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Veröffentlicht am 18.03.2023

Spannender Regionalkrimi zum selber Mitraten

Klausjäger
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Im beschaulichen Küssnacht am Vierwaldstättersee wird während des traditionellen Klausumzuges der Samichlaus erschossen. Valérie Lehmann und ihr Team nehmen die Ermittlungen auf. Doch in dem Gewimmel ist ...

Im beschaulichen Küssnacht am Vierwaldstättersee wird während des traditionellen Klausumzuges der Samichlaus erschossen. Valérie Lehmann und ihr Team nehmen die Ermittlungen auf. Doch in dem Gewimmel ist es schwierig brauchbare Aussagen zu finden und Spuren zu sichern. Beim erschossenen Samichlaus handelt es sich um den Bezirksrichter von Küssnacht, der vor allem bei den Frauen nicht gut dasteht. In mindestens drei Fällen hat er die Kinder den Vätern zugesprochen, was ihn als Frauenverachter dastehen lässt. Vor ein paar Tagen wurde zudem der Richter in Schwyz, der in zweiter Instanz sein Urteil getroffen hat, tätlich angegriffen. Haben diese beiden Fälle miteinander zu tun und wurde der Bezirksrichter wegen seinem Job umgebracht? Valérie und ihr Team tappen im Dunkeln und kommen mit ihren Ermittlungen nicht wirklich vorwärts.

Mit ‘Klausjäger’ ist Silvia Götschi ein weiterer spannender Regionalkrimi gelungen. Der Zusammenhang mit dem traditionellen Brauches, dem Klausjagen, ist gut in die Geschichte eingearbeitet. Die Ermittlungen lassen dem Leser immer wieder Spielraum eigene Verdächtigungen spielen zu lassen und verraten dem Leser bis am Schluss nicht, wer dahinter steckt.

Valérie ist eine sehr zielstrebige Ermittlerin, welche sich voll und ganz den laufenden Ermittlungen hingibt. Obwohl sie ihre eigenen privaten Probleme hat, lässt sie sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Mit ihren beiden Hauptermittlern Fabia und Louis hat sie tatkräftige Hilfe an ihrer Seite, welche sie in ihrem Bestreben unterstützen. Das sich mit dem Staatsanwalt Zanetti eine Beziehung anbahnt, zeigt ihre private und verletzliche Seite und lässt sie menschlicher werden.

Die Orte, welche im Krimi vorkommen, sind mir bestens bekannt und doch gibt es durch solche Bücher immer wieder neues zu entdecken. Die Bücher von Silvia Götschi bescheren mir immer sehr spannende Lesestunden und es ist schwierig das Buch zur Seite zu legen.

Ein spannender Regionalkrimi, der zum mitraten einlädt und indem nichts so ist wie es zuerst scheint. Ein Muss für jeden, der spannende Ermittlungen mag.

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Veröffentlicht am 04.03.2023

Eingeholt von der Vergangenheit – spannender Krimi

Kuckuckskinder (Ein Falck-Hedström-Krimi 11)
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Im beschaulichen Dorf Fjällbacka ereignen sich schreckliche Dinge. Nach dem pompösen Fest zum Hochzeitsjubiläum von Elisabeth und Henning, wird am folgenden Morgen der gemeinsame Freund und Fotograf Rolf ...

Im beschaulichen Dorf Fjällbacka ereignen sich schreckliche Dinge. Nach dem pompösen Fest zum Hochzeitsjubiläum von Elisabeth und Henning, wird am folgenden Morgen der gemeinsame Freund und Fotograf Rolf in einer Kunstgalerie tot aufgefunden. Vieles spricht dafür, dass er ermordet wurde. In seiner neuen Ausstellung sollte alte Fotografien ausgestellt werden, welche noch niemand gesehen hat und ein Bild davon den Namen «Schuld» trägt. Nicht einmal seine Frau weiss, was er ausstellen wollte. Patrick und sein Team nehmen die Ermittlungen in diesem Fall auf. Seine Frau Erica nimmt derweil Kontakt mit Rolf’s Ehefrau auf und erfährt von ihr von Lola. Die Transfrau und ihre Tochter wurden vor einigen Jahren Opfer eines grausamen Brandes. Die Geschichte weckt Erica’s Interesse als Thema für ihr neues Buch. Während ihrer Recherchearbeit stösst sie auf Zusammenhänge mit dem Tod von Rolf. Und dann passiert plötzlich ein weiterer Mord, der allen den Atem verschlägt. Peter und seine beiden kleinen Söhne werden regelrecht hingerichtet. Wie hängen diese Fälle zusammen und ist es Zufall dass die beiden Morde zur gleichen Zeit passieren?

‘Kuckuckskinder’ ist ein spannender Krimi, der ein lang gehütetes Geheimnis aufdeckt und dadurch den Leser regelrecht in die Geschichte mithineinzieht. Die Szenen sind sehr detailliert beschrieben und dadurch hat man das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Das Kopfkino kommt definitiv nicht zu kurz. Geheimnisse, Verwirrungen und Familientragödien prägen das Geschehen und tragen zur Spannung bis zur letzten Seite bei. Die Geschichte wird in zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, was die Geschichte von Lola erlebbar macht und wichtige Informationen gibt.

Eine sehr prägende Rolle in diesem Buch nimmt Louise, die Frau von Peter ein. Sie wird als sehr pflichtbewusste und fürsorgliche Person beschrieben, die sich um alles kümmert. Für Henning und Elisabeth eine richtige Traum-Schwiegertochter und für Peter’s Söhne die perfekte Stiefmutter. Erica fand ich jedoch fast sympathischer, da bei ihr nicht immer alles perfekt läuft und das authentischer rüberkommt. Gesamthaft gibt es in der Geschichte sehr viele Protagonisten, welche jeden ihren eigenen Charakter hat und es dem Leser besser ermöglichen, sich zurechtzufinden.

Spannender Krimi, welcher durch Spannung bis zur letzten Seite besticht. Einziger Mangel, ist die grosse Anzahl an Protagonisten.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Eine herzzerreissende Familiengeschichte – Geheimnisse und Tragödien inklusive

Das Schmetterlingszimmer
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Im herrschaftlichen Anwesen Admiral House im ländlichen Suffolk lebt Posy Montague ganz alleine. Ihr beiden Söhne Sam und Nick leben ihr eigenes Leben und haben Admiral House verlassen. Nick ist vor über ...

Im herrschaftlichen Anwesen Admiral House im ländlichen Suffolk lebt Posy Montague ganz alleine. Ihr beiden Söhne Sam und Nick leben ihr eigenes Leben und haben Admiral House verlassen. Nick ist vor über 10 Jahren urplötzlich nach Australien gezogen und gedenkt nun wieder zurück nach England zu kommen. Eine Riesenfreude für Posy, die ihren jüngeren Sohn sehr vermisst hat. Die bald 70-jährige verbrachte den ersten Teil ihrer Kindheit während des 2. Weltkrieges zusammen mit ihren Eltern auf Admiral House, doch nach dem Tod ihres Vaters zog sie zu ihrer Grossmutter nach Cornwall. Sie kehrt erst wieder zusammen mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Kind Sam nach Admiral Hous zurück. Nach dem Tod ihres Mannes, lebt sie mit ihren beiden Kindern Sam und Nick dort und legt ihren eigenen Garten an. Kurz vor ihrem 70. Geburtstag wird ihr Leben so richtig auf den Kopf gestellt, als sie erfährt, dass in der Vergangenheit nicht immer alles so war, wie sie gedacht hatte.

‘Das Schmetterlingszimmer’ ist ein spannender Familienroman, der den Leser bereits ab er ersten Seite packt. Die Familiengeschichte wird in zwei Zeitepochen erzählt. Nach dem ersten Kapitel, der in Posy’s Vergangenheit spielt, war es schwierig zurück in die Gegenwart zu finden. Der Sprung ist relativ abrupt und ist eher verwirrend. Die weiteren Zeitsprünge sind dann jedoch gut machbar und passen sehr gut in die Geschichte. Die Kapitel, welche in der Gegenwart spielen, sind sehr emotional und gespickt von brisanten Geheimnissen und Familientragödien. Dadurch wird die Spannung immer aufrecht erhalten und der Leser leidet immer wieder mit.

Posy ist die Hauptfigur in der Geschichte. Eine starke Frau, welche sich aber auch nicht zu Schade ist ihre Schwächen einzugestehen. Sie hat bereits in der Kindheit einiges durchgemacht, aber ihr Leben in geordnete Bahnen gebracht und das Beste daraus gemacht. Ihre Schwiegertochter Amy schliesst man als Leser auch direkt ins Herz. Sie leidet sehr unter den geschäftlichen Misserfolgen ihres Mannes Sam. Mit ihrem Hoteljob kommt die kleine Familie gerade so über die Runden und kämpft sich durch. Zu allem Übel muss sie sich auch noch die Launen und Aggressionen ihres Mannes gefallen lassen. Neben diesen beiden Persönlichkeiten gibt es noch viele andere Protagonisten, die die Familiengeschichte wesentlich prägen.

Eine spannende und herzzerreissende Familiengeschichte, welche den zu begeistern weiss. Eine Leseempfehlung für alle, welche gerne Familiengeschichten mit starken Frauen lesen.

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Veröffentlicht am 29.01.2023

Spannender Schweden-Krimi – nicht ist so wie es scheint

Witwenwald
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Kommissar Kristoffer Bark erhält den Auftrag den Fall rund um Emilie Kartmann nochmals frisch aufzurollen. Emilie wurde auf grausame Weise umgebracht, nachdem sie von einem Stalker verfolgt und bedroht ...

Kommissar Kristoffer Bark erhält den Auftrag den Fall rund um Emilie Kartmann nochmals frisch aufzurollen. Emilie wurde auf grausame Weise umgebracht, nachdem sie von einem Stalker verfolgt und bedroht wird. In seinem Team fehlt aber Sara, welche schon seit längerem krankgeschrieben ist und er auch noch nie persönlich getroffen hat. Dies ändert sich schlagartig, als Sara’s Mann Josef Bredow tot aufgefunden wird. Lange ist nicht klar, ob er eines natürlichen Todes gestorben ist oder ober umgebracht wurde. Im Tod von Josef zeigen sich auffällige Parallelen zum Fall von Emilie Kartmann, deren Mann ebenfalls ermordet wurde. Doch dies soll nicht die einzige Gemeinsamkeit bleiben. Beide Familien wurden von einem anonymen Stalker verfolgt und bedrängt. Anzeigen beim Jugendamt oder seltsame anonyme Anrufe gehören dazu und führen zu Verunsicherungen bei Sara. Die Ermittlungen in beiden Fällen wollen einfach nicht weitergehen und werden durch einen weiteren Todesfall überschattet. Gelingt es Kristoffer und seinem Team die beiden Fälle zu lösen und den grausamen Mörder zu überführen?

In ‘Witwenwald’ wird der Leser immer wieder in die Irre geführt und es bleibt bis am Schluss nicht ersichtlich wer hinter all dem steckt. Ein spannender Krimi, bei dem man nur so durch die Seiten fliegt. Das Buch lässt sich auch sehr gut lesen, ohne dass man den ersten Teil kennt. Die wesentlichen Informationen, die man als Leser wissen muss, werden in den ersten paar Kapiteln vermittelt.

Der Kommissar Kristoffer Bark, ist ein sympathischer Ermittler, welcher sich für die Ermittlungen einsetzt, egal ob dabei Tag und Nacht gearbeitet werden muss. Egal was kommt, er lässt sich nicht beeinträchtigen und geht seinen Weg. Mit Sara leidet man als Leser natürlich in jeder Situation mit. Alles ist sehr grausam und sie muss sich neben ihrer Krankheit zusätzlich gegen die Anzeigen wehren. Keine einfache Zeit zum Glück hat sie ihren Mann und Lisa an ihrer Seite. Auch ihre kleine Tochter Moa gibt ihr den notwendigen halt.

Ein spannender Schweden-Krimi, wo nichts so ist wie es scheint. Es gibt einige Überraschungen und Wendungen, die den Leser immer wieder dazu zwingen umzudenken wer der Täter sein kann. Täuschungen in den Charakteren sind hier inbegriffen, den jeder hat sein Geheimnis.

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Veröffentlicht am 28.01.2023

Spannendes Buch über eine wahre Geschichte und eine mutige Frau

Die Wagemutige
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Die Widerstandskämpferin Lisa Fittko flüchtet vor den Nazis nach Frankreich. Doch als diese dort einlaufen, gerät ihr Leben in Gefahr: gelangt sie in deren Hände, wird sie nicht mehr lange leben. Als sie ...

Die Widerstandskämpferin Lisa Fittko flüchtet vor den Nazis nach Frankreich. Doch als diese dort einlaufen, gerät ihr Leben in Gefahr: gelangt sie in deren Hände, wird sie nicht mehr lange leben. Als sie in ein Lager in Gurs gesteckt wird, gibt sie nicht so leicht auf. Zusammen mit ihrer Freundin Paulette versucht sie das Beste daraus zu machen und den anderen Frauen Mut zuzusprechen. Gemeinsam entwickeln sie eine Idee wie sie aus dem Lager entkommen können. Doch auch ausserhalb des Lagers ist das Leben risikobehaftet und die Frauen müssen aufpassen, dass sie nicht erwischt werden. Gross ist die Sehnsucht von Lisa nach ihrem Partner Hans und sie macht sich auf die Suche. Die Freude ist gross, als die beiden in Marseille zusammenfinden. Doch auch im Süden Frankreichs sind die beiden nicht sicher, die Gefahr entdeckt zu werden wird immer grösser und zusammen müssen sie einen Weg finden um das Land verlassen zu können. Aber dies ist gar nicht so einfach ohne Ausreisevisum und erfordert einiges an Fantasie. Werden es die beiden in Sicherheit schaffen oder ist ihre Geschichte in Marseille zu Ende?

Mit ‘Die Wagemutige’ ist Caroline Bernard ein eindrücklicher Roman gelungen. Beruhend auf einer wahren Geschichte wird dem Leser die Situation dieser Menschen näher gebracht und lassen einen einmal mehr sprachlos zurück. Die fiktiv eingearbeiteten Elemente passen sehr gut in die Geschichte und lassen sowohl die Protagonisten, wie auch den Leser auf andere Gedanken kommen. Einzig die kleinen Ungereimtheiten wie beispielsweise dass man es sich trotz Geldnot in einem Restaurant gut gehen lassen kann oder sich einen Coiffeurbesuch leisten kann, geben einen fahlen Beigeschmack.

Die Geschichte dreht sich mehrheitlich um Lisa Fittko, eine sympathische und sehr mutige Frau, welche sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Der Titel dieses Buches passt sehr gut zu ihrem Charakter. Sie kämpft für sich, ihre Familie aber auch ihre Freunde. Meist kommen sie bevor sie sich um sich selbst kümmert. Mit Hans hatte ich jedoch zu Beginn Mühe. Er kommt als eher arrogante Person rüber, der nur an sich denkt. Doch mit der Zeit wird er weicher und kümmert sich auch rührend um Lisa, was das Bild von ihm um 180 Grad dreht.

Ein spannendes Buch über eine wahre Geschichte, das mich beeindruckt hat und ich gerne weiterempfehle.

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