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Veröffentlicht am 02.08.2025

Verschiedene Ideologien zur Weltverbesserung

Ein sicherer Ort
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Die Hauptfigur Segismundo García der Zweite spricht als Erzähler in Du-Form mit seinem dementen Vater Segismundo dem Großen. Sein Sohn Sedis ist bereits als geschäftstüchtiger Oberschüler mit interessanten ...

Die Hauptfigur Segismundo García der Zweite spricht als Erzähler in Du-Form mit seinem dementen Vater Segismundo dem Großen. Sein Sohn Sedis ist bereits als geschäftstüchtiger Oberschüler mit interessanten Geschäftsideen ein ähnlicher Gauner mit Geldproblemen wie Vater und Großvater. Um diese drei Generationen und ihren individuellen Probleme ranken sich teils sarkastische Reflektionen. Über die Suche nach einem vergrabenen Schatz an einem sicheren Ort entfalten sich nicht nur Details über die beruflichen und privaten Gegebenheiten der Familienmitglieder und ihrem sozialen Auf- und Abstieg, sondern auch viele Gesellschaftsprobleme im gegenwärtigen Spanien werden aufgegriffen und regen je nach Ideologie zum Nachdenken an. Werben die Tonkrügler als idealistische Weltverbesserer und ökologische Aussteiger um Solidarität und Gemeinschaftsspirit, geht es bei Preppern und ihren Weltuntergangsängsten als Gegenentwurf um individuelle, egoistische Abschottung in Bunkern als sichere Orte. Wie man mit der Angst der Bevölkerung windige Geschäfte machen kann, wird ebenso scharf beobachtend beschrieben wie die ökologische Aussteigerbewegung in dieser Klassengesellschaft.
Vieles zum Nachdenken!

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Leben zwischen ausbeuterischen bis prekären Lebensverhältnissen

Mirmar
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Das Porträt von Mutter und Tochter zeigt in detailliertem Schreibstil eine zärtliche Beziehung voller angstvoller Atmosphäre. Die monatliche finanzielle Belastung zwischen unspektakulären bis zu zwielichtigen ...

Das Porträt von Mutter und Tochter zeigt in detailliertem Schreibstil eine zärtliche Beziehung voller angstvoller Atmosphäre. Die monatliche finanzielle Belastung zwischen unspektakulären bis zu zwielichtigen Jobs macht beide erfinderisch in ihrem kargen Lebensstil. Wie ihr Traum von einem erholsameren Dasein solidarisch umgesetzt werden könnte, zeigt sich in der kollektiven Frauenbewegung von zum großen Teil Arbeiterinnen, die sich einer Ausbeutung und Armut nicht nur im Rentenalter ausgesetzt sehen in ihrer Tätigkeit als Pflegekraft, Fabrikarbeiterin oder Aushilfsjobberin jedweder Art. Die harten Lebensweisheiten berühren.
Ist die Erprobung eines kollektiven Lebens unter solidarisch eingestellten Frauen außerhalb kapitalistischer Normen langfristig tatsächlich realisierbar?

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Veröffentlicht am 31.07.2025

In der Kürze liegt die Würze.

Reichlich spät
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Die Erzählung über den Büroangestellten Cathal spielt in Dublin. Seine bevorstehende Heirat mit Sabine, einer Halbfranzösin, nimmt auf nur 60 Seiten eine unerwartete Richtung an. Als fatale Ursache fallen ...

Die Erzählung über den Büroangestellten Cathal spielt in Dublin. Seine bevorstehende Heirat mit Sabine, einer Halbfranzösin, nimmt auf nur 60 Seiten eine unerwartete Richtung an. Als fatale Ursache fallen in dieser labilen Liebesbeziehung negative Äußerungen und Handlungsweisen von Seiten Cathal`s auf, die als frauenfeindlich eingestuft werden können. Sabine deckt misogyne Strukturen und überkommene Geschlechterklischees in dieser Beziehung auf. Reichlich spät erkennt Cathal schmerzhaft seine Prägung durch seinen frauenverachtenden Vater. In der verhaltenen Aufdeckung und Auslassung liegt die besondere Art des Schreibstils.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Johanna (Jo) van Gogh-Bonger – eine interessante Frau

Die Entflammten
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In zwei Erzählsträngen geht es um zwei Frauen, nämlich um die junge Kunsthistorikerin Gina, die das Leben von Johanna (Jo) van Gogh-Bonger als Schwägerin von Vincent van Gogh, dem erfolglosen Maler skizziert. ...

In zwei Erzählsträngen geht es um zwei Frauen, nämlich um die junge Kunsthistorikerin Gina, die das Leben von Johanna (Jo) van Gogh-Bonger als Schwägerin von Vincent van Gogh, dem erfolglosen Maler skizziert. Während Ginas Geschichte über ihre Familie mit ihrem als Schriftsteller erfolglosen Vater aus Entfremdeten besteht und in ihrer Beschreibung eher langatmig wirkt, sind die zusammengetragenen Informationen über die junge Jo um 1900 interessanter. Eine Kunstwelt voller Bohème in Frankreich und Holland bilden den Rahmen für diese kultivierte Frau mit Sprachkenntnissen. Nach nur kurzer Ehe muss sie als Frau auf dem Kunstmarkt in Amsterdam hart verhandeln mit Käufern und Museen in Europa, wenn es um den künstlerischen Nachlass von Vincent van Gogh geht. Über die großartige Entwicklung zur Kuratorin von Vincents Gemälden erfährt man wenig, dagegen mehr über die kurze, glückliche Ehe mit Theo van Gogh, seiner Erkrankung an Syphilis und über seinen erfolglosen Bruder Vincent. Historische Events wie die Weltausstellung in Paris oder weitere Impressionisten dieser Epoche sind eingeflochten. Das traurige Los der jungen Ballerinen an der Pariser Oper, das Leben der Prostituierten und die vielen Erkrankungen mit Todesfolge rütteln auf. Während Jo’s Leben als Muse oder Geschäftsfrau ruhig hätte ausgeweitet werden können, wirken die fiktiven Begegnungen zwischen Jo und Gina blass und unrealistisch. Nur eine ausführlichere Erzählebene über Johanna (Jo) van Gogh-Bonger hätte gereicht.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Ohne Punkt und Komma geht es in eine surreale Welt – gewöhnungsbedürftig.

requiem
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Der Schreibstil in ungeordneter Versform ist sehr auffällig, erschwert er doch den Lesefluss ohne gliedernde Zeichensetzung. Inhaltlich befindet man sich scheinbar auf einer surrealen Traumreise mit Natur- ...

Der Schreibstil in ungeordneter Versform ist sehr auffällig, erschwert er doch den Lesefluss ohne gliedernde Zeichensetzung. Inhaltlich befindet man sich scheinbar auf einer surrealen Traumreise mit Natur- und Umweltkatastrophen, quer durch Brandenburg, Berlin, N.Y., Kanada oder in Kalifornien. Sogar die Unterwelt und das Leben nach dem Tod werden nicht ausgeblendet, gefüttert durch weltweite Katastrophenszenarien aus den Medien. Lateinische und englische Satzfetzen sind eingeflochten. Sollte hier ein Requiem, eine Totenmesse, die letzte Messe für Mensch und Natur, für Ruhe und Frieden sorgen oder eher durch den besonderen Schreibstil der grammatikalischen Veränderung aufrütteln, immer auf der Suche nach dem ewigen Licht, das allem leuchten solle in dunkler Finsternis? Teile eines Gebets in Latein wie z. B. "Libera nos, Domine", das oft in liturgischen Kontexten verwendet wird, besonders in der katholischen Kirche, ist ein Ausdruck der Bitte um Befreiung von Not, Bedrängnis oder Übel. Andersgläubige mögen wenig mit dieser Liturgie anfangen können. Was übrig bleibt von den schönen Erinnerungen an unsere intakte Umwelt, möge bald nur noch in Schutt und Asche liegen, so könnte man diesen „Appell“ interpretieren.

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