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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2026

Spannende Idee, aber nicht ganz überzeugend umgesetzt ...

Summer Heat
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Die Autorin Solveig-Marie Kastner entführt mich mit ihrem Debutroman an die portugiesische Algarve. Dort lerne ich in einem luxuriösen Beach Resort die Protagonisten Mia und Yanis kennen. Sie sind hier ...

Die Autorin Solveig-Marie Kastner entführt mich mit ihrem Debutroman an die portugiesische Algarve. Dort lerne ich in einem luxuriösen Beach Resort die Protagonisten Mia und Yanis kennen. Sie sind hier jedoch nicht als Urlaubsgäste gekommen, sondern verbringen ihre Tage arbeitenderweise, sie als Animateurin und Yogalehrerin, er als Barkeeper. Was für beide zum Traumjob werden sollte, entpuppt sich jedoch bald als Albtraum. Denn hinter der glänzenden Fassade des Luxusortes liegt eine zunehmend bedrückende Stimmung. Merkwürdige Ereignisse, unausgesprochene Geheimnisse und das Gefühl, dass nicht alles so ist, wie es scheint, lassen das Vertrauen nicht nur zwischen den Beiden bald bröckeln. Weder Mia noch Yanis scheinen alles über sich preiszugeben. Wer oder was steckt hinter den immer öfter auftretenden Zwischenfällen, die besonders Mia bald in Lebensgefahr bringen?

Das Platô Beach Resort bietet nicht nur der Autorin, sondern auch mir als Leserin ein perfektes Setting für einen Sommerthriller unter der heißen Sonne Portugals. Der Einstieg in die Story machte mich neugierig und hatte durchaus Potential. Leider wirkten viele Entwicklungen auf mich zunehmend konstruiert. Einige Wendungen waren für meinen Geschmack zu weit hergeholt und nicht immer nachvollziehbar – manches fühlte sich eher an den Haaren herbeigezogen als wirklich glaubwürdig aufgebaut. Dadurch fiel es mir schwer, vollständig in die Geschichte einzutauchen und mit den Figuren mitzufiebern.

Insgesamt steckt hinter dem vermeintlichen Thriller eine gute Idee, deren Potential nicht zu meiner Zufriedenheit ausgeschöpft wurde. Leider gibt es von mir für „Summer Heat“ deshalb nur drei von fünf möglichen Sternen.

Veröffentlicht am 20.07.2026

Fünf Sterne für eine Geschichte voller Rätsel und Emotionen ...

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Nein, damit kann sich Sarah Miller nicht zufriedengeben! Ihr geliebter Mann, der Bestsellerautor Marceau Miller, wird tot am Fuße eines Felsens aufgefunden und die Polizei will den Fall nach kurzer und ...

Nein, damit kann sich Sarah Miller nicht zufriedengeben! Ihr geliebter Mann, der Bestsellerautor Marceau Miller, wird tot am Fuße eines Felsens aufgefunden und die Polizei will den Fall nach kurzer und sehr nachlässig durchgeführter Investigation zu den Akten legen. Sie spürt, dass hier irgendwas nicht stimmen kann, dieser Tod war kein Unfall. Und so macht sich Sarah, selbst total am Boden zerstört, auf die Suche nach der Wahrheit und vor allem auch auf die Suche nach dem letzten Manuskript, das ihr Mann hinterlassen hat. Doch je tiefer sie in eintaucht in ihre Ermittlungen, umso mehr Geheimnisse werden an die Oberfläche gespült. Schnell weiß sie selbst nicht mehr, wem sie noch trauen kann, und gerät bald mehr als einmal in höchste Lebensgefahr …

Dieser packende Roman, der mich sofort in den Bann gezogen hat, nimmt mit jeder Seite mehr an Fahrt auf. Immer wieder präsentierte er mir als Leserin neue Wendungen, die mich – wie die Protagonistin – manchmal an mir selbst zweifeln ließen. Wer will Sarah in die Enge treiben, wer will mit aller Macht verhindern, dass die Wahrheit ans Licht gerät? Ich konnte dieses Buch am Schluss nicht mehr aus der Hand legen, leider zu Kosten meines Nachtschlafs. Aber es hat sich gelohnt und am Ende wurde ich mit einer sehr stimmigen Auflösung belohnt. Für mich war das Buch ein Highlight, bei dem fünf Sterne hier mehr als verdient sind!

Veröffentlicht am 20.07.2026

Die Welt aus einer anderen Perspektive ...

Mit anderen Augen
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Eines morgens glaubt die erfolgreiche Geschäftsfrau Tilda Finch ihren Augen nicht zu trauen … ihr kleiner Finger ist verschwunden, spüren kann sie ihn jedoch noch. Als schließlich in kurzem Abstand das ...

Eines morgens glaubt die erfolgreiche Geschäftsfrau Tilda Finch ihren Augen nicht zu trauen … ihr kleiner Finger ist verschwunden, spüren kann sie ihn jedoch noch. Als schließlich in kurzem Abstand das Ohr folgt, macht sie sich auf den Weg zur Ärztin ihres Vertrauens. Die stellt eine niederschmetternde, wenn auch nicht lebensbedrohlich Diagnose. Tilda leidet an dem sogenannten Unsichtbarkeitssyndrom. Die Ärztin macht ihr wenig Hoffnung auf Heilung, doch Tilda will nicht aufgeben und kämpft auf ihre ganz eigene Weise gegen diese Krankheit an. Schon bald merkt sie, dass sie durchaus nicht allein auf weiter Flur ist. Dieses Syndrom betrifft mehr Frauen in ihrem Umfeld als sie glauben kann …

Die mir bis dato unbekannte australische Autorin Jane Tara hat laut Verlagsauskunft über 100 Kinderbücher veröffentlicht sowie Jugendbücher, Drehbücher und Romane geschrieben. Mit dem Roman „Mit anderen Augen“ ist ihr ein wunderbar einfühlsamer und cleverer Roman gelungen, der die gesellschaftliche Sichtbarkeit von Frauen jenseits der 50 thematisiert. Auch ich bin eine Frau über 50 und mir ist das Gefühl des „Übersehens zu werden“ natürlich auch bekannt. In meinen Augen ist somit das „Unsichtbarkeitssyndrom“ hierfür eine wunderbare Metapher.

Mit Tilda hat die Autorin eine sympathische Protagonistin geschaffen, die für ihre Rechte einsteht, aber gerne auch mal über sich selbst lachen kann. Der angenehme Schreibstil ließ mich nur so durch die Seiten fliegen, lediglich im letzten Drittel verliert der Roman für mich ein wenig an Tiefgang. Manchmal waren mir die geschaffenen Umstände einfach ein wenig zu viel. Dennoch ist es ein Buch, das vier solide Sterne verdient hat und zum Nachdenken anregt. Ich fand mich an vielen Stellen selbst in der Geschichte wieder und möchte es somit sehr gerne weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 06.07.2026

Konnte mich nicht ganz überzeugen ...

The Artist
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Mit „The Artist“ erzählt die Autorin eine Geschichte um die junge Ettie, ihren berühmten malenden Onkel und den Journalisten Joseph Adelaide der sein Glück kaum fassen kann, in die Provence zu den beiden ...

Mit „The Artist“ erzählt die Autorin eine Geschichte um die junge Ettie, ihren berühmten malenden Onkel und den Journalisten Joseph Adelaide der sein Glück kaum fassen kann, in die Provence zu den beiden eingeladen worden zu sein. Eigentlich will er ja über Tartuffe schreiben, doch rasch merkt er, dass dieses Privileg an einer Kondition festgemacht ist: er soll für den Künstler Model sitzen. Während er in die Welt der Künste einzutauchen versucht, wird ihm schnell klar, dass diese schillernde Fassade auch ihre dunklen Schattenseiten hat, die ihn immer wieder aufs Neue erschrecken. Was hat es mit dieser Onkel-Nichte Konstellation auf sich? Wer wird schlussendlich als Gewinner dastehen?

Der Roman punktet mit einer stimmungsvollen Atmosphäre und einer schönen, ruhigen Sprache, die die beiden Hörbuchsprecher Lennart Hillmann und Sabrina Scherer großartig hervorheben. Besonders die Beschreibungen der Kunstwelt und die Fragen nach Inspiration, Originalität und den Machtverhältnissen zwischen Künstler und Umfeld sind interessant. Allerdings bleibt die Handlung über weite Strecken sehr langsam. Viele Szenen wirken ausgedehnt, ohne die Geschichte entscheidend voranzubringen, wodurch der Spannungsbogen häufig abflacht.

Auch die Figuren konnten mich nicht vollständig überzeugen. Obwohl sie gut gezeichnet sind, blieben sie emotional etwas auf Distanz, sodass ich nur schwer eine echte Verbindung zu ihnen aufbauen konnte. Das Ende greift die zentralen Themen zwar stimmig auf, hinterlässt aber insgesamt weniger Eindruck, als ich mir erhofft hatte. Somit ist es für mich schwierig, den allgemeinem Hype um das Buch nachzuvollziehen. Mir fehlten leider etwas mehr Dynamik und emotionale Tiefe, weshalb ich diesmal nur drei von fünf Sternen vergebe.

Veröffentlicht am 06.07.2026

Wichtige Themen geschickt verpackt in einem rasanten Thriller ... großartig!

Wer blind vertraut
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Es wird mal wieder heftig für die Psychotherapeutin Lily Brown, die diesmal gleich mit zwei Fällen konfrontiert, die sie nicht mehr loslassen. Die schüchterne und ziemlich verstört wirkende Mary-Ann sucht ...

Es wird mal wieder heftig für die Psychotherapeutin Lily Brown, die diesmal gleich mit zwei Fällen konfrontiert, die sie nicht mehr loslassen. Die schüchterne und ziemlich verstört wirkende Mary-Ann sucht verzweifelt nach ihrer Tochter Laura, die seit fast drei Jahren verschwunden ist. Gleichzeitig bittet eine andere Patientin sie um Hilfe, nachdem sie einem skrupellosen Heiratsschwindler zum Opfer gefallen ist. Je tiefer Lily gräbt, desto deutlicher wird, dass hinter beiden Fällen weit mehr steckt, als zunächst vermutet – und schon bald bringt ihre Suche nicht nur die Wahrheit ans Licht, sondern auch sie selbst in höchste Gefahr …

Mich hat das Buch – wie auch die zwei Vorgängerbände - von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. In ihrem neuesten Werk Wer blind vertraut versteht es die Autorin mal wieder meisterhaft, psychologische Tiefe mit packender Spannung zu verbinden. Die hervorragend konstruierte Handlung, gepaart mit lebendig und authentisch wirkenden Charakteren übten eine wahre Sogwirkung auf mich aus. Durch die wechselnden Verdachtsmomente, die mich stets auf Neue in die Irre führten, musste ich immer „nur noch ein Kapitel“ lesen, das Buch ließ sich wirklich nur schwer zur Seite legen.

Besonders beeindruckt hat mich, wie einfühlsam die Autorin Themen wie Depression, Manipulation und emotionale Abhängigkeit behandelt, ohne dass die Spannung jemals nachlässt. Man merkt einfach, dass sie selbst vom Fach ist und sich somit in viele Themenfelder reindenken kann. Ein wenig schockiert ließ mich das Nachwort zurück, in dem Tessa Duncan aufführt, an welchen echten Verbrechen sie sich ein wenig orientiert hat. Unglaublich, was für eine kriminelle Energie in manchen Menschen steckt, die sie schließlich gnadenlos in die Tat umsetzen!

Das Finale ist schlüssig, emotional und absolut packend. Für mich ist Wer blind vertraut der bisher stärkste Band der Canterbury-Reihe. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die psychologisch ausgefeilte Krimis mit starken Figuren und überraschenden Auflösungen lieben – absolut verdiente fünf von fünf möglichen Sternen! Ich hoffe sehr, eine Fortsetzung ist geplant …