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Veröffentlicht am 20.12.2022

Die Unausweichlichkeit der Trostlosigkeit. Oder so.

JAB
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Die Kurzgeschichtensammlung von Un-Su Kim verspricht “eine wunderbare Mischung aus Humor, Wildheit und schmerzvoller Zärtlichkeit” und an dieser Bezeichnung könnte ich direkt ein wenig hängenbleiben. Denn ...

Die Kurzgeschichtensammlung von Un-Su Kim verspricht “eine wunderbare Mischung aus Humor, Wildheit und schmerzvoller Zärtlichkeit” und an dieser Bezeichnung könnte ich direkt ein wenig hängenbleiben. Denn den Humor hab ich eher indirekt gespürt, während der Schmerz viel eher roh und direkt als zärtlich war - meiner Wahrnehmung nach.


Mir ist es tatsächlich schwer gefallen, die Geschichten nicht zu sehr zu hinterfragen - da der Verlag aber auf dem Buchrücken angibt, dass es frei von Gesellschaftskritik und unterschwelligen Botschaften sei, da es sich für mich in vielen Aspekten definitiv danach angefühlt hat. Und oft ist genau das der Charme an Kurzgeschichten für mich, dieses Hinterfragen und Deuten. Und gerade südkoreanische Literatur ist ja sehr für ihre Gesellschaftskritik bekannt, weswegen es mir persönlich schwer fiel, mich davon zu trennen.


8 Kurzgeschichten, 8 Protagonisten und eine Mischung aus Bedrücktheit, Genervtheit, Ekel und Trostlosigkeit beim Lesen. Es gibt einige, an die ich mich mit Sicherheit noch lange erinnern werde und andere, die ich jetzt schon wieder vergessen habe. Vielleicht ist das auch dieser Zauber an Kurzgeschichtensammlungen, dass man irgendwo darin ‘seine’ Kurzgeschichten findet, während andere Geschichten vielleicht zu jemand anderen besser passen.


Der Schreibstil ist sehr nüchtern und direkt, lässt keine vulgären Dinge und Brutalität aus, sondern beschreibt das, was passiert. Was die Personen denken. Mich hat in der Sammlung vor allem die verachtende und abwertende Haltung gegenüber der weiblichen Figuren gestört, jedoch kann man das auch als etwas sinnbildliches für die südkoreanische Kultur sehen (allerdings wäre da dann wieder die Gesellschaftskritik, die ja nicht da sein soll).


Ich mag diese Sammlung aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Trostlosigkeit des Lebens. Immer wieder gibt es Hoffnungsschimmer, immer wieder neue Ernüchterungen. Die Geschichten hängen nicht zusammen und doch spürt man beim Lesen, dass die Geschichten in eine Sammlung gehören, weil sich die bedrückte Stimmung durch alle Seiten zieht. Weil es immer ein bisschen Alltag ist, ein bisschen Alltags-Verzweiflung, aber immer auf eine neue Art.

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Veröffentlicht am 20.12.2022

Ein Fitzek-Thriller - oder etwa nicht?

Schreib oder stirb
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Ein Buchdeal im Austausch gegen Informationen über ein entführtes Mädchen - extreme Spannung gepaart mit Humor. So wird 'Schreib oder Stirb' beworben und ich war wirklich neugierig auf diese Mischung von ...

Ein Buchdeal im Austausch gegen Informationen über ein entführtes Mädchen - extreme Spannung gepaart mit Humor. So wird 'Schreib oder Stirb' beworben und ich war wirklich neugierig auf diese Mischung von zwei verschiedenen Autoren und damit auch Welten, die aufeinander treffen.

Und ich liebe die Idee des Buches. Die Idee des Plots und auch den Gedanken, mal etwas neues zu versuchen. Und dann hab ich angefangen zu lesen und gemerkt, dass ich mir ein bisschen zu viel erhofft habe. Und andererseits hab ich einiges schlechtes von dem Buch gehört und war dann doch wieder positiv überrascht, weil ich nach manchen Rezensionen dachte, dass mich hier wirklich etwas grottenschlechtes erwartet. Deswegen ist meine Meinung zu allem ein bisschen verwirrend, ein bisschen zwiegespalten.

Denn auch wenn mir die Grundgedanken und Plottwists des Buches gefallen haben, war es irgendwie nicht wirklich etwas für mich. Für mich ist deutlich spürbar, dass das Buch von zwei Personen geschrieben wurde nach dem Motto: 'sag mal was witziges, hier muss noch ein Flachwitz rein'. Und diese Witze, der Humoraspekt, wirkte für mich persönlich leider sehr aufgezwungen und ehrlich gesagt auch unlustig. Aber ich bin auch kein wirklicher Fan von Comedy-Shows, deswegen ist das hier wirklich abhängig von der eigenen Einstellung zu Comedians und unlustigen Witzen. Darüber hinaus fehlte mir die extreme Spannung, die einem versprochen wird. Der Thriller-Aspekt. Denn dieser Nervenkitzel, dieses panisch-seiten-umblättern, das ich-kann-nicht-aufhören-über-den-plot-nachzudenken fehlte mir hier. Es war okay, das Buch zur Seite zu lesen, zu pausieren, ein bisschen zu vergessen. Und grade das machen Thriller, grade Fitzek-Thriller sonst für mich aus, dass man 24/7 über das Buch und den Plot nachdenkt. Und das fehlte mir hier ein wenig.

Und trotzdem war es definitiv kein schlechte Buch, nur einfach nicht das richtige für mich. Ich hab die Idee geliebt und auch den Plot, die Entwicklungen und vorallem mal wieder die Plot-Twists am Ende vom Buch. Und den Gedanken, dass wir das Buch lesen, um das es in dem Buch eigentlich geht. Klingt ein bisschen verwirrend? Vielleicht. Aber wenn man das Buch liest, versteht man glaube ich, was ich meine. Meine Meinung zum Buch hat sich auch während dem Lesen immer wieder verändert, mal wirkte es zu gewollt, mal hab ich vergessen, dass ich lese und konnte mich wirklich auf die Geschichte einlassen. Aber irgendwie hat es mit mir und diesem Buch einfach nicht 'klick' gemacht.



Kleines Fazit:

Ich persönlich fand es leider nicht wirklich spannend und auch nicht unterhaltsam und trotzdem war es ganz nett, mal etwas neues zu lesen, mal ein bisschen was anderes auszuprobieren. Ich glaube, dass ich als 23-jährige Frau vielleicht auch einfach nicht die Zielgruppe für Humor von Ü-40 Männern bin. Für Personen, die allgemein Fans von Comedy sind und gleichzeitig einen abgeschwächten Fitzek lesen wollen, ist 'Schreib oder Stirn' wahrscheinlich genau die perfekte Mischung.

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Veröffentlicht am 20.12.2022

ein bisschen liebe für chinesische gang adaption von romeo und julia

Welch grausame Gnade
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forbidden lovers to enemies to lovers to enemies again & mein herz macht das alles nicht mit. ich brauch band 2. jetzt. ich brauch mehr roma & juliette, mehr shanghai in den 1920ern. mehr 'i couldn't stop ...

forbidden lovers to enemies to lovers to enemies again & mein herz macht das alles nicht mit. ich brauch band 2. jetzt. ich brauch mehr roma & juliette, mehr shanghai in den 1920ern. mehr 'i couldn't stop loving you even when i hated you'. mehr 'please don't break me again'. mehr von allem.

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Veröffentlicht am 20.12.2022

ein (anstrengender) blick hinter die kulissen

Shine - Love & K-Pop
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meine einzigen notizen zu diesem buch waren ""Wie anstrengend möchtest du sein? Rachel: JA!". und leider beschreibt das das buch ziemlich gut.

es ist unterhaltsam, hin und wieder süß und gibt interessante ...

meine einzigen notizen zu diesem buch waren ""Wie anstrengend möchtest du sein? Rachel: JA!". und leider beschreibt das das buch ziemlich gut.

es ist unterhaltsam, hin und wieder süß und gibt interessante einblicke in die k-pop industrie. aber irgendwie auch nur solche, die nur für nicht-kpop-fans unterhaltsam sind, meiner meinung nach. und dadurch fehlte mir ein bisschen der mehrwert neben der "klischee-story". ich hab nichts gegen klisches. aber. ja, da ist ein aber, denn klischees müssen trotzdem funktionieren. trotzdem gut ausgearbeitet sein, damit alles funktioniert.

und "omg er ist so toll, dass ich meine ganze karriere für ihn opfern würde, obwohl wir uns nur 1 sekunde in die augen geguckt haben", ist leider nicht mein ding.

rachel ist ein typisches "ich bin nicht wie alle anderen" mädchen und das hat sie leider wahnsinnig unsympathisch gemacht. weil sie so viel besser und toller und wichtiger und liebenswerter ist, als alle anderen charaktere. und wenn man eher sympathien für ihre erzfeindin entwickelt, dann funktioniert irgendwas für mich nicht so richtig.

und trotzdem war das buch süß. und interessant. besonders rachel und ihre familie, besonders ihre kleine schwestern, waren einfach zuckersüß. nur hat das gesamtbild des buches mich einfach nicht überzeugen können.

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Veröffentlicht am 20.12.2022

lieb irgendwie alles hieran

One Last Stop
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'I convinced myself that, because the statistical likelihood of something happening in real life exactly the way I imagined it was so low, if I imagined the worst possible things in vivid detail, I could ...

'I convinced myself that, because the statistical likelihood of something happening in real life exactly the way I imagined it was so low, if I imagined the worst possible things in vivid detail, I could mathematically reduce the odds of them happening. I’d lie awake at night thinking about all the worst stuff that could happen like it was my job, and I don’t know if I ever really broke the habit'

kennt ihr diese bücher, diese sätze, die eure sein könnten? die sich anfühlen, als hättet ihr sie geschrieben?
dieser satz ist so einer. hab mir beim lesen von 'one last stop' immer wieder gedacht 'saaame jane' und dann kam dieser satz & irgendwie fühlt sich das verletzlich an. die eigenen irrationalen gedanken auf papier zu lesen. weil er aus meinem kopf kommt.
aus meinen gedanken. der satz ist so sehr ich, dass es ein bisschen gruselig war. und dann irgendwie doch nicht ich. weil da jane ist, die diese gedanken hat. wodurch sich meine ein bisschen mehr okay anfühlen. eine mischung aus creepy & comforting

weil da dieses 'ich darf nicht dran denken, denn wie wahrscheinlich ist es, dass genau das passiert, was ich mir wünsche?' in meinem kopf ist. weil ich die schönen dinge aus den gedanken wegschiebe, damit sie in echt passieren können. weil es stattdessen ein worst scenario auf dauerschleife in meinem kopf ist. denn wenn ich mir das schlimmste vorstelle, wird's ja nicht genau so passieren. das wär nicht möglich. nicht genau so. oder?

[ja, diese rezension bezieht sich auf ein einziges zitat. aber dieses zitat bedeutet mir ein bisschen die welt]

[ich lieb die vibes, die charaktere, die ideen, irgendwie alles an diesem buch]

[nur von spicy-szenen in dreckigen u-bahnen bin ich kein fan]

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