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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.01.2025

Ein Haus im Wechsel der Zeiten ...

Torstraße 1
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Ganz anders als vermutet, aber nicht uninteressiert begleite ich Vicky, Harry, Wilhelm, Martha und natürlich als Hauptpersonen Elsa und Berhard, die beide am gleichen Tag im Jahr 1929 das Licht der Welt ...

Ganz anders als vermutet, aber nicht uninteressiert begleite ich Vicky, Harry, Wilhelm, Martha und natürlich als Hauptpersonen Elsa und Berhard, die beide am gleichen Tag im Jahr 1929 das Licht der Welt erblicken. Für Vicky ist es nicht einfach, denn der Vater der kleinen Elsa darf sich nicht zu ihr bekennen und so muss sie Kindererziehung, ihre Arbeit und vor allem die Vorurteile der Menschen um sie herum allein unter einen Hut bringen. Auch für Wilhelm ist es nicht immer leicht, denn seine Frau leidet unter Depressionen und so muss auch er viel jonglieren, um das Leben seiner kleinen Familie zu managen. Ganz unschuldig hingegen scheint die besondere Freundschaft, die Elsa und Bernhard verbindet, sie ahnen noch nichts von den Kämpfen, die ihre Eltern auszufechten haben. Über die Jahre jedoch verlieren sie sich aus den Augen und auch das schöne Gebäude in der Torstraße 1 muss immer wieder Änderung über Änderung über sich ergehen lassen. Viele Jahre gehen ins Land, bis sich die beiden Wahlgeschwister schließlich wieder sehen dürfen, viele Tränen werden vergossen, viele Kinder werden geboren und die Politik scheint willkürlich über alle verfügen zu wollen. Eine spannende Reise in die Vergangenheit nimmt ihren Lauf …

Während das Kaufhaus Jonass, das in der Torstraße 1 im Osten Berlin als „Kreditkaufhaus auf Pump“ zu Anfang der Geschichte noch sehr im Mittelpunkt steht, tritt es mit jeder Seite, die im umblätterte, immer mehr in den Hintergrund. Im Vordergrund steht die Geschichte um die teilnehmenden Charaktere, wobei ich gestehen muss, dass es mir beim Lesen immer schwerer fiel, den Zugang zu ihnen zu finden. Verwirrend fand ich zudem die Namensähnlichkeit von Elsa, Elisa und wie hieß nochmal die Dritte? Schade, ich hatte mir hier eine flüssigere Geschichte versprochen und vergebe hier diesmal leider nur 3,5 von 5 Sternen. Aber macht euch selbst ein Bild, vielleicht bin ich ja auch ein wenig zu kritisch?

Veröffentlicht am 10.01.2025

"Qui qu'a vu Coco?"

Coco und die Revolution der Mode
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Wer kennt es nicht, das Modelabel von Coco Chanel mit den zwei verschlungenen Cs … auch mir war es natürlich schon vor dem Genuss des Hörbuchs ein Begriff, wenn es auch eher außerhalb meiner finanziellen ...

Wer kennt es nicht, das Modelabel von Coco Chanel mit den zwei verschlungenen Cs … auch mir war es natürlich schon vor dem Genuss des Hörbuchs ein Begriff, wenn es auch eher außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten liegt. Aber die Geschichte, die hinter dieser erfolgreichen Designerin steckt, interessierte mich dann doch und so widmete ich mich gerne dem biografischen Roman „Coco und die Revolution der Mode“ von der mir bestens bekannten Autorin Lena Johannson. Coco, die damals noch Gabrielle hieß, wurde im Jahr 1883 als zweite uneheliche Tochter des Hausierers Henri-Albert Chasnel und der Wäscherin Eugénie Jeanne Devolle in einem Armenhaus in Saumur an der Loire geboren. Erst 1884 heiraten ihre Eltern. Sie hat fünf Geschwister, zwei Schwestern, Julia und Antoinette, sowie drei Brüder, Alphonse, Lucien und Augustin, letzterer starb allerdings schon nach wenigen Monaten. Geld gibt es in der Familie wenig bis keins und so bringt der Vater sie und ihre Schwester Julia in ein Kloster, wo Gabrielle bis zu ihrem 18. Lebensjahr lebt. Danach schlägt sie sich mit allerlei Arbeiten durch, bis sie schließlich mit viel, viel Ehrgeiz, ein wenig Glück und ein bisschen Liebe ihre Berufung gefunden haben zu scheint …

Beim Hören des Buchs wird mir bewusst, wie wenig ich doch bis dato von Gabrielle Chasnel alias Coco Chanel wusste. Sie war trotz ihres eher herausfordernden Starts im Leben – oder vielleicht gerade deshalb? – eine sehr strebsame und zielbewusste Frau. Sie wollte geldlich frei und unabhängig sein und verstand schon früh, das meiste aus sich herauszuholen. Ich muss sagen, ich bewundere sie, wenn sie auch oft mit sich selbst haderte. Der Roman an sich hat mir gut gefallen. Nicht immer gut aufgehoben gefühlt habe ich mich leider mit Ann-Kathrin Hinz als Hörbuchsprecherin, da mir ihre Interpretation der männlichen Protagonisten so gar nicht lag. Des Weiteren hätte ich am Ende des Buchs mir einen kleinen Epilog mit einer Zusammenfassung von Cocos weiterem Leben gewünscht. Hier fühlte ich mich irgendwie mittendrin rausgeschmissen. Dennoch haben mich die ersten ungefähr 30 Jahre ihres Lebens beeindruckt und dafür vergebe ich „modische“ vier von fünf Sternen. Jedem, den die Entstehung einer neuen Modelinie und Coco Chanel interessieren, sei dieses (Hör)buch ans Herz gelegt.

Veröffentlicht am 09.01.2025

Zwei junge Frauen erobern die Welt der Medizin ...

Die Töchter der Ärztin
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Nachdem ich die Trilogie rund um die Ärztin Ricarda Thomasius vor einiger Zeit verschlungen habe, war ich natürlich doppelt gespannt auf den Auftakt rund um Ricardas zwei Töchter Henny und Antonia. Beide ...

Nachdem ich die Trilogie rund um die Ärztin Ricarda Thomasius vor einiger Zeit verschlungen habe, war ich natürlich doppelt gespannt auf den Auftakt rund um Ricardas zwei Töchter Henny und Antonia. Beide sind in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten und haben den Beruf der Ärztin ergriffen. Auch wenn die Widerstände gegen Frauen nicht mehr so groß ist wie seinerzeit für Ricarda, haben es die Beiden im Jahr 1928 immer noch nicht leicht, da eine Ärztin noch immer nicht der Norm entspricht, die die Menschen damals im Kopf hatten. Während Henny sich für Berlin als Wohn- und Wirkungsstätte entschieden hat und dort eine florierende onkologische Praxis betreibt, will Antonia – von allen nur Toni genannt – ihr praktisches Jahr in Afrika absolvieren. Für sie ist es quasi „back to the roots“, denn dort erblickte sie ja vor vielen Jahren das Licht der Welt. Ihre Mutter ist gar nicht begeistert, doch Toni lässt sie durch nix von ihrem Vorhaben abbringen. Nach ihrer Ankunft holt sie jedoch schnell die Realität ein. Während die schöne Klinik, die ausschließlich Weißen vorbehalten ist, fast leer steht, sterben um sie herum die Eingeborenen unbehandelt. Daraufhin schmiedet sie einen wagemutigen Plan …
Zuhause in Berlin verstehen sich Mutter Ricarda und ihre älteste Tochter immer besser und Henny scheint endlich glücklich zu sein. Doch auch hier ist nicht alles Gold was glänzt. Als Cousine Frieda aus den strengen Vorschriften der Grafschaft auszubrechen versucht, bezahlt sie das fast mit dem Leben …
Sehr spannend zu lesen waren wie erwartet natürlich die Passagen rund um Afrika, die so wichtige Themen wie der damalige Umgang mit der einheimischen Bevölkerung, die Feindschaft zwischen der deutschen und der britischen Besatzung und die Tätigkeit der Missionare behandelt. Doch auch in Deutschland brodelt es mit der aufkommenden Bedrohung durch die neue Partei und ihren Führer. Ricarda, Henny und Toni kämpfen weiterhin für Emanzipation und Gleichstellung der Frau und stoßen hierbei mehr als einmal an ihre Grenzen.
Alles in allem habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt in Berlin und Afrika, jedoch fand ich, dass das Buch am Anfang fast ein wenig ins Kitschige abzudriften drohte. Gott sei Dank bin ich an der Story drangeblieben und konnte das Buch später kaum mehr zu Seite legen. Ich freue mich nun schon sehr auf die nächsten beiden Bände. Von mir gibt es für den Auftaktband zu „Die Töchter der Ärztin“ gesunde vier von fünf Sternen verbunden mit einer Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

"Von unseren Töchtern ist eine verrückter als die andere ..."

Die Mitford Schwestern
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Das Buch rund um die Mitford Schwestern beleuchtet die exzentrische und omnipräsente britische Adelsfamilie Mitford in den 30er und frühen 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Familie setzt sich aus ...

Das Buch rund um die Mitford Schwestern beleuchtet die exzentrische und omnipräsente britische Adelsfamilie Mitford in den 30er und frühen 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Familie setzt sich aus „Farve“, dem Vater, „Muv“, der Mutter, einem Sohn Tom und natürlich den skandalumwobenen Schwestern Diana, Unity, Jessica, Deborah, Pamela und Nancy. In dieser Familie scheint es nichts zu geben, was es nicht gibt. Unity Mitford war das Hitler-Groupie, das mit dem "Führer" befreundet war und sich bei Kriegsbeginn im Jahr 1939 aus Mitleid mit ihm in München die Kugel gab. Diana heiratete den britischen Faschistenführer Oswald Mosley, Jessica wanderte als überzeugte Kommunistin in die USA aus, Pamela war die naive Landpomeranze, die Hunde liebte und Geflügel züchtete, und Nancy karikierte in ihren Romanen die turbulenten Familienverhältnisse. Nur Deborah, die letzte Mitford-Überlebende, ließ sich von den Schwärmereien ihrer Schwestern nicht infizieren.

Ich gestehe, man muss schon ein wenig Fan der Familie und ihrer Surroundings sein, um hier ein interessantes Hörerlebnis zu haben. Ich hatte mich im Vorfeld bereits schlau über die Familie gemacht und so war es mir eine wahre Freude, diese ein Stück des Weges zu begleiten. Man fällt sozusagen von einer Ohnmacht in die andere und ich konnte mir nur schwer vorstellen, wie es sich für Unity und Diana angefühlt haben muss als ihr angebeteter „Führer“ ihrem Heimatland den Krieg erklärte. Auch fand ich die Schriftstellerei von Nancy klasse und war immer wieder überrascht, wie gefühlsarm die Eltern gegenüber ihren Kinders waren. Ich fühlte mich rundherum gut unterhalten, habe viel Neues gelernt und möchte verbunden mit vier schillernden Sternen eine Hör- bzw. Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 03.01.2025

Lippizzaner in der Hofburg ...

Die Hofreiterin – Das Versprechen der Liebe
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Es war mir eine echte Freude in diesem zweiten Teil der Dilogie rund um die Spanische Hofreitschule gleich zu Anfang wieder so viele bekannte Gesichter sehen zu dürfen. Schnell waren mir die Protagonistin ...

Es war mir eine echte Freude in diesem zweiten Teil der Dilogie rund um die Spanische Hofreitschule gleich zu Anfang wieder so viele bekannte Gesichter sehen zu dürfen. Schnell waren mir die Protagonistin Irma Rehberger und ihr geliebter Hengst Novio wieder präsent. Irma, die ja inzwischen ganz offiziell als Elevin an der Reitschule arbeiten darf, muss wieder so einige Herausforderungen bestehen und stößt diesmal tatsächlich hart an ihre Grenzen. Zerrissen zwischen ihrer Liebe zu dem Bereiter Stefan und der Vernunft, dieser verbotenen Liebe ein Ende zu bereiten, wendet sie sich schließlich dem Reporter Michael zu, doch ihr Herz scheint daran zu zerbrechen. Aber nicht nur die Liebe spielt eine Rolle in diesem spannenden Roman, sondern auch die Pferde und Irmas Vergangenheit stehen natürlich mal wieder im Vordergrund. Für Irma bedeutet dies, einen Spagat zu vollführen, um zu versuchen, alle Probleme aus dem Weg zu räumen. Fast droht sie daran zu zerbrechen …

Von der ersten Seite an habe ich die Leidenschaft gespürt, mit der Franziska Stadler, vielen natürlich besser bekannt als Bestsellerautorin Martina Sahler, sich diesem zweiten und somit letzten Band gewidmet hat. Die Ausflüge in die Steiermark und besonders natürlich in mein geliebtes Wien waren traumhaft und haben Reiselust in mir geweckt. War die Geschichte in der Mitte von ein paar kleinen Längen geprägt, nimmt sie im letzten Drittel noch mal so an Fahrt auf, dass ich das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen konnte. Zu wenig Schlaf in der Nacht vor meinem ersten Arbeitstag im neuen Jahr war die unweigerliche Folge … alles in allem ein würdiger Abschluss, wenn ich natürlich auch gerne noch mehr erfahren hätte über die Charaktere in „Die Hofreiterin“. Von mir gibt es vollkommen zu Recht mit fünf funkelnden Sternen die Bestnote und eine Empfehlung an alle, die mal ein wenig mehr über die Hofreitschule erfahren möchten. Ich werde eine Besichtigung derselben auf jeden Fall bei meinem nächsten Wienbesuch mit auf die Tagesordnung setzen!

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