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Veröffentlicht am 22.06.2026

Die Erinnerung an eine Frau, die ich einmal war

Halbwach
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Zoe ist erfolgreiche Autorin von Liebesromanen, doch in ihrem Privatleben erträgt sie keine Nähe, hält sich an One Night Stands und unverbindliche Affären. Feste Bindungen verursachen Beklemmungen und ...

Zoe ist erfolgreiche Autorin von Liebesromanen, doch in ihrem Privatleben erträgt sie keine Nähe, hält sich an One Night Stands und unverbindliche Affären. Feste Bindungen verursachen Beklemmungen und Stress in ihr, daher hat sie schon viele Herzen gebrochen: „Heute werde ich es beenden. Ich kann das alles nicht mehr.
Weil ich es nie kann. Weil ich es noch nie konnte. Und es auch nie können werde. Ich beende Beziehungen ohne Grund, weil ich der Grund bin. Weil Nähe mir zu nah ist. Weil Liebe mir einfach zu viel ist – egal, wie oft ich mich ihr stelle.“

Zoe ist überzeugt, dass sie keine feste Beziehung braucht, ihre vierköpfige Clique ist ihr genug.
Als sie den sympathischen und attraktiven Mael trifft, scheint alles perfekt für Zoe zu sein, denn auch er möchte unter keinen Umständen eine feste Beziehung.
Doch wieso fühlt es sich irgendwann nicht mehr gut an für Zoe?

„‘Danke. Ich find’s gut, dass das so unkompliziert zwischen uns ist.‘ – ‚Klar‘, gebe ich von mir und ziehe mich wieder an. Ich lächle, während es in mir sticht. Dann werfe ich mich in die Nacht, als wäre es ein Wettlauf gegen meine eigenen Gedanken.“

„Und während die Stadt mich verschluckt, frage ich mich, seit wann es so wehtut, egal sein zu wollen.“

Und warum ist sie wirklich seit Ewigkeiten Single?

„Zwischen Altstadt und Merianplatz wird mir klar, dass ich nicht mehr weiß, wonach ich suche. Vor Mael wollte ich Freiheit, Unabhängigkeit, keine Erwartungen und keine Liebe. Doch zwischen seinem Blick und meinem eigenen auf mich ist etwas verrutscht, was ich nicht genau benennen kann. Etwas, das mir die Frage stellt, wann ich angefangen habe, nicht mehr zu wissen, was echt ist. Vermutlich ist das das Gefährlichste daran, eine Rolle zu spielen: Ab einem bestimmten Punkt ist dir nicht mehr klar, ob du sie spielst, weil du es willst, oder weil du glaubst, dass die Welt genau diese Version von dir erwartet, und du dich dabei nur selbst hintergehst.“

Sie muss sich ihren Bindungsängsten, ihren verborgenen Gefühlen und auch den Ursachen, die in ihrer Kindheit und ihrer schwierigen Beziehung zu ihrem Vater wurzeln, endlich stellen, um zu sich selbst zu finden.

„Das hier ist meine Geschichte. Und so ungern ich es auch zugebe, ein Teil davon ist, dass auch ich eines Tages auf der anderen Seite stand. Auf der Seite, die vergebens darauf wartete, dass sich das Blatt wendete. Auf der Seite, die die Zeichen sah, aber trotzdem zu viel in ein Nichts hineininterpretierte.
Der Plottwist kam nicht. Dafür etwas anderes. Die Erkenntnis, dass nicht jeder, der Herzen bricht, automatisch ein Herzensbrecher ist. Ziemlich oft brechen wir es uns nämlich selbst, indem wir es Menschen geben, die nie darum gebeten haben.“

Ich freue mich, dass Sophia Como den Wechsel in ein neues Genre gewagt hat, mit ihrem alten hätte ich definitiv nicht zu ihrer Zielgruppe gehört – „Halbwach“ dagegenhat mir (überraschend) gut gefallen. Sowohl der frische, humorvolle, aber dennoch tiefgründige Schreibstil als auch die authentischen Charaktere (vor alle Zoe, aber auch Nebenfiguren wie Stina) haben mir sehr gut gefallen.
Zoes Aufarbeitung der Vergangenheit und ihr Weg zu sich selbst sind in einen unterhaltsamen, modernen Roman verwoben, für den 4,5 von 5 Sternen vergebe.

Vielen Dank an den HarperCollins Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 19.06.2026

Keiner kann rückwärts leben

Fünf, sechs, sieben, acht
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Der 60jährige Stepptänzer Anton lebt fürs Tanzen. Als sein Vertrag als Choreograf einer Theaterbühne unerwartet nicht verlängert wird, sondern stattdessen seine Tochter Emma den Job bekommt, ist er fassungslos. ...

Der 60jährige Stepptänzer Anton lebt fürs Tanzen. Als sein Vertrag als Choreograf einer Theaterbühne unerwartet nicht verlängert wird, sondern stattdessen seine Tochter Emma den Job bekommt, ist er fassungslos. Obwohl er stolz auf seine Tochter ist, überwiegt die Wut und Verletzung. Und wie schon vorher, beschäftigt er sich stärker mit dem Älterwerden. Dabei erinnert er sich auch wieder an Jo, seine alte große Liebe, die damals spurlos verschwand. Er konnte sie nie ganz vergessen. Daran scheiterte auch seine Ehe mit Katja.

„‘Kein so schönes Gefühl, sein Leben lang nur second best zu sein‘, sagte sie leise.
Er wollte etwas antworten, aber sie winkte ab.
‚Lass. Wir haben schon so oft darüber gesprochen. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sie gestorben wäre. Vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall hat man gegen Träume als lebendiger Mensch keine Chance. Gegen einen Traum kann man immer nur verlieren.‘“

Anton möchte den Rest seines Lebens mit der Lücke leben, die Jo hinterlassen hat.

„Jo hatte ein Loch in sein Leben gerissen, das nie wieder zuwachsen konnte. Es vernarbte an den Rändern, und irgendwann tat es nicht mehr weh. Aber es blieb ein Loch, wo vorher ein Teil seines Lebens gewesen war. Mit diesem Loch in sich wollte er nicht alt werden. Es war Zeit, etwas zu tun.“

Gemeinsam mit Emma reist er nach Irland, wo er eine Spur von Jo gefunden hat. Er hofft auf eine Antwort von Jo, möchte sich aber auch mit Emma versöhnen.

Inhaltlich möchte ich hier nichts vorwegnehmen, um nicht zu spoilern.
Antons Entwicklung und Selbstfindung durch die Reise fand ich gut gelungen; die Aufklärung von Jo’s damaligem Verschwinden war für mein Empfinden etwas arg konstruiert.

Insgesamt ist „Fünf, sechs, sieben, acht“ ein warmherziger Roman übers Älterwerden, die Frage nach dem „Was wäre wenn“ des Lebens und über Vater-Tochter-Beziehungen, der zwar teilweise sehr klischeehaft war, mir insgesamt aber sehr gut gefallen hat.

Vielen Dank an den DuMont Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Welches Leben sie wohl geführt hätten, wenn sie woanders geboren worden wäre?

Maja & Natascha
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Leningrad, 1958. Maja und Natascha sind Zwillinge, ihre Mutter nahm sich nach der Geburt das Leben. Seitdem sind sie unzertrennlich. Schon ihre Mutter war Tänzerin und auch die beiden Schwestern haben ...

Leningrad, 1958. Maja und Natascha sind Zwillinge, ihre Mutter nahm sich nach der Geburt das Leben. Seitdem sind sie unzertrennlich. Schon ihre Mutter war Tänzerin und auch die beiden Schwestern haben nur einen Traum: gemeinsam beim Kirow-Ballett tanzen und auf Amerikatournee zu gehen. Doch ein neues Gesetz während des Kalten Krieges bestimmt, dass Familienmitglieder nicht gemeinsam ins Ausland reisen dürfen: Nur eine der Schwestern darf mit nach Amerika und damit werden sie zu harten Konkurrentinnen.

Historisch war dieser Roman sehr interessant, auch die Einblicke in das harte Leben der Tänzer*innen des sowjetischen Balletts in den 1950er Jahren haben mich fasziniert.

„Eine Tänzerin zu sein, heißt, in Widersprüchen zu leben. Eine Tänzerin muss ihre Muskeln aufbauen, um schwerelos zu erscheinen. Sie muss sich ihrer Kunst anpassen, aber die Einzigartigkeit ihres Körpers respektieren. Und dennoch muss jede Tänzerin – egal wie klein, wie groß, wie schnell, wie agil sie ist – lernen, eine Partnerin zu sein, und an der Waganowa lernten sie das von Madame Karinska.“

Maja und Natascha sind zwei interessante Protagonistinnen; zwei Schwestern, die eine so tiefe Verbindung haben und sich dann so Schlimme antun, um ihre jeweiligen Träume zu verwirklichen.

„Als Natascha später am Abend versuchte einzuschlafen, zuckte sie bei der Erinnerung an ihre Worte zusammen und redete sich ein, dass sie sie nicht so laut hatte murmeln wollen und dass sie Maja mit der Anspielung auf ihre Jungfräulichkeit ganz bestimmt nicht hatte wehtun wollen, doch in Wahrheit hatte sie genau das gewollt. Sie hatte Maja von sich wegstoßen wollen.
Als die Mädchen noch sehr jung waren, lernte die gesamte Klasse Walzer tanzen. Da es wie immer an Jungen mangelte, stellte die Lehrerin Maja und Natascha als Paar zusammen. ‚Du führst‘, sagte sie und zog Nataschas Schultern zurück. ‘Und du folgst‘, wies sie Maja an. Am Anfang war Natascha stolz auf ihre Rolle – ebenso erfreut darüber, ausgewählt worden zu sein, wie darüber, dass Maja nicht ausgewählt worden war –, aber nach ein paar Minuten langweilte sie die Führungsrolle. Die Musik schwoll in Natascha an, und sie wollte sich losreißen und allein tanzen, aber Maja, ängstlich darauf bedacht, keinen Fehler zu machen, klebte mit verschwitzten Händen an ihr. Sie waren aneinandergebunden, ein unvermeidliches Hin und Her. Wo immer Natascha sich bewegte, folgte Maja ihr.
So würde es immer laufen – Natascha zog sich zurück, Maja jagte ihr hinterher. Ihr Erfolg bedeutete Majas Versagen und Majas ständige Abhängigkeit von ihr. Sie würde niemals frei sein.“

„Maja und Natascha“ von Elyse Durham ist ein faszinierender Roman über die Bürde der Herkunft, Schwesternliebe, den Konflikt zwischen Loyalität und Freiheitsdrang und vor allem über die Frage, wie weit man für einen Traum gehen würde. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Vielen Dank an die Verlagsgruppe HarperCollins, Vorablesen.de und an NetGalley für die Rezensionsexemplare! 📚💚

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Veröffentlicht am 17.06.2026

Tierisch süßer Reim- und Zählspaß

Gans, Gans, Elch - Ein tierischer Zählspaß
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„Gans, Gans, Elch - Ein tierischer Zählspaß“ von Kael Tudor und Nicola Slater ist ein sehr süß illustriertes Kinderbuch zum Vorlesen und Zählen lernen.

Die Geschichte ist leicht zusammenzufassen:
Im Sommer ...

„Gans, Gans, Elch - Ein tierischer Zählspaß“ von Kael Tudor und Nicola Slater ist ein sehr süß illustriertes Kinderbuch zum Vorlesen und Zählen lernen.

Die Geschichte ist leicht zusammenzufassen:
Im Sommer sehnen sich alle Tiere nach einem Eis zur Abkühlung. Doch als der kleine Gänse-Eisverkäufer gewissenhaft durchzählt, steht da zwischen den Gänsen plötzlich ein riesiger Elch in der Reihe: „Gans eins, Gans zwei ... Elch drei?!“

Ein herrlich turbulentes Durcheinander nimmt seinen Lauf, das seinen Höhepunkt durch den Auftritt einer kleinen Maus erreicht.

Der Text ist kurz und sehr witzig gereimt; das macht einem auch als Erwachsene beim Vorlesen Spaß!
Das besondere Highlight sind auf jeden Fall die süßen und witzigen Illustrationen von Nicola Slater, die uns besonders gut gefallen haben.

Meiner Meinung nach ist das Buch gut geeignet zum Vorlesen für Kinder ab 2-3 Jahren.
Es kann das Zählen lernen und die Konzentration fördern, aber vor allem macht es Spaß!

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Praxisorientierter Beziehungsratgeber mit hilfreichen Impulsen

Love, Peace & wir
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„Love, Peace & wir“ ist ein moderner und sehr praxisorientierter Beziehungsratgeber.
Anhand zahlreicher Fallgeschichten aus seinem beruflichen Alltag zeigt der Sexual- und Paartherapeut Carsten Müller ...

„Love, Peace & wir“ ist ein moderner und sehr praxisorientierter Beziehungsratgeber.
Anhand zahlreicher Fallgeschichten aus seinem beruflichen Alltag zeigt der Sexual- und Paartherapeut Carsten Müller auf, welche unterschiedlichen Probleme und Unzufriedenhzeiten es in Beziehungen geben kann – und wie man eine für beide Parteien zufriedenstellende Lösung finden kann.
Am Ende jedes Fallbeispiels gibt es dazu passende Fragen, Übungen oder Checklisten, mit denen man das Gelesene bei Bedarf auf das eigene Leben bzw. die eigene Beziehung übertragen kann.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert: „Über uns reden“, „Eure Körper wahrnehmen“ und „Wenn der Alltag am ‚Wir‘ knabbert“. Der Aufbau ist gut strukturiert.
Den Schreibstil empfand ich als sehr sympathisch, sensibel und gut verständlich. Durch die zahlreichen, unterschriedlichen Beispiele aus der Praxis können sich bestimmt viele Paare wiederfinden, die vielleicht ähnliche Probleme haben.

Ideal wäre es, wenn beide Partner*innen das Buch lesen, wie der Autor vorgeschlagen hat; nur so können beide von den Tipps und Impulsen profitieren und es für die eigene Beziehung umsetzen.
Am „Wir“ kann man schließlich nur gemeinsam arbeiten.

Auch dieser Ratgeber erzählt grundsätzlich nichts wirklich Neues, aber die Umsetzung ist sensibel, auf Augenhöhe, sehr praxisorientiert und sympathisch. Ich vergebe für diesen Ratgeber daher 4 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den EMF Verlag und an Lovelybooks.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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