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Veröffentlicht am 18.06.2022

Mia Sund auf der Suche nach Nina Silke Strad, der Teppichknüpferin – ein sehr fein gesponnener, interessanter Roman.

Fischers Frau
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Die studierte Textilarchäologin Mia Sund auf der Suche nach Nina Silke Strad (Schwedisch), Nina Seidenfaden, Teppichknüpferin, weil sie es war, die einen seidenen Faden in die Welt hinein zu spinnen wusste ...

Die studierte Textilarchäologin Mia Sund auf der Suche nach Nina Silke Strad (Schwedisch), Nina Seidenfaden, Teppichknüpferin, weil sie es war, die einen seidenen Faden in die Welt hinein zu spinnen wusste – auch in fantasievollen Geschichten. Die Frau dieses Namens, die vor etwa hundert Jahren einen rätselhaften Teppich geknüpft hat, in vorwiegend grünlich gehaltenen Farben. Er gibt sich den Anschein eines Fischerteppichs, trägt jedoch eine Reihe geheimer Botschaften in sich, die im weiteren teils romantischen Verlauf gelüftet werden.
Über Fischerteppiche habe ich viel gelernt, ursprünglich hergestellt in Freest und Lubmin. Die Anfangskapitel sind inhaltlich etwas zu langatmig und zu wirr geraten. Der Schreibstil und die Wortwahl sind ansprechend gewählt, verknüpft mit vielen kreativen Details im Romanverlauf. Das Cover zeigt zwei Frauenköpfe in den Farben Grün (in Anspielung auf den grünen Fischerteppich) und Blau (vielleicht für die Baltische See).

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Veröffentlicht am 17.06.2022

Eine scheinbar ganz normale Familie auf einer Insel mit seltsamer Vorgeschichte!

Als das Böse kam
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Die Einführung in diesen Thriller gestaltet sich sehr interessant: Isolation auf einer bewaldeten Insel mit fast kompletter Selbstversorgung von vier Personen, ein stark reglementiertes Leben mit ständiger ...

Die Einführung in diesen Thriller gestaltet sich sehr interessant: Isolation auf einer bewaldeten Insel mit fast kompletter Selbstversorgung von vier Personen, ein stark reglementiertes Leben mit ständiger Angst im Hinterkopf vor bösen Eindringlingen von außen, vom Festland – außer dem alten Briefträger, der montags wöchentlich herüber rudert. Leider entwickelt sich dieser Plot mit Luca, einem italienischen Polizisten im riskanten Alleingang doch mehr zu einem nicht ganz überzeugenden, wuchtigen Ende. Die Erlösung für die sechzehnjährige Juno, ursprünglich aus England gebürtig, und Boy, einem zwölfjährigen Jungen aus Schweden, kommt zu unspektakulär daher – leider.
Das Cover zeigt die einstöckige Behausung am Waldrand in dämmrigem, leicht vernebeltem, grauen Ambiente – passend zum Thriller.

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Veröffentlicht am 15.06.2022

Eine historische Saga um die Bloomsbury-Group – allumfassend beschrieben.

Die Liebenden von Bloomsbury – Virginia und die neue Zeit
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In der Oberstufe unseres Gymnasiums lasen wir den Roman von Virginia Woolf: ‚To the Lighthouse‘, was für mich damals nicht leicht zu lesen war und tatsächlich in der Tiefenwirkung ihrer Wortwahl und Sprache ...

In der Oberstufe unseres Gymnasiums lasen wir den Roman von Virginia Woolf: ‚To the Lighthouse‘, was für mich damals nicht leicht zu lesen war und tatsächlich in der Tiefenwirkung ihrer Wortwahl und Sprache nicht voll von mir gewürdigt wurde. Dieser Roman hier lässt sie als erfolgreiche Schriftstellerin in all ihrer Brillianz zu ihrer Schreibkunst und ihrem unermüdlichen Streben nach weiblicher und literarischer Unabhängigkeit erstehen. Das Viktorianische Zeitalter mit zeitgeschichtlichen Einflüssen auf das Denken und Verhalten der Menschen auch in sexueller Hinsicht kommt klar zur Geltung. Das verlogene, heuchlerische, moralische Korsett versuchen die Bloomberries zu sprengen als Rebellen, die trotz der drohenden Gefängnisstrafen bei Homosexualität mit drastischem Vokabular protestierten. Ebenso wird der Kampf der Suffragetten in London um 1900 erwähnt mit deren Wirken um das Wahlrecht der Frauen.
Das Cover zeigt eine sehr hübsche, junge Virginia Woolf als seitlich aufgenommenes Porträt.

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Veröffentlicht am 13.06.2022

Jeder muss für sich selbst herausfinden, wer man ist und wo der richtige Platz ist.

Tokyo ever after – Prinzessin auf Probe
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Eine 18-jährige Amerikanerin findet letztendlich über das Internet ihren adeligen, japanischen Vater – romantisches Ambiente. Als kaiserliche Kronprinzessin verwandelt sich Izumi Tanka, auch von japanischer ...

Eine 18-jährige Amerikanerin findet letztendlich über das Internet ihren adeligen, japanischen Vater – romantisches Ambiente. Als kaiserliche Kronprinzessin verwandelt sich Izumi Tanka, auch von japanischer Herkunft, in Tokio und Kyoto zu einer selbstbewussten, verliebten, hübschen Frau, die sich trotz überhöhtem Erwartungsdruck nicht nur von den Medien und trotz einiger faux pas nicht mehr als Außenseiterin bzw. Ausländerin und als schwächstes Glied dieser Familie fühlt. Denn Prinzessin zu sein scheint ein knallharter Job zu sein. Dass von den Mitgliedern der Kaiserlichen Familie in jeder Situation ein absolut untadeliges Verhalten erwartet wird, macht ihre Liebe zu Akio, ihrem Leibwächter, nicht einfach. Izumi ist in Japan, um herauszufinden, wer sie ist und woher sie stammt, um den Ort zu finden, an den sie gehört als halbe Amerikanerin und halbe Japanerin.
Die Informationen über die Geschichte Japans, ihre Traditionen und zwischenmenschliche Regeln fand ich sehr interessant.

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Veröffentlicht am 11.06.2022

Eine Welt voller traditioneller religiöser Rituale und Transsexualität – lebhaft verpackt!

Yadriel und Julian. Cemetery Boys
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Yadriel denkt an die vielen Generationen von Brujx, die an ihrem fünfzehnten Geburtstag genau hier ihre Quinces-Zeremonie vollzogen haben. Männer und Frauen, die aus allen möglichen Ländern in die USA ...

Yadriel denkt an die vielen Generationen von Brujx, die an ihrem fünfzehnten Geburtstag genau hier ihre Quinces-Zeremonie vollzogen haben. Männer und Frauen, die aus allen möglichen Ländern in die USA emigriert waren – Mexiko und Kuba, Puerto Rico und Kolumbien, Honduras und Haiti, sogar die Inkas, Azteken und Maya – sie alle haben von der uralten Gottheit ihre Kräfte verliehen bekommen. Wenn Brujx fünfzehn werden, treten sie vor die Santa Muerte, um ihren Segen zu empfangen und sich ihre magischen Kräfte auf ihr jeweiliges Portaje (bei Frauen ein Rosenkranz, bei Männern eine Art Dolch) übertragen zu lassen. Der Friedhof der Brujx liegt mitten in East Los Angeles. Wenn Yadriel über den Friedhof der Brujx geht, spürt er statt eines plötzlichen kalten Luftzugs ein ständiges eisiges Prickeln im Nacken. Innerhalb von ein paar Stunden ist er von der mexikanischen Göttin la Santa Muerte (der Heiligen Frau Tod) mit den magischen Kräften der Brujos gesegnet worden. Dann ist sein Cousin Miguel verschwunden. Und außerdem hat er den Geist eines toten Jungen namens Julian beschworen und versteckt ihn zunächst in seinem Zimmer, nimmt ihn dann mit zur Schule und versucht seine Freunde zu finden zusammen mit seiner Cousine Maritza, die ihn als einzige als Transsexuellen und Schwulen akzeptiert. Sein Schwulsein wird in der Familie sehr viel leichter anerkannt, was aber nur daran liegt, dass er auf Jungs steht, und ihn das in den Augen der anderen nach wie vor heterosexuell macht. Er ist ein transgender Junge, der versucht, einen Platz in ihrer Gemeinschaft zu finden, jedoch auf unverhohlene Ablehnung stößt. Er hat es satt, immer darum kämpfen zu müssen, einfach nur existieren und er selbst sein zu dürfen. Er hat es satt, der Außenseiter zu sein. Ein schwieriges Thema verpackt mit Magie.

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