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Veröffentlicht am 07.09.2021

Spannender Hamburg-Krimi um eine Journalistin, die in ein Wespennest sticht

Made in Hamburg
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In diesem Kriminalroman mit reichlich Lokalkolorit aus Hamburg schickt der Autor Carl Rath die Journalistin Martha Bankur in einen brisanten und undurchsichtigen Fall. Das Buch ist im Jahr 2016 bereits ...

In diesem Kriminalroman mit reichlich Lokalkolorit aus Hamburg schickt der Autor Carl Rath die Journalistin Martha Bankur in einen brisanten und undurchsichtigen Fall. Das Buch ist im Jahr 2016 bereits als Taschenbuch beim Emons-Verlag erschienen und wird hier nun als E-Book neu aufgelegt.

Als die Journalistin Martha Bankur erfährt, dass ihr Ex-Mann Said vom Balkon seiner Hamburger Wohnung gestürzt ist und die Polizei seinen Tod allzu schnell als Selbstmord einstuft, ist sie zunächst geschockt. Für ihren gemeinsamen Sohn David nimmt sie selbst die Ermittlungen auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Hatte Said wirklich Kontakte zur iranischen Opposition in Deutschland ? Und war er wirklich einem Fall von Schmuggel rund um das iranische Atomprogramm auf der Spur ? Hilfe erhofft sich Martha von Bernd Wagner, dem führenden Ermittler des Bundesamtes für Exportkontrolle. Doch Wagner scheint seine ganz eigenen Ziele in diesem Fall zu verfolgen. Kann Martha ihm wirklich trauen ?

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und sorgt mit ständigen Perspektivwechseln für ein hohes Erzähltempo und einen umfassenden Blick auf das Geschehen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Auch wenn die Geschichte in Teilen etwas zu vorsehbar ist und die Liebesgeschichte zwischen den Hauptfiguren für mich etwas aufgesetzt wirkt, überwiegen am Ende dann aber doch die positiven Leseeindrücke. Und der krachende Showdown, bei dem besonders Martha zu großer Form aufläuft, setzt einen überzeugenden Schlusspunkt unter die Geschichte.

Wer auf spannende Krimis mit reichlich Lokalkolorit steht, wird mit diesem Buch insgesamt gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 03.09.2021

Weniger ein klassischer Krimi, sondern eher ein warmherziger Roman voller Humor

Mein Wille geschehe
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Bei seinem Debüt legt der Autor Bernd Schwarze einen gelungenen Roman vor, der der Bezeichnung Kriminalroman zwar nicht so ganz gerecht wird, mich aber unter dem Strich doch gut und spannend unterhalten ...

Bei seinem Debüt legt der Autor Bernd Schwarze einen gelungenen Roman vor, der der Bezeichnung Kriminalroman zwar nicht so ganz gerecht wird, mich aber unter dem Strich doch gut und spannend unterhalten konnte.

Allerdings hat der Verlag sich und seinem Autoren keinen Gefallen getan, Sebastian Fitzek hier als Werbevehikel zu verwenden, auch wenn dieser gemäß Nachwort durch seine Freundschaft zum Autoren wohl tatsächlich einen kleinen Anteil an der Entstehung des Buches hatte. Der Name Fitzek weckt aber natürlich eine gewisse Erwartungshaltung, die das Buch nicht erfüllen kann und das auch gar nicht will.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der evangelische Pastor Benedikt Theves, der seit Jahren seinen Dienst in der fiktiven niedersächsischen Gemeinde Alsberg versieht. Als er eines guten Tages im Affekt einen gewalttätigen Ehemann erschlägt, der sich in der Sakristei mit seinen Taten brüstet, steht sein Leben urplötzlich komplett auf dem Kopf. Einerseits wird er nach seiner Tat von Selbstzweifeln und der Frage, ob er sich der Polizei stellen soll, geplagt, andererseits verschafft ihm dies aber auch eine fast schon unheimliche Energie und einen beachtlichen Aufwind, der seine Beliebtheitskurve in ungeahnte Höhen katapultiert. Gibt es für ihn einen Ausweg aus diesem Dilemma ?

Mit einen packenden Schreibstil, der auch immer mit einem gewissen Augenzwinkern daherkommt, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Das die Geschichte in der vorösterlichen Zeit spielt, ist dabei kein Zufall, geschickt baut der Autor, der als pastoraler Leiter der Kultur- und Universitätskirche St. Petri zu Lübeck natürlich weiß, worüber er hier schreibt, die Besonderheiten dieser Zeit in das Geschehen ein. Dabei bin ich wahrscheinlich nicht mal bibelfest genug, um all die kleinen Details und Anspielungen zu entdecken, mein Vergnügen beim Lesen wurde dadurch aber nicht getrübt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind.

Wer hier einen spannenden Kriminalroman erwartet und sich vom Namen Sebastian Fitzek auf dem Cover locken lässt, wird am Ende vielleicht enttäuscht sein. Wer sich aber auf die ungewöhnliche Geschichte mit seinen durchaus liebenswerten Figuren einlässt, wird mit einem warmherzigen Buch voller Humor belohnt.

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Veröffentlicht am 02.09.2021

Packende und bewegene Liebesgeschichte mit Mystery-Touch

Seelenstaub
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In diesem Roman erzählt der Autor Dirk Jäger die Liebesgeschichte zweier Paare, versieht das Ganze mit einem Mystery-Touch und wartet mit einem schockierenden Ende auf. So ergibt sich eine bewegende Geschichte ...

In diesem Roman erzählt der Autor Dirk Jäger die Liebesgeschichte zweier Paare, versieht das Ganze mit einem Mystery-Touch und wartet mit einem schockierenden Ende auf. So ergibt sich eine bewegende Geschichte mit viel Tiefe, die nicht nur gut unterhält, sondern auch reichlich Stoff zum Nachdenken bietet.

Im ersten Teil der Geschichte lernen wir Kerstin und Bastian kennen, die sich zunächst etwas schwertun, bis sie endlich zusammenkommen. Doch dann erweisen sie sich als wahre Seelenverwandte und geben ein perfektes Traumpaar ab, und das sogar im wörtlichen Sinne. Im zweiten Teil reisen wir weit zurück in die Vergangenheit und erleben die deutlich tragischere Geschichte von Rossinhol und Abelard, deren Liebe aufgrund von äußeren Einflüssen von Beginn an keine Chance hat. Wie der Autor diese beiden Stränge anschließend zusammenführt und weitererzählt, ist schon mehr als ungewöhnlich, aber auch spannend und interessant.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Dabei wählt er unterschiedliche Erzählperspektiven, an die man sich zunächst so ein wenig gewöhnen muss. Während Kerstin und Bastian ihre Geschichte aus wechselnder Ich-Perspektive selbst erzählen, kommt bei Rossinhol und Abelard die Erzählperspektive zum Einsatz. Die Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sind dabei gut gezeichnet und vielschichtig angelegt.

Komplett überzeugen konnte mich das Buch dabei nicht, meine kleineren Kritikpunkte beziehen sich allerdings auf inhaltliche Elemente und würden in diesem Rahmen zu stark spoilern. Unter dem Strich überwiegen aber eh die positiven Leseeindrücke und so kann ich hier nur den Rat geben, das Buch auf jeden Fall zu lesen und sich ein eigenes Bild zu machen.

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Veröffentlicht am 01.09.2021

Packender Thriller um eine Journalistin im Visier eines psychopathischen Killers

Herzschlag des Bösen
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Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Soeder den ersten Band seiner auf zwei Bände ausgelegte Thriller-Reihe vor und konnte mich damit auf ganzer Linie überzeugen. Die Messlatte für die Fortsetzung, ...

Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Soeder den ersten Band seiner auf zwei Bände ausgelegte Thriller-Reihe vor und konnte mich damit auf ganzer Linie überzeugen. Die Messlatte für die Fortsetzung, die im Januar 2022 erscheinen soll, liegt gleich mächtig hoch.

Die Journalistin Hanna Engels gerät im Zuge einer Recherchereise in Nigeria in die Fänge einer Rebellengruppe und muss einige Grausamkeiten über sich ergehen lassen, bevor sie endlich befreit werden kann. Zurück in Deutschland versucht sie, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und wieder Fuß zu fassen. Als sie einen charismatischen Piloten kennenlernt, glaubt sie, in ihm die große Liebe gefunden zu haben. Sie ahnt aber nicht, dass sie sich längt im Visier des hochintelligenten Psychopathen Igor Poljakow befindet, der ein perfides Spinnennest um sie gelegt hat.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und einem hohen Erzähltempo, dass einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und steuert sie dabei konsequent auf einen krachenden Showdown mit einer vorläufigen (?) Auflösung zu. Es bleiben aber auch noch ein paar offene Fragen, die dann im zweiten Teil behandelt werden (müssen). Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Der Plot enthält neben reichlich Spannung und Dramatik auch eine ordentliche Anzahl an expliziten Gewaltszenen (Der Titel des Buches ist hier wirklich Programm.), die wenig bis nichts auslassen und somit sicherlich nicht jedermanns Sache sind. Hier gehören sie aber absolut zur Geschichte dazu und kommen nur in wenigen Ausnahmefällen etwas zu überzogen rüber.

Wer ein Faible für spannende Thriller hat und sich von den Gewaltbeschreibungen nicht abschrecken lässt, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 01.09.2021

Packender zweiter Band einer Fantasy-Saga, der inhaltlich und auch in Sachen Niveau nahtlos an Band 1 anschließt

Amboreg - Die magische Rüstung
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Mit diesem Buch legt die Autorin Iris Hennemann den zweiten Band ihrer Fantasy-Reihe „Amboreg: Die magische Rüstung“ vor, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen konnte und die Messlatte für die nachfolgenden ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Iris Hennemann den zweiten Band ihrer Fantasy-Reihe „Amboreg: Die magische Rüstung“ vor, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen konnte und die Messlatte für die nachfolgenden Bände noch mal ein Stückchen höher hängt.

Grundsätzlich kann man das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus dem Auftaktband lesen und nachvollziehen. Die Autorin baut in das erste Kapitel einen kleinen Rückblick ein, der den (Wieder-) Einstieg in den Serienkosmos erleichtert. Da die Geschichte aber direkt an den Cliffhanger von Band 1 anknüpft, empfiehlt es sich schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um die Entwicklung der Geschichte und der Protagonisten in Gänze genießen zu können.

Der Kampfmeister Godered weiß nun zwar, wer das magische Schwert Unaktal in seinem Besitz hat, befindet sich aber mit einem Teil seiner Mitstreiter in dessen Gefangenschaft. Und der Königsanwärter Erwech 36, der unter dem Einfluss der Gobarem steht, will die Macht des Schwertes nutzen, um sich zum Herrscher von Gotonien aufzuschwingen. Und das soll nur der erste Schritt auf dem Weg sein, ganz Abladur mit Feuer und Schwert zu unterwerfen. Immer noch sind Godered und seine Arutan die letzte Hoffnung, dies zu verhindern. Doch können sie diese Hoffnung wirklich noch erfüllen ?

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, erschafft die Autorin hier mit viel Liebe zum Detail eine phantastische Welt voller Überraschungen und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Einige Karten und ein Personenregister zu Beginn und Zusatzinformationen zum Setting und den Völkern, die dort leben, am Ende des Buches sind mehr als hilfreich, um sich in dieser doch recht komplexen Welt zurechtzufinden. So knüpft der zweite Band mit seiner gut aufgebauten Geschichte, die abwechselnd aus den Perspektiven von Godered und den Mitgliedern seiner Kampfgruppe erzählt wird, nahtlos an das hohe Niveau des Auftaktbandes an. Auch diesmal konnte mich das Buch schnell packen und hat mich dann auch bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Wer auf satte und atmosphärisch dichte Fantasy-Geschichten steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Aber Vorsicht, hier besteht auch weiterhin erhöhte Suchtgefahr.

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