Trotz ereignisarmer Handlung viel Spannung
Der große WunschEs geht um die Geschichte des Protagonisten Murad, der im türkisch-irakisch-syrischen Dreiländereck seine erwachsene Tochter Naima sucht, die aus ihrer Heimatstadt Berlin verschwunden ist, um sich dem ...
Es geht um die Geschichte des Protagonisten Murad, der im türkisch-irakisch-syrischen Dreiländereck seine erwachsene Tochter Naima sucht, die aus ihrer Heimatstadt Berlin verschwunden ist, um sich dem IS anzuschließen. Diese erschütternde Vater-Tochter-Geschichte verarbeitet vor dem Hintergrund der kriegerischen Konflikte im Nahen Osten Murads Gedanken zu Herkunft, Migration und Ausgrenzungserfahrungen in Deutschland, zum Islamischen Staat und seinen Mechanismen in der gegenwärtigen Medienwelt. Auf seinen Wanderungen in dem unwirtlichen Herkunftsland seines Vaters fühlt er sich ebenso entfremdet wie in Berlin. In seinen zentralen Reflexionen während monatelangem Warten an der syrischen Grenze auf Nachrichten über seine Tochter geht es um diese Fluchtursachen. Handynachrichten des Boten, der Ex-Frau Dorothee und übermittelte Audiofiles der Tochter beleben den scheinbaren Handlungsstillstand in Murads isolierter Lebensweise mit geheimnisvoller Dynamik, zwischen all seinen Zweifeln. Die dominierende Frage, warum sich junge, unreligiöse Menschen aus Europa überhaupt dem IS zuwenden, bleibt in vielen Facetten offen.