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Veröffentlicht am 05.03.2024

Fulminanter und facettenreicher Thriller aus zwei Erzählperspektiven

Gestehe
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Mit diesem Buch legt der Autor Henri Faber einen fulminanten und facettenreichen Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Seit einem spektakulären Fall vor einigen Jahren ...

Mit diesem Buch legt der Autor Henri Faber einen fulminanten und facettenreichen Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Seit einem spektakulären Fall vor einigen Jahren ist Johann „Jacket“ Winkler der Star-Ermittler der Wiener Kriminalpolizei. Sein Buch über die damaligen Ereignisse ist ein absoluter Bestseller und auch die nun anstehende Verfilmung des Stoffes verspricht, ein großer Erfolg zu werden. Mit echten Ermittlungen hat er eigentlich nichts mehr zu tun, sein Leben besteht nur noch aus repräsentativen Aufgaben und einer nahezu perfekten Selbstvermarktung. Als er eher zufällig zum Tatort eines brutalen Mordes kommt, erkennt er das dortige Szenario sofort wieder, denn der Täter hat eine Szene aus seinem noch unveröffentlichten Roman kopiert und dabei die Botschaft „Gestehe“ hinterlassen. Jacket reißt die Ermittlungen an sich und glaubt mit dem unerfahrenen Mohammad „Mo“ Moghaddam den richtigen Partner an seiner Seite zu haben, der für ihn die Drecksarbeit erledigen soll, ohne viele Fragen zu stellen. Doch der Außenseiter Mo will die unverhoffte Chance nutzen, um endlich voranzukommen.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und atmosphärisch dichte Geschichte voran und erzählt diese abwechselnd aus den Perspektiven von Jacket und Mo, die dabei jeweils in die Rolle des Ich-Erzählers schlüpfen. Durch eine gute Kennzeichnung zu Beginn der einzelnen Kapitel sind die Übergänge aber kein Problem. Immer wieder eingestreute Passagen aus der Perspektive des Täters sorgen für zusätzliche Spannung, ohne dabei schon zu viel über seine Identität zu verraten. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders der undurchsichtige Jacket macht es einem dabei aber nicht wirklich leicht, ihn zu mögen. Die dramatischen Ereignisse bringen das Lügengebilde um ihn herum doch ziemlich ins Wanken und lassen ihn dabei eine Wandlung durchlaufen. Am Ende eines fulminanten Showdowns steht dann eine verblüffende, aber dennoch absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Doch gerade, als man glaubt, das Verwirrspiel endlich durchschaut zu haben, nimmt die Geschichte noch eine letzte Wendung, die wie eine kalte Dusche wirkt.

Wer auf spannende und eher düstere Thriller mit vielen überraschenden Wendungen steht, wird hier sehr gut bedient und unterhalten. Meine erste Begegnung mit dem Autor wird mit Sicherheit nicht meine letzte bleiben.

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Veröffentlicht am 04.03.2024

Im vierten Fall rückt erneut Isla Wright in den Mittelpunkt der spannenden Ermittlungen

Die Angst hinter den Worten: Ein Krimi aus London
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In diesem Kriminalroman schickt Edward Spencer-Smith (Hinter diesem Pseudonym verbergen sich die Autorinnen Ariana Lambert, Drea Summer und Heidi Troi.) ihre Detektivinnen Isla Wright, Abigail Walker und ...

In diesem Kriminalroman schickt Edward Spencer-Smith (Hinter diesem Pseudonym verbergen sich die Autorinnen Ariana Lambert, Drea Summer und Heidi Troi.) ihre Detektivinnen Isla Wright, Abigail Walker und Emma Ferguson aus London in ihren vierten Fall.

Man braucht dabei grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden, um das Buch lesen und nachvollzeihen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Nach einer längeren Auftragsflaute wartet ausgerechnet am Geburtstag von Isla Wright ein neuer Fall auf die drei Detektivinnen. Ihre Empfangsdame Miss Molly wird verdächtigt, die neue Ehefrau ihres Ex-Mannes getötet zu haben. Im Zuge der Ermittlungen gerät auch der Erfolgsautor Aryan E. Lamb, für den das Opfer als persönliche Assistentin gearbeitet hat, ins Blickfeld. Diente eines seiner Bücher als Vorlage für den Mord und werden diesem nun noch weitere folgen ? Und was hat es mit der von einer KI generierten Pressemitteilung auf sich, die am Tatort gefunden wurde ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die für diesen Band verantwortliche Autorin (Wer aus dem Trio hier am Werk war, bleibt auch diesmal offen.) ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bietet am Ende einen fulminanten Showdown mit einer gelungenen und ziemlich verblüffenden Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die drei Hauptfiguren weisen zwar allesamt so ihre Ecken und Kanten auf, sind mir im Verlauf der Reihe aber inzwischen doch ziemlich ans Herz gewachsen. Die Rolle der Ich-Erzählerin übernimmt wie schon in Band 1 Isla Wright, die uns auch diesmal wieder am Chaos in ihrem Leben und in ihrer Gedankenwelt teilhaben lässt.

Wer auf spannende und wendungsreiche Kriminalromane steht, wird hier ein weiteres Mal sehr gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 29.02.2024

Packender Psycho-Thriller mit der Vorgeschichte einer tragenden Nebenfigur aus der Divinus-Saga

Die Gruppe der Acht - Dark King:
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In diesem Psycho-Thriller erzählt der Autor Roland Hebesberger die Vorgeschichte der Figur Dark King, die in der Divinus-Saga und insbesondere in der Trilogie um Cornell Rohde eine tragende Nebenrolle ...

In diesem Psycho-Thriller erzählt der Autor Roland Hebesberger die Vorgeschichte der Figur Dark King, die in der Divinus-Saga und insbesondere in der Trilogie um Cornell Rohde eine tragende Nebenrolle spielt. Vorkenntnisse aus diesen Büchern sind hier aber grundsätzlich nicht erforderlich, auch wenn der Autor die eine oder andere Anspielung in das Geschehen einstreut, die nur für Kenner der Saga erkennbar ist.

Der Nerd Richard Langberger führt im Innsbruck des Jahres 2010 ein sehr zurückgezogenes Leben. Kontakt zur Außenwelt hat er eigentlich nur, wenn er das Café besucht, in dem seine heimliche Liebe Silvia arbeitet, und durch seine Selbsthilfegruppe „Die Gruppe der Acht“. Als er, getriggert durch eine Meldung in einer Nachrichtensendung, einen Zusammenbruch erleidet und erst im Krankenhaus wieder aufwacht, landet er bei der angesehenen Psychologin Lydia Bader, mit deren Hilfe er endlich seine Erinnerungslücken schließen will. Doch ist das wirklich eine gute Idee ?

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voan, die er komplett aus der Perspektive seiner Hauptfigur erzählt. So müssen wir uns an seiner Seite durch ein dichtes Gestrüpp aus Realität und Einbildung kämpfen und dabei versuchen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Am Ende steht eine verblüffende Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt und Richard endgültig zu Dark King werden lässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Auf die sonst übliche Action verzichtet der Autor diesmal, die Spannung entsteht hier in erster Linie durch die charismatische Hauptfigur und seinem Kampf gegen die inneren Dämonen aus der Vergangenheit.

Wer auf packende und atmosphärisch dichte Psycho-Thriller steht und keine Scheu davor hat, in einen Abgrund zu schauen, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 19.02.2024

Packender Roman um ein ungleiches Paar zwischen Liebe und Ideologie

Wir werden wachsen
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Mit diesem Buch legt der Autor Andreas van Hooven einen spannenden Roman vor, in dessen Mittelpunkt ein ungleiches Paar steht, das im Widerstreit zwischen Liebe und Ideologie steht und darin einen eigenen ...

Mit diesem Buch legt der Autor Andreas van Hooven einen spannenden Roman vor, in dessen Mittelpunkt ein ungleiches Paar steht, das im Widerstreit zwischen Liebe und Ideologie steht und darin einen eigenen Weg finden muss. Auch wenn die Liebesgeschichte im Mittelpunkt des Geschehens steht, weist das Buch darüber hinaus auch noch einige gesellschaftspolitische Aspekte auf.

Jasper Bredendiek, Spross einer angesehenen Oldenburger Unternehmerfamilie, die auch als Zulieferer für die Rüstungsindustrie fungiert, trifft im Rahmen einer Feier zu Ehren seiner Mutter auf die linke Aktivistin Maja Claasen, die mit ihrer Gruppe die Veranstaltung stört. Trotz aller Gegensätze verlieben sich die beiden ineinander und müssen nun einen gemeinsamen Weg finden, diese zu überwinden. Dabei stellen sich ihnen aber zahlreiche Hindernisse in den Weg, die zur echten Bedrohung werden.

Mit einem packenden Schreibstil erzählt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte aus den wechselnden Erzählperspektiven von Maja und Jasper, zwei Kapitel sind zudem aus der Sicht von Jaspers Mutter Hanne geschrieben. Die entsprechenden Übergänge sind dabei aber völlig unproblematisch und auch deutlich erkennbar. Getragen wird die Geschichte von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei lässt der Autor auch immer wieder aktuelle politische Ereignisse in die Geschichte einfließen und bindet zudem einige reale Personen in das Geschehen ein. Im Mittelpunkt stehen aber Maja und Jasper, deren völlig unterschiedliche Lebensentwürfe gut herausgearbeitet werden, so dass jeder Leser im Laufe der Geschichte seine eigene Position finden muss, auch wenn man zugleich mit dem Paar mitfiebert und hofft, dass sie am Ende einen gemeinsamen Weg finden.

Wer auf komplexe Beziehungsgeschichten mit gesellschaftspolitischen Bezügen steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Zudem regt das Buch zum Nachdenken an und wirkt so noch weit über sein Ende hinaus nach.

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Veröffentlicht am 12.02.2024

Spannender Kriminalroman aus dem Sauerland der 70er-Jahre

Himmelfahrt. Höllenfahrt.
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In diesem historischen Kriminalroman schickt der Autor Michael Wagner seine beiden Hobby-Ermittler Lieselotte Larisch und Theo Kettling in ihren vierten Fall, bei dem sie diesmal auch wieder von der jungen ...

In diesem historischen Kriminalroman schickt der Autor Michael Wagner seine beiden Hobby-Ermittler Lieselotte Larisch und Theo Kettling in ihren vierten Fall, bei dem sie diesmal auch wieder von der jungen Sängerin Sabine tatkräftig unterstützt werden. Die Geschichte ist im Lüdenscheid des Jahres 1976 angesiedelt und bietet neben spannender Unterhaltung auch jede Menge Lokalkolorit aus dem Sauerland.

Für mich war es dabei die erste Begegnung mit den eher ungewöhnlichen Ermittlern und auch wenn ich nicht alle Anspielungen auf vergangene Ereignisse komplett verstanden habe, hatte ich nicht das Gefühl, dass mir hier wichtige Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden fehlen würden. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Gerade erst kommt Theo Kettling von der Beerdigung eines alten Bekannten zurück, da trifft er vor seiner Haustür auf die aufgelöste Sabine. Die kleine Schwester ihrer besten Freundin ist bei einem Verkehrsunfall mit Fahrerflucht ums Leben gekommen. Als Lieselotte Larisch von der Sache erfährt, spürt sie sofort, dass mehr hinter der Angelegenheit steckt und nimmt mit ihren beiden Mitstreitern die Ermittlungen auf. Die Spuren führen zu einem mysteriösen Vorfall, der 10 Jahre zurückliegt, und in den offenbar auch Theo verstrickt war.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und fängt dabei den Zeitgeist der 70er.-Jahre sehr gut ein. So bietet die Geschichte für Leser eines etwas älteren Jahrganges neben der Spannung auch eine ordentliche Portion Nostalgie. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Am Ende des atmosphärisch dichten Geschehens bietet der Autor eine gelungene Auflösung, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben und die eine ordentliche Portion Tragik beinhaltet. Für meinen Geschmack geht es dabei allerdings über weite Strecken doch ein wenig zu betulich zu, ein wenig mehr Tempo hätte die Geschichte durchaus vertragen können, auch wenn das sicherlich eher Geschmackssache ist. Ein hoher Unterhaltungsfaktor ist aber durchgehend vorhanden.

Wer auf historische Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier insgesamt gut bedient und spannend unterhalten.

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