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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2025

Kommt nicht ganz an andere Dystopien heran

To Cage a Wild Bird
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Die Grundidee zu "To Cage a wild Bird" hat mich sehr neugierig gemacht und nostalgische Gefühle zu den Zeiten geweckt, als Buchreihen wie die Tribute von Panem oder die Bestimmung erschienen sind. Ich ...

Die Grundidee zu "To Cage a wild Bird" hat mich sehr neugierig gemacht und nostalgische Gefühle zu den Zeiten geweckt, als Buchreihen wie die Tribute von Panem oder die Bestimmung erschienen sind. Ich fand es toll, mal wieder in diesem Genre zu lesen, das ich gar nicht mehr ao sehr auf dem Schirm hatte, obwohl ich so viele tolle Reihen geradezu verschlungen habe.
In die Geschichte bin ich gut reingekommen, was für allem am angenehmen Schreibstil der Autorin lag. Die nötigen Hintergrundinformationen zu Dividum und dem Gefängnis Endlock wurden immer wieder in die Handlung eingearbeitet, wobei manche Infos für meinen Geschmack recht spät kamen. Die Einführung in die Regeln und Ordnung Dividums wurde ziemlich schnell abgearbeitet, bis Raven sich auch schon verhaften lassen hat, um ihren Bruder aus Endlock zu retten. Endlock selbst gibt mir nach wie vor einige Rätsel auf. Ja die Wachen verhalten sich größtenteils grausam und die Insassen werden auf der Jagd nicht wie Menschen behandelt. Gleichzeitig
wirkte die Atmosphäre, die im Buch beschrieben wird, wirkte für mich oft gar nicht wie in einem düsteren Hochsicherheitsgefängnis, aus dem niemand lebendig rauskommt. Die Gefangenen haben zum Teil einige Freiheiten, die ich mir nicht wirklich erklären konnte und beim Lesen sind mir auch immer wieder andere Dinge aufgefallen, die nicht zusammenpassen. Insgesamt fand ich die Handlung und auch das Worldbuilding zu platt und habe das Gefühl, dass das Potenzial der Geschichte nicht vollständig genutzt wurde.
Gerade auch als Ravens Rolle zwischen der Rebellion und ihrem Job als Kopfgeldjägerin, der zwar aus der Not heraus entstanden ist, den sie aber anfangs skrupellos verfolgt, hätte man mehr machen können. Sie hat sich bewusst gegen das Erbe ihrer Eltern entschieden, aber trotzdem muss davon noch einiges in ihr gesteckt haben, da sie in Endlock doch recht schnell Veränderungen durchmacht, die gar nicht mehr mit dem Bild einer abgebrühten Kopfgeldjägerin zusammenpassen.
Die Liebesbeziehung zwischen ihr und Vale hat sich meiner Meinung nach viel zu schnell entwickelt und vor allem Vales Gefühle kamen mir anfangs übertrieben stark vor, obwohl er Raven noch gar nicht gut kannte.
Das Ende des Buches hielt einige Wendungen bereit, die man in ähnlicher Form aber schon aus anderen Büchern des Genres kennt und die dadurch einiges an Spannung eingebüßt haben. Insgesamt muss ich sagen, dass das Buch ein netter Ausflug in die Vergangenheit war, aber aus meiner Sicht leider nicht an andere Dystopien herankommt.

Veröffentlicht am 07.12.2025

Hat mich nicht ganz überzeugt

Botanic Hearts
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An Botanic Hearts hat mich zuerst das süße Cover und der Titel angesprochen, die mir cozy Blumenladen-Vibes gegeben haben. Die Leseprobe war interessant und ich fand die Mischung aus Bibliothek und Botanischem ...

An Botanic Hearts hat mich zuerst das süße Cover und der Titel angesprochen, die mir cozy Blumenladen-Vibes gegeben haben. Die Leseprobe war interessant und ich fand die Mischung aus Bibliothek und Botanischem Garten, aber auch die potenzielle Liebesgeschichte mit einer alleinerziehenden Mutter spannend. Aber ehrlicherweise muss ich sagen, dass sowohl Tansy als auch Jack mir anfangs beide echt nicht sympatisch waren. Vor allem dieser völlig unnötige Kleinkrieg, den die beiden ab ihrer dritten Begegnung führen und den ich absolut nicht nachvollziehen konnte, ging mir extrem auf die Nerven. Tansy spielt sich meiner Meinung nach total auf, und zeigt sich mehr als undankbar, obwohl Jack sie de facto zweimal gerettet hat. Da spielt es doch keine Rolle wie freundlich er dabei war. Ihre Hingabe für die Rettung der Bibliothek kann ich ja nachvollziehen, aber wenn das gesamte Gelände durch den Hurrican zerstört wurde verstehe ich auch nicht, warum Tansy ein blitzblankes Ersatzgebäude für die Bibliothek erwartet. Aber auch Jacks Null-Bock-Einstellung scheinbar gegen alle Menschen hat mir wirklich nicht gefallen. Er scheint sich nicht die Mühe zu machen, andere kennenzulernen, sondern stempelt alle direkt als unfähig oder nervig ab. Gleichzeitig kamen mir die ganzen körperlichen Bewertungen und sexuellen Andeutungen absolut unpassend dazu vor.
Mit der Zeit kam ich besser in das Buch rein und die Figuren haben auch mehr Tiefe bekommen. Jacks raue Art wurden aufgrund seiner Vergangenheit besser nachvollziehbar und auch bei Tansy habe ich besser verstanden, wie sehr sie unter Druck steht. Trotzdem wurde ich nicht 100% warm mit den Figuren und der Geschichte und die Gefühle zwischen Tansy und Jack haben für meinen Geschmack etwas zu schnell umgeschwenkt. Toll fand ich vor allem Tansys Tochter Briar und ihre Begeisterung für Jack. Ich finde, hier hätte man vor allem am Ende des Buches noch mehr daraus machen können und die Beziehung zwischen Briar und Jack noch mehr beleuchten können.
Alles in allem muss ich sagen, dass Botanic Hearts dann zwar doch ganz nett zu lesen war, aber für mich immer noch zu oberflächlich blieb. Die Nebencharaktere blieben für mich ebenfalls zu blass, wobei ich hier vor allem ebenfalls ein Sympathieproblem hatte. Das Buch ging nicht so ganz in die Richtung, die ich mir vorgestellt hatte.

Veröffentlicht am 08.11.2025

Schöne Kleinstadtromantik

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Da Kyra Groh mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört und ich besonders alle Bände der Sweet-Lemon Agency-Reihe mittlerweile mehrfach verschlungen habe, waren meine Erwartungen an ihr ...

Da Kyra Groh mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört und ich besonders alle Bände der Sweet-Lemon Agency-Reihe mittlerweile mehrfach verschlungen habe, waren meine Erwartungen an ihr neues Buch entsprechend hoch. Vorweggenommen muss ich leider schonmal sagen, dass das 'Pumpkin Spice Latte Disaster' für mich nicht ganz an meine Lieblingsbücher von ihr heran kommt, aber trotzdem steckt auch in diesem Buch ganz viel Romantik und der tolle Schreibstil, den ich lieben gelernt habe.
Anfangs habe ich schon etwas gebraucht, um mich in Lower Whilby zurechtzufinden und in die Geschichte reinzukommen. Irgendwie war mir alles fast ein bisschen zu viel Klischee, der Kleinstadtvibe war mir etwas zu krass durch die klassischen Themen wie Jeder-kennt-jeden, Jeder-weiß-alles-von-jedem und vor allem auch die Namen der Geschäfte im Städtchen. Gleichzeitig war es auch schön, die typischen Stadtbewohner kennenzulernen, die alle ihre ganz eigenen Marotten haben. Besonders Eleanore hat es mir angetan und ich freue mich darauf, dass sie auch ihren eigenen Band bekommt. Jude und James haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam und durch ihre ganz unterschiedlichen Einstellungen zu Lower Whilby, das für James eher ein Rückzugsort ist, an dem er er selbst sein kann, abseits des Trubels um seine Eltern, während es für Jude der Ort ist, an dem niemand sie so akzeptiert, wie sie ist, sind eine schlechte Ausgangsbasis für eine Beziehung. Nach und nach kristallisieren sich aber immer mehr die tieferen Beweggründe heraus, warum Jude nicht gerne in ihren Heimatort zurückkommt, die dann doch gar nicht so viel damit zu tun haben, dass sie das Kleinstadtleben nicht gutheißen würde. Und spätestens da war ich dann doch wieder begeistert von der Geschichte und davon, wie Jude und James sich einander öffnen, offen über ihre Sorgen und Probleme und die Vergangenheit sprechen und aus der anfänglich doch sehr körperlichen Anziehung doch schnell mehr wird. Die Storys über James' Eltern, die auch stark im Gegensatz dazu stehen, wie liebevoll sie miteinander und ihren Söhnen umgehen, fand ich manchmal auch etwas zu dolle, aber ich denke, hier ist vieles auch bewusst etwas überbetont, um diesen ganz besonderen Kleinstadtvibe zu schaffen, der mich immer mehr für sich eingenommen hat.
Ich denke dass die Themen des Buches für mich nicht die Tropes sind, die ich am liebsten lese, aber dafür hat mir das Buch trotzdem total gut gefallen. Umso gespannter bin ich auf die beiden anderen Bände der Reihe, die mich sehr interessieren, da sowohl Eleanore als auch Olive auf jeweils ihre Art sehr besonders sind.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Spannend, informativ und zum Umdenken anregend

Organisch
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Das Bestseller-Buch von Giulia Enders, Darm mit Charme, habe ich zwar schon lange auf meiner Liste, habe es bisher aber immer noch nicht geschafft es zu lesen. Bei ihrem zweiten Buch Organisch war ich ...

Das Bestseller-Buch von Giulia Enders, Darm mit Charme, habe ich zwar schon lange auf meiner Liste, habe es bisher aber immer noch nicht geschafft es zu lesen. Bei ihrem zweiten Buch Organisch war ich ebenso neugierig und habe die Gelegenheit direkt genutzt. Da ich eine chronische Darmerkrankung habe und mein Körper sich bei Anzeichen von Stress schnell bemerkbar macht, finde ich es spannend und wichtig, sich mit den Zusammenhängen im menschlichen Körper zu beschäftigen. In der Schulmedizin kommt das meiner Meinung nach viel zu kurz, da sich jeder Arzt nur mit seinem Fachgebiet auseinandersetzt und nur selten der ganze Mensch betrachtet wird. Guilia Enders zeigt anhand verschiedener Organe im menschlichen Körper anschaulich, wie diese miteinander interagieren und in Wechselwirkung stehen und macht klar, das alles miteinander in Verbindung steht. Dabei schafft sie es, auch komplexe Zusammenhänge mit einfachen Worten und Sinnbildern verständlich zu erklären und macht auch ein Sachbuch leicht zu lesen und spannend. Mir haben auch die persönlichen Noten gut gefallen, die immer wieder mit der Reise durch den menschlichen Körper verbunden wurden. Ich habe durch das Buch vieles gelernt und konnte einige Impulse für mich mitnehmen. Es war toll, wie man während des Lesens immer wieder innehalten und das Gelesene am eigenen Körper beobachten konnte, z.B. als es um verschiedene Atemtechniken und deren Wirkungen ging. Gleichzeitig fand ich aber auch die Gesellschaftskritik die an vielen Stellen mitschwang wichtig und auf den Punkt gebracht. Die Wechselwirkungen von Umweltverschmutzungen und den Auswirkungen auf den Körper waren anschaulich beschrieben und machen stellenweise sehr nachdenklich und auch mal wütend. Ich kann das Buch nur empfehlen und muss wohl dringend "Darm mit Charme" nachholen, denn jetzt bin ich sicher, dass auch dieses Buch viel wertvolles für mich zu bieten haben wird.

Veröffentlicht am 19.07.2025

Leider eher enttäuschend

Say You’ll Remember Me
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Da mir mein letztes (und erstes) Buch von Abby Jimenez nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Schreibstil am Ende doch richtig gut gefallen hatte, habe ich große Hoffnungen in 'Say you'll remember me' ...

Da mir mein letztes (und erstes) Buch von Abby Jimenez nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Schreibstil am Ende doch richtig gut gefallen hatte, habe ich große Hoffnungen in 'Say you'll remember me' gesteckt. Und auch wenn sich das Buch an sich gut lesen lässt und die Geschichte in ihrer Grundidee und Ausführung interessant und emotional ist, ist der Funke bei mir trotzdem nicht so ganz übergesprungen.

Ich kann nicht so ganz sagen, woran das letztendlich lag. Vielleicht auch an der Übersetzung (ich hoffe zumindest das Samanthas "witzige" Sprüche über Senf im Original besser rüberkommen). Teilweise wurden im Buch Begriffe verwendet, die mir überhaupt nicht zum "normalen" deutschen Sprachgebrauch zu passen schienen. Jedenfalls habe ich zu beiden Protagonisten keinen richtigen Zugang gefunden. Bei Xavier, dessen Namen ich irgendwie komplett unpassend finde, lag es sicher auch an seiner unnahbaren und ernsten Art, die ich an sich auch wirklich gut dargestellt fand. Samantha hingegen blieb für mich eher blass und ich konnte auch mit ihrer Hingabe zu ihrem Job, der für mich einfach gar nicht interessant oder sinnstiftend klingt, nichts anfangen. Klar, für sie ist die Flexibilität sehr praktisch, aber das war auch schon das einzige, was für mich an einer Werbetexterin für eine Senffirma reizvoll klingt. Und es steht im krassen Gegensatz zu Xaviers aufopferungsvollen Freiwilligendiensten und seiner Arbeit als Tierarzt. Auch die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden oder den Grund, warum es so gefunkt hat, konnte ich nicht erkennen. Auch, dass sie Xavier gegenüber, unabsichtlich oder nicht, bei ihrem ersten seeehr langen Date nicht erzählt hat, dass sie am nächsten Morgen in einen anderen Bundesstaat zieht, und dass das Thema nicht ganz von alleine aufgekommen ist, hat mich irritiert.

Leider konnte ich auch bei der Liebesgeschichte von Sam und Xavier nicht so richtig mitfiebern. Normalerweise habe ich mit so etwas kein Problem, aber die zahlreichen schweren Themen nahmen teilweise so viel Raum ein, dass wenig Positives dazwischen durchkam. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich lese nur eine Aneinanderreihung von Schicksalsschlägen und das hat meine Leselust ziemlich getrübt. Gleichzeitig wusste man ja, dass es sicherlich ein Happy End geben wird, weshalb ich irgendann einfach nur noch gehofft habe, dass das ganze Leiden für Xavier und Sam bald vorbei ist.

Somit war Say You'll remember me für mich leider nur ein mittelmäßiges Leserlebnis und ich muss feststellen, dass Abby Jimenez vielleicht doch einfach nicht meine Autorin ist.