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Veröffentlicht am 05.08.2025

Tyrannei durch den Vater und alle ringsum sind feige – klare Anklage an die Gesellschaft.

Lieblingstochter
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Dieser Debütroman handelt von brutaler körperlicher und seelischer Gewalt des Familienvaters gegen seine Ehefrau und seine zwei Töchter. Die Szenerie spielt zunächst in einem Dorf in Wallis, dann in Lausanne, ...

Dieser Debütroman handelt von brutaler körperlicher und seelischer Gewalt des Familienvaters gegen seine Ehefrau und seine zwei Töchter. Die Szenerie spielt zunächst in einem Dorf in Wallis, dann in Lausanne, Paris und weiteren Orten. Die Hauptfigur Jeanne, Ich-Erzählerin, beschreibt ihre Kindheit ab 8 Jahren neben ihrer 4 Jahre älteren Schwester und der eingeschüchterten, verängstigten Mutter. Die psychische Belastung der drei Frauen, ihre große Angst vor dem Tyrannen mit seinen harten Angriffen wird schonungslos in bildlichem Sprachstil beschrieben, der sehr betroffen macht. Eine Atempause von dieser Hölle zu Hause voller Hass und Qualen erkämpft sich Jeanne über einen Aufenthalt im Internat und während ihres Lehrerstudiums in Lausanne. Auf der Suche nach Menschlichkeit, Toleranz, Liebe, Verstand, Zärtlichkeit und Güte geht sie Beziehungen ein, zunächst mit Frauen, dann auch mit einem einfühlsamen Arbeitskollegen. Jeanne, innerlich ausgedörrt, findet schließlich in ihrer Zerrissenheit eine Identität, durchtränkt mit Hass, Verachtung und Fäulnis gegen den Vater. Ihre immense Belastung durch innere Nöte wird sprachlich brillant herausgestellt.

Was für eine tragische Lebensgeschichte!

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Viele unsortierte, autobiographische Kindheits-Erinnerungen des entführten, amerikanischen Autors

Die Sonne stand tief, als ich meinen Vater fand
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Das Aufwachsen in weißen, rassistischen Verhältnissen unter der Verschwiegenheit seiner eigentlichen Identität scheint für den Autor eine hochemotionale Tortur seit seiner Entführung von seinem farbigen ...

Das Aufwachsen in weißen, rassistischen Verhältnissen unter der Verschwiegenheit seiner eigentlichen Identität scheint für den Autor eine hochemotionale Tortur seit seiner Entführung von seinem farbigen Vater gewesen zu sein. Seine nicht chronologischen Reflexionen scheinen seinen Schreibstil in langen Sätzen mit repetitiven Elementen sehr zu beeinflussen. Seine unruhige Suche nach Herkunft und Zugehörigkeit kann schmerzhaft nachempfunden werden. Nur erfolgen die detaillierten Wiederholungen mit Gedankensprüngen zu oft. 1975 in Texas geboren, mit zehn Jahren umgezogen nach Kalifornien, vermisste er seine jeweiligen Freunde und liebte Skateboard-Fahren. Erst mit fünfzehn Jahren entfachte das Gedicht „Lady Lazarus“ von Sylvia Plath sein Interesse für Gedichte und Literatur. Sein Gefühlsleben erfuhr auch eine erhebliche Veränderung nach der Trennung seiner Großmutter von dem gewalttätigen Großvater, auch weil der Autor dadurch halbwegs seinen Entführern entkommen war. In seiner Revolution als entführtes Kind gegen Schule wurde er durch Refrains mancher Songs bestärkt, wollte depressiv und hilfebedürftig wirken ohne je ein glückliches Zuhause gehabt zu haben.
Diese negativen Kindheitserinnerungen, geprägt durch Rassismus und Gewalt, nach dreißig Jahren wieder herauf beschworen, sind leider durch den repetierten Schreibstil erschwert zu lesen.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Simon Elson’s Geschichte: »Ich hatte vor meinem eigenen Schatten Angst«

Geschichte der Unordnung
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Dieser sehr persönliche Roman erzählt von der Kindheit des Autors, dem zu frühen Tod des Vaters, von seiner Jugendliebe und seinem rauschhaften Leben in Berlin. Bis zu seinem 42-sten Lebensjahr lebt der ...

Dieser sehr persönliche Roman erzählt von der Kindheit des Autors, dem zu frühen Tod des Vaters, von seiner Jugendliebe und seinem rauschhaften Leben in Berlin. Bis zu seinem 42-sten Lebensjahr lebt der Autor begleitet von Angst und versteckter Trauer eigentlich um beide Elternteile in Scham und kämpft mit Panikattacken. Diese verborgenen Emotionen verarbeitet er nach Erstellung von fünf Sachbüchern in diesem ersten Roman in einfühlsamem, zartem Schreibstil. Sein Spannungszustand und seine Zerrissenheit der Gefühle und Bestrebungen kommen in klaren Bildern zu Tage. Sein extrem negatives Selbst- und Weltbild und die Scham, seine Minderwertigkeitsgefühle und sein Leben auf der Grenze zur Unordnung prägen seinen Berliner Alltag. Und diese Geschichte der Unordnung als Schutz-Strategie beginnt mit dem ständig unterdrückten Trauergefühl um den viel zu früh tödlich verunglückten Vater. Dass diese Geschichte trotz des Unglücks auch ganz anders hätte verlaufen können, wird nicht weiter reflektiert. Aber hätte man diese Unterdrückung der Gefühle von Trauer und Angst als starke Familie gemeinsam geschafft, wäre eine solche emotionale Katastrophe des Autors vielleicht ausgeblieben in seinem bisherigen ungeordneten Leben.

Eine berührende Geschichte des Aufwachsens mit Angst.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Verschiedene Ideologien zur Weltverbesserung

Ein sicherer Ort
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Die Hauptfigur Segismundo García der Zweite spricht als Erzähler in Du-Form mit seinem dementen Vater Segismundo dem Großen. Sein Sohn Sedis ist bereits als geschäftstüchtiger Oberschüler mit interessanten ...

Die Hauptfigur Segismundo García der Zweite spricht als Erzähler in Du-Form mit seinem dementen Vater Segismundo dem Großen. Sein Sohn Sedis ist bereits als geschäftstüchtiger Oberschüler mit interessanten Geschäftsideen ein ähnlicher Gauner mit Geldproblemen wie Vater und Großvater. Um diese drei Generationen und ihren individuellen Probleme ranken sich teils sarkastische Reflektionen. Über die Suche nach einem vergrabenen Schatz an einem sicheren Ort entfalten sich nicht nur Details über die beruflichen und privaten Gegebenheiten der Familienmitglieder und ihrem sozialen Auf- und Abstieg, sondern auch viele Gesellschaftsprobleme im gegenwärtigen Spanien werden aufgegriffen und regen je nach Ideologie zum Nachdenken an. Werben die Tonkrügler als idealistische Weltverbesserer und ökologische Aussteiger um Solidarität und Gemeinschaftsspirit, geht es bei Preppern und ihren Weltuntergangsängsten als Gegenentwurf um individuelle, egoistische Abschottung in Bunkern als sichere Orte. Wie man mit der Angst der Bevölkerung windige Geschäfte machen kann, wird ebenso scharf beobachtend beschrieben wie die ökologische Aussteigerbewegung in dieser Klassengesellschaft.
Vieles zum Nachdenken!

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Leben zwischen ausbeuterischen bis prekären Lebensverhältnissen

Mirmar
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Das Porträt von Mutter und Tochter zeigt in detailliertem Schreibstil eine zärtliche Beziehung voller angstvoller Atmosphäre. Die monatliche finanzielle Belastung zwischen unspektakulären bis zu zwielichtigen ...

Das Porträt von Mutter und Tochter zeigt in detailliertem Schreibstil eine zärtliche Beziehung voller angstvoller Atmosphäre. Die monatliche finanzielle Belastung zwischen unspektakulären bis zu zwielichtigen Jobs macht beide erfinderisch in ihrem kargen Lebensstil. Wie ihr Traum von einem erholsameren Dasein solidarisch umgesetzt werden könnte, zeigt sich in der kollektiven Frauenbewegung von zum großen Teil Arbeiterinnen, die sich einer Ausbeutung und Armut nicht nur im Rentenalter ausgesetzt sehen in ihrer Tätigkeit als Pflegekraft, Fabrikarbeiterin oder Aushilfsjobberin jedweder Art. Die harten Lebensweisheiten berühren.
Ist die Erprobung eines kollektiven Lebens unter solidarisch eingestellten Frauen außerhalb kapitalistischer Normen langfristig tatsächlich realisierbar?

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