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Veröffentlicht am 07.05.2025

Nachkriegsjahre in der Schweiz aus kindlicher Perspektive

Wegen Wersai
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Das Cover zeigt ein Seilchen-springendes Mädchen von 12 Jahren, das als Ich-Erzählerin namens Katharina durch ihre Sechzigerjahre-Jugend in der Schweiz um Wollishofen berichtet. Historische Fakten werden ...

Das Cover zeigt ein Seilchen-springendes Mädchen von 12 Jahren, das als Ich-Erzählerin namens Katharina durch ihre Sechzigerjahre-Jugend in der Schweiz um Wollishofen berichtet. Historische Fakten werden angeschnitten. Teils geht es um die Zeit nach dem 1. Weltkrieg mit dem Versailler Vertrag ( siehe Buchtitel), teils um Fremdenfeindlichkeit gegenüber Italienern, teils um kritische Gedanken zum Gebaren der katholischen Kirche, der Bibel, ihrer Verlogenheit. Die Judenfrage und Internierungslager in der Schweiz werden ebenfalls in Gesprächen innerhalb der Familie angesprochen.
Mit dem Tot der schwer kranken Mutter verändert sich die familiäre Situation der Ich-Erzählerin sehr stark zum Negativen. Sie verliert ihren Halt und ihr Vertrauen zu bisherigen Bezugspersonen, ebenso wie ihr älterer Bruder Tommy. Das Leben in einem von Nonnen geführten Internat wird äußerst kritisch beschrieben. Die kindlich gehaltenen Gedankengänge und Gespräche berühren durch ihre Direktheit in Form von Kritik, Ehrlichkeit, Offenheit, ohne Vorurteile. Der Schreibstil ist gut daran angepasst. Das offene, schnelle Ende überrascht.
Ein Buch zum Nachdenken!

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Trauerbewältigung – hier ein mäßig bewältigtes Thema.

dreimeterdreißig
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Das Cover mit einer pinken Sanduhr als Hintergrund und dem Buchtitel in Luftschlangen förmiger Art darüber drapiert, beleuchtet, mit 3 D –Effekt hat eigentlich wenig mit den traurigen Themen um Liebe ...

Das Cover mit einer pinken Sanduhr als Hintergrund und dem Buchtitel in Luftschlangen förmiger Art darüber drapiert, beleuchtet, mit 3 D –Effekt hat eigentlich wenig mit den traurigen Themen um Liebe in Verbindung mit Tot zu tun. Die Szenerie spielt hauptsächlich in Wien, aber punktuell auch in einem Dorf in Ungarn nahe der österreichischen Grenze. Kapitel wechseln etwas unklar zwischen Vergangenheit und Gegenwart, teils aus der Sicht der Protagonisten Klara und Balázs. Eine emotionale Verbindung zur Hauptperson Klara herzustellen, ist nicht so einfach, da z. B. ihre Wutausbrüche und ihre Trauer um Balázs Ableben nicht wirklich klar nachvollziehbar ist. Insgesamt bleibt Klaras Auseinandersetzung mit dem plötzlichen Verlust des Partners diffus und wenig greifbar. Die philosophischen Gedanken um das Leben an sich, seine Kostbarkeit durch ihre zeitliche Begrenzung und entsprechende, kostbare Erinnerungen gefallen. Erst im Nachgang erschließen sich die Kapitelüberschriften als Teile eines Gedichtes im Anhang – originell. Der historische Blick auf vergangene politische Ereignisse in Ungarn ist aufschlussreich und hilfreich beim Verständnis von Balázs Lebenslauf.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Schwieriges Thema gut beschrieben.

In ihrem Haus
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Die einfühlsam erzählte Szenerie in drei Teilen spielt in einem etwas abgelegenen Haus in Zwolle, Niederlande ab 1960 und greift zurück in eine dunkle, deutsche Besatzungszeit um 1945. Während im ersten ...

Die einfühlsam erzählte Szenerie in drei Teilen spielt in einem etwas abgelegenen Haus in Zwolle, Niederlande ab 1960 und greift zurück in eine dunkle, deutsche Besatzungszeit um 1945. Während im ersten Teil die einzelnen Charakteren der Familie im Rückblick auf 1944 und beim Restaurantbesuch 1961 vorgestellt werden, geht es im zweiten Teil um die sexuelle Orientierung von Hendrik und der bisher stillen, verschlossenen Isabel, die während des mehrwöchigen Aufenthaltes von Eva ein tiefgreifendes Geheimnis lüftet. Auf Eva’s Tagebucheinträge wird im dritten Teil näher eingegangen und dabei das Thema jüdischen Lebens unter deutscher Verfolgung vor 1945 in den Niederlande behandelt. Durchzogen wird der Roman von dem Hasenmotiv des kostbaren Services. Die emotionale Auseinandersetzung von Isabel mit ihrer bisher unerkannten Sexualität in starker Begierde ist überzeugend beschrieben. Überhaupt ist die ganze Atmosphäre mit anklingendem Rachemotiv Evas realistisch greifbar mit klarem historischem Bezug.
Ein Lesegenuss!

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Ein Wegweiser bei zu vielen Selbstzweifeln.

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pizza und Aperol
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Das Cover initiiert Camping-Feeling mit viel Freiheitsgefühl, sonnigem Urlaub in Italien mit verräterischem Baumbestand. Der unkonventionelle Road-Trip ist für Eva, der 38-jährigen Ich-Erzählerin italienischer ...

Das Cover initiiert Camping-Feeling mit viel Freiheitsgefühl, sonnigem Urlaub in Italien mit verräterischem Baumbestand. Der unkonventionelle Road-Trip ist für Eva, der 38-jährigen Ich-Erzählerin italienischer Abstammung, eine Offenbarung mit klaren Botschaften für Leser:Innen. Jedes der 23 Kapitel beginnt mit einer einladenden, farbigen Illustration, endet mit der Bejahung einer Aussage, um das Unterbewusstsein positiv einzustimmen. Eingebettet sind solche Affirmationen in eine sehr stark konstruierte, teils unrealistische Geschichte mit vielen Klischees, mit zu vielen Zufällen entlang der mehrwöchigen Urlaubsreise über Tirol, Montefalco, Lucca, Positano und Tropea. Praktische Tipps zur Selbstfindung in Problemsituationen wie das sogenannte Journaling als eine Art positives Selbstgespräch mit schriftlicher Beantwortung sich selbst gestellter Fragen und/oder das Führen eines Tagebuchs sind sinnvoll eingebaut in dieser ansonsten wenig überzeugenden Erzählung.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Zu viele Stressfaktoren und innere Dämonen.

Wo wir uns treffen
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Diese britische Familiengeschichte ist verwoben mit einem großflächigen, herrschaftlichen Vermächtnis in Sussex aus dem 18. Jahrhundert, erworben in glorreichen Kolonialzeiten rund um Menschenhandel, ...

Diese britische Familiengeschichte ist verwoben mit einem großflächigen, herrschaftlichen Vermächtnis in Sussex aus dem 18. Jahrhundert, erworben in glorreichen Kolonialzeiten rund um Menschenhandel, Kaurimuscheln als Währung. Über fünf Tage zieht sich das Familientreffen wie ein roter Faden hin anlässlich der Beerdigung des Familienoberhauptes. Drei sehr verschiedene Geschwister, teils mit Familie und die Witwe werden mit ihren Schwächen, Problemen, Visionen und ihren Beziehungen untereinander vorgestellt auf renaturierten Ländereien auf 40 Hektar. Das Projekt „Albion“ krankt jedoch massiv unter dem Mangel an finanziellen Mitteln, unter dem besonders die Hauptprotagonistin Frannie Brooke als Erbin mit historischer Verantwortung zu leiden hat, was einfühlsam beschrieben wird. Das Problem behaftete Klima untereinander, verbunden mit Stress und Alkoholisierung, sorgt nicht für Entspannung beim Lesen. Der Erzählstrang rund um die Figur von Clara mit ihren Forschungsergebnissen wirkt zu konstruiert, wenn auch informativ. Nur der Hippie-Jünger Ned zeigt eine menschlich überzeugende positive Wirkungsweise zum Wohl dieser vor allem emotional gebeutelten Familie.
Interessante historische Fakten verknüpft mit zu vielen Problemen.

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