Tyrannei durch den Vater und alle ringsum sind feige – klare Anklage an die Gesellschaft.
LieblingstochterDieser Debütroman handelt von brutaler körperlicher und seelischer Gewalt des Familienvaters gegen seine Ehefrau und seine zwei Töchter. Die Szenerie spielt zunächst in einem Dorf in Wallis, dann in Lausanne, ...
Dieser Debütroman handelt von brutaler körperlicher und seelischer Gewalt des Familienvaters gegen seine Ehefrau und seine zwei Töchter. Die Szenerie spielt zunächst in einem Dorf in Wallis, dann in Lausanne, Paris und weiteren Orten. Die Hauptfigur Jeanne, Ich-Erzählerin, beschreibt ihre Kindheit ab 8 Jahren neben ihrer 4 Jahre älteren Schwester und der eingeschüchterten, verängstigten Mutter. Die psychische Belastung der drei Frauen, ihre große Angst vor dem Tyrannen mit seinen harten Angriffen wird schonungslos in bildlichem Sprachstil beschrieben, der sehr betroffen macht. Eine Atempause von dieser Hölle zu Hause voller Hass und Qualen erkämpft sich Jeanne über einen Aufenthalt im Internat und während ihres Lehrerstudiums in Lausanne. Auf der Suche nach Menschlichkeit, Toleranz, Liebe, Verstand, Zärtlichkeit und Güte geht sie Beziehungen ein, zunächst mit Frauen, dann auch mit einem einfühlsamen Arbeitskollegen. Jeanne, innerlich ausgedörrt, findet schließlich in ihrer Zerrissenheit eine Identität, durchtränkt mit Hass, Verachtung und Fäulnis gegen den Vater. Ihre immense Belastung durch innere Nöte wird sprachlich brillant herausgestellt.
Was für eine tragische Lebensgeschichte!