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Veröffentlicht am 15.07.2020

Mehr Drama als Krimi, die packende Geschichte weiß aber dennoch zu überzeugen

Die Brüder Fournier
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In diesem Roman erzählt der Autor Matthias Wittekindt die bewegende Geschichte der Brüder Iason und Vincent Fournier. Obwohl das Buch als Kriminalroman beworben wird, handelt es sich eigentlich eher um ...

In diesem Roman erzählt der Autor Matthias Wittekindt die bewegende Geschichte der Brüder Iason und Vincent Fournier. Obwohl das Buch als Kriminalroman beworben wird, handelt es sich eigentlich eher um ein Drama mit Krimielementen, an der Klasse des Buches ändert dies aber nichts.

Iason und Jason Fournier wachsen in den 70er Jahren im Brüsseler Vorort Envie auf. Als Söhne vielbeschäftigter Unternehmer verfügen die ungleichen Brüder schon früh über reichlich Freiräume, die besonders dem unruhigen Iason nicht immer gut bekommen und ihn in zahlreiche Konflikte mit diversen Ordnungsbehördern treiben. Doch auch moderne Therapien und medikamentöse Behandlungen zeigen bei ihm wenig Wirkung, ganz im Gegenteil. Als innerhalb eines Jahres zwei Jugendliche betrunken erfrieren, fällt schnell der Verdacht, das Iason etwas damit zu tun haben könnte. Doch auch sein deutlich ruhigerer Bruder wird immer tiefer in die geheimnisvollen Todesfälle hereingezogen.

Mit einem packendem Schreibstil entwirft der Autor den fiktiven Vorort Envie und bestückt ihn mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. So entsteht ein überzeugendes Sittengemälde, das auch den Zeitgeist der damaligen Zeit hervorragend transportiert und so spannende Unterhaltung mit sehr viel Tiefgang bietet. Das das Ende vielleicht ein wenig zu märchenhaft ausfällt, konnte den überzeugenden Gesamteindruck bei mir nur unwesentlich trüben.

Wer hier einen klassischen Kriminalroman erwartet, dürfte eher weniger Gefallen an dem Buch finden. Doch wenn man sich voll auf die gut aufgebaute Geschichte einlässt, bekommt man eine rundherum überzeugendes Drama geboten, das noch länger nachhallt und zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 15.07.2020

Packende Geschichte eines Mannes, der von den Schatten seiner Vergangenheit eingeholt wird

Mathew Crawley
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Bei seinem Romandebüt gelingt dem Autoren Dirk Jäger das bewegende Portrait eines Mannes, der von den Schatten seiner Vergangenheit eingeholt und in Richtung eines Abgrundes getrieben wird.

Der Autor ...

Bei seinem Romandebüt gelingt dem Autoren Dirk Jäger das bewegende Portrait eines Mannes, der von den Schatten seiner Vergangenheit eingeholt und in Richtung eines Abgrundes getrieben wird.

Der Autor gibt für sein Buch eine durchaus nachvollziehbare Triggerwarnung heraus, in der er auf explzite Darstellungen von häuslicher und sexueller Gewalt hinweist und für die Lektüre ein Mindestalter von 18 Jahren empfiehlt. Die entsprechenden Beschreibungen fallen dabei aber keineswegs plakativ aus, sondern sind für das Verständnis der Geschichte erforderlich.

Kim Harolds lässt nach einigen unschönen Erfahrungen ihr altes Leben hinter sich und tritt ihren neuen Job als Polizistin im Sheriffbüro der abgelegenen Kleinstadt Riverside an. Dabei übt ihr Chef Mathew Crawley schnell eine ungeheure Anziehungskraft auf sie aus. Doch sie ahnt nichts von den finsteren Abgründen, die in der Vergangenheit des Mannes lauern. Hat er diese Zeiten wirklich schon hinter sich gelassen oder bedrohen sie auch das neue Glück in der Gegenwart ?

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und führt sie konsequent auf das scheinbar unvermeintliche tragische Ende zu. Geschickt wechselt er dabei zwischen der Gegenwart, in der wir Mathew hauptsächlich durch die verliebten Augen von Kim kennenlernen, und Rückblenden in dessen bewegte und zuweilen schockierende Vergangenheit voller Gewalt und Brutalität. Die Frage, ob man eine solche Geschichte wirklich abstreifen und ein anderer Mensch werden kann, zieht sich dann auch wie ein roter Faden durch das Buch. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, mit denem man gerne mitfiebert.

Ein bewegener Roman mit leichten Thrillerelementen, der noch lange über sein Ende hinweg nachwirkt und zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 15.07.2020

Harter und kompromissloser Thriller um zwei Bestien auf der Suche nach dem besonderen Kick

Dunkle Kammern: Die Haus-Thriller / SCHLACHTHAUS
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Mit diesem Buch gelingt dem Autoren Hardy Crueger ein harter und kompromissloser Thriller mit expliziten Gewaltdarstellungen, die aber keineswegs aufgesetzt oder plakativ wirken, sondern sich aus der Geschichte ...

Mit diesem Buch gelingt dem Autoren Hardy Crueger ein harter und kompromissloser Thriller mit expliziten Gewaltdarstellungen, die aber keineswegs aufgesetzt oder plakativ wirken, sondern sich aus der Geschichte ergeben.

Kevin Breuer führt ein eher unscheinbares Leben und sein Job im Archiv eines Finanzamtes ist auch nicht wirklich spektakulär. Seinen besonderen Kick holt er sich über Horrorfilme und Snuff-Videos, die gar nicht blutig genug ausfallen können. Doch irgendwann reicht ihm das alles nicht mehr und er beschließt, endlich einen Schritt weiterzugehen. Seine entsprechende Suche im Darknet führt ihn zu Predator87, bei dem er sofort glaubt, einen Seelenverwandten gefunden zu haben, der ihm hilft, all seine abgründigen Wünsche zu erfüllen. Zusammen begeben sich die beiden Bestien auf die Jagd.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte konsequent voran und lässt sie schließlich in einen fulminanten Showdown münden. In Sachen blutiger Gewaltbeschreibungen lässt er dabei wenig bis nichts aus, ohne diese zu einem reinen Selbstzweck werden zu lassen. Waren schon seine Thriller" Die Stunde der Flammen" und "Das Blutspiel" in dieser Hinsicht nicht wirklich zurückhaltend, geht er hier nun noch einen Schritt weiter. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders die beiden Hauptfiguren kommen ziemlich glaubwürdig rüber, ihre Gewaltausbrüche fallen zwar zuweilen doch ziemlich abstoßend aus, werden dabei aber immer schlüssig hergeleitet und beschrieben.

Wer auf Thrller der etwas härtetn Art steht und keine Probleme mit explziten Gewaltdarstellungen hat, wird hier bestens bedient und unterhalten. Der Titel des Buches ist dabei aber wahrlich Programm.

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Veröffentlicht am 14.07.2020

Abwechslungsreiche Storysammlung mit Gruselgeschichten, die ohne blutige Effekte auskommen und trotzdem ausreichend Spannung erzeugen

Des Nachts auf kaltem Wege
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In diesem Buch hat die Autorin Jessica Pietschmann insgesamt 10 Gruselgeschichten zusammengestellt, von denen drei bereits in anderen Anthologien erschienen sind, während die übrigen sieben hier zum ersten ...

In diesem Buch hat die Autorin Jessica Pietschmann insgesamt 10 Gruselgeschichten zusammengestellt, von denen drei bereits in anderen Anthologien erschienen sind, während die übrigen sieben hier zum ersten Mal veröffentlicht werden.

Die Geschichten sind ziemlich abwechselungsreich ausgefallen und decken so die gesamte Bandbreite des Genres ab. Was sie verbindet, ist, das sie ohne große blutige Effekte auskommen, sondern eher auf sanfte Weise Grusel erzeugen und dabei trotzdem ausreichend Spannung bieten.

Als Liebhaber gelungener Schlusspointen haben mir die Beiträge "Unheimliche Räume" und "Yara-ma-yha-WHO" besonders gut gefallen, doch auch die anderen Beiträge konnten mich gut und spannend unterhalten.

Sehr gelungene Storysammlung für den kleinen Gruselspaß für Zwischendurch.

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Veröffentlicht am 13.07.2020

Spannender Thriller zum Thema Sekten und Schönheitswahn

Die Sekte
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Die Forscher der Hoffmann-Pharma AG entdecken bei der Weiterentwicklung ihres Wirkstoffes Rebu 12, der eigentlich gegen Herzbeschwerden eingesetzt wird, einen bahnbrechenden Nebeneffekt auf dem Gebiet ...

Die Forscher der Hoffmann-Pharma AG entdecken bei der Weiterentwicklung ihres Wirkstoffes Rebu 12, der eigentlich gegen Herzbeschwerden eingesetzt wird, einen bahnbrechenden Nebeneffekt auf dem Gebiet der Bekämpfung von altersbedingten Beschwerden und der Verlängerung der Lebenszeit. Der Vorstandsvorsitzende Falk Hoffmann leitet sofort alle erforderlichen Schritte, um diese Entdeckung vor Betriebsspionage zu schützen, in die Wege. Doch die Sekte Lux Humana, die sich komplett dem Thema Schönheit und Vollkommenheit verschrieben hat, ist schon auf Rebu 12 aufmerksam geworden. Und die hochrangigen Sektenmitglieder Dallis und Logan Carrington schrecken vor nichts zurück, um den Wirkstoff in ihre Hände zu bekommen ...

Die Story läuft auf zwei Zeitebenen ab. Neben der Jagd auf Rebu 12 blendet die Geschichte immer wieder in die Vergangenheit der jungen Dallis, die als 6-jährige nach dem Tod ihrer Eltern von ihrem Onkel und Gründer von Lux Humana Blake Carrington aufgenommen und mit allerdings sehr fragwürdigen Methoden zu einem überzeugten Mitglied der Sekte herangezogen wird. Über die Jahre entwickelt sich dabei eine fatale Dreiecksbeziehung zwischen Dallis, Blake und seinem Sohn Logan, die in der Katastrophe endet. Diese Rückblenden zeigen nicht nur die Grausamkeit, die hinter Lux Humana steckt, sondern verdeutlichen auch, wie Dallis und Logan zu den Menschen wurden, die wir parallel in der Gegenwart bei ihren Handlungen begleiten dürfen. Erst zum Ende des Buches ergibt sich somit ein vollständiges Bild der Hauptprotagonisten der Geschichte.

Dieser Thriller ist bereits 2006 unter dem Titel "Rules of Beauty" erschienen und wurde für diese Neuausgabe noch einmal überarbeitet. Die Themen Sekten und Schönheitswahn, die hier geschickt miteinander verknüpft werden, haben aber bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Auch merkt man dem Buch jederzeit die gründliche Recherchearbeit der Autorin an.

Und so entwickelt sich eine komplexe Story, bei der man aber gerade am Anfang schon sehr aufmerksam lesen muss, um angesichts der zahlreichen Protagonisten nicht den Überblick zu verlieren. Auch wenn sich die Zahl der Symphatieträger hier im überschaubaren Rahmen hält und diese auch eher unter den Nebenfiguren zu finden sind, hat es die gut konstruierte und temporeiche Geschichte durch einen mitreißenden Schreibstil und einige überraschende Wendungen doch geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen und insgesamt zu überzeugen.

Das Buch reicht zwar nicht ganz an die Klasse des Psycho-Thriller "Zeilengötter" der Autorin heran, bietet aber dennoch wieder beste Thrillerunterhaltung mit einer Thematik, die auch nach Ende des Buches noch lange nachhallt und zum Nachdenken anregt.

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