Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit viel innerer Einkehr
Unsere Suche nach ZärtlichkeitIn fünf Teile untergliedert spielt die Szenerie in Brüssel, Antibes und Umgebung. Die Hauptfigur Dumont, fast 50, Uhrmacher mit abgebrochenem Jura-Studium, ehrenamtlicher Telefonseelsorger, geschieden ...
In fünf Teile untergliedert spielt die Szenerie in Brüssel, Antibes und Umgebung. Die Hauptfigur Dumont, fast 50, Uhrmacher mit abgebrochenem Jura-Studium, ehrenamtlicher Telefonseelsorger, geschieden und einsam, macht sich aufgrund des nächtlichen Anrufs einer schluchzenden Frau auf deren Suche anhand weniger Angaben. Selbst für seinen Freund, den griechischen Hausarzt Zambarloukos, ergibt das keinen realistischen Sinn. Neben Einzelheiten zu seinem bisherigen glücklosen Leben konzentriert sich der Roman auf die Beschreibung allmählicher Annäherung von zwei sympathischen Figuren, Dumont und Florence, in Antibes mit bildhaften Landschaftsbeschreibungen von Südfrankreich und gefühlvollen zwischenmenschlichen Gefühlen. Neben der Suche nach echter Zärtlichkeit und Menschlichkeit, neben Vertrauen, Ehrlichkeit, Moral und Ethik in einer Beziehung geht es auch um die Situation von pflegenden Angehörigen und der damit einhergehenden körperlichen wie seelischen Belastung, um deren langsame, soziale Vereinsamung. Inhaltlich irritiert Dumont’s langer Aufenthalt in Antibes über fünf Wochen, wo ihm doch seit der Scheidung das Geld fehlt, um in den Erhalt der geerbten Uhrmacherwerkstatt zu investieren. Und das schlecht laufende Geschäft kann man über einen so langen Zeitraum schließen? Das Ende lässt wohl bewusst wichtige Beziehungsfragen offen. Die liebevolle Charakterzeichnung beider Figuren gefällt durch den einfühlsamen Schreibstil.