Profilbild von ech68

ech68

Lesejury Star
offline

ech68 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ech68 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2021

Grandioser Abschlussband der Science-Fiction-Trilogie, der zugleich den Aufbruch in neue Abenteuer einleitet

Lumera Expedition
0

Auch im letzten Band der als Trilogie angelegten Reihe "Lumera Expedition" bietet die Autorin Jona Sheffield wieder eine spannende und atmosphärisch dichte Geschichte voller Überraschungen, die mich erneut ...

Auch im letzten Band der als Trilogie angelegten Reihe "Lumera Expedition" bietet die Autorin Jona Sheffield wieder eine spannende und atmosphärisch dichte Geschichte voller Überraschungen, die mich erneut auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Man kann das Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden lesen und verstehen, alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Geschichte und der Figuren in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Nachdem der Krieg zwischen der Kolonie der Menschen und den Kidj’Dan, einem telepathisch begabten Alienvolk, beigelegt wurde, beginnt sich die Lage auf Lumera so langsam zu beruhigen. Doch dann sorgt ein verzweifelter Hilferuf von der Erde für neue Aufregung. Gibt es tatsächlich noch Überlebende auf dem Heimatplaneten oder ist dies ein Relikt aus tiefster Vergangenheit ? Eine Gruppe um Julia Jennings und dem ehemaligen FBI-Ermittler John Stanhope begibt sich mit Hilfe der Technik der Kidj’Dan auf den Weg, um dieser Frage auf den Grund zu gehen, und macht auf ihrer Reise eine erstaunliche Entdeckung. Während Peter Jennings auf Lumera nach seiner verschollenen Freundin Anastacia sucht, muss der neuernannte Präsident Lenoir erkennen, das der totgeglaubte Kriegstreiber Elias Fox noch lange nicht aufgegeben hat und durchaus noch über ein As im Ärmel verfügt, das den Planeten ins Chaos stürzen kann.

Mit einem packenden Schreibstil und vielen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte mit parallel verlaufenden Handlungssträngen voran, die am Ende gekonnt zusammengeführt werden und so ein absolut stimmiges Gesamtbild ergeben. Die meisten der gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten sind schon aus den ersten beiden Bänden bekannt, die neuen Figuren fügen sich zudem nahtlos in das gut aufeinander abstimmte Ensemble ein.

Wer auf spannende Science-Fiction steht, wird hier erneut bestens bedient und unterhalten. Und auch wenn die Trilogie um die Besiedlung des Planeten Lumera mit diesem Band abgeschlossen ist, öffnet die Geschichte zugleich die Tür für weitere Abenteuer, die in diesem Serienkosmos spielen. Das entsprechende Potential dafür ist auf jeden Fall vorhanden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2021

Spannende Einblicke in die Welt der Ultras, einer facettenreichen Subkultur, die nicht nur in Fußballstadien anzutreffen ist

Unter Ultras. Eine Reise zu den extremsten Fans der Welt.
0

In diesem Buch nimmt uns der britische Journalist und Autor James Montague mit auf eine weltweite Reise in die facettenreiche Welt der Ultras und bietet dabei tiefe Einblicke in das Innenleben der unterschiedlichen ...

In diesem Buch nimmt uns der britische Journalist und Autor James Montague mit auf eine weltweite Reise in die facettenreiche Welt der Ultras und bietet dabei tiefe Einblicke in das Innenleben der unterschiedlichen Gruppierungen dieser Jugendkultur, über die man insgesamt doch recht wenig weiß.
In Deutschland sind in den 90er Jahren die ersten Ultra-Gruppierungen entstanden, seitdem ist die Zahl der Mitglieder und Gruppen sprunghaft angestiegen. Inzwischen verfügt in Deutschland fast jeder Verein von der 1. bis zur 4. oder sogar 5. Liga über eine oder mehrere Ultra-Gruppierungen, die den Verein nach dem 24/7-Prinzip (24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche) unterstützen. Da es sich bei den Ultras um geschlossene Gruppen handelt, die sich streng nach außen abschotten und nicht nur gegenüber den Ordnungskräften, sondern auch gegenüber Journalisten äußerst vorsichtig bis ablehnend eingestellt sind, weiß man eigentlich relativ wenig über sie. Auffällig sind nur die über die gesamten 90 Minuten durchgehenden Fangesänge, die aufwendig inszenierten Choreographien und der Einsatz von Pyrotechnik, der ihnen in den letzten Jahren reichlich Ärger und Gegenwind eingebracht hat.
James Montague ist es nun gelungen, Zugang zu den Ultras zu finden und hinter die Kulissen zu schauen. Herausgekommen ist dabei eine hochspannende und mitreißende Reportage, die zeigt, wie unterschiedlich die Ultras agieren. Während die Ultras in Südamerika die Geschäfte rund um die Stadien kontrollieren und sich und ihre Aktionen durch den Verkauf von Tickets und Fanartikeln finanzieren, sind sie vor allem in Süd- und Osteuropa doch sehr nationalistisch eingestellt und haben z. B. auch im Jugoslawienkrieg eine erhebliche Rolle gespielt. In anderen europäischen Ländern wie Italien, Deutschland und Schweden steht der Fußball noch stärker im Vordergrund, politische Aktionen, die über den Sport hinausgehen, sind eigentlich eher selten. Montague richtet den Blick aber auch auf scheinbare Exoten wie Indonesien und die USA, die eigentlich über keine ausgeprägte Fußballkultur verfügen.
Mit einem packenden Schreibstil beschreibt der Autor seine Besuche bei den Ultras, bei denen er stets auch hohe persönliche Risiken eingeht und des Öfteren in ziemlich brenzlige Situationen gerät. Darüber hinaus reichert er seine Reportagen noch mit zahlreichen und gut recherchierten Zusatzinformationen an, die seine eigenen Erfahrungen in einen größeren Kontext stellen und zudem gut in das Gesamtgeschehen einordnen.
Ein spannendes Buch, das nicht nur für Fußballfans von Interesse ist, denn die Ultras wirken weit über den Fußball hinaus und es ist zu erwarten, das sich dies auch in Deutschland in den nächsten Jahren noch ausweiten könnte. Die Rolle der Ultras bei den gewaltsamen Protesten in Chemnitz im Jahr 2018 ist da nur ein Beispiel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2021

Der 5. Fall stellt Gordon Rabe und sein Team vor die bislang größte Belastungsprobe und bietet dabei wieder Thrillerspannung vom Feinsten

Der Tod kommt auf Bestellung
0

Mit diesem Thriller schickt der Autor H. C. Scherf sein Ermittlerteam rund um Hauptkommissar Gordon Rabe in ihren fünften Fall, der erneut mehr als überzeugend ausfällt.

Man braucht hier aber keinerlei ...

Mit diesem Thriller schickt der Autor H. C. Scherf sein Ermittlerteam rund um Hauptkommissar Gordon Rabe in ihren fünften Fall, der erneut mehr als überzeugend ausfällt.

Man braucht hier aber keinerlei Vorkenntnisse aus den ersten vier Bänden, um das Buch lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Ein Leichenfund führt Gordon und seine Mitarbeiter Leonie Felten, Mia Richter und Kai Wiesner diesmal auf die Spur skrupelloser Organhändler. Als Gordon dann auch noch einen Drohbrief der Russenmafia erhält, der nicht nur ihn, sondern auch seine Frau und seinen Sohn betrifft, führen ihn die Ermittlungen nicht nur an seine Grenzen, sondern noch ein ganzes Stück darüber hinaus. Kann er die Täter überführen und zugleich auch seine Liebsten beschützen ?

Dies ist inzwischen die dritte Thrillerserie, die ich von H. C. Scherf lese, und wie bei all seinen Vorgängern überzeugt auch dieses Buch wieder durch eine nahezu perfekt aufgebaute Geschichte, einen packenden Schreibstil und gut charakterisierte Chraraktere, die zudem ziemlich vielschichtig angelegt sind. Auch diesmal geht es wieder ziemlich blutig zu, dabei werden die entsprechenden Szenen allerdings keineswegs als reiner Effekt eingesetzt und auch nicht allzu plakativ ausgeschmückt, sondern ergeben sich aus der Psyche der Täter, die zudem durchaus nachvollziehbar beschrieben wird. Das auch diese Serie wieder im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Essen, angesiedelt ist, blitzt zwar an einigen Stellen durch, im Zentrum stehen hier aber eindeutig die Geschichte und die Figuren, der Lokalkolorit wird eher dosiert eingesetzt.

Liebhaber von spannenden und abgründigen Thrillern werden hier erneut bestens bedient und unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2020

Schwierige Ermittlungen in politisch unruhigen Zeiten zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung

Der Teufel vom Brocken
0

In diesem Buch verknüpft die Autorin Eva-Maria Silber zwei historische Ereignisse, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, zu einem spannenden Kriminalroman, der darüber hinaus auch noch tiefe ...

In diesem Buch verknüpft die Autorin Eva-Maria Silber zwei historische Ereignisse, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, zu einem spannenden Kriminalroman, der darüber hinaus auch noch tiefe Einblicke in die politisch unruhigen Zeiten zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung bietet.
Am 1. Advent des Jahres 1989 nimmt eine Gruppe von westdeutschen Studenten an der sogenannten Brockenbefreiung teil. Am nächsten Tag sind die Studenten und ein sie begleitender Lehrbeauftragte tot, teilweise sind sie erfroren, in einigen Fällen liegt aber eindeutig Fremdverschulden vor. Die DDR-Behörden haben kein großes Interesse, den Fall aufzuklären und wollen ihn schnell zu den Akten legen. Nach sanftem Druck aus dem Westen werden die Ermittlungen im Frühjahr 1990 aber wieder aufgenommen. Dabei bekommt der ostdeutsche Kriminalist Tomas Düvel drei Verbindungsbeamte vom BKA an die Seite gestellt. Wird die ungleiche Ermittlungsgruppe das Rätsel um die toten Studenten doch noch lösen können ?
Während es die Brockenbefreiung, bei der die ostdeutschen und sowjetischen Militäreinrichtungen auf dem Brocken während einer friedlichen Demonstration förmlich überrannt wurden, tatsächlich so gegeben hat, erinnert der Tod der Studenten an die rätselhaften Ereignisse auf dem Djatlov-Pass in der damaligen UdSSR. Im Jahr 1959 verschwanden dort 10 Ski-Wanderer auf mysteriöse Art und Weise, der Fall konnte bis heute nicht aufgeklärt werden. Hier verlagert die Autorin den Vorfall nun an den Brocken und liefert am Ende auch eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offen lässt.
Das die Autorin in beiden Fällen ausgiebig recherchiert hat, merkt man dem Buch jederzeit an. Auch der Zeitgeit der Jahre 1989 und 1990 wird hier hervorragend und nachvollziehbar transportiert. Zudem besticht die gut aufgebaute und atmosphärisch dichte Geschichte durch einen packenden Schreibstil und einige überraschende Wendungen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen.
Ein mehr als gelungener Kriminalroman mit einem gut aufeinander abgestimmten Ermittlerteam, von dem ich sehr gerne mehr lesen würde. Das Ende deutet eine entsprechende Möglichkeit auch bereits an.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.12.2020

Packende Fortsetzung der Dark Urban Mystery Serie "Die Totenbändiger"

Die Totenbändiger. Staffel 1: Äquinoktium. Unheilige Nacht. Band 5-6
0

In diesem Taschenbuch sind die Bände 5 und 6 der neuen Dark Urban Mystery Serie "Die Totenbändiger" versammelt, in der uns die Autorin Nadine Erdmann in ein düsteres London entführt, in dem Geister und ...

In diesem Taschenbuch sind die Bände 5 und 6 der neuen Dark Urban Mystery Serie "Die Totenbändiger" versammelt, in der uns die Autorin Nadine Erdmann in ein düsteres London entführt, in dem Geister und die Gefahr, die von ihnen ausgeht, quasi zum täglichen Leben dazugehören. Schutz vor diesen Geistern bieten die sogenannten Totenbändiger, die in der Lage sind, diese Geister zu bändigen und sogar auszulöschen. Da sie diese Fähigkeiten aber auch gegen Menschen einsetzen können, treten ihnen diese mit deutlicher Skepsis oder sogar Ablehnung entgegen.

Man kann diesen Band zwar grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden bzw. dem ersten Sammelband lesen und verstehen, ein kurzer Rückblick zu Beginn des Buches gibt hierzu auch gute Hilfestellung. Da die einzelnen Bände aber aufeinander aufbauen und sich gleich mehrere rote Fäden durch die Geschichte ziehen, empfiehlt es sich schon, diese Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

In London rückt das sogenannte Herbstäquinoktium, die zweite unheilige Nacht des Jahres, immer näher. Für die Spuk Squad der Londoner Polizei um Gabriel und Sky Hunt bedeutet dies eine deutlich höhere Zahl an Einsätzen, die auch in Sachen Gefährlichkeit deutlich zunehmen, da im Hintergrund mysteriöse Kräfte am Werk sind. Ihren letzen Einsatz haben Gabriel, Sky und ihr Freund Connor beinahe mit dem Leben bezahlt. Während sich Gabriel von seinen dabei erlittenen Verletzungen erholen muss und voller Ungeduld darauf wartet, wieder ins Geschehen eingreifen zu dürfen, versuchen Sky und Connor den mysteriösen Vorgängen in der Wohnanlage der Elderly Flowers auf den Grund zu gehen und stoßen dabei auf beunruhigende Neuigkeiten.

Auch der fünfte und der sechste Band bestechen wieder durch einen packenden Schreibstil, ein hohes Erzähltempo und einige überraschende Wendungen. Und obwohl die grundlegenden Figuren und das Setting der Serie inzwischen erfolgreich platziert sind, gibt es auch hier wieder einiges Neues aus der Welt der Totenbändiger und zu den dunklen Mächten, die (noch) im Hintergrund wirken, zu entdecken. Zudem bekommen die atmosphärisch dichten Geschichten immer mehr Tiefe und die einzelnen Protagonisten gewinnen auch weiterhin deutlich an Kontur hinzu. So kann ich auch für diesen Band voller Überzeugung die Bestnote vergeben, obwohl uns die Autorin am Ende mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger zurücklässt.

Insgesamt eine packende Fortsetzung, die nicht nur gut unterhält, sondern auch weiterhin Lust auf mehr macht. Daher auch diesmal wieder die deutliche Warnung: Vorsicht Suchtgefahr !

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere