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Veröffentlicht am 30.11.2020

The American dream ...

Die Welt war so groß
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Ich liebe es ja, wenn AutorInnen, die schon verstorben sind, neues Leben eingehaucht wird, in dem ihre Bücher wieder aus der Versenkung geholt werden. So geht es mir auch mit Rona Jaffe, die ich durch ...

Ich liebe es ja, wenn AutorInnen, die schon verstorben sind, neues Leben eingehaucht wird, in dem ihre Bücher wieder aus der Versenkung geholt werden. So geht es mir auch mit Rona Jaffe, die ich durch eine Gemeinsam Lesen Runde und ihr Buch „Die Welt war so groß“ für mich entdeckt habe. Sie entführt uns in die 50er Jahre in die USA und stellt uns ihre vier Protagonistinnen Daphne, Emily, Chris und Annabel vor. Die vier haben auf den ersten Blick kaum Gemeinsamkeiten, doch alle haben einen Platz am exklusiven Redcliff College an der Ostküste der USA, dem Pendant der noblen Harvard Universität, ergattert. Zu behaupten, die vier verbindet nach Beendigung ihr Collegezeit eine Freundschaft, wäre überzogen und dennoch treffen sie wieder aufeinander, nämlich zum 20jährigen Klassentreffen in den siebziger Jahren. Dazwischen dürfen wir ihr Leben ein wenig mit ihnen teilen. Dürfen sie begleiten, wenn sie Erfolge feiern aber auch mitleiden wenn sie scheitern. Wir tanzen auf ihren Hochzeiten und begrüßen ihre Babies. Kurzum, wir teilen zwanzig Jahres ihres Lebens mit Ihnen …

Rona Jaffe hat eine wunderbare Art zu schreiben, die mir, obwohl die Geschichte ja schon über siebzig Jahre zuvor ihren Anfang nimmt, sofort das Gefühl gibt dabei zu sein. Wie waren doch die gesellschaftlichen Ansichten noch verklemmt und sehr auf den Mann bezogen. Als Frau durfte man vielleicht gerade noch das College besuchen aber danach auch wirklich einen Beruf auszuüben war beinahe undenkbar. Danach drehte sich alles um den Ehemann, den Herd und die Kinder. Auf spannende Weise bringt uns die Autorin dieses Leben und seine weitere Entwicklung in die sechziger und siebziger Jahre nahe. Sie zeichnet das Leben der vier Frauen nach, das unterschiedlicher nicht hätte verlaufen können. Ich freue mich schon sehr auf den Folgeband und vergebe diesem ersten Teil solide vier von fünf Sternen. Besonders viel Spaß hat mir natürlich auch die rege Diskussion in unserer Runde gemacht. Gerne mehr davon …

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Veröffentlicht am 27.11.2020

Zum Schmökern im dunklen November bestens geeignet ...

Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung (Sophia 1)
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Ich muss ja zugeben, wäre das Buch nicht in einem meiner Lesekreise gelaufen, ich glaube, ich hätte mich nicht dazu entscheiden können es zu kaufen. Zum einen ist es für ein Taschenbuch doch sehr dick ...

Ich muss ja zugeben, wäre das Buch nicht in einem meiner Lesekreise gelaufen, ich glaube, ich hätte mich nicht dazu entscheiden können es zu kaufen. Zum einen ist es für ein Taschenbuch doch sehr dick und sperrig aufgemacht, zum anderen finde ich dieses knallpinke Kleid und dazu das in pink verzierte Cover doch recht gewöhnungsbedürftig. Öffentlich hätte ich es wohl eher nicht gelesen.

Umso positiver wurde ich vom Inhalt überrascht. Die Protagonistin Sophia wächst als einziges Kind eines Drogeriebesitzers und seiner Frau in Berlin auf. Sie ist eine intelligente, junge Frau, die von ihren Eltern nicht auf Mann, Herd und Kinder reduziert wird. Im Gegenteil, ihr Vater sieht sie nach ihrem abgeschlossenen Chemiestudium als Partnerin an seiner Seite. Er hat Visionen von weiteren Läden in anderen großen Städten. Doch leider macht ihm das Leben oder besser gesagt der Dozent seiner Tochter einen Strich durch die Rechnung. Tief verletzt und enttäuscht verstößt er Sophia aus der Familie, so dass sie sich allein mit ihrem Babybauch auf der Straße wiederfindet. Den Rest erzählt der Klappentext, mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten …

Das sperrige Buch erwies sich beim Lesen schnell als wahrer Pageturner. Sehr anschaulich und recht glaubwürdig verfolgt man als Leser die Entwicklung der einst ein wenig naiven Sophia, die mit ihrem Ehrgeiz Bäume auszureißen scheint. Wenn da nicht immer dieses dunkle Geheimnis in ihr schlummern würde, von dem sie sich nicht traut, es zu offenbaren. Wird es ihr je gelingen, dennoch glücklich zu werden?

Mir hat die Geschichte gut gefallen. Ich habe einiges über die Herstellung von Kosmetika erfahren und durfte Zeuge des offenen Krieges von Helena von Rubenstein und Elizabeth Arden werden. Nun bin ich gespannt, wie es mit dem nächsten Teil für Sophia weitergehen wird. Ich vergebe wohlverdiente vier von fünf Sternen. Ein klein wenig Luft nach oben bleibt noch für die beiden nächsten Teile.

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Veröffentlicht am 19.11.2020

Ein ungleiches Ermittlerduo mit Biss ... klasse!

Der Petticoat-Mörder (Lemke-von Stain-Serie 1)
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Was für ein interessanter Auftakt zu einer neuen Krimireihe um den jungen Kriminalassistenten Fred Lemke und die etwas mysteriöse Ellen von Stain, deren Rolle bis zum Schluss nicht genau definiert ist. ...

Was für ein interessanter Auftakt zu einer neuen Krimireihe um den jungen Kriminalassistenten Fred Lemke und die etwas mysteriöse Ellen von Stain, deren Rolle bis zum Schluss nicht genau definiert ist. Aber genau das macht sie wahrscheinlich so faszinierend. Im Gegensatz zu Fred, der so manchen Seitenhieb von seinen Vorgesetzten einstecken muss, scheint sie eine gewisse Narrenfreiheit zu genießen. Gemeinsam werden sie beauftragt einen Mordfall zu lösen, der – sehr gut kombiniert, Herr Lemke – einen Großklemptner betrifft. Kaltblütig erschossen finden sie ihn am Ufer des Fennsees vor. Schnell sind Verdächtigungen ausgesprochen, denn der Gute scheint sich zu Lebenszeiten durchaus nicht überall beliebt gemacht zu haben. Doch Lemke will sich mit dem Offensichtlichen nicht zufriedengeben und gräbt noch ein wenig tiefer in Gegenwart und Vergangenheit bis er zum Schluss eine schaurige Entdeckung macht …

Was für eine spannende Zeit, die sich der Autor Leonard Bell – ein Pseudonym und ich würde ja zu gerne wissen, wer dahintersteckt – vorgenommen hat. Der Zweite Weltkrieg hat schon vor über zehn Jahren ein Ende gefunden, doch die Spuren an Mensch und Umwelt sind durchaus noch sichtbar. Da sitzen sie nun wieder in ihren gepolsterten Bürostühlen, die alten Nazis, die doch seinerzeit so viel Angst und Schrecken verbreitet haben. Großzügig wurden damals Persilscheine ausgestellt, um die wichtigen Herren wieder in Lohn und Brot zu stecken. Der junge Lemke hat damit nichts am Hut und scheut sich nicht auch die dunkelsten Geheimnisse aufzudecken. Er verlässt sich auf sein Bauchgefühl und liegt damit meistens richtig. Richtig gut gefallen an dem Roman hat mir, dass man als Leser nicht nur die Hauptcharaktere ein wenig näher kennenlernen darf. Da bekommt selbst die Wirtin in der Metzgerei Riese eine Stimme und ein Gesicht. Man kann direkt zusehen, wie Lemke erwachsen wird, obwohl sich das Ganze in wenigen Tagen abspielt. Noch nicht recht schlau bin ich aus Frau von Stain geworden. Ich habe mich aber gefreut, dass die Zusammenarbeit zwischen den Beiden gegen Schluss immer besser funktionierte. Der Autor schreibt wohl schon am nächsten Teil und ich bin entzückt darüber. Ich bin auf jeden Fall wieder mit von der Partie ….

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Veröffentlicht am 12.11.2020

Im Scheunenviertel ... dem Kiez der armen Schlucker ...

Fräulein Gold: Scheunenkinder
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Auch dieser zweite Teil der Trilogie um die patente Hebamme Fräulein Hulda Gold hat mir mal wieder ausgesprochen gut gefallen. Bestimmt lag es mit daran, dass Anna Thalbach der jungen Hulda Leben eingehaucht ...

Auch dieser zweite Teil der Trilogie um die patente Hebamme Fräulein Hulda Gold hat mir mal wieder ausgesprochen gut gefallen. Bestimmt lag es mit daran, dass Anna Thalbach der jungen Hulda Leben eingehaucht hat. Sie hat schon ein unheimliches Sprachtalent, das sie in „Scheunenkinder“ ganz phantastisch rüber bringt.
Wieder einmal entführt uns Anne Stern mit ihrem Roman ins Berlin der Zwanziger Jahre. Die Polizei hat gerade alle Hände voll zu tun, denn es scheinen Kinderhändler am Werk zu sein, die gerade die ärmeren Gegenden unsicher machen. Immer wieder verschwinden Kinder auf nimmer Wiedersehen und es schaudert einem bei dem Gedanken daran, was mit ihnen geschehen sein mag. Auch Hulda wird damit konfrontiert, nachdem sie im Scheunenviertel – das eigentlich gar nicht in ihr gewöhnliches Revier fällt – einem gesunden Baby auf die Welt hilft, das wenige Tage später verschwunden ist. Da die Familienverhältnisse in der jüdischen Familie nicht zum Besten stehen, werden die Kinderhändler und das verschwundene Neugeborene zuerst nicht in Verbindung gebracht, doch der Verdacht scheint sich langsam zu erhärten …
Neben dem Kriminalfall kommen natürlich auch persönliche Beziehungen nicht zu kurz. So kommt dann schnell ans Licht, dass die Beziehung zwischen dem Cafébesitzer Felix Winter und seiner Angetrauten nicht wirklich auf Rosen gebettet zu sein scheint, dafür kommen sich Hulda und ihr Kriminalkommissar Karl North immer wieder ein Stückchen näher, wenn sie auch bei Weitem nicht immer einer Meinung sind.
Das Buch endet mit einem wunderbaren Cliffhanger, zu dem ich Hulda alle Daumen drücke und mich deshalb schon riesig auf Teil drei freue. Von mir mit der Stimme von Anna Thalbach eine absolute Hörempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.11.2020

Das muss erstmal einer nachmachen ...

Madame Curie und die Kraft zu träumen (Ikonen ihrer Zeit 1)
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Was für ein Leben! Wie interessant, tragisch, mutig … ach Marie „Mania“ Slodowska Curie war wirklich eine ganz besondere Frau. Ihr Leben lang war sie getrieben von dem Wunsch zu forschen, wofür sie schließlich ...

Was für ein Leben! Wie interessant, tragisch, mutig … ach Marie „Mania“ Slodowska Curie war wirklich eine ganz besondere Frau. Ihr Leben lang war sie getrieben von dem Wunsch zu forschen, wofür sie schließlich auch erfolgreich mit nicht nur einem, sondern gleich zwei Nobelpreisen ausgezeichnet wurde. Doch leicht wurde es ihr nicht gemacht. Schon in ihrem Heimatland Polen, durfte das Streben nach Bildung und Weiterbildung oft nur im Untergrund stattfinden und selbst später in Paris nahm sie niemand ernst. Im Gegenteil, man legte ihr Steine in den Weg, die sie – später zusammen mit ihrem geliebten Mann Pierre Curie – tapfer zur Seite rollte.

Geschickt weiß die Autorin Susanna Leonard diese spannende Lebensgeschichte in Szene zu setzen. Sie lässt Marie Curie am Tag der Hochzeit ihrer ältesten Tochter auf junge Frauen treffen, die selbst ein wenig Aufmunterung und Weisheit gebrauchen können. Uns so rollt sie ihr Leben Schicht um Schicht vor eben diesen Frauen und dem Leser auf, woraus eine bewegende Reise durch die Vergangenheit ihren Lauf nimmt. Sehr gut gefallen hat mir, dass wirklich ihr ganzes Leben erzählt wurde und nicht - wie so oft in dieser Art Romanbiografien - ein gewisser Lebensabschnitt herausgepickt wurde. Wie viel besser lernt man sie zu verstehen, wenn man ihre Kindheit und Jugend in Polen „miterlebt“ hatte. Wie viel besser versteht man ihre ursprüngliche Aversion gegenüber einer Bindung an einen Mann, wenn man ihre erste tragische Liebesgeschichte mit erleiden durfte.

Liebe Frau Leonard, was für ein gelungenes Debut Sie uns da präsentiert und sich selbst damit einen Traum erfüllt haben. Ich hoffe, wir bekommen noch mehr aus Ihrer talentierten Feder zu lesen.

„Träume dir dein Leben schön, und mach aus diesen Träumen eine Realität.“ Mit diesem Ausspruch von Marie Curie beende ich meine kleine Rezension und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus. Von mir gibt es die Bestnote, wenn ich auch über ein paar kleine Fehler gestolpert bin, die ein erneutes Lektorat für die zweite Auflage noch verbessern könnte …

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