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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2025

Trauerbewältigung – hier ein mäßig bewältigtes Thema.

dreimeterdreißig
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Das Cover mit einer pinken Sanduhr als Hintergrund und dem Buchtitel in Luftschlangen förmiger Art darüber drapiert, beleuchtet, mit 3 D –Effekt hat eigentlich wenig mit den traurigen Themen um Liebe ...

Das Cover mit einer pinken Sanduhr als Hintergrund und dem Buchtitel in Luftschlangen förmiger Art darüber drapiert, beleuchtet, mit 3 D –Effekt hat eigentlich wenig mit den traurigen Themen um Liebe in Verbindung mit Tot zu tun. Die Szenerie spielt hauptsächlich in Wien, aber punktuell auch in einem Dorf in Ungarn nahe der österreichischen Grenze. Kapitel wechseln etwas unklar zwischen Vergangenheit und Gegenwart, teils aus der Sicht der Protagonisten Klara und Balázs. Eine emotionale Verbindung zur Hauptperson Klara herzustellen, ist nicht so einfach, da z. B. ihre Wutausbrüche und ihre Trauer um Balázs Ableben nicht wirklich klar nachvollziehbar ist. Insgesamt bleibt Klaras Auseinandersetzung mit dem plötzlichen Verlust des Partners diffus und wenig greifbar. Die philosophischen Gedanken um das Leben an sich, seine Kostbarkeit durch ihre zeitliche Begrenzung und entsprechende, kostbare Erinnerungen gefallen. Erst im Nachgang erschließen sich die Kapitelüberschriften als Teile eines Gedichtes im Anhang – originell. Der historische Blick auf vergangene politische Ereignisse in Ungarn ist aufschlussreich und hilfreich beim Verständnis von Balázs Lebenslauf.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Schwieriges Thema gut beschrieben.

In ihrem Haus
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Die einfühlsam erzählte Szenerie in drei Teilen spielt in einem etwas abgelegenen Haus in Zwolle, Niederlande ab 1960 und greift zurück in eine dunkle, deutsche Besatzungszeit um 1945. Während im ersten ...

Die einfühlsam erzählte Szenerie in drei Teilen spielt in einem etwas abgelegenen Haus in Zwolle, Niederlande ab 1960 und greift zurück in eine dunkle, deutsche Besatzungszeit um 1945. Während im ersten Teil die einzelnen Charakteren der Familie im Rückblick auf 1944 und beim Restaurantbesuch 1961 vorgestellt werden, geht es im zweiten Teil um die sexuelle Orientierung von Hendrik und der bisher stillen, verschlossenen Isabel, die während des mehrwöchigen Aufenthaltes von Eva ein tiefgreifendes Geheimnis lüftet. Auf Eva’s Tagebucheinträge wird im dritten Teil näher eingegangen und dabei das Thema jüdischen Lebens unter deutscher Verfolgung vor 1945 in den Niederlande behandelt. Durchzogen wird der Roman von dem Hasenmotiv des kostbaren Services. Die emotionale Auseinandersetzung von Isabel mit ihrer bisher unerkannten Sexualität in starker Begierde ist überzeugend beschrieben. Überhaupt ist die ganze Atmosphäre mit anklingendem Rachemotiv Evas realistisch greifbar mit klarem historischem Bezug.
Ein Lesegenuss!

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Ein Wegweiser bei zu vielen Selbstzweifeln.

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pizza und Aperol
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Das Cover initiiert Camping-Feeling mit viel Freiheitsgefühl, sonnigem Urlaub in Italien mit verräterischem Baumbestand. Der unkonventionelle Road-Trip ist für Eva, der 38-jährigen Ich-Erzählerin italienischer ...

Das Cover initiiert Camping-Feeling mit viel Freiheitsgefühl, sonnigem Urlaub in Italien mit verräterischem Baumbestand. Der unkonventionelle Road-Trip ist für Eva, der 38-jährigen Ich-Erzählerin italienischer Abstammung, eine Offenbarung mit klaren Botschaften für Leser:Innen. Jedes der 23 Kapitel beginnt mit einer einladenden, farbigen Illustration, endet mit der Bejahung einer Aussage, um das Unterbewusstsein positiv einzustimmen. Eingebettet sind solche Affirmationen in eine sehr stark konstruierte, teils unrealistische Geschichte mit vielen Klischees, mit zu vielen Zufällen entlang der mehrwöchigen Urlaubsreise über Tirol, Montefalco, Lucca, Positano und Tropea. Praktische Tipps zur Selbstfindung in Problemsituationen wie das sogenannte Journaling als eine Art positives Selbstgespräch mit schriftlicher Beantwortung sich selbst gestellter Fragen und/oder das Führen eines Tagebuchs sind sinnvoll eingebaut in dieser ansonsten wenig überzeugenden Erzählung.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Zu viele Stressfaktoren und innere Dämonen.

Wo wir uns treffen
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Diese britische Familiengeschichte ist verwoben mit einem großflächigen, herrschaftlichen Vermächtnis in Sussex aus dem 18. Jahrhundert, erworben in glorreichen Kolonialzeiten rund um Menschenhandel, ...

Diese britische Familiengeschichte ist verwoben mit einem großflächigen, herrschaftlichen Vermächtnis in Sussex aus dem 18. Jahrhundert, erworben in glorreichen Kolonialzeiten rund um Menschenhandel, Kaurimuscheln als Währung. Über fünf Tage zieht sich das Familientreffen wie ein roter Faden hin anlässlich der Beerdigung des Familienoberhauptes. Drei sehr verschiedene Geschwister, teils mit Familie und die Witwe werden mit ihren Schwächen, Problemen, Visionen und ihren Beziehungen untereinander vorgestellt auf renaturierten Ländereien auf 40 Hektar. Das Projekt „Albion“ krankt jedoch massiv unter dem Mangel an finanziellen Mitteln, unter dem besonders die Hauptprotagonistin Frannie Brooke als Erbin mit historischer Verantwortung zu leiden hat, was einfühlsam beschrieben wird. Das Problem behaftete Klima untereinander, verbunden mit Stress und Alkoholisierung, sorgt nicht für Entspannung beim Lesen. Der Erzählstrang rund um die Figur von Clara mit ihren Forschungsergebnissen wirkt zu konstruiert, wenn auch informativ. Nur der Hippie-Jünger Ned zeigt eine menschlich überzeugende positive Wirkungsweise zum Wohl dieser vor allem emotional gebeutelten Familie.
Interessante historische Fakten verknüpft mit zu vielen Problemen.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Kenntnisse in Physik, Biologie und Medizin sind hier von Vorteil. Sehr kreativ!

Lyneham
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Auf zwei Erzählebenen geht es um das Leben auf dem urzeitlichen Mond Perm. Henry Meadow, 12 Jahre alt, beschreibt als Ich-Erzähler das Familienleben nach der missglückten Landung in dieser fremden Welt ...

Auf zwei Erzählebenen geht es um das Leben auf dem urzeitlichen Mond Perm. Henry Meadow, 12 Jahre alt, beschreibt als Ich-Erzähler das Familienleben nach der missglückten Landung in dieser fremden Welt ohne ihre Mutter, Frau Dr. Mildred Meadow. Sie ist Wissenschaftlerin und arbeitet an Projekten, die hier ein Überleben bei zu wenig Sauerstoff unter bisher unbekannter Thermodynamik, Fauna und Flora ermöglichen soll. Viel Technologie kommt zum Einsatz, angefangen bei den Stasiskammern oder den Aggregatoren, einem Gerät zur Lebensmittelsynthese. Die zwei Geländekarten, anfangs vorgestellt, sowie das anhängende Glossar bieten Hilfestellung zwecks besserer Übersicht bzw. Verständnis der naturwissenschaftlichen Terminologie. Viel Fantasie über die Anomalie oder die Windleite wird vorausgesetzt, um diese Welt der Science Fiktion voll genießen zu können. Einige ethische Fragen werden tiefgründig angegangen, z.B. bei der Ankunft des Transfermoduls Fünf mit Russen, Chinesen und Saudis an Bord. Die männliche Figur Noah Rayser mit seinen Kompetenzen in der Raumfahrt und medizinischen Forschung stellt einen starken, negativen Charakter dar im spannenden, intelligent geführten Kampf von Henrys Mutter.
Insgesamt sehr kreativ, aber in der Terminologie sehr anspruchsvoll.

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