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Veröffentlicht am 15.09.2021

Gelungener Auftakt einer High-Fantasy-Reihe

Götterverse / Arthemos' Klagelied
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Die Zwillinge Avina und Siran wollen mit dem Heiler Haron eigentlich nur eine einfache Bildungsreise nach Arromont unternehmen, doch unterwegs treffen sie auf den Akhari-Prinzen Darian, der des Mordes ...

Die Zwillinge Avina und Siran wollen mit dem Heiler Haron eigentlich nur eine einfache Bildungsreise nach Arromont unternehmen, doch unterwegs treffen sie auf den Akhari-Prinzen Darian, der des Mordes an seinem Vater bezichtigt wird. Von da an entwickelt sich die Reise abenteuerlicher als gedacht und sie ziehen ungewollte Aufmerksamkeit auf sich.
Das Buch hat mich richtig positiv überrascht. Hier hat man mal nicht die typischen Charaktere, die schon kampferprobt sind, sondern einfache Leute, die nur das Leben auf dem Bauernhof kennen. Dabei sind Avina und Siran schon sehr unterschiedlich. Während Avina nämlich von Abenteuern träumt und Drachen liebt, bevorzugt Siran lieber ein geordnetes und einfaches Leben. Haron ist ein schon betagter Mann, der die Zwillinge in der Heilkunst ausbilden will und ein alter Freund der Familie ist. Nur Darian ist durch seine Abstammung ein ausgebildeter Kämpfer, wurde auf seiner Flucht aber schwer verletzt.
Die Geschichte lässt sich wunderbar flüssig lesen und wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Hauptsächlich sind diese von Avina, Siran und Darian, aber die Autorin bedient sich auch bei anderen Charakteren, sobald es handlungsrelevant wird. Die Handlung selbst ist immer wieder von sehr spannenden Passagen durchsetzt und wird dann auch etwas ruhiger. Dadurch bekommt man als Leser die Gelegenheit, die Welt und ihre interessante Geschichte näher kennenzulernen. Diese beruht nämlich auf einer alten Göttersage und wir begegnen Drachen und den gefährlichen, aber wunderschönen Silberfängen.
Durch die lange Reise nach Arromont lernen wir die Welt sehr gut kennen und man kann sich alles wunderbar bildhaft vorstellen, sodass man sich wünscht, selber einmal dorthin reisen zu können. Die Hauptcharaktere wachsen einem immer mehr ans Herz und es entwickeln sich zwischen ihnen bereits ganz zarte Bande und echte Freundschaft.
Manchmal hat man handlungstechnisch Vermutungen, wobei diese eher Ahnungen sind und man nicht genau sagen kann, was genau passieren wird. Das Ende des Buches lässt einen wehmütig zurück und man hofft auf ein baldiges Wiedersehen. Ich bin schon gespannt darauf zu erfahren, welche meiner Vermutungen für den Fortlauf der Geschichte sich bewahrheiten werden oder ob es doch ganz anders kommt.

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Veröffentlicht am 15.09.2021

Abenteuerlicher Auftakt voller Magie und besonderer Thematik

Keeper of the Lost Cities – Der Aufbruch (Keeper of the Lost Cities 1)
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Die 12-jährige Sophie wird plötzlich völlig aus dem ihren bekannten Leben gerissen, als sie erfährt, dass sie eigentlich eine Elfe ist. Von nun an beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt voller Magie ...

Die 12-jährige Sophie wird plötzlich völlig aus dem ihren bekannten Leben gerissen, als sie erfährt, dass sie eigentlich eine Elfe ist. Von nun an beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt voller Magie und der Suche nach der Wahrheit über ihre Herkunft.
Die Geschichte legt hier direkt los und Sophie hat nicht viel Zeit, sich von ihrem alten Leben zu verabschieden. Sie wird direkt damit konfrontiert, dass sie eine Elfe ist und dass diese in einer anderen Welt leben. So muss sie ihre Familie zurücklassen und ahnt schon, dass es nicht ihre richtige Familie sein konnte. So steht sie vor einem neuen Leben, das geheimnisumrankt ist. Denn wo kommt sie eigentlich wirklich her? Warum wurde sie in der Menschenwelt versteckt? Und warum ist sie eine so begabte Telepathin? Zusätzlich zu all diesen Fragen muss sie mit dem Verlust ihrer Familie klarkommen und sich bei ihren neuen Vormunden einleben, die selbst noch einen Verlust zu verarbeiten haben.
Die Thematik mit den Verlusten wird hier dabei sehr einfühlsam und realistisch umgesetzt und hat mich schon teilweise ziemlich mitgenommen. Man kann da sehr gut mit Sophie mitfühlen.
Aber natürlich findet sie auch neue, gute Freunde und besucht eine besondere Schule, auf der sie einige magische Dinge lernt.
Die Handlung bleibt hier fast durchweg spannend, denn der Schulalltag hat immer wieder neue Herausforderungen parat und Sophie erfährt nebenher auch bruchstückhaft ein paar Dinge über ihre Vergangenheit. Dabei ist sie selbst ein sehr sympathischer Charakter und für ihr Alter ziemlich stark und tapfer, was sie auch sein muss, da einige Dinge, die sie über sich erfährt, nicht so leicht zu verarbeiten sind.
Dieses Buch wartet auf jeden Fall mit einer neuen, interessanten Welt auf. Elfen sind hier so ganz anders, als man sie sich vorstellen würde und Magie auch ganz anders als gedacht.
Sophies Existenz ist hier ein ziemlich großes Geheimnis und es steckt eine ganze Menge mehr dahinter, als man auch nur erahnen könnte. Ich bin schon gespannt, was in den kommenden Bänden noch so alles ans Licht kommen wird.
Alles in einem ist dies ein richtig toller Reihenauftakt über Freundschaft, Familie und Magie, den ich nur schwer aus der Hand legen konnte und der absolut empfehlenswert ist!

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Veröffentlicht am 08.09.2021

Spannender Fantasy-Krimi mit lebendig gewordenem Aberglauben

Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau
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Lucy Wayne ist Privatdetektivin und lebt in einem Berlin, dass sich nur in einem von dem unseren unterscheidet: Es ist mitbevölkert von magischen Kreaturen. Denn eine Bombe setzte vor dreißig Jahren eine ...

Lucy Wayne ist Privatdetektivin und lebt in einem Berlin, dass sich nur in einem von dem unseren unterscheidet: Es ist mitbevölkert von magischen Kreaturen. Denn eine Bombe setzte vor dreißig Jahren eine Strahlung frei, welche dafür sorgte, dass der Aberglaube der Menschen Gestalt annimmt.
Doch so magisch funkelnd wie das jetzt klingt ist das alles nicht, denn die sogenannten Stifs haben so gut wie keine Rechte, stoßen auf Ablehnung und erinnern generell mit ihrer Situation an eine Flüchtlingskrise.
Der neue Auftrag, dem Lucy sich annimmt, beinhaltet das Finden einer verschwundenen Faerie. Doch niemals hätte Lucy gedacht, dass dieser Fall so große Wellen schlagen würde.
Lucy erzählt die Geschichte aus ihrer Sich im Präsens und diese gewählte Zeitform passt wie ich finde sehr gut zu einem Krimi. Nebenher fließen geschickt die Entstehungsgeschichte der Stifs und Lucy Vergangenheit mit ein, sodass man schnell gut informiert ist. Auch wird immer detailreich beschrieben, wo Lucy unterwegs ist und was ihr ins Auge fällt. So kann man sich dieses alternative Berlin sehr bildhaft vorstellen und könnte sogar ihre Laufwege nachverfolgen. Ich persönlich fände eine Welt mit solchen Bewohnern ja total spannend, aber dann bitte mit gleichberechtigten Lebensverhältnissen.
Der Schreibstil hat so etwas Besonderes an sich, dass ich schwer beschreiben kann, aber er passt perfekt zur Atmosphäre in diesem Buch.
Lucy selbst ist ein sehr spezieller Charakter und sie hat so ihre Eigenarten. Sie begibt sich gern in Gefahr, verbeißt sich sehr in ihren Fall, raucht und trinkt gerne. Dadurch, dass sie komplett in ihrem Fall versinkt vernachlässigt sie allerdings ihr nahestehende Personen, was sie oft egoistisch und taktlos erscheinen lässt.
Der Fall an sich entwickelt sich nach und nach zu einer ziemlich großen Sache und wird immer spannender. Denn je mehr Spuren Lucy verfolgt, desto mehr Erkenntnisse offenbaren sich, dabei bleibt die Endlösung bis zuletzt undurchschaubar und sorgt doch für Überraschungen. Die ganze Sache ist dabei noch etwas politisch angehaucht, wodurch man schon gut aufpassen muss, damit einem nichts entgeht und man am Ende alles noch nachvollziehen kann. Somit ist dies nicht wirklich ein Buch für Zwischendurch, da sollte man Ruhe beim Lesen für haben.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und es war eine gute Abwechslung zu meinen gewöhnlichen Fantasy-Titeln. Ich freue mich auf die Fortsetzung und kann das Buch jedem empfehlen, der gerne Krimis liest und dabei nichts gegen eine Prise Fantasy hat.

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Veröffentlicht am 31.08.2021

Sympathische Charaktere in einer tollen Fantasy-Welt

Die Krone der Dunkelheit
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In „Die Krone der Dunkelheit“ begleiten wir unterschiedliche Charaktere auf ihrer Reise. Freya, die Prinzessin des Menschenreichs, will unbedingt ihren Bruder Talon finden und wird dabei von dem Wächter ...

In „Die Krone der Dunkelheit“ begleiten wir unterschiedliche Charaktere auf ihrer Reise. Freya, die Prinzessin des Menschenreichs, will unbedingt ihren Bruder Talon finden und wird dabei von dem Wächter Larkin begleitet. Ceylan will sich den Wächtern anschließen, Kheeran muss sich seiner Krönung stellen und Weylan hat einen heiklen Auftrag zu erfüllen.
Denkt man anfangs noch, dass die Charaktere nichts miteinander zu tun haben, so bemerkt man bald, dass ihre Wege irgendwann aufeinandertreffen werden, auch wenn es nur um denselben Ort geht.
Erzählt wird die Geschichte dabei abwechselnd aus den Perspektiven der einzelnen Charaktere, sodass man immer weiß, was wo los ist. Die Charaktere wurden mir recht schnell alle sympathisch und vor allem Ceylan hat es mir angetan. Durch ihre besondere Art sorgt sie hier für eine gute Prise Humor und ich musste oft lachen.
Dabei ist auch die Welt, die für dieses Buch geschaffen wurde, besonders faszinierend. Der Kontinent ist durch eine Mauer in zwei Hälften geteilt, an der die unsterblichen Wächter dienen. Das Menschenreich ist jetzt nicht so besonders, aber der Hauptteil der Handlung spielt auch im Grenzgebiet, an der Mauer und im Reich der Fae. Die Fae bewohnen die andere Hälfte, wobei es einmal die Seelie und die Unseelie gibt. Durch Kheeran, der der Kronprinz der Unseelie ist, und Weylan, der unfreiwillig der Seelie-Königin Valeska dienen muss, erfährt man vieles über das Leben dieser beiden Völker.
Valeska ist eine ziemlich unsympathische Person. Sie liebt zwar ihr Volk über alles, schreckt aber nicht vor grausamen Taten zurück. Weylan ist ihr Blutsklave und hat keine andere Wahl, als ihr zu gehorchen. Was hier noch erwähnenswert ist, ist die Tatsache, dass Valeska ihn auch gern sexuell nötigt.
(Für den ein oder anderen Leser gewiss ein wichtiger Hinweis)
Die Handlung war für mich überwiegend spannend, manchmal hat man schon Ahnungen gehabt, was sein könnte und doch blieb alles größtenteils unvorhersehbar. Für mich war dies eine spannende Lektüre und ich habe die Charaktere gerne auf ihrer Reise begleitet und mit ihnen zusammen die Welt entdeckt. Auch Gefühle wurden hier mit eingebaut, die sich vielleicht später noch zu einer richtigen Lovestory entwickeln könnten, in diesem Band aber eher im Hintergrund blieben.
Alles in einem ein spannender Fantasy-Roman mit faszinierendem Weltenbau und einfach tollen Charakteren!

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Veröffentlicht am 13.08.2021

Spannender Reihenauftakt mit hohem Suchtpotenzial

Underworld Chronicles - Verflucht
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Nora ist zwar ein Mensch, besitzt aber besondere Fähigkeiten. So kann sie durch Berührung Gedanken lesen und durch kürzlich hinterlassene Abdrücke auf Gegenständen in die Vergangenheit sehen. Allerdings ...

Nora ist zwar ein Mensch, besitzt aber besondere Fähigkeiten. So kann sie durch Berührung Gedanken lesen und durch kürzlich hinterlassene Abdrücke auf Gegenständen in die Vergangenheit sehen. Allerdings hat sie eine besondere Ausstrahlung, die Männer besonders auf sie aufmerksam macht, weshalb sie schon einige schlechte Erfahrungen erleben musste. Von daher wird am Anfang des Buches auch auf die Triggerwarnungen hingewiesen.
Nora ist zwar selbst keine Unterweltlerin, kennt sich aber ein wenig damit aus und gerät aufgrund ihrer Fähigkeiten in die Fänge eines Vampirs. Dieser will, dass sie eine verschwundene Vampirin ausfindig macht. Glücklicherweise erhält sie aber schnell Unterstützung von anderen Unterweltlern und findet dort sogar das, was ihr immer fehlte – Freundschaft und echte Zuneigung.
Die Geschichte wird von Nora in der Ich-Form und im Präsens erzählt. Dieser Stil passt sehr gut und der Schreibstil lässt sich richtig schön locker flockig lesen. Nora hat ihren ganz eigenen Humor und ich finde den richtig klasse. Auch bei den anderen Charakteren sorgt dieser oft für Lacher und Sympathiepunkte.
Während der Handlung begegnen einem schnell andere Unterweltler, die wichtig werden. Da sind zum einen Henry und Parker. Henry ist ein Meistervampir und fast sofort von Nora besessen, während sein Clanmitglied Parker zwar auch fasziniert von ihr ist, aber anständig bleibt. Henry sorgt hier natürlich für einige Probleme, bringt aber auch Pepp in die Geschichte. Auf der anderen Seite wären da noch Terrance, ein Troll und Nick, bei dem man nicht weiß, was er ist. Beide stehen Nora zur Seite und unterstützen sie tatkräftig.
Die Charaktere sind hier wunderbar unterschiedlich und werden einem oft direkt sympathisch. Sie alle haben ihren gewissen Charme und selbst wenn Henry ein ziemlicher Arsch sein kann, so weiß man doch, dass es hauptsächlich an Noras Anziehungskraft liegt. Diese sorgt bei ihr oft zu Problemen und man sollte daher darauf gefasst sein, dass ihre Vergangenheit sehr dunkel ist.
Das Buch liest sich sehr flott, aber man kann es auch nur schwer aus der Hand legen. Die Handlung ist unheimlich spannend und es ist faszinierend zu beobachten, wie Nora erkennt, dass sie endlich Personen gefunden hat, denen sie wirklich vertrauen kann. Auch wenn sie nie gedacht hätte, sowas bei den Unterweltlern zu finden.
Das Buch hat leider nicht allzu viele Seiten, aber trotzdem kommt hier nichts zu kurz. Die Länge passt trotzdem gut zur Handlung und man freut sich danach umso mehr auf die Fortsetzung. Ich jedenfalls kann sie kaum erwarten!

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