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Veröffentlicht am 18.08.2025

Hero: (K)ein Liebesroman: Starke Message, Umsetzung überzeugt nicht ganz: 3,5⭐️

Hero
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Ich mag keine „konventionellen“ Liebesromane, aber bei „Hero“ von Katie Buckley hatte mich sowohl der Klappentext als auch die Leseprobe stark begeistert. Das klang sehr experimentell, definitiv kein 08/15-/Standard-Liebesroman. ...

Ich mag keine „konventionellen“ Liebesromane, aber bei „Hero“ von Katie Buckley hatte mich sowohl der Klappentext als auch die Leseprobe stark begeistert. Das klang sehr experimentell, definitiv kein 08/15-/Standard-Liebesroman.

Es geht hier um Hero, eine Kellnerin, die mit ihrem Freund, einem Chefkoch, zusammenlebt. Früher waren sie „nur“ befreundet, aber irgendwann wurden sie ein Liebespaar. Als er sie bittet, ihn zu heiraten, ist sie überfordert, denn sie will nicht so enden, wie viele andere Ehepaare.

„'Ich habe doch gesagt, ich brauche etwas Zeit, um darüber nachzudenken', sagte ich. 'Ich weiß nicht ob ich bereit bin.'
'Warum nicht?', fragte du. 'Das machen Leute halt, wenn sie sich lieben. Sie heiraten und bekommen Kinder. Warum tust du so, als wäre das eine verdammte Zumutung?'
'Ich sehe diese Dinge halt anders', sagte ich. Ich möchte nicht Ehefrau oder Mutter sein, sondern ein eigenständiger Mensch.'"

Sie bittet ihn um eine Bedenkzeit von 7 Tagen. In dieser Woche reflektiert sie ihr bisheriges Leben.
Tagebuchartig werden wir an ihren Erinnerungen, Dialogen und aktuellen Gedanken.
Das war nicht einfach zu lesen und mir persönlich stellenweise zu ausschweifend, auch wenn ich die grundsätzliche Botschaft des Buch sehr gut fand: Inwiefern ist ein selbstbestimmtes Leben innerhalb einer Beziehung bzw. Ehe möglich?

"Alle Männer, mit denen ich zusammen war, wollten mich verändern, sagte meine Mutter. [...] Männer verlieben sich in Frauen wie uns [....]. Aber sobald sie uns haben, wollen sie die Eigenschaften entfernen die Ihnen nicht gefallen."

"Jahrelang habe ich vom Heiraten geträumt. Früher war ich eine dieser Frauen, die bei jedem schönen Date erwarteten, dass er ihr einen Antrag macht. Dieses Wartespiel ist ziemlich erniedrigend."

Literarisch fand ich das Buch vor allem zu Beginn sehr überzeugend, wenngleich anspruchsvoll.
Viele Worte haben mich voll gepackt:

"Ich will wie ein Mann sein. Ich will alles haben können."

"Ist es nicht seltsam, wie wir später an unsere Anfänge zurückdenken? Vielleicht wollen wir, dass 'du bist wie für mich geschaffen' wahr erscheint.
Aber eigentlich bedeutet
du bist wie für mich geschaffen
einfach nur
du gehörst mir."

"Du glaubst, du bist frei, und dann heiratest du [...] Und dann - ist es vorbei."

"Aber so sieht mein Herz nun mal aus. Es sind Stiefelabdrücke drauf."

Ein sehr intensiver, aber nicht einfach zu lesender Roman.
Meine hohen Erwartungen aufgrund der sehr eindrücklichen Leseprobe wurden leider nicht ganz erfüllt. Vor allem der fragmentische, sprunghafte Schreibstil fordert hohe Konzentration; vieles war mich dann einfach zu aus- bzw. abschweifend. Ich war beim Lesen hin- und hergerissen; teilweise tat ich mir schwer beim Lesen, dann packte es mich wieder voll:

"Zu lieben, zu ehren und zu gehorchen hat kein Echo, wie der Ruf in eine endlose Höhle. Die Dunkelheit wird nur schwärzer, je tiefer man geht."

"Du darfst glücklich sein, weißt du? Es ist okay, geliebt werden zu wollen. I
Ich weiß, sage ich. Ich will aber auch noch andere Dinge."

"Ich verzichte bei den Männern in dieser Geschichte auf Namen. Also keine Sorge, falls du den Überblick verloren hast, von wem ich gerade spreche. Es macht keinen Unterschied."

"Dies ist eine Liebesgeschichte. Der Anfang und das Ende sind gleich, erinnerst du dich? Niemand weiß, wie unsere Ehe sein wird, falls wir heiraten. Die Geschichte geht zu Ende, wenn ich ja sage oder nein. Oder wenn du nein sagst ... [...]"

Mein Fazit: „Hero“ ist ein wichtiges, intensives und anspruchsvolles Buch, das definitiv einigen Stoff zum Nachdenken gibt. - 3,5⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.08.2025

Erschreckend aktuell: Zwischen Land-Idylle, Tradwifes und Rechtsruck

Heimat
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Jana, zum dritten Mal (nicht wirklich geplant) schwanger, hat gerade ihren Job gekündigt, obwohl sie mit ihrem Mann gerade ein Haus auf dem Land gekauft hat. Gemeinsam mit ihren beiden kleinen Kindern ...

Jana, zum dritten Mal (nicht wirklich geplant) schwanger, hat gerade ihren Job gekündigt, obwohl sie mit ihrem Mann gerade ein Haus auf dem Land gekauft hat. Gemeinsam mit ihren beiden kleinen Kindern merken sie schnell, dass hier nicht alles so idyllisch ist, wie es scheint. Die AfD ist hier in der Vorstadt sehr beliebt; die Geschlechterrollen sind stereotyp, die Frauen meist Hausfrauen, die Werte eher konservativ.

Allein die charismatische Karolin scheint interessant zu sein. Jana ist sofort fasziniert von Karolin, die mit ihrem Mann und fünf Kindern ein sehr idyllisches, traditionelles Leben als Hausfrau und Mutter führt. Karolin ist sehr beliebt, im Ort genauso wie auf Instagram, wo sie Kochrezepte und Alltägliches aus ihrem perfekt wirkenden Leben postet. Als „Tradwife“ ist sie eigentlich das krasse Gegenteil all dessen, was der sehr modern eingestellten Jana bisher wichtig war - doch Jana kann sich nicht gegen ihre steigende Begeisterung für Karolins Leben wehren ...

Vom Schreibstil her las sich das Buch flüssig, ich war sofort mittendrin im Geschehen.
Janas Figur war sehr authentisch dargestellt. Als Leser*in ist man ihren Gedanken und Erlebnissen sehr nah; man sieht alles nur aus ihrer Sicht. - Was nicht heißt, dass man mit ihrem Verhalten d'accord ist.
Karolins Charakter dagegen konnte ich nicht wirklich nahekommen; sowohl ihre unklare Vergangenheit (vor der Ehe mit Clemens) als auch ihr aktuelles Eheleben (warum war sie manchmal so komisch, was passierte da im Hintergrund?) ließen zu viele Fragen offen.

Die Autorion hat sehr überzeugend ein Szenario geschaffen, anhand dessen man sich erschreckend gut vorstellen kann, wie unsere Gesellschaft aussehen könnte, wenn rechte Kräfte an die Macht kommen.

Gegen Ende hin fand ich den Plot hier nicht mehr ganz so überzeugend und der Schluss hat mir leider überhaupt nicht gefallen.
Grundsätzlich mag ich offene Enden, hier blieb mir aber vieles zu kryptisch und ich bin damit nicht richtig zufrieden.

Dennoch ist „Heimat“ von Hannah Lühmann ein durchaus beachtenswerter Roman mit einem gesellschaftlich sehr aktuellen Thema; intensiv, beklemmend und mit viel Stoff zum Nachdenken.

Trotz einiger Schwächen am Ende vergebe ich hier gerne 4⭐️

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.08.2025

Erschreckend aktuell: Zwischen Land-Idylle, Tradwifes und Rechtsruck

Heimat
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Jana, zum dritten Mal (nicht wirklich geplant) schwanger, hat gerade ihren Job gekündigt, obwohl sie mit ihrem Mann gerade ein Haus auf dem Land gekauft hat. Gemeinsam mit ihren beiden kleinen Kindern ...

Jana, zum dritten Mal (nicht wirklich geplant) schwanger, hat gerade ihren Job gekündigt, obwohl sie mit ihrem Mann gerade ein Haus auf dem Land gekauft hat. Gemeinsam mit ihren beiden kleinen Kindern merken sie schnell, dass hier nicht alles so idyllisch ist, wie es scheint. Die AfD ist hier in der Vorstadt sehr beliebt; die Geschlechterrollen sind stereotyp, die Frauen meist Hausfrauen, die Werte eher konservativ.

Allein die charismatische Karolin scheint interessant zu sein. Jana ist sofort fasziniert von Karolin, die mit ihrem Mann und fünf Kindern ein sehr idyllisches, traditionelles Leben als Hausfrau und Mutter führt. Karolin ist sehr beliebt, im Ort genauso wie auf Instagram, wo sie Kochrezepte und Alltägliches aus ihrem perfekt wirkenden Leben postet. Als „Tradwife“ ist sie eigentlich das krasse Gegenteil all dessen, was der sehr modern eingestellten Jana bisher wichtig war - doch Jana kann sich nicht gegen ihre steigende Begeisterung für Karolins Leben wehren ...

Vom Schreibstil her las sich das Buch flüssig, ich war sofort mittendrin im Geschehen.
Janas Figur war sehr authentisch dargestellt. Als Leser*in ist man ihren Gedanken und Erlebnissen sehr nah; man sieht alles nur aus ihrer Sicht. - Was nicht heißt, dass man mit ihrem Verhalten d'accord ist.
Karolins Charakter dagegen konnte ich nicht wirklich nahekommen; sowohl ihre unklare Vergangenheit (vor der Ehe mit Clemens) als auch ihr aktuelles Eheleben (warum war sie manchmal so komisch, was passierte da im Hintergrund?) ließen zu viele Fragen offen.

Die Autorion hat sehr überzeugend ein Szenario geschaffen, anhand dessen man sich erschreckend gut vorstellen kann, wie unsere Gesellschaft aussehen könnte, wenn rechte Kräfte an die Macht kommen.

Gegen Ende hin fand ich den Plot hier nicht mehr ganz so überzeugend und der Schluss hat mir leider überhaupt nicht gefallen.
Grundsätzlich mag ich offene Enden, hier blieb mir aber vieles zu kryptisch und ich bin damit nicht richtig zufrieden.

Dennoch ist „Heimat“ von Hannah Lühmann ein durchaus beachtenswerter Roman mit einem gesellschaftlich sehr aktuellen Thema; intensiv, beklemmend und mit viel Stoff zum Nachdenken.

Trotz einiger Schwächen am Ende vergebe ich hier gerne 4⭐️

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.08.2025

Feinfühliger Coming-of-Age-Roman mit Tiefgang und Herz

Himmel ohne Ende
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Es ist nicht einfach, 15 Jahre alt zu sein, unglücklich verliebt, und mit der besten Freundin läuf es auch nicht gut. Charlie hadert mit ihrem Leben, mit ihren Gefühlen und Gedanken:

"Und als es klingelte, ...

Es ist nicht einfach, 15 Jahre alt zu sein, unglücklich verliebt, und mit der besten Freundin läuf es auch nicht gut. Charlie hadert mit ihrem Leben, mit ihren Gefühlen und Gedanken:

"Und als es klingelte, wünschte ich mir zum tausendsten Mal in diesem Schuljahr, ich wäre weg. Oder wenigstens woanders. Und ich dachte mit einem komischen Gefühl daran, dass es allen egal wäre. Das ist keine Rolle spielte, ob ich da war oder weg. Weil ich an niemandem hin. Und niemand an mir."

Und Charlie vermisst ihren Vater, über sein Weggehen ist sie nie ganz hinweggekommen:

"Er hatte ein Loch hinterlassen, ein Loch in der Form meines Vaters, und ich, ich hatte durch das Loch in den Abgrund geschaut, während in mir die Liebe überlief, die jetzt nirgends mehr hin konnte.
Ich war zu jung, um zu wissen, wie das beides ging: Am Abgrund stehen, ohne hineinzufallen. Die Liebe behalten, ohne darin zu ertrinken. Also tat ich, was Mama tat: Ich gab ihm die Schuld und nannte ihn einen Feigling. Aber im Inneren gab ich die Schuld meiner Stille. Denn natürlich war ich es, die ihm zu viel geworden war. Und dann, dann versuchte ich es mit dem Vergessen."

Ihre Mutter hat einen neuen Freund, und so sehr sie ihr eigentlich dieses Glück gönnt, fühlt sie sich noch trauriger und einsamer. Sie zieht sich von allem und allen zurück; lässt niemanden an sich heran, ist oft den Tränen nahe.

Als im neuen Schuljahr Kornelius, genannt Pommes, in ihre Klasse kommt, ist er ein Lichtstrahl am Himmel für sie. Die beiden werden beste Freunde. Kann Charlie doch noch zu der werden, die sie gerne wäre?

"Ich konnte das nie zusammen bringen - wie ich aussah und wie ich mich innen drin fühlte."

"Und da wusste ich es. Dass ich etwas Eigenes aus meinem Leben machen musste. Dass ich es wenigstens versuchen musste. Dass ich lange genug eine Charlie gewesen war, die wartete, bis sie abgeholt wurde, eine Charlie, die andere aus der Ferne beobachtete und die sich das Herz brechen ließ. Dass ich nicht erst irgendwann jemand für jemanden sein wollte, sondern jetzt. Dass ich nicht warten wollte, bis ich an mein Leben rankam, sondern jetzt drankommen wollte. Nicht dass ich glaubte, jeden Moment sterben zu müssen, das nicht. Aber man wusste ja auch nicht, wie lange das Leben noch ging, das ist schon alles."

Julia Engelmann hat mit " Himmel ohne Ende" einen wunderschönen und berührenden Roman geschrieben, der allein schon sprachlich ein Genuss ist.
Die Geschichte von Charlie hat mich von Anfang an in den Bann gezogen, ihre Gedanken und Gefühle konnte ich sehr gut nachempfinden.
Die Charaktere fand ich alle ganz wunderbar getroffen; teils ein wenig skurril und sehr liebenswert - I love it (besonders Charlie, Pommes, Karl, Charlies Oma, und auch Doug).

"'Du bist ja selber komisch, du kannst das also gar nicht beurteilen', sagte er, und mir wurde warm im Bauch, und ich musste daran denken, wie Kathi mich letztes Jahr komisch genannt hatte und dass es aus Karls Mund ganz anders klang - wie etwas, das man nie wieder nicht sein wollte."

Der Roman liest sich wie ein Jugendroman, habe aber so viel Tiefgang, dass ich ihn unbedingt Erwachsenen genaus ans Herz legen möchte.

"'Wir müssen uns was wünschen', sagte ich. 'auf drei!'
Dann schloss ich die Augen. Und wünschte mir alles."

Ganz klare Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.08.2025

Feinfühliger Coming-of-Age-Roman mit Tiefgang und Herz

Himmel ohne Ende
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Es ist nicht einfach, 15 Jahre alt zu sein, unglücklich verliebt, und mit der besten Freundin läuf es auch nicht gut. Charlie hadert mit ihrem Leben, mit ihren Gefühlen und Gedanken:

"Und als es klingelte, ...

Es ist nicht einfach, 15 Jahre alt zu sein, unglücklich verliebt, und mit der besten Freundin läuf es auch nicht gut. Charlie hadert mit ihrem Leben, mit ihren Gefühlen und Gedanken:

"Und als es klingelte, wünschte ich mir zum tausendsten Mal in diesem Schuljahr, ich wäre weg. Oder wenigstens woanders. Und ich dachte mit einem komischen Gefühl daran, dass es allen egal wäre. Das ist keine Rolle spielte, ob ich da war oder weg. Weil ich an niemandem hin. Und niemand an mir."

Und Charlie vermisst ihren Vater, über sein Weggehen ist sie nie ganz hinweggekommen:

"Er hatte ein Loch hinterlassen, ein Loch in der Form meines Vaters, und ich, ich hatte durch das Loch in den Abgrund geschaut, während in mir die Liebe überlief, die jetzt nirgends mehr hin konnte.
Ich war zu jung, um zu wissen, wie das beides ging: Am Abgrund stehen, ohne hineinzufallen. Die Liebe behalten, ohne darin zu ertrinken. Also tat ich, was Mama tat: Ich gab ihm die Schuld und nannte ihn einen Feigling. Aber im Inneren gab ich die Schuld meiner Stille. Denn natürlich war ich es, die ihm zu viel geworden war. Und dann, dann versuchte ich es mit dem Vergessen."

Ihre Mutter hat einen neuen Freund, und so sehr sie ihr eigentlich dieses Glück gönnt, fühlt sie sich noch trauriger und einsamer. Sie zieht sich von allem und allen zurück; lässt niemanden an sich heran, ist oft den Tränen nahe.

Als im neuen Schuljahr Kornelius, genannt Pommes, in ihre Klasse kommt, ist er ein Lichtstrahl am Himmel für sie. Die beiden werden beste Freunde. Kann Charlie doch noch zu der werden, die sie gerne wäre?

"Ich konnte das nie zusammen bringen - wie ich aussah und wie ich mich innen drin fühlte."

"Und da wusste ich es. Dass ich etwas Eigenes aus meinem Leben machen musste. Dass ich es wenigstens versuchen musste. Dass ich lange genug eine Charlie gewesen war, die wartete, bis sie abgeholt wurde, eine Charlie, die andere aus der Ferne beobachtete und die sich das Herz brechen ließ. Dass ich nicht erst irgendwann jemand für jemanden sein wollte, sondern jetzt. Dass ich nicht warten wollte, bis ich an mein Leben rankam, sondern jetzt drankommen wollte. Nicht dass ich glaubte, jeden Moment sterben zu müssen, das nicht. Aber man wusste ja auch nicht, wie lange das Leben noch ging, das ist schon alles."

Julia Engelmann hat mit " Himmel ohne Ende" einen wunderschönen und berührenden Roman geschrieben, der allein schon sprachlich ein Genuss ist.
Die Geschichte von Charlie hat mich von Anfang an in den Bann gezogen, ihre Gedanken und Gefühle konnte ich sehr gut nachempfinden.
Die Charaktere fand ich alle ganz wunderbar getroffen; teils ein wenig skurril und sehr liebenswert - I love it (besonders Charlie, Pommes, Karl, Charlies Oma, und auch Doug).

"'Du bist ja selber komisch, du kannst das also gar nicht beurteilen', sagte er, und mir wurde warm im Bauch, und ich musste daran denken, wie Kathi mich letztes Jahr komisch genannt hatte und dass es aus Karls Mund ganz anders klang - wie etwas, das man nie wieder nicht sein wollte."

Der Roman liest sich wie ein Jugendroman, habe aber so viel Tiefgang, dass ich ihn unbedingt Erwachsenen genaus ans Herz legen möchte.

"'Wir müssen uns was wünschen', sagte ich. 'auf drei!'
Dann schloss ich die Augen. Und wünschte mir alles."

Ganz klare Leseempfehlung von mir!

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