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Veröffentlicht am 27.02.2022

Sehr beeindruckendes Schulprojekt – sehr lesenswert!

Die Schule am Meer
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Mit Hilfe von reichlich vorhandenem Schrift- und Bildmaterial entstand ein sehr nachvollziehbarer, koedukativer, inspirierender Schulalltag auf Juist, an einer freien Schule als reformpädagogisches Projekt ...

Mit Hilfe von reichlich vorhandenem Schrift- und Bildmaterial entstand ein sehr nachvollziehbarer, koedukativer, inspirierender Schulalltag auf Juist, an einer freien Schule als reformpädagogisches Projekt mit stetigem Geldmangel, tausend guten Ideen, in einer Gemeinschaft zusammen mit den Erwachsenen nach der Devise: Lernen durch Erleben. Anhand der Logbücher von Schulleiter Martin Luserke verfolgt man ab 1925 bis 1934, von der Sexta bis zum Abitur, begleitet auch durch den Schüler Maximilian Mücke, Moskito genannt, die politische Entwicklung der NSDAP in Deutschland mit entscheidenden, harten Veränderungen für die Halb-/ Juden wie der Lehrkraft Anni Reiner und ihren vier Kindern, die schließlich nach Brissago in die Schweiz wechselten.
Sehr vieles an Informationen ist historisch, weniges ist fiktiv in wunderbar einfühlsamer Weise beschrieben.

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Veröffentlicht am 24.02.2022

Der Bundeskanzler Konrad Adenauer und der Verfassungsschutz um 1954 – Neuland für mich

Ein Präsident verschwindet
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In spannender Romanform wird deutsche Geschichte zwischen diversen Geheimdiensten meist am Schauplatz Ost- und Westberlin skizziert. Veranschaulicht wird die geheime Situation zwischen den Siegermächten ...

In spannender Romanform wird deutsche Geschichte zwischen diversen Geheimdiensten meist am Schauplatz Ost- und Westberlin skizziert. Veranschaulicht wird die geheime Situation zwischen den Siegermächten um das seltsame Verschwinden vom Verfassungsschutzpräsidenten Otto John, der in Ostberlin auftaucht – und welche Rolle die Sicherungsgruppe Bonn bei der Aufklärung dieses Sachverhalts spielt: Wurde Otto John tatsächlich wie von ihm später behauptet entführt oder ist er ein freiwilliger Überläufer zum Kommunismus?
Aber auch Philipp Gerber als Ermittler der Sicherheitsgruppe Bonn, von Konrad Adenauer beauftragt, gerät bei seinen Ermittlungen zwischen die Fronten der Geheimdienste.
Sehr informativ geschrieben, was den politischen Sachverhalt betrifft und ein wenig Fiction rund um die Journalistin Eva Herden sei erlaubt.

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Veröffentlicht am 23.02.2022

Unterschätze niemals Senioren! Sehr humorvoll geschrieben.

Der Mann, der zweimal starb (Die Mordclub-Serie 2)
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Erst ganz zum Schluss enträtselt sich dem Leser dieser Buchtitel. Der Donnerstagsmordclub besteht aus vier sehr rüstigen, scharfsinnigen Senioren über 70, die in tiefer Freundschaft zueinander verbunden ...

Erst ganz zum Schluss enträtselt sich dem Leser dieser Buchtitel. Der Donnerstagsmordclub besteht aus vier sehr rüstigen, scharfsinnigen Senioren über 70, die in tiefer Freundschaft zueinander verbunden sind. Ihre Alters-Probleme sind auch die von Rentnern nebenan: körperliche Wehwehchen, eine gewisse Einsamkeit bei zu seltenen Besuchen von Kindern und Enkelkindern, und der DEMENZ. Tiefergehende Gedanken zum Tod in manchen kreativen Dialogen werden jedoch abgelöst von einem stets spannenden Plot um Diamanten, mit einigen Toten, mit vielen Verwirrspielen und Rätseln inmitten einem stets freundlichen, teils galanten, teils sehr humorvollen Schreibstil, der den Leser wunderbar durch das Ambiente von einem kleinen, unbedeutenden Ort in Kent führt.
Dieses Buch zu lesen empfiehlt sich sicher nicht nur für Senioren.

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Veröffentlicht am 21.02.2022

Eine Familiengeschichte spezieller Art

Das Vorkommnis
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Im Rahmen einer Lesereise in Norddeutschland kommt es zu einem besonderen Vorkommnis während des abschließenden Signierens von Büchern im Gemeindehaus: Eine weibliche Person stellt sich ihr zaghaft als ...

Im Rahmen einer Lesereise in Norddeutschland kommt es zu einem besonderen Vorkommnis während des abschließenden Signierens von Büchern im Gemeindehaus: Eine weibliche Person stellt sich ihr zaghaft als ihre Halbschwester vor. Insgesamt folgt ein Plädoyer für die Familie als ein Ort des Verzeihens, frei von moralischen Erwägungen.
Es geht sehr oft um Gefühle, z. B. um Gefühle der Verschiedenheit als Kind beim Besuch der Verwandten in Westdeutschland und deren luxuriösem Leben im Vergleich zu ihrem in Ostdeutschland.
Nachträgliche Gedanken zur Brieffreundschaft mit einer Schülerin im Ural, Russland erwägen einen heimtückischen Betrug eine Hinterlist des ostdeutschen Spitzelsystems, um in solchen kindlichen Briefen vielleicht hinterlistig an Informationen über ihre Familie zu gelangen.
Politisch motivierte Gedanken zur Ausbürgerung von Wolf Biermann 1976, zur offenen Bespitzelung von Christa Wolf 1979 durch die Stasi reihen sich ein neben Erinnerungen an den Herbst 1989, dem Jahr des Umbruchs, den täglichen Meldungen über Rücktritte von Politikern, über Spitzeltätigkeiten bestimmter Personen, denen man vertraute.
Das Loslösen von dieser eigenen Vergangenheit scheint im Erwachsenenalter nicht zu glücken, denn viele solcher Gedanken führen den Leser in eine DDR-Vergangenheit, in eine an sich sorglose Kindheit. Jedoch hat sich die Ordnung dieser alten Welt des Kindes durch die Wende verflüchtigt. Daran ändert auch ein Aufenthalt an der Universität in Bowling Green, Ohio nichts, an der sie Lehreinheiten zur deutsch-deutschen Literatur abhält.

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Veröffentlicht am 20.02.2022

Eine interessante Autobiografie mit Genderdebatte

Manifesto – Warum ich niemals aufgebe
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Diese Lebensgeschichte der Bestseller-Autorin, aufgewachsen in London, handelt von ihrer Herkunft (einem nigerianischen Vater und einer katholischen, weissen Mutter zusammen mit 7 weiteren Geschwistern), ...

Diese Lebensgeschichte der Bestseller-Autorin, aufgewachsen in London, handelt von ihrer Herkunft (einem nigerianischen Vater und einer katholischen, weissen Mutter zusammen mit 7 weiteren Geschwistern), aber auch von Antirassismus und Feminismus in England.
Im Alter von 60 Jahren wird sie 2019 ausgezeichnet mit dem Booker-Prize, dem wichtigsten britischen Literaturpreis. Ausgezeichnet wird seit 1969 jährlich der beste englischsprachige Roman, der im Vereinigten Königreich veröffentlicht wird. Von 1969 bis 2013 war die Auszeichnung Autoren aus dem Commonwealth, Nordirland, Südafrika und später auch Simbabwe vorbehalten.
Ihre Bücher sind ihr Tribut, nicht nur an ihre Familiengeschichte, sondern auch an das multikulturelle Großbritannien. Sie schreibt über ihre Ahnen, aus denen sie sich zusammensetzt, um dabei ein tieferes Verständnis ihrer Identität als Person schwarzer und weisser Herkunft zu erreichen – nicht als geteiltes, sondern als ganzheitliches menschliches Wesen. Neben ihrer Faszination für historische Themen geht es insbesondere um schwarze Frauen Großbritanniens, die bisher nur am Rand als Romanfiguren vorkommen und hat auf diese Weise für eine gesellschaftliche Veränderung gekämpft. Durch den Booker Prize hat sich ihr kulturelles Kapital noch einmal vergrössert, sodass sie jetzt ein erheblich breiteres Publikum erreichen kann.

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