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Veröffentlicht am 03.11.2017

Hochaktueller und spannender Thriller um einen illegalen Flüchtling unter Mordverdacht

Schattenmensch
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Der Libyer Tarek Bajari lebt als illegaler Flüchtling in ständiger Angst entdeckt und abgeschoben zu werden. Als er einem Bekannten einen scheinbar einfachen Freundschaftsdienst erweist, wird er urplötzlich ...

Der Libyer Tarek Bajari lebt als illegaler Flüchtling in ständiger Angst entdeckt und abgeschoben zu werden. Als er einem Bekannten einen scheinbar einfachen Freundschaftsdienst erweist, wird er urplötzlich zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall. Er hat nur noch eine Chance, er muss seine Unschuld beweisen. Bei seiner verzweifelten Suche nach dem wahren Täter kommt er einem brisanten Komplott auf die Spur. Plötzlich steht viel mehr auf dem Spiel als nur sein eigenes Schicksal.

Dem Autoren Jürgen Siegmann gelingt hier ein spannender Thriller von erschreckender Aktualität. Er erzählt seine Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Tarik und den Ermittlern der Kölner Kriminalpolizei. Dabei führt er seine Leser immer wieder geschickt in die Irre, um die Story dann mit einer unerwarteten Wende in eine völlig neue Richtung zu lenken. Mit hohem Erzähltempo und einem packenden Schreibstil treibt er die Handlung voran und lässt sie schließlich in einem spektakulären Showdown mit einer Auflösung, die überraschend und überzeugend zugleich ausfällt, gipfeln. Auch die Figurenzeichnung kann man nur als absolut gelungen bezeichnen, die Charaktere sind alles andere als eindimensional, sondern weisen durchgehend eine große Tiefe auf.

Fast 10 Jahre nach seiner letzten Buchveröffentlichung (zwischenzeitlich sind von ihm nur ein paar Kurzkrimis in diversen Anthologien erschienen) zeigt Jürgen Siegmann, das er sein Handwerk immer noch vorzüglich versteht und weiß, wie man atemberaubende Spannung erzeugt.
Bleibt nur zu hoffen, das man auf das nächste Buch des Autoren nicht noch einmal so lange warten muss.

Veröffentlicht am 26.10.2017

Furioser Action-Thriller mit viel Spannung und Dramatik, der aber auch ein paar Schwächen aufweist

Die Farm
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Auch mit dem 4. Fall von und mit Nicolas Eichborn und Helen Wagner gelingt dem Autoren V. S. Gerling wieder ein furioser Achtionkracher, der vor Spannung und Dramatik nur so strotzt, mit seinem hohen Tempo ...

Auch mit dem 4. Fall von und mit Nicolas Eichborn und Helen Wagner gelingt dem Autoren V. S. Gerling wieder ein furioser Achtionkracher, der vor Spannung und Dramatik nur so strotzt, mit seinem hohen Tempo aber auch die eine oder andere kleinere Schwäche übertünchen muss.

Alles beginnt mit einer deutschlandweiten Überfallserie auf Geldtransporter, bei der die Täter und ihre Ehefrauen anschließend spurlos verschwinden. Als Eichborn, Wagner und ihr Team vom Amt für innere Sicherheit die Ermittlungen aufnehmen, merken sie schnell, das es sich bei den Überfällen nur um die Spitze einen riesigen Eisberges handelt, hinter dem sich eine skrupellose Organisation und ein perfides Geschäftsmodell verbergen.

Auch wenn hier einige Protagonisten aus den vorherigen Büchern wieder auftauchen, braucht man zum Verständnis des Buches keine Vorkenntnisse aus den ersten drei Fällen, alle erforderlichen Informationen werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne des Lesefluß zu stören.
Seine stärksten Momente hat das Buch zweifellos in den Actionpassagen, bei denen es der Autor mächtig krachen lässt und beweist, das er in Sachen Spannung sein Handwerk absolut versteht. Das Tempo ist atemberaubend und übt eine starke Sogwirkung aus, so das man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will bzw. kann.
Immer wieder lenkt der Autor das Geschehen mit überraschenden Wendungen in eine völlig neue Richtung. Hier regiert allerdings auch allzu oft der Holzhammer bzw. wird immer wieder das berühmte Kaninchen aus dem Hut gezaubert, eine sorgfältigere Vorbereitung der Wendungen hätte der Glaubwürdigkeit an der einen oder anderen Stelle gut getan.
Die Charakterisierung der Hauptfiguren ist grundsätzlich gelungen, insbesondere Nicolas und Helen nehmen mit jedem Band der Reihe immer stärker an Kontur zu. Bei den Nebenfiguren geraten einige Charaktere allerdings manchmal doch etwas zu schablonenhaft, auch das eine oder andere Klischee weniger wäre hier mehr gewesen.
Die Ermittler und insbesondere Nicolas, inzwischen immerhin Leiter einer Bundesbehörde, nehmen es mit Recht und Gesetz ja nicht immer so genau. In diesen Passagen entfernt sich die Geschichte dann doch ziemlich weit von den Realitäten in unserem Lande. Hier findet der Autor in seiner Schlußpointe aber eine Lösung, die die Glaubwürdigkeit der Figuren und ihrer Handlungen in den weiteren Fällen deutlich erhöhen wird.

Wer auf actionlastige Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten, wenn er über den einen oder anderen kleineren Schwachpunkt gnädig hinwegsieht.

Veröffentlicht am 23.10.2017

Überzeugender Krimi mit Heiner Hölzle, dem Bremer Kommissar mit schwäbischem Migrationshintergrund

Frostkalt
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Mit diesem Krimi legen die Autorinnen Biggi Rist und Liliane Skalecki den inzwischen schon fünften Auftritt von Heiner Hölzle, dem Bremer Kommissar mit schwäbischem Migrationshintergrund, vor, der mich ...

Mit diesem Krimi legen die Autorinnen Biggi Rist und Liliane Skalecki den inzwischen schon fünften Auftritt von Heiner Hölzle, dem Bremer Kommissar mit schwäbischem Migrationshintergrund, vor, der mich wieder einmal auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Die Adventszeit gestaltet sich in Bremen alles andere als beschaulich. Ein ausgesetztes Baby und ein erschlagener Bäcker fordern Hölzle und sein Team über alle Maßen, dabei müssen sie tief in das unübersichtliche private und berufliche Beziehungsgeflecht des Mordopfers eindringen, um den Fall zu lösen. Denn Carl Brodbeck war alles andere als ein angenehmer Zeitgenosse, die Anzahl an Verdächtigen und möglichen Motiven will überhaupt kein Ende mehr nehmen.

Die Krimis der beiden Autorinnen kommen auf den ersten Blick immer ein wenig beschaulich rüber, erweisen sich dann aber sehr schnell als ziemlich doppelbödig und vor allem clever aufgebaut. Geschickt locken sie ihre Leser immer wieder auf falsche Fährten und lenken die Geschichte dann mit überraschenden Wendungen in eine völlig neue Richtung, dennoch ist die Auflösung am Ende keineswegs an den Haaren herbeigezogen, sondern lag die ganze Zeit über direkt vor einem und gestaltet sich so absolut schlüssig und nachvollziehbar.
Auch die Charakterisierung der Protagonisten kann man hier nur als absolut gelungen bezeichnen, sie sind vielschichtig und ziemlich lebendig geraten, gerne fiebert man beim Lesen mit ihnen mit oder steht ihnen mit totaler Ablehnung gegenüber.
Fein abgestimmte Einschübe aus dem nicht ganz unkomplizierten Privatleben des Kommissars lockern die Geschichte zudem immer wieder auf und sorgen dabei für den einen oder anderen Schmunzler.

Kleiner, aber feiner Krimi, der einmal mehr beweist, das man auch ohne den übermäßigen Einsatz von Spektakel, Blut und Action ein gehöriges Maß an Spannung erzeugen kann.

Veröffentlicht am 23.10.2017

Spannender Kriminalroman mit einer menschlich anrührenden Geschichte

Unter Fremden
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Der Autorin Jutta Profijt gelingt hier ein spannendes Buch, das viel mehr ist als ein einfacher Kriminalroman, sondern zudem auch noch eine menschlich anrührende Geschichte erzählt.

Im Mittelpunkt steht ...

Der Autorin Jutta Profijt gelingt hier ein spannendes Buch, das viel mehr ist als ein einfacher Kriminalroman, sondern zudem auch noch eine menschlich anrührende Geschichte erzählt.

Im Mittelpunkt steht die junge Syrerin Madiha, die in einer Flüchtlingsunterkunft lebt und sich von dort aus auf die Suche nach dem spurlos verschwundenen Harim begibt. Harim war ihr auf dem beschwerlichen Weg nach Deutschland eine große Hilfe und so fühlt sich Madiha ihm gegenüber verpflichtet, sein Verschwinden aufzuklären. Auch wenn sie die deutsche Sprache beherrscht, fällt es ihr bei ihren Ermittlungen alles andere als leicht, sich in der für sie fremden Welt zurechtzufinden.

Die Autorin erzählt die Geschichtung durchgehend aus der Perspektive von Madiha und so können wir mit ihren Augen einen Blick auf das Geschehen und die Verhältnisse in Deutschland werfen, erleben dabei vor allem auch ihre Ängste und Zweifel ungefiltert und aus nächster Nähe.
Die eingestreuten Rückblenden offenbaren zudem immer wieder neue Details aus ihrer Vorgeschichte, so das sich wie bei einem Puzzle erst nach und nach das Gesamtbild zusammensetzt.
Die eigentliche Krimihandlung braucht ein wenig, bis sie richtig in die Gänge kommt, weiss dann aber durchaus zu überzeugen und liefert reichlich Spannungsmomente und eine schlüssige, nachvollziehbare Auflösung.
Getragen wird die Geschichte zudem von seinen gut gezeichneten Charakteren, die auch bei den Nebenfiguren absolut stimmig geraten sind, auf die üblichen Klischees wird hier weitestgehend verzichtet.

Ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Situation in unserem Land, der einem eindringlich vor Augen führt, das hinter allen abstrakten Diskussionen über Obergrenzen und Flüchtlingskontingente in erster Linie immer noch Menschen stehen.

Veröffentlicht am 20.10.2017

Spannendes und absolut gelungenes Experiment zur Horror-Kult-Serie

Brandmal
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Die Heftromane der Horrorserie "John Sinclair" begleiten mich schon seit vielen, vielen Jahren. Ich bin zwar kein ausgesprochener Fan und auch kein regelmäßiger Leser der Serie, ab und zu landet aber doch ...

Die Heftromane der Horrorserie "John Sinclair" begleiten mich schon seit vielen, vielen Jahren. Ich bin zwar kein ausgesprochener Fan und auch kein regelmäßiger Leser der Serie, ab und zu landet aber doch mal eine Ausgabe der Serie auf meinem Lesestapel und bietet dann für knapp 2 Stunden gute und spannende Unterhaltung.
Daher war ich ziemlich gespannt auf das Experiment, zusätzliche Geschichten mit John Sinclair in Buchform auf den Markt zu bringen und die erste Ausgabe dabei in die Hände des erfahrenen Serienautoren Florian Hilleberg (in der Serie unter dem Pseudonym Ian Rolf Hill unterwegs) und des bekannten Kriminalbiologen Mark Benecke zu legen, der dann auch noch selber eine tragende Rolle in der Geschichte spielt.
Nach der Lektüre des Buches kann ich nur feststellen, das dieses Experiment absolut gelungen ist und förmlich nach Fortsetzung bzw. Wiederholung schreit. Auf die weiteren Bücher aus der Feder von Wolfgang Hohlbein bin ich ebenfalls schon gespannt, aber auch die beiden Autoren dieses Buches dürfen ihre gelungene Zusammenarbeit sehr gerne fortsetzen.

John Sinclair, Mark Benecke und ihre jeweiligen Teams ermitteln hier zunächst getrennt voneinander in einigen Fällen von seltsamen Selbstenzündungen, die in London und auch in einigen deutschen Städten für Aufsehen sorgen.
Die jeweiligen Spuren führen in einen kleinen Ort in der Slowakai, wo die beiden Teams aufeinander treffen und sich nun gemeinsam einer mysteriösen Bedrohung stellen müssen, die in Verbindung zur Blutgräfin Elisabeth Bathory zu stehen scheint.

Den beiden Autoren gelingt ein stimmiger Horror-Thriller, der alle klassischen Elemente der Heftromanserie enthält und hier zusätzlich noch um eine wissenschaftliche Komponente ergänzt wird. Diese Kombination funktioniert wie auch das Zusammenspiel der Protagonisten wunderbar und gewinnt so dem Horrorgenre noch einige neue Facetten ab.
Und so kommen sowohl Altleser und Fans der Serie als auch Neuleser voll auf ihre Kosten. Besondere Vorkenntnisse aus der Serie sind hier zudem nicht erforderlich, alle erforderlichen Informationen aus dem Serienkosmos werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluß zu stören.

Wer auf spannende und actionreiche Horror-Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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