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Veröffentlicht am 15.10.2025

Unterhaltend!

Über die Toten nur Gutes
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Schon die Farbgebung des Covers verrät, dass es hier nicht um einen eiskalten Thriller geht. Schon die typische Geste des Hundes am Sarg lässt den nicht todernsten Charakter des Buches erahnen. Die ...

Schon die Farbgebung des Covers verrät, dass es hier nicht um einen eiskalten Thriller geht. Schon die typische Geste des Hundes am Sarg lässt den nicht todernsten Charakter des Buches erahnen. Die Szenerie spielt um Flensburg und Glücksburg an der Ostsee. Sowohl die Landschaft als auch der typische Menschenschlag mit plattdeutschem Dialekt fließen in dieses Ambiente eines Cosy - Crimes mit ein. Die kreative Idee dieser Serie mit dem Trauerredner Mads Madsen als Kriminologen gefällt. Zunächst werden die familiären Protagonisten rund um diese Hauptfigur im vorgestrigen Anzuglook bei seiner Probe-Trauerrede für seinen Vater Fridtjof vorgestellt – eine unerwartete, makabre Situation. Im weiteren Verlauf versprühen Vater und Sohn mit Hündin Bobby in humorvollen bis tiefgründigen Dialogen incl. Bingo-Szenen ein warmherziges Miteinander. Kriminalistisch geht es mit Mads` Schulfreund Patrick Schulze aus Kindertagen weiter, der seinen Tod seltsamerweise voraus sieht laut persönlich zugestellter Post. Diesen Tod mit Unfallflucht soll die verhaltensmäßig überzogene Kriminalistin mit Beinamen „Mills Kills“ aufklären. Rätselhafte Figuren wie z.B. der stille Bestattungsmitarbeiter Banard, Patrick`s Mutter und Freunde oder einige Mafiosi bereichern den Plot. Während Mads Erinnerungen von vor 20 Jahren heraufbeschwört, verläuft parallel dazu die Aufklärung etwas unrealistisch und unglaubwürdig.
Insgesamt gefallen kreative Dialoge und sympathische Hauptfiguren wie Mads und Fridtjof.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

SOE-Agentinnen – mir bisher unbekannte Heldinnen des 2. Weltkriegs

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Es geht um junge SOE-Agentinnen, Sektion F, im 2. Weltkrieg, die in Großbritannien und Frankreich als inoffizielle Saboteurinnen, Funkerinnen und Kurierinnen in Zusammenarbeit mit der Résistance in gefährlichem ...

Es geht um junge SOE-Agentinnen, Sektion F, im 2. Weltkrieg, die in Großbritannien und Frankreich als inoffizielle Saboteurinnen, Funkerinnen und Kurierinnen in Zusammenarbeit mit der Résistance in gefährlichem Kriegseinsatz waren. Die detailliert beschriebenen Szenerien - größenteils in London, Devon und Paris - spielen auf zwei Zeitsträngen:
1998 begibt sich die Moderatorin der BBC Gwendolyn Farleigh, kurz Gwen, im Rahmen eines Buchprojektes auf die Suche nach Zeitzeugen dieser speziellen Einsatztruppe Churchills, die gezielt und undercover gegen die deutschen Besatzer agierten. Die Seniorin Pat Conway, ehemalige SOE-Agentin, erweist sich als hilfreiche Informationsquelle.
Im Zeitraum 1941-1943 ereignen sich spannende Sabotageakte in Paris durch Simone Conway, daneben versteckte geheime Funksprüche ihrer Schwester Pat Conway nach London - unter Mithilfe der französischen Widerstandsbewegung. Auch Gwen`s Großmutter Ilsabé von Isolani spielt eine gewichtige Rolle im Pariser Haus in der Rue Heine.
Die damals unterzeichnete Verschwiegenheitserklärung und belastende Erinnerungen an diese mit Schuldgefühlen behaftete Vergangenheit sorgen für Twists und Turns, die bei Pat einfühlsam ausgeräumt werden können. Durch gezielte Kontaktaufnahmen und Interviews Gwens beidseits des Kanals entfaltet sich ein detailliertes Ambiente voller Dynamik und Dramatik in mitmenschlicher Anteilnahme.

Ein mutiger weiblicher Einsatz für Freiheit und Demokratie – überzeugend geschildert.

Special Operations Executive

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Nutzen und Gefahren von Kontrollsystemen – spannende Dystopie

Das Dream Hotel
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Dieser dystopische Roman erinnert entfernt an George Orwells Roman „1984“, der auch eine Welt voller Angst, Schrecken, Überwachung und Unterdrückung beschreibt. In diesem Amerika, in dem selbst Träume ...

Dieser dystopische Roman erinnert entfernt an George Orwells Roman „1984“, der auch eine Welt voller Angst, Schrecken, Überwachung und Unterdrückung beschreibt. In diesem Amerika, in dem selbst Träume Überwachungstechnologien unterliegen, entwickelt sich hier ein Spannungsroman rund um Überwachung bis zum Widerstand gegen Ungerechtigkeiten, mit dem Drang nach Freiheit. Im Schatten eines Generalverdachts zu leben, erfährt die interessante Hauptfigur Sara Tilila Hussein, die in einer zukünftigen Welt voller Kontrollsysteme lebt mit einem Implantat "Dreamsaver", das positiv auf Schlaf und Traumphasen der Nutzer einwirken und auch deren Leistungsfähigkeit optimieren soll. Bei ihrem Rückflug scheitert ihre Passkontrolle durch KI, angereichert mit Daten aus DNA-Banken, sozialen Netzwerken und Unternehmen wie Dreamsaver Inc. Bei Befragung durch einen Offizier tauchen Warnhinweise in Ihrer Akte auf aus dem Inhalt ihrer Träume, die eine Einbehaltung für 21 Tage ins Madison, dem "Dream Hotel", erforderlich machen. In diesem 1939 errichteten Schulgebäude arbeiten mehrere Firmen wie z.B. das Sicherheitsunternehmen Safe-X oder ein Provider für E-Mail und Telefonie profitabel zusammen. Über Aufträge externer Firmen streicht der Betreiber der Anstalt Gewinn ein durch Ausbeutung der dort Einbehaltenen. Unter strikter digitaler Kontrolle und Zeitdruck droht den Frauen bei Arbeitsverweigerung Haftverlängerung. In diesem unfreiwilligen Klima mit Saras Mitgefangenen entspannt sich zwischen Sitzungsprotokollen des Aufsichtspersonals und einem Auszug aus den "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" von Dreamsaver Inc. der bedrückende Arbeitsalltag wie im Gefängnis. Sie alle sind Opfer eines Editorials zur Traumdeutung, das das "wissenschaftsbasierte System zur Verbrechensverhütung" dieser Firma preist, die das Verfügungsrecht über die gewonnenen Daten beansprucht. Saras Bemühungen um Kontakte zu Ehemann oder Anwalt werden torpediert, sogar ihr Traumtagebuch wird entwendet. Ihre dazwischen eingeblendeten Träume sind im Text erst im Nachhinein als solche erkenntlich. Nach einigen dramatischen Wendungen kommt sie recht zügig frei unter etwas unglaubwürdigen Umständen.

Die klare, finale Botschaft gefällt.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein Cosy-Crime voller schräger Originale

Entführung im Himmelreich
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Das Buchcover stellt die Hündin Pinguin und einen Wagen mit Backwaren als wichtige Details des humorvollen Krimis vor. In drei Kapiteln mit wichtigen Szenen rund um den Campingplatz Himmelreich geht es ...

Das Buchcover stellt die Hündin Pinguin und einen Wagen mit Backwaren als wichtige Details des humorvollen Krimis vor. In drei Kapiteln mit wichtigen Szenen rund um den Campingplatz Himmelreich geht es herbstlich zu, ohne Touristen, aber mit Dauercampern wie Björn Kupernikus. Mit seinen 60 Jahren agiert er wie ein ältlicher Gentleman zusammen mit der Künstlerin Annabell. Getrieben von seiner Neugierde stößt er auch dieses Mal auf interessante Leute wie z.B. Solveig Bach und ihr Lichtyoga oder auf den Club der Eisenbahnerwitwen mit ihren Glückskeksen. Die Dynamik zwischen dem Kriminalbeamten Edgar Fass und Kupernikus und die menschlichen Eigenheiten beider Ermittler in diesem scheinbar mysteriösen Selbstmord erheitern. Mit Reimerei, Rezepten und drei Fragen zum aktuellen Ermittlungsstand wird der Kriminalfall unterhaltsam aufgepeppt. Auch durch Einflechtung des Berliner Dialektes und der jugendlichen Ausdrucksweise z.B. des Campingplatzmitarbeiters Thiago wirken Dialoge authentisch und lebendig.

Ein komplizierter, aber unterhaltsamer Campingkrimi

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Eine humorvolle, aber auch brisante Geschichte

Hustle
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Im Zentrum steht die Biologin, Pflanzengenetikerin Leonie, eine junge, verloren wirkende Frau aus Bocholt, Anfang 30. Neben ihrer teils illegalen Racheaktion im Ruhrgebiet folgen wir ihren ernüchternden ...

Im Zentrum steht die Biologin, Pflanzengenetikerin Leonie, eine junge, verloren wirkende Frau aus Bocholt, Anfang 30. Neben ihrer teils illegalen Racheaktion im Ruhrgebiet folgen wir ihren ernüchternden beruflichen wie rechtlich grenzwertigen Nebenjob-Aktivitäten in München. Die dortige angespannte Immobiliensituation mit bezahlbarem, properem Wohnraum schädigt das Image der Stadt des Oktoberfestes mit Attraktionen wie z.B. dem Teufelsrad und landschaftlich reizvoller Umgebung. Sehr informativ ist ihre mittelmäßig bezahlte, wenn auch langweilige Arbeit des Kategorisierens und Katalogisierens in der Zoologischen Staatssammlung über verstaubten Schaukästen mit Käfern, Libellen, Heuschrecken und Schmetterlingen. Auch ihre privaten Experimente mit Schleimpilzen gefallen. Aus Geldmangel und Einsamkeit erwachsen schließlich ihre illegalen Machenschaften wie Sachbeschädigung. Hausfriedensbruch oder üble Nachrede, ein Service für Menschen, auf der Suche nach ausgleichender Gerechtigkeit. Kreativ und raffiniert sind ihre gut bezahlten Racheaktionen für Interessenten aus Liebeskummer- und Mobbingforen im Internet. Eingeflochten sind hier auch sozialkritische Überlegungen unter ethischen und moralischen Gesichtspunkten. Leonie stellt sich dabei schließlich die Frage, wieviel Risikobereitschaft sie eingehen will mit wieviel notwendigem Geld für ein zivilisiertes Leben. Neben sympathischen männlichen Randfiguren wie Steffen, Nam oder Alfred Mayer treten drei junge Frauen mit vergleichbaren Talenten und unkonventionellen bis illegalen Machenschaften recht früh in Leonies bescheidenen, tristen Alltag. Die Darstellung ihrer echten Freundschaft überzeugt, wirkt authentisch. Besonderen Thrill rund um diesen Mädels-Club wird besonders durch eine Verhaftung und die Aufdeckung eines bis zum Schluss geheimnisvollen, nicht alltäglichen Nebenjobs erzeugt. Der Schreibstil fasziniert durch Esprit, Kreativität und Bodenhaftigkeit.
Insgesamt interessante, wenn auch ungewöhnliche Protagonisten, platziert in nicht alltägliches, teils liebevolles Ambiente mit offenem Ende.

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