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Veröffentlicht am 21.03.2020

Von Einem, der auszog Schriftsteller zu werden ...

Unsere wunderbaren Jahre
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Puh, geschafft, was für ein Werk! Mit seinen knapp 1000 Seiten ist der Roman „Unsere wunderbaren Jahre“ von Peter Prange wahrlich kein Pappenstiel. Für mich aber hat sich das Durchhalten gelohnt. Was für ...

Puh, geschafft, was für ein Werk! Mit seinen knapp 1000 Seiten ist der Roman „Unsere wunderbaren Jahre“ von Peter Prange wahrlich kein Pappenstiel. Für mich aber hat sich das Durchhalten gelohnt. Was für eine schöne Idee, den Roman im eigenen Heimatort spielen zu lassen und als Vorlage, die Liebesbriefe der eigenen Eltern zu verwenden. In groben Zügen dreht sich die Geschichte um das Schicksal der drei Wolf Mädels und ihren Freunden Thommy, Benno und Bernd. Sie spielt in Altena, einer Stadt in Westfalen, die auch im wahren Leben durch die Produktion der neuen Währung bekannt wurde. Der Roman deckt die Zeit der D-Mark ab, beginnt quasi mit dem Urknall, der Ausgabe von 40 DM Startgeld für jeden. Der Krieg steckt der älteren Generation 1948 noch in den Knochen. Aus vielen Köpfen ist die vergangene Naziherrschaft auch durch den weißesten Persilschein noch nicht ganz wegzudenken. Doch die sechs jungen Leute haben Zukunftsversionen, die einen mehr, die anderen weniger, und so beginnt sich die Geschichte zu entwickeln. Der bekannte Autor – der sich witzigerweise selbst mit in die Story eingebunden hat – hat es sich nicht einfach gemacht. Akribisch hat er die Geschichte jener Zeit in Ost und West recherchiert. Immer wieder bildet er zeitgenössische Anekdoten und Begebenheit ab, die mir damals kein Geschichtslehrer so gut hätte vermitteln können. Die Unterteilung des Romans in sechs große Abschnitte weckte in mir immer wieder die Neugier, wie es wohl weitergehen wird für die Menschen aus Altena, die natürlich mit der Zeit ihr Glück auch in anderen Ecken Deutschlands suchten.

Wie ich es von Peter Prange gewohnt bin, las sich das Buch flüssig und belohnte mit einer anschaulichen und interessanten Schreibweise. Bei der Fülle an Informationen blieb die ein oder andere Länge nicht aus, deshalb gibt es von mir nicht ganz die Bestnote aber solide vier von fünf Sternen vergebe ich gerne. Übrigens hatte ich das Vergnügen den sympathischen Autor zu einer Lesung zu genau diesem Buch in Stuttgart kennenlernen zu dürfen. Warum das Buch nun noch über drei Jahre im Regal schlummern musste, ist mir ein wenig unverständlich. Erst die Verfilmung des Werkes hat nun doch endlich meine Neugier und vor allem meinen Ehrgeiz geweckt. Ein wirklich empfehlenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 17.03.2020

Manchmal verschlägt es einem fast die Sprache ...

Feuerland
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Dieser Thriller war für mich der erste des Autors Pascal Engman und bestimmt nicht der letzte. Wer Spaß daran hat, in einer Geschichte nicht nur jagende Killer sondern auch politisch brisante Themen zu ...

Dieser Thriller war für mich der erste des Autors Pascal Engman und bestimmt nicht der letzte. Wer Spaß daran hat, in einer Geschichte nicht nur jagende Killer sondern auch politisch brisante Themen zu verarbeiten, der ist mit "Feuerland" bestens bedient.

Durch ein Buch der Autorin Anja Jonuleit - "Rabenfrauen" - durfte ich schon vorher mal einen Einblick in die Colonia Dignidad in Chile nehmen und hatte somit bereits wage Vorstellungen, was mich in "Feuerland" erwarten würde. Doch diese Vorstellungen wurden um ein Vielfaches getoppt! Ich muss zugeben, dass sich der Einstieg in dieses Hörbuch bedingt durch die vielen Namen und die unterschiedlichen Locations zunächst ein wenig schwierig gestaltete. Doch war ich einmal drin, war es vor Spannung fast nicht zu toppen. Wie ein großes Puzzle fügten sich die kleinen Steinchen schließlich zu einem großen Gesamtbild zusammen und bilden ein Szenario, dass nichts für Zartbesaitete ist. Durch das Einfließen vieler politischer, geschichtlicher aber auch gesellschaftlicher Aspekte kommen aber nicht nur Thrillerfans auf ihre Kosten. Sehr gut gemacht!

Ein großes Lob natürlich auch mal wieder an Frank Stieren, der mir mit seiner angenehmen Stimme schon so manche lange Autofahrt oder einsame Bügelstunde versüßt hat.

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Veröffentlicht am 16.03.2020

In Hannover an der Leine, Rote Reihe Nummer 8, wohnt der Massenmörder Haarmann, der schon manchen umgebracht ...

Haarmann
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Im Unterschied zu vielen anderen Rezensenten, bin ich begeistert von diesem Buch. Der mir bis dahin unbekannte Journalist und Autor Dirk Kurbjuweit hat es meiner Meinung nach ganz wunderbar geschafft, ...

Im Unterschied zu vielen anderen Rezensenten, bin ich begeistert von diesem Buch. Der mir bis dahin unbekannte Journalist und Autor Dirk Kurbjuweit hat es meiner Meinung nach ganz wunderbar geschafft, die Atmosphäre im Hannover der 1920er Jahre einzufangen und auf Papier zu bannen. Es war bestimmt keine einfache Zeit. Der verlorene Erste Weltkrieg hatte seine Spuren bei der Bevölkerung hinterlassen. Hunger und Armut sind omnipräsent und verleiteten so manchen dazu, auch mal vom Pfad der Tugend abzukommen und in eine andere Welt einzutauchen. Eine Welt, in der man sich ein wenig Liebe und Obdach erhoffte. Und genau das riss auch einige der mindestens 24 Jungs und junge Männer in den Tod, denn sie fielen dem dem sogenannten „Werwolf von Hannover“ zum Opfer. Akribisch und mit viel Beharrlichkeit versucht der fiktive Ermittler Robert Lahnstein Haarmann auf die Spur zu kommen. Sogar in den eigenen Reihen stößt er dabei nicht immer auf Gegenliebe. Doch er gibt nicht auf und bringt den Schlächter schließlich zu Fall und damit auf’s Schafott. Von 1918 bis 1924 trieb Haarmann sein Unwesen in Hannover. Sieben lange Jahre verbreitete er Angst und Schrecken bis er endlich geschnappt wurde und die Stadt wieder aufatmen konnte …

Für die Aufklärung gebraucht der Autor einen eher trockenen Schreibstil, der mich aber faszinierte und an manchen Stellen regelrecht zum Gruseln brachte. Als einziges Manko möchte ich die fehlenden Anführungszeichen in der direkten Rede anbringen, doch die rechtfertigen für mich keinen Sterneabzug. Von mir gibt es volle fünf von fünf Sternen und einen Dank an den Autor für spannende und schaudervolle Lesestunden!

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Veröffentlicht am 13.03.2020

Sehr einseitige Aufarbeitung ...

Die uns lieben
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Schade eigentlich, da die Thematik durchaus interessant ist und auch das von Trudy in Amerika geplante Projekt einiges an Potential in sich hat. Warum also habe ich nicht zu Ende gelesen? An der Geschichte ...

Schade eigentlich, da die Thematik durchaus interessant ist und auch das von Trudy in Amerika geplante Projekt einiges an Potential in sich hat. Warum also habe ich nicht zu Ende gelesen? An der Geschichte selbst und somit ja eigentlich an der Autorin hat mich gestört, dass sie die Thematik doch sehr „schwarz-weiß“ behandelt hat. Es gab die guten Deutschen, die alles gegeben haben und die Schlechten, die Juden und Minderheiten verfolgt und gequält haben. Die vielen Menschen dazwischen hat sie meiner Meinung nach vollkommen außer Acht gelassen. Dass dann neben vielen Rechercheschnitzern auch noch alle Anführungszeichen in der direkten Rede fehlen, hat den Lesefluss nicht wirklich gesteigert. Na ja, einen Versuch war’s wert und Gott sei Dank sind die Geschmäcker ja nicht alle gleich, was die vielen positiven Bewertungen zeigen.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

Manche warten auf Godot ... und manche eben auf den Teufel ...

Ich erwarte die Ankunft des Teufels
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Auf diese Wiederentdeckung hatte ich mich besonders gefreut. Schon das dunkelrote Cover mit der trotzig aber auch etwas lasziv dreinschauenden Mary Maclane hatte mich im Voraus fasziniert. Ich liebe Bücher ...

Auf diese Wiederentdeckung hatte ich mich besonders gefreut. Schon das dunkelrote Cover mit der trotzig aber auch etwas lasziv dreinschauenden Mary Maclane hatte mich im Voraus fasziniert. Ich liebe Bücher über Frauen, die anders sind und sich vor über 100 Jahren schon trauten offen zu reden, ja gar zu provozieren. Dennoch kam ich mit dem Schreibstil nicht so wirklich klar. Die Autorin hat ihr Buch wie ein Tagebuch aufgebaut, man könnte es so eine Art Selbstanalyse nennen. In längeren und kürzeren fast täglichen Abschnitten lädt sie ihre geneigten Leser in ihre Gedankenwelt ein, spart nicht mit Kritik an anderen aber auch an sich selbst. Und gleichzeitig zelebriert sie sich und das Leben. Immer wieder fragte ich mich, will sie herausfordern und auf sich aufmerksam machen oder fällt sie tatsächlich manchmal in eine Art tiefe Depression, die man ihr nicht mal wirklich verdenken könnte? Immerhin hat ihr Stiefvater ihre Studienpläne – sie wollte wie ihre ältere Schwester zur Yale University – zunichte gemacht und ihr erzählt, dass dafür kein Geld mehr vorhanden sei. Für Mary war das wahrscheinlich eine klare Kampfansage.

Sehr gut gefallen habt mir das Nachwort der Übersetzerin, in dem sie viele klärende Worte zu diesem Projekt und auch Mary als Person verliert. Alles in allem war das sicher eine anspruchsvolle Übersetzungsaufgabe. Ich wünsche dem Reclam Verlag, der mir natürlich bestens aus meiner eigenen Jugend im Gymnasium in Form der kleinen gelben Büchlein bekannt ist, viel Erfolg mit Mary Maclanes Buch und bedanke mich für das überlassene Rezensionexemplar.

Ich vergebe für das Buch drei von fünf Sternen.

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