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Veröffentlicht am 06.06.2022

Ein guter Lappe ist ein toter Lappe – ein spannender Kampf nicht nur ums Überleben der Samen.

Das Leuchten der Rentiere
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Die Reihenfolge der Wörter kann auch vertauscht werden. ›Ein toter Lappe ist ein guter Lappe‹ könnte es auch heißen. Die Botschaft ist klar, trotz der Satzstellung auf dem Zettel am Informationsbrett in ...

Die Reihenfolge der Wörter kann auch vertauscht werden. ›Ein toter Lappe ist ein guter Lappe‹ könnte es auch heißen. Die Botschaft ist klar, trotz der Satzstellung auf dem Zettel am Informationsbrett in der Schule von Elsa. Robert, ein Wilderer aus der Nachbarschaft, erkennt die Rechte indigener Völker nicht an und meint, Schweden sollte die Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) weiterhin nicht unterschreiben entsprechend seinem Aufkleber ‚ ILO 169 nicht ratifizieren.‘ Durch dessen häufigem, teils qualvollem Töten der Rentiere aus Elsa’s Sippe und diversen üblen Bedrohungen erleben diese Familienmitglieder ein auch psychisch sehr belastetes Miteinander, ohne dass die Polizei trotz hundert Strafanzeigen der juristisch nur als Diebstahl gewerteten Untaten Roberts Herr werden will.
Samisch zu sein bedeutet, seine Geschichte in sich zu tragen, als Kind vor dem schweren Rucksack zu stehen und sich zu entscheiden, ihn zu schultern oder nicht. Aber woher sollte man den Mut nehmen, sich für etwas anderes zu entscheiden, als die Geschichte der eigenen Sippe zu tragen und das Erbe weiterzuführen? Die Rentierhaltung ist so viel mehr als nur ein Beruf für die Samen, sie ist ein Teil ihres Lebensstils, bedrängt auch durch den dortigen Bergbau. Ihr Leben in alten Traditionen scheint sehr bedroht zu sein. So jedenfalls wirkt dieser sehr authentisch geschriebene Roman über das Leben der Samen auf mich.

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Veröffentlicht am 04.06.2022

Eine besondere, jüdische Familiengeschichte, zusammengetragen aus mehreren noch vorhandenen Quellen.

Isidor
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Ungefähr 80 Jahre später entsteht eine Lebensgeschichte vom rasanten Aufstieg und brutalen Sturz ihres Wiener Urgroßonkels, über die damalige Zeit, die deutlich einen unbedingten Anpassungswillen, das ...

Ungefähr 80 Jahre später entsteht eine Lebensgeschichte vom rasanten Aufstieg und brutalen Sturz ihres Wiener Urgroßonkels, über die damalige Zeit, die deutlich einen unbedingten Anpassungswillen, das Vertuschen der eigenen Herkunft, das unbedingte Dazugehören wollen, der Wunsch nach Anerkennung aufzeigen, geschrieben von seiner Urgroßnichte.
Der Akt der Vernichtung der Juden in Wien durch die Nazis manifestiert sich anhand bürokratischer Prozesse, die belegen, dass ein Mensch ausgelöscht wurde – zunächst materiell, dann physisch. Der ganze, kostbare Familienbesitz in Millionenhöhe ging um 1938 verloren, teils unter der Folter von Isidor, ihrem Urgroßonkel. Auch durch die Einbeziehung zahlreicher Briefe und diverser persönlicher und offizieller Dokumente bis ins Detail und Fotos aus Alben aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhält dieses Buch eine lebendige, persönliche Sicht auf Isidor und die gesamte Familie über vier Generationen hinweg.

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Veröffentlicht am 04.06.2022

12 teils makabre, sexuell geschwängerte Geschichten von absonderlichen Menschen

23 Uhr 12 – Menschen in einer Nacht
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Der Schreibstil und die Wortwahl sind unromantisch, radikal, tabulos und fantasievoll, gewöhnungsbedürftig.
Als Roman, als eine geschriebene Einheit, kommen diese 12 Kapitel nicht rüber, trotzdem mit seinem ...

Der Schreibstil und die Wortwahl sind unromantisch, radikal, tabulos und fantasievoll, gewöhnungsbedürftig.
Als Roman, als eine geschriebene Einheit, kommen diese 12 Kapitel nicht rüber, trotzdem mit seinem teils absurden Inhalt interessant zu lesen.

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Veröffentlicht am 03.06.2022

Der Sinn des Lebens: Weil alles aus dem Nichts kommt und wieder im Nichts verschwindet.

Die Odyssee
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Seit fünf Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff in diversen Tätigkeiten im Rotationsverfahren eingesetzt ist Ingrid in diesem Zeitraum auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens. Wie bewältigen die Menschen ...

Seit fünf Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff in diversen Tätigkeiten im Rotationsverfahren eingesetzt ist Ingrid in diesem Zeitraum auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens. Wie bewältigen die Menschen ihr Leben? Die Lösung präsentiert sich ihr wie ein Stoppschild: Sie trinken. So hat es auch bei ihr angefangen, bei einer kaputten Ehe, einem unerfüllten Kinderwunsch und exzessivem Alkoholkonsum besonders bei den Landgängen. Sie denkt über ihr altes Leben nach und ihr wird schlecht bei diesen Erinnerungen.
Der Schiffskapitän Keith wählt sie für ein fragwürdiges Mentoren-Programm vor mit seltsamen, verrückten Maßnahmen zur Selbstoptimierung wie die Amputation eines Fingers, anfangs auch um die japanische Ästhetik des Wabi-Sabi. Welchen Sinn soll all das machen? Vielleicht um ein Zeichen zu setzen, um bereit zu sein für ein neues Leben ohne (Selbst-)Täuschung? Das Kreuzfahrtschiff, die WA genannt, diese Maßnahme und o.g. Programm sollte das Beste aus Ingrid herausholen. Endlich ist sie so weit.
Insgesamt etwas schwer ‚verdaulich‘ und zu langatmig zum Lesen.

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Veröffentlicht am 31.05.2022

Historisch interessante Infos zum NWDR – interessant im Frauenroman eingebettet.

Fräuleinwunder
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Starke Frauen im Hamburg des Jahres 1953 stehen ihren Mann in einer neuen Branche, nämlich der Fernsehwelt als neuem Medium der Nachrichtenübertragung neben bisherigen Radiosendungen nach dem 2. Weltkrieg. ...

Starke Frauen im Hamburg des Jahres 1953 stehen ihren Mann in einer neuen Branche, nämlich der Fernsehwelt als neuem Medium der Nachrichtenübertragung neben bisherigen Radiosendungen nach dem 2. Weltkrieg. Veränderungen nicht nur an der Arbeitsfront, sondern auch im gesellschaftlichen, familiären Gefüge dominieren hier, was dem männlichen Geschlecht als Familienoberhaupt schwer zu schaffen macht. Zudem geht es um den Erhalt des ‚GUTEN RUFS‘ nicht nur in der Geschäftswelt, sondern auch bei der geschäftlich günstigsten Verkupplung der weiblichen Familienangehörigen ohne jegliche Rücksprachen. Dass Frauen sich von diesen Fesseln befreien möchten, selber berufliche und private Entscheidungen treffen wollen und ihr eigenes Geld verdienen wollen, verändert die bisher meist behütete Welt der Frauen in den 50-er Jahre in Deutschland – auch dank der Anfänge des NWDRs in Hamburg.

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