, „angesichts der Morde. Was ist da deine Einschätzung als Personalchefin?“
„Als Personalchefin würde ich sagen, dass du sie dringend sprechen musst“, sagt Susan. „Ich würde sie auf dem schnellsten Weg heimholen.“ S.37

Richard Oman ist es sicher nicht leicht gefallen, seinen bisherigen Figuren, in gewisser Weise, untreu zu werden. Doch Joyce, Elisabeth, Ibrahim und Ron wären sicher hoch erfreut angesichts dieser flotten Geschichte. Neue Figuren in gewohnt britisher Umgebung, gespickt mit Richard Osmans einmaligem Talent für gut erzählte Geschichten. Er hat die Gabe, den Leser mit den ersten Zeilen in die Story hineinzuziehen. Spannend, rasant und unglaublich unterhaltsam! Hier nun treffen wir auf Amy Wheeler, Personenschützerin und momentan außerhalb des Empires unterwegs. Aufpasserin und Bodyguard von Rosi D` Antonio, ihrerseits erfolgreiche und gut betuchte Thrillerautorin. Dann wäre da noch Steve, pensionierter Ex- Kiminalkommisar und Amys Schwiegervater. Er geniest die Zeit in einem beschaulichen Dorf in England zusammen mit seinem Kater Trouble. Abwechslung bringen ihm Aufträge in seiner kleinen Detektei.
Doch eine Handvoll Morde später wird nun Amy zur Zielscheibe des Geschehens. Sie bittet Steve zu sich und die Jagd rund um den Globus ist eröffnet.

Die Charakter sind detailliert geschildert. Der Autor haucht ihnen mit ihren Efgenschaften, Fähigkeiten und Eigenarten Leben ein. Die Beziehungen zueinander stehen auch hier im Vordergrund und machen Spaß!
Krimi, Humor und gute Laune, Action und viel Flair, handfeste Charaktere mit charmanten Eigenheiten, köstliche Unterghaltung bei der nie Langeweile aufkommt! Dafür steht der Autor und ich freue mich auf alle weiteren Ideen, die da noch kommen werden!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2024

Daphne, wunderbar!

The Freedom Clause
1

The Freedom Clause von Hannah Sloane (pola-Verlag) aus dem Englischen übersetzt von Verena Ludorff

Der Countdown beginnt. Dreizehn. Zwölf. Elf.
„Lassen wir es einfach!“, ruft er über den Lärm hinweg und ...

The Freedom Clause von Hannah Sloane (pola-Verlag) aus dem Englischen übersetzt von Verena Ludorff

Der Countdown beginnt. Dreizehn. Zwölf. Elf.
„Lassen wir es einfach!“, ruft er über den Lärm hinweg und greift nach ihrer Hand. Zehn! Neun! Acht!
„Aber warum?“, ruft sie zurück. Sie sieht verwirrt aus.
Sieben! Sechs! Fünf!
„Weil es dir nicht gefällt! Lass es uns einfach vergessen.“
Vier! Drei! Zwei!
„Wie kommst du darauf, dass es mir nicht gefällt?“
Eins! Frohes! Neues! Jahr!
Sie sind umgeben von den vertrauten Gesichtern ihrer Freundinnen und Freunde, die lachen und trinken, sich umarmen und tanzen. Alle, die hier in diesem kleinen Wohnzimmer zusammengepfercht sind, wirken ausgelassen und glücklich. Außer Madonna und Prince. Domenic starrt Daphne erstaunt an, sein Körper starr vor Angst. Sie starrt mit erhobenem Kinn zurück.
Oh scheiße, denkt er. Es gefällt ihr.
S. 117

Ein Schlüsselmoment! Nur eine Nacht im Jahr... und keine Fragen! Diese Idee, die von Domenic, Daphnes Mann angeregt wird, um ihre Beziehung interessanter und anregender zu machen, birgt für beide Seiten Gefahren und Möglichkeiten. Daphne ist skeptisch und stimmt widerwillig in diese Vereinbarung ein. Vereinbarte, feste Regeln bilden dabei die Rahmenbedingungen. Mit den Erfahrungen, die Daphne macht, streift sie nach und nach ihre bisherige Hülle ab. Sie lernt ihre Bedürfnisse zu formulieren und reift zu einer emanzipierten Frau. Die Fehltritte, die Domenic während der Laufzeit ihrer Vereinbahrung begeht, helfen Daphne die Augen zu öffnen. Sie definiert ihre Werte. Das schafft Selbstvertrauen und ebnet ihren Erfolg auf ihren weiteren Lebensweg.
Alte und neue Freunde begleiten sie dabei. Gespräche regen zum Nachdenken an. Sex und die Empfindungen dieser jungen Frau sowie deren Bezug zu ihrem Körper spielen hierbei eine große Rolle.

Hannah Sloanes Schreibstil ist angenehm, aufgeweckt und direkt, weder plumb noch anzüglich. Die Autorin schreibt von der sexuellen Befreiung und der weiblichen Lust. Sie gibt Daphne eine Stimme in ihrem anonymen Blog. Dort traut sie sich ihre Erfahrungen zu teilen. Sie koppelt diese an passende Rezepte. Das lockert die Situation auf und ist eine willkommene Abwechslung innerhalb der Geschichte.
Domenic kommt bei alldem nicht ganz so gut weg. Damit hatte ich kein Problem und fand seine Entwicklung passend innerhalb der Story.

Fazit: Angesprochen durch das auffallende Cover habe ich mich auf die Geschichte von Daphne und Domenic eingelassen. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Zeilen lesen sich flott weg und ich konnte das Buch nur schlecht beseitelegen. Die Autorin erzählt eine moderne Familiengeschichte. Alltag, Probleme, Freundshaft, Gespräche und Geheimnisse kommen nicht zu kurz. Mir hat der Roman ausgesprochen gut gefallen! Ein wunderbares Buch und ein Highlight aus dem neuen pola-Verlag der Bastei Lübbe AG!

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Intesiv, derb und gleichzeitig empfindsam...

Das Parfüm des Todes
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Das Parfüm des Todes ein Thriller von Katniss Hsiao aus dem Suhrkamp Verlag

Die Bilder, die uns das Sehvermögen vermittelt, bleiben an der Oberfläche, sind nur Erinnerungen, aber der Geruch dringt ein, ...

Das Parfüm des Todes ein Thriller von Katniss Hsiao aus dem Suhrkamp Verlag

Die Bilder, die uns das Sehvermögen vermittelt, bleiben an der Oberfläche, sind nur Erinnerungen, aber der Geruch dringt ein, in jede Pore. Yang Ning wusste um die Macht der Gerüche. Niemand entkam dieser Macht. S.49

Auf den ersten Blick ist die Hauptprotagonistin Yang Ning eher unsympatisch. Doch je weiter man in ihre Gedanken-und Gefühlswelt eintaucht, findet man, neben der ganzen Rauheit eine intelligente, entschlossene empfindsame und verwundete Frau. Mit einer superfeinen Nase ausgestattet ist ihr gerade dieser Sinneseindruck, Segen und Fluch zugleich, abhandengekommen. Der Beruf als Tatortreinigerin kommt ihr daher sehr gelegen, kann sie doch zeitweise durch den Geruch des Todes ihre Nase aktivieren. Die Beschreibungen dazu sind intensiv und bizarr zugleich. Eines Abends tappt sie in die Falle und folgt dem Duft eines Mörders um ihre Unschuld zu beweisen.
Auf der Suche nach dem Mörder werden verschiedene Fährten gelegt und Umwege müssen genommen werden. Katniss Hsiao bedient sich einer Palette an spannungserzeugenden Stilmitteln. Zwischenhandlungen, Zeitsprünge sowie Gedanken des Mörders spielen dabei eine Rolle, die den Leser bei der Stange halten. Daher ist der Roman äußerst fesseld und ich konnte mich schlecht von ihm lossagen. Die Beschreibungen der Tatorte und die damit verbundenen Gefühle sind derb und vielschichtig, teils eklig. Dem gegenüber stehen die Empfindungen und Schicksale der Protagonisten. Die Autorin verfasst hier nicht einfach einen Unterhaltungsthriller. Sie rechnet mit dem immensen Erfolgsdruck der asiatischen Gesellschaft ab. Viele Selbstmorde pflastern die beschriebenen Seiten und zeigen einen traurigen Bestandteil dieser Kultur, die keine Schwäche und kein Scheitern duldet.

Das Ende des Parfüm des Todes hat mich anfangs etwas unzufrieden zurück gelassen. Doch genauso musste es wohl enden, das noch Raum für Spekulationen bleibt und die eigene Fantasie anregt.
Die Danksagung der Autorin fand ich hilfreich und mich beeindruckt ihre Ehrlichkeit.

Fazit: Mich hat der Thriller überrrascht und geflasht! Ich spreche hier gern eine Leseempfehlung aus für nicht all zu zart beseitete Leser.

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