Profilbild von ech68

ech68

Lesejury Star
offline

ech68 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ech68 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2020

Packender und abgründiger Kriminalroman aus dem ansonsten so beschaulichen Münsterland

Edles Geblüt
0

In diesem Kriminalroman lässt die Autorin Sabine Gronover ihren Kommissar Horst Schmitt und den Polizisten Dirk Kemper zum zweiten Mal im ansonsten so beschaulichen Kreis Warendorf ermitteln. Und wieder ...

In diesem Kriminalroman lässt die Autorin Sabine Gronover ihren Kommissar Horst Schmitt und den Polizisten Dirk Kemper zum zweiten Mal im ansonsten so beschaulichen Kreis Warendorf ermitteln. Und wieder legen sie dabei einige tiefe Abgründe offen, die man im Münsterland so nicht unbedingt erwartet hätte.

Was haben ein ziemlich erfolgloser Autor, der nach einer Lesung in einem Lokal mit einer Waffe herumfuchtelt und anschließend direkt vor der Tür erschossen wird, und ein vom Landgestüt gestohlener Zuchthengst miteinander zu tun ? Dieser Frage müssen die beiden Ermittler in ihrem neuesten Fall nachgehen. An Verdächtigen mangelt es dabei nun wirklich nicht, doch die überraschenden Zusammenhänge erschließen sich erst ganz zum Schluß.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lässt dabei auch jede Menge Lokalkolorit in das Geschehen einfließen, ohne es damit zu überfrachten. Denn im Gegensatz zu so manchem Münster-Tatort steht hier der Kriminalfall jederzeit im Mittelpunkt der Geschichte, auch in Sachen Spannung und Dramatik wird jede Menge geboten. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, mit denen man beim Lesen gerne mitfiebert.

Wer auf spannende Kriminalromane steht und nicht mit Kommissar Schmitt die Angst vor großen Tieren teilt, wird hier bestens und (fast) angstfrei bedient und unterhalten.

Ich bin nun schon sehr gespannt auf den nächsten Auftritt der Ermittler, bei dem sie es wahrscheinlich mit dem Wildschwein von Telgte zu tun bekommen werden, das Ende des Buches deutet zumindestens in diese Richtung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.04.2020

20 Kurz-Krimis mit Rezepten, die Lust und Hunger auf einen Besuch in Hessen machen

Hessen mörderisch genießen
0

In dieser Anthologie haben 18 Autorinnen und Autoren insgesamt 20 spannende Kurzkrimis (die beiden Herausgeberinnen sind jeweils doppelt vertreten) zusammengestellt, die allesamt in Hessen angesiedelt ...

In dieser Anthologie haben 18 Autorinnen und Autoren insgesamt 20 spannende Kurzkrimis (die beiden Herausgeberinnen sind jeweils doppelt vertreten) zusammengestellt, die allesamt in Hessen angesiedelt sind, dabei die doch recht große große Bandbreute dieses Bundeslandes aufzeigen und zudem dazu einladen, es mal wieder zu besuchen. Als Bonus und zum Nachkochen gibt es zu jeder Story noch das Rezept eines landestypischen Gerichtes, das in der jeweiligen Geschichte dann auch eine Rolle spielt, die mal größer und mal etwas kleiner ausfällt.

Wie bei Anthologien üblich, kann nicht jede Geschichte den persönlichen Lesegeschmack komplett treffen, hier war die Trefferquote insgesamt aber doch recht hoch. Als ausgesprochener Liebhaber von Geschichten mit böser Schlusspointe bin ich zudem gut und ausreichend bedient worden. Echte Ausreißer nach unten gab es für mich nicht, jede Geschichte hat ihren ganz eigenen Reiz. Einige Geschichten werden eher aus der Perspektive der Ermittler, andere dann eher aus der Perspektive der Täter erzählt, für ausreichend Abwechselung ist dadurch auf jeden Fall gesorgt.

Gelungene Anthologie, in der jeder Liebhaber von Kurz-Krimis die eine oder andere Story nach seinem Geschmack finden sollte. Ich wurde beim Lesen jedenfalls durchgehend gut und spannend unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2020

Ruhiger Kriminalroman um das ewig junge Spiel der Verführung und seine tragischen Auswirkungen

Schuld und Verführung
0

Mit diesem Kriminalroman schickt der Autor Thomas Michael Glaw seinen Ermittler, den Münchener Kriminalrat Benedict Schönheit, in seinen zweiten Fall, den man aber auch lesen und nachvollziehen kann, wenn ...

Mit diesem Kriminalroman schickt der Autor Thomas Michael Glaw seinen Ermittler, den Münchener Kriminalrat Benedict Schönheit, in seinen zweiten Fall, den man aber auch lesen und nachvollziehen kann, wenn man, so wie ich, den ersten Band noch nicht kennt. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Auf dem Gelände einer privaten Hochschule in München stürzt ein Student vom Balkon seiner Wohnung und kommt dabei ums Leben. Da ein Mord nicht ausgeschlossen werden kann, übernehmen zunächst Benedict und sein bewährtes Team die Ermittlungen in diesem Fall. Dabei stößt Benedict im Bekanntenkreis des Toten auf Sophie Binder, die er aus seiner Jugendzeit kennt. Steht sie in Verbindung zum Tod des jungen Mannes ?

Der Autor legt hier einen eher ruhigen Kriminalroman vor, der auf Action und blutige Einlagen verzichtet und seine Spannung in erster Linie aus seiner gut aufgebauten Geschichte und den vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen bezieht. Neben den Ermittlungen gibt es auch immer wieder fein dosierte Abstecher in das Privatleben des Hauptermittlers, der aufgrund seiner Beziehung zu einer Journalistin von seinen Vorgesetzten doch ziemlich kritisch beäugt wird.

Kam mir Benedict Schönheit, der hier auch als Ich-Erzähler fungiert, im dritten Band der Reihe (Mach dir kein Bild) noch ein wenig zu glattgebügelt rüber, zeigt er durch seinen persönlichen Bezug zum Fall diesmal deutlich mehr Konturen, die ihn als Figur auch wesentlich greifbarer machen.

Insgesamt sorgt der Autor mit seinem flotten Schreibstil hier erneut für gelungene Krimiunterhaltung, bei der Anhänger von ruhigen, aber dennoch spannenden Geschichten mit einem Hauch von Tragik voll auf ihre Kosten kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2020

Abgedrehte Geschichte mit einer Ansammlung an skurrilen Typen und respektlosen Anspielungen auf die Bibel

Misericordia. Die sieben Werke der Barmherzigkeit
0

In diesem Buch erzählt der Autor mit dem Namen B. Movie eine ziemlich abgedrehte Geschichte, die schnell zeigt, das er dieses Pseudonym nicht ganz ohne Grund gewählt hat.

Im Mittelpunkt der Geschichte ...

In diesem Buch erzählt der Autor mit dem Namen B. Movie eine ziemlich abgedrehte Geschichte, die schnell zeigt, das er dieses Pseudonym nicht ganz ohne Grund gewählt hat.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Samael, der nach dem Tod der Mutter und dem Verlust des Vaters an den Alkohol, ziemlich abgerutscht ist und auch vor Mord nicht zurückschreckt, um sich irgendwie über Wasser zu halten. Als ihm ausgerechnet sein Erzfeind, den er für seine derzeitige Situation verantwortlich macht, eine bessere Zukunft verspricht, wenn er vorher sieben Aufgaben für ihn erfüllt, zögert er daher auch nicht lange. Wenn er aber geahnt hätte, in welch aberwitzige Situationen ihn diese Aufgaben bringen, hätte er sich das sicherlich etwas gründlicher überlegt.

B-Movies kennt man eigentlich eher aus der Filmwelt, hier gibt es das Ganze nun in gedruckter (bzw. digitaler) Form und deutlich erkennbar als Hommage an das Filmgenre angelegt. Angereichert wird das wilde Treiben mit einer ganzen Riege an skurrilen Typen, bei deren Charakterisierung so ziemlich alle gängigen Klischees bedient werden, die das Genre bereithält. Vielschichtige Protagonisten sucht man hier vergebens, auch wenn immer mal wieder erfolgreich versucht wird, mit den Klischees zu spielen bzw. sie sogar zu brechen. Der leicht rotzige Schreibstil passt perfekt zur Geschichte, an Kraftausdrücken mangelt es nicht wirklich und auch in Sachen Gewalt lassen die Beschreibungen wenig bis nichts aus, hier spritzen schon reichlich Blut und auch andere Körperflüssigkeiten durch die Gegend.

Ein abgedrehtes Buch mit einer turbulenten Geschichte, auf die man sich einlassen muss, um sie wirklich genießen zu können. Und dabei sollte man auch keine Probleme mit einem etwas respektlosen Umgang mit dem Glauben bzw. der Kirche im allgemeinen und der Bibel im speziellen haben, sonst könnte es etwas schwierig werden.

Meinen persönlichen Geschmack hat das Buch in weiten Teilen getroffen, für die bereits angekündigte Fortsetzung bleibt aber auch noch ein wenig Luft nach oben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2020

Auch der zweite Auftritt von Richard Schwarz bietet wieder Thrillerspannung der Extraklasse

Die Maske der Schuld
0

Mit diesem Thriller schickt die Autorin Jennifer B. Wind ihren Ermittler Richard Schwarz in seinen zweiten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Man kann das Buch zwar grundsätzlich ...

Mit diesem Thriller schickt die Autorin Jennifer B. Wind ihren Ermittler Richard Schwarz in seinen zweiten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Man kann das Buch zwar grundsätzlich auch ohne Vorwissen aus dem ersten Band lesen und nachvollziehen, alle dafür nötigen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Da hier aber einige Erzählfäden aus Band 1 weitergesponnen werden, empfiehlt es sich doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um das komplexe Beziehungsgeflechht zwischen den Protagonisten in Gänze genießen zu können.

Richard Schwarz musste als Kind mitansehen, wie seine Mutter, eine Prostituierte, brutal ermordet wurde. Dabei hat er sich zudem schwerste Verbrennungen zugezogen, deren Folgen in Form von Brandwunden auch heute noch deutlich sichtbar sind. Aufgewachsen ist Richard anschließend bei einer Zirkusfamilie, die seine Liebe für den Zirkus und das Leben dort geweckt hat. Dennoch musste er sich eines Tages auf die Suche nach einem anderen Job machen, da der Zirkus nicht mehr in der Lage war, sich allein durch den Zirkusbetrieb über Wasser zu halten. Sein Antrieb, zur Polizei zu gehen, kommt in erster Linie aus dem Mord an seiner Mutter, der bislang nicht aufgeklärt werden konnte.

In seinem zweiten Fall bekonmmen es Richard und sein Partner Paul Marek mit einer grausam entstellten Leiche zu tun, die aus der Donau gefischt wird. Doch wer sollte ein Interesse daran haben, einen schwerkranken Mann zu töten, der zudem im Rollstuhl saß ? Die Spuren führen Richard und Paul zu einer obskuren Selbsthilfegruppe und einigen mysteriösen Vermisstenfällen.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bietet am Ende einen fulminanten Showdown mit verblüffender Auflösung. Nachdem im ersten Band die Protagonisten und ihre Hintergrundgeschichte bereits erfolgreich platziert wurden, kann sie sich diesmal noch stärker auf das atmosphärisch dichte Geschehen und das Innenleben der Protagonisten konzentrieren. Getragen wird das Ganze von durchgehend gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und (vermeintlichen) Nebenrollen.

Auch wenn die Kriminalgeschichte dieses Buches grundsätzlich in sich abgeschlossen ist und auch ein paar offene Fragen aus Band 1 erfolgreich und endgültig (?) beantwortet werden, bleiben hier am Ende dennoch wieder ein paar Fäden, die im nächsten Band weitergeführt werden sollen bzw. müssen.

Eine gelungene Fortsetzung, die Lust auf mehr macht, dabei aber zugleich die eh schon hohe Messlatte für den nächsten Band noch einmal ein ganzes Stückchen höher hängt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere