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Veröffentlicht am 23.02.2025

Unsympathische Heldin

Achtzehnter Stock
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MEINUNG:

Achtzehnter Stock ist ein Debütroman, der mich zuerst vom Cover her angesprochen hat und auf den ich sehr gespannt war, weil ich selbst auch in Berlin in einer Platte groß geworden bin. 

Von ...

MEINUNG:

Achtzehnter Stock ist ein Debütroman, der mich zuerst vom Cover her angesprochen hat und auf den ich sehr gespannt war, weil ich selbst auch in Berlin in einer Platte groß geworden bin. 

Von den pastelligen Farben auf dem Cover sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Grundstimmung des Romans ist durchgehend melancholisch bis hoffnungslos. Mir war es auf Dauer ein bisschen zu viel, auch es sehr authentisch erschien. Ich war ein bisschen froh als ich das Buch beendet habe. Gestört hat mich vor allem irgendwann Wandas Verhalten, ganz besonders ihrer Tochter Karlie gegenüber. Leider würde ich hier auch schon von Vernachlässigung sprechen wollen. Es gab stellen, wo ich mich gefragt habe, ob Karlie überhaupt etwas zu essen bekommt. Wanda lernt auch nicht so richtig aus ihrer Situation, sondern bringt sich eher noch in eine weitere Misere. Es dreht sich auch alles immer nur um Wanda selbst. Ein bisschen wirkt es immer so, dass sie annimmt, dass sie trotz allem noch etwas Besseres wäre und sie irgendwann als Schauspielerin das große Glück findet. Auch soziale Beziehungen kann sie scheinbar nicht gut führen. Von ihrer Nachbarin weiß sie nicht mal den richtigen Namen, sondern nennt sie immer nur "Aylins Mama".

Als Karlie eine schwere Entzündung bekommt, spürt man Wandas Verzweiflung, dass ihr jemand hilft. Die Stelle hat mich sehr berührt. Es zeigt, dass wie schwer es als alleinziehend Mutter in einem sozialen Brennpunkt ist, dennoch habe ich mich gefragt, ob Wandy sich selbst überhaupt so sieht. Der Roman ist ein stückweit auch eine Milieustudie. Schnell wird klar, dass Wanda selbst mit den besten Ambitionen für ein besseres Leben, nicht aus ihrer sozialen Schicht entfliehen kann. Ich habe mich so oft gefragt, von was Wanda eigentlich lebt, denn soziale Hilfen will sie auch nicht annehmen. Ich hätte sie am liebsten geschüttelt als sie dann endlich mal Geld hat und dass dann auch wieder nur sinnlos ausgegeben hat. Es hat einfach gezeigt, warum es so schwer ist, seiner sozialen Schicht zu entfliehen. Mit ein bisschen Geld ist es nicht getan. Es muss sich auch etwas an dem viel zitierten Mindset tun. Ich mochte zwar nicht die Protagonistin, aber ich mag den Schreibstil von Sara Gmuer.

FAZIT:

Achtzehnter Stock ist ein raues, ein düsteres Buch über eine sozialen Brennpunkt in Berlin mit einer Protagonistin, die ich leider nicht sympathisch fand und die mit den Verlauf auch immer anstrengender wurde, dennoch halte ich das Buch für realistisch. Ich bin gespannt, was wir von Sara Gmuer noch lesen werden.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Nordische, royale Geheimnisse

Dark Cinderella
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MEINUNG:

Ich liebe royale Liebesgeschichten bzw. Geschichten mit Standesunterschieden. Ich habe bisher von Anya Omah noch nichts gelesen, aber Dark Cinderella konnte ich nur schwer entziehen. Es ist der ...

MEINUNG:

Ich liebe royale Liebesgeschichten bzw. Geschichten mit Standesunterschieden. Ich habe bisher von Anya Omah noch nichts gelesen, aber Dark Cinderella konnte ich nur schwer entziehen. Es ist der erste Band der Northern-Royals-Dilogie.

Mich hatte die Geschichte sofort, allein schon wegen dem Setting. Maximilian ist der Kronprinz von Skonien, einem fiktiven skandinavischen Land irgendwo in der Nähe von Schweden. Solche Sachzüge finde ich von AutorInnen immer gut, so ist man freier in der Gestaltung und Vergleiche zu realen Orten erübrigen sich ein bisschen. Der Titel lässt vermuten, dass es sich hier um eine moderne Cinderella Geschichte handelt, aber dem ist nicht ganz so. Die Geschichte ist auch ein bisschen düster, aber es ist keine Dark Romance. Ich vermute hier eher eine Anspielung auf Sofias Hautfarbe. Sofia Larsson ist zwar eine normale, bürgerliche Schwedin und Maximilian ist der Kronprinz von Skonien, aber Sofia hat noch so ihre eigenen Ziele, die im skonischen Königshaus verfolgt. Sie sucht nach ihrer verschwundenen besten Freundin, die zuletzt im Königshaus gearbeitet hat. 

Die Geschichte gerät in der Mitte ein bisschen ins Stocken für meinen Geschmack, allerdings haben die Beziehungen auch genug Zeit sich so zu entwickeln. Für meinen Geschmack hätte es ruhig ein bisschen mehr Handlung noch sein können. Ansonsten entwickelt sich Handlung flüssig und Sofia versucht ein paar Nachforschungen anzustellen. Schnell spürt man, dass jeder und jede so ihre eigenen Absichten hat. Ich bin mir nicht sicher, was ich von der Schwester von Maximilian halten soll. Prinzession Linnea hat selbst noch ein paar Geheimnisse, die sie noch nicht preis geben will. Zwischen Sofia und Maximilian entwickeln sich eine gewisse Anziehung. Ich fand gut, dass diese nicht ganz zum im Mittelpunkt steht, aber hätte mir trotzdem manchmal ein bisschen mehr Leidenschaft gewünscht, die auf mich beim Lesen förmlich überschwappt. Ich mag beide Charaktere gern, auch wenn sie gewissen Stereotypen entsprechen. Maximilian, der gut herzige, zuvorkommende Prinz, der sich gerne für die guten Dinge einsetzt und sein Schwester beschützen will. Man kann ihn gut und gerne als Green Flag bezeichnen. Sofia, die kluge Frau aus einfachen Hause, die nicht viel besitzt und große Teile ihrer Familie verloren hat. Das Buch endet mit einem ordentlichen Cliffhanger, der einige offene Fragen zurück lässt.

FAZIT:

Dark Cinderella ist ein gelungener Auftakt in die Dilogie Northern Royals. Es ist ein gute konstruierte Story, die sich nicht nur auf die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten beschränkt. Es gibt noch viele offene Fragen, die hoffentlich dann im zweiten Teil geklärt werden.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Spannender 3. Teil

Eiskalte Schuld
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MEINUNG:

Eiskalte Schuld ist nun der dritte Band der Maria-Just-Reihe. Vor allem Brennender Zorn und auch haben mir bisher sehr gut gefallen. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, aber ich würde immer ...

MEINUNG:

Eiskalte Schuld ist nun der dritte Band der Maria-Just-Reihe. Vor allem Brennender Zorn und auch haben mir bisher sehr gut gefallen. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, aber ich würde immer empfehlen die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. 

Die Spannung wurde hier sehr konstant gehalten. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, obwohl es gute 500 Seiten hat und die beiden Autorinnen immer viele Informationen on top geben. Das mag ich allerdings auch sehr an der Reihe. Dieses Mal ging es u.a. auch darum, ob Dänemark wieder in die Atomkraft einsteigen möchte. Ich finde es sehr spannend, wie es dort läuft und dass man sich hier mit ähnlichen Fragen beschäftigt wie bei uns. Oft wird Dänemark doch immer als großer Vorreiter für alternative Energien genannt. Der Fall an sich war wieder sehr vielschichtig aufgebaut. Schicht für Schichte führen die beiden Autorinnen die Leserschaft an den möglichen bzw. die möglichen Täter heran. Ich habe dann schon irgendwann eine Ahnung gehabt, wer es sein könnte. Die beiden Autorinnen haben sehr geschickt einen alten Fall (Cold Case) mit einem aktuellen Mordfall verknüpft, in dem sie wieder die brillante Maria Just den entscheidenden Zusammenhang haben sehen lassen.

Maria mag ich als Charakter auch sehr gern, da sie so klug ist, ohne dabei eingebildet zu sein. In Kombination mit Mikael Dirk und Frederik Dahlin bietet sie einen wunderbaren Kontrast in der Ermittlung. Zwischen den dreien gibt es auch interessante Dynamiken, auf die ich im nächsten Teil dann sehr gespannt bin. Der Fall führt dieses Mal u.a. auch raus aus Kopenhagen nach Holland. Ich liebe beide Länder sehr und mag es, dass man beim Lesen das Gefühl hat, man ist in Kopenhagen mit dabei. Beim Lesen bekomme ich auf jeden Fall immer Fernweh. :)

FAZIT:

Eiskalte Schuld hat mich wieder sehr gut unterhalten und gibt gleichzeitig wieder einen tiefen Einblick in die dänische Gesellschaft. Der Fall war sehr gut aufgebaut und zeichnete sich durch seine Vielschichtigkeit aus. Die Spannung wurde konstant gehalten. Ich freue mich auf einen weiteren Teil.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Gute Gründe zu Leben

Gute Gründe
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MEINUNG:

Ich bin nach The Freedom Clause und Was uns zusammenhält einfach Fan vom Pola Verlag und es war für mich klar, dass ich so viele Bücher, wie möglich lese möchte von dem Verlag. Gute Gründe ist ...

MEINUNG:

Ich bin nach The Freedom Clause und Was uns zusammenhält einfach Fan vom Pola Verlag und es war für mich klar, dass ich so viele Bücher, wie möglich lese möchte von dem Verlag. Gute Gründe ist nun also mein dritte Buch aus dem Verlag.

Yael ist mir sofort sehr ans Herz gewachsen. Die Autorin hat für Yael viele schwere Schicksalsschläge im Gepäck für Yael, wie der frühe Tod der Eltern, eine toxische Beziehung zu einem Mann und der Selbstmordversuch am Anfang des Romans, der aus ihrer Depression entstanden ist. Ich war sehr froh, dass Yael so viel Humor und Selbstironie hatte, denn sonst wäre eine sehr schwere Lektüre geworden. Trotzdem hat das Buch eine melancholische Grundstimmung. Wir begleiten Yael, wie sie versucht ins Leben zurück zu finden. Ich war irgendwie froh für sie, dass sie scheinbar wirtschaftlich abgesichert zu sein schien, denn die Arbeitsunfähigkeit in diesem Stadium führt oft zu weiteren Ängsten um die eigene Existenz. Ich fand die Darstellung von Yaels Erkrankung authentisch. Es gibt immer wieder ein auf und ab. Ich war sehr froh, dass sie zumindest in ihrer Schwester, ihrem Mann und den drei Kindern sehr enge Bezugsperson hat, die sie versuchen aufzufangen. Mit der Schwester hatte ich allerdings auch Mitleid, da sie auch Yael fast verloren hatte. Die Schwesternbeziehung eine zentrale Beziehung in dieser Geschichte.

Einen großen Teil nehmen auch die Eltern der beiden ein. Man bekommt Einblick in das jüdische Leben. Zunächst ist nicht ganz klar, wann sie verstorben sind, aber nach und nach wird klar, dass die beiden Schwestern hier auch ein hartes Schicksal getroffen hat. Es gibt immer wieder Rückblicke, t.w. fragmentarisch gehalten. So bekommt man auch mit, dass Yael eine schwierige, toxische Beziehung hinter sich hatte, die eventuell auch noch ihr übriges zu ihrem Zustand dazu beigetragen hat. Beim Lesen muss ein bisschen am Ball bleiben mit den Zeitsprüngen, aber für mich laß sich das Buch zu jeder Zeit flüssig. Ich mochte es sehr, dass Yael jeden Tag ins Schwimmbad gegangen ist, so habe ich mir immer einen sonnigen, warmen Tag vorgestellt als Kontrast zu den vielen schweren Themen.

FAZIT:

Gute Gründe ist nun schon das dritte Buch aus dem Pola Verlag, welches mich wieder begeistert hat. Es ist keine leichte Geschichten, aber dennoch voller liebenswerter Personen, einer tollen Schwesternbeziehung und einer Protagonistin mit Humor.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Hoffungsvoll mit einer Prise Humor

Sonnenhang
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MEINUNG:

Kathrin Weßling ist eine Autorin, der ich schon lange folge und ihre Bücher auch sehr gerne lese. Sie trifft einfach einen Nerv bei mir, der gut zu meiner Lebensphase passt. Nix passiert“ mochte ...

MEINUNG:

Kathrin Weßling ist eine Autorin, der ich schon lange folge und ihre Bücher auch sehr gerne lese. Sie trifft einfach einen Nerv bei mir, der gut zu meiner Lebensphase passt. Nix passiert“ mochte ich sehr und auf Sonnenhang habe ich mich auch schon viele Monate gefreut.

Ich habe den Erzählton von Kathrin Weßling dieses Mal als viel gesetzter und ruhiger empfunden, was sicher auch an ihrer Protagonistin Katharina Webeling liegt, die fast ein bisschen wie sie selbst heißt. Ich kann mir vorstellen, dass ein paar biographische Parallelen gibt zumindest hinsichtlich der Depression. Katharina ist Ende 30, Single und allein lebend mit ihrer Katze in Berlin-Wedding. Sie befindet sich damit in einem Lebensabschnitt, in dem viele andere Menschen bereits verheiratet sind, ein oder mehrere Kinder haben und vielleicht auch in einem Haus mit Garten wohnen. Nun könnte man sagen, jeder wie er mag, aber Katharina ist keineswegs glücklich über diesen Zustand. Besonders schlimm wird es, als ihr die Gebärmutter entfernt werden muss und sie sich damit konfrontiert sieht nie eigene Kinder zu bekommen. Die Autorin beschreibt Katharinas Schmerz darüber so gut, dass mit Katharina hätte weinen können. In meinen Augen wird gut aufgezeigt, dass sich das Lebensglück nicht immer in Elternschaft und Heirat finden lassen muss. Das muss auch Katharina verstehen, auch wenn der Weg dahin wirklich schwer ist.

Ich hatte dein Eindruck, dass Katharina sich auch allein gelassen fühlt in ihrer Situation, denn ihre Freundin mit zwei Kindern hat kaum Zeit für sie und eine andere Freundin ist auch in einer Partnerschaft. Es zeigt mal wieder, wir konzentriert unsere Gesellschaft auf die Paarbeziehung ist. Ihre Arbeit im Altersheim sorgt dafür, dass Katharina zumindest unter Menschen ist, auch wenn diese Personen ein ganz anders Leben haben. Sie bieten einen starken Kontrast zu Katharina, denn für sie ist das Leben praktisch vorbei. Katharina hat auch ohne Uterus noch genug Möglichkeiten. Es braucht seine Zeit bis Katharina da erkennt. Ich fand es schön, wenn vielleicht auch ein bisschen kitschig beschrieben, dass sie hier in den Alten so etwas wie Wahlfamilie bekommt - Personen, denn sie wichtig ist.

FAZIT:

Sonnenhang ist trotz aller ernsten und schweren Themen ein humorvoller und vor allem hoffnungstiftender Roman. Ich finde, dass sich der Roman erwachsener liest als andere Bücher der Autorin. Kathrin Weßling hat mit Protagonistin Katharina eine Charakter geschaffen, mit dem man sich identifizieren kann und die sich trotz aller Höhen und Tiefen immer wieder aufrappelt, ohne dass es unauthentisch und überspitzt wirkt. 

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