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Veröffentlicht am 19.11.2025

Istanbul-Berlin

Selam Berlin
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Hasan erfährt in Istanbul vom Fall der Berliner Mauer und wundert sich, warum das seinen Vater so mitnimmt. Da er sein Abitur in der Tasche hat, beschließt er, nicht wie seine Mutter in Istanbul zu bleiben, ...

Hasan erfährt in Istanbul vom Fall der Berliner Mauer und wundert sich, warum das seinen Vater so mitnimmt. Da er sein Abitur in der Tasche hat, beschließt er, nicht wie seine Mutter in Istanbul zu bleiben, sondern nach Berlin zu ziehen und die Berlin-Party live zu erleben. Denn er fühlt sich als in Berlin geborener Türke in Istanbul nicht zuhause und freut sich auf "sein Berlin". Leider bleibt das nicht so.

Das Cover von "Selam Berlin" zeigt eine Fotomontage, links Minarette, einen "Halbmond" und rechts den Funkturm. Da die Diskrepanz zwischen Istanbul und Berlin ein Thema des Romans ist, passt das sehr gut.

Yadé Kara ist selbst in der Türkei geboren und hat in verschiedenen Städten gelebt, sie weiß, wovon sie schreibt, das macht das Buch für mich sehr authentisch. Interessant ist, dass sie für ihre Hauptperson nicht die weibliche Perspektive, sondern die eines jungen Mannes gewählt hat. Sie spielt mit diversen Klischees und Ansichten, der urbane Raum spielt ebenfalls eine Hauptrolle, wie bereits der Titel verrät. Gerade wenn man wie ich den Mauerfall damals nur live im Fernsehen verfolgt hat, aber Berlin und Istanbul bereits besucht hat, nimmt einen der Roman mit. Ein gutes Buch, das seine Preise meiner Meinung nach verdient bekommen hat.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Gegensätze ziehen sich an, oder?

Drei auf Reisen
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Connie und Douglas haben sich nach über zwanzig Jahren auseinandergelebt. So sieht es jedenfalls Connie. Douglas fällt aus allen Wolken. Trotzdem wollen sie mit ihrem Sohn Albie im Sommer auf die "Grand ...

Connie und Douglas haben sich nach über zwanzig Jahren auseinandergelebt. So sieht es jedenfalls Connie. Douglas fällt aus allen Wolken. Trotzdem wollen sie mit ihrem Sohn Albie im Sommer auf die "Grand Tour" gehen. Aber ist das wirlich eine gute Idee?

"Drei auf Reisen" hat ein knallig-orangefarbenes Cover, weshalb die drei blauen Silhouetten sowie die weiße Schrift besonders auffallen. Das Cover verrät nicht viel, nur der Fakt, dass sich alle drei Personen voneinander entfernt befinden, der Mann in der Mitte jedoch der weiblichen Person zugewandt ist, lässt tief blicken. Das Cover macht neugierig und "leitet an den Klappentext weiter". Der Name des Verlags, "Kein & Aber", gefällt mir sehr gut!

David Nicholls Schreibstil gefällt mir, das ist nicht mein erstes Buch von ihm. Interessant ist auch die Perspektive des Ehemannes, Douglas, und die Zeitsprünge. So ist man mal in der Gegenwart, der Grand Tour, dann wieder wird die Liebes- und Lebensgeschichte von Connie und Douglas erzählt. Es erfordert Konzentration, wenn man eben noch in der Vergangenwart war und quasi unvermittelt in die Gegenwart geholt wird. Das Buch hat ein paar Längen, macht aber auch nachdenklich und stellt die berühmte Frage, ob Gegensätze sich anziehen? In diesem Fall hielt die Anziehung leider nicht für den Rest des Lebens.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Faszinierend

Frankenstein
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Mary Shelleys Klassiker der Literatur in einer liebevoll illustrierten Ausgabe mit Extras wie einem Medaillon, Tagebüchern, Hochzeitskarte, etc.

MinaLima hat für "Frankenstein" ein wunderschönes Cover ...

Mary Shelleys Klassiker der Literatur in einer liebevoll illustrierten Ausgabe mit Extras wie einem Medaillon, Tagebüchern, Hochzeitskarte, etc.

MinaLima hat für "Frankenstein" ein wunderschönes Cover gestaltet, alles in Blaugrün, Schwarz, Weiß und Gold gehalten, sehr edel. Optisch und haptisch lädt dieses Buch zum Zugreifen ein und die zauberhaften Illustrationen und Extras innen im Buch sind weitere Highlights.

Mary Shelley hat einen Klassiker geschrieben, in dem alles Wichtige vorhanden ist: Freundschaft, Liebe, Dramatik, Horror, schöne Landschaftsbeschreibungen, Hässlichkeit, der Lernprozess des Monsters... was für eine Fantasie! Die Einführung, wie die Idee des Buches zustande kam, ist auch sehr interessant. Die ersten Briefe hingegen haben sich für meinen Geschmack etwas gezogen, doch ab dem Zeitpunkt, an dem Frankenstein gefunden und aufs Schiff gebracht wird, beginnt die Spannung so richtig und das Buch hat mich in seinen Bann gezogen. Ich bin absolut kein Horror-Fan, aber dieses Buch würde ich als einen Klassiker bezeichnen, den jeder gelesen haben sollte. Klare Lese-Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Der "Krimi-Club" on Tour

Juwelenraub im Schneepalast
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Libby Andersch und ihr Krimi-Club ermitteln im Cold Case der ausgeraubten und ermordeten Nina Kandinsky. Dafür fahren sie nach Gstaad, wo im Palace-Hotel ein Teil der britischen Kronjuwelen ausgestellt ...

Libby Andersch und ihr Krimi-Club ermitteln im Cold Case der ausgeraubten und ermordeten Nina Kandinsky. Dafür fahren sie nach Gstaad, wo im Palace-Hotel ein Teil der britischen Kronjuwelen ausgestellt wird. Aber dabei bleibt es nicht…

Auf dem Cover von „Juwelenraub im Schneepalast“ sieht man ein liebevoll gezeichnetes, vornehm aussehendes Hotel vor verschneiter Kulisse. Es sieht gemütlich und harmlos aus, sehr einladend. Für die Authentizität wäre es perfekt gewesen, wenn, wie im Buch beschrieben, neben der Schweizer Fahne auch der Union Jack geflattert hätte.

Dies war mein erstes Buch von Gabriela Kasperski, die anderen Fälle von Libby Andersch kannte ich bisher nicht. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr gut lesbar, so dass ich direkt in der Geschichte drin war. Libby Andersch erinnert mich an Agatha Christies „Miss Marple“, ebenfalls eine ältere Dame, der es immer wieder gelingt, sich unauffällig zu verhalten und durch Beobachtungen und Kombinationsgabe in Bereiche zu gelangen, die für andere nicht erreichbar sind. Ob es realistisch ist, dass die Kinder eines britischen Premierministers spontan mit einem anderen Kind Freundschaft schließen und diesen mit Anhang direkt in die Suite lassen, sei dahingestellt, aber Gabriela Kasperski verweist ja darauf, dass es sich um Fiktion handelt und nicht um eine wahre Geschichte. Als "Nichtschweizer" kannte ich einige Begriffe nicht, durchs Nachschlagen habe ich wieder etwas gelernt und konnte die offenen Fragen klären. Die Querverweise zu den vorigen Büchern haben mich auf jeden Fall auf die anderen Fälle neugierig gemacht und laden dadurch „Uneingeweihte“ wie mich ein, auch diese Bücher zu lesen.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Es lebe die Frauenpower!

Bernadette Swifts Gespür für Bücher
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Bernadette liebt ihren Beruf als Juniorlektorin, gibt ihr Bestes und möchte weiter aufsteigen. Im New York der 1960er Jahre ist das als Frau jedoch alles andere als einfach. Glücklicherweise lässt Bernadette ...

Bernadette liebt ihren Beruf als Juniorlektorin, gibt ihr Bestes und möchte weiter aufsteigen. Im New York der 1960er Jahre ist das als Frau jedoch alles andere als einfach. Glücklicherweise lässt Bernadette sich nicht unterkriegen und trotzt den Widrigkeiten.

Das Cover von "Bernadette Schwifts Gespür für Bücher" versprüht den Charme der Sixties. Im Hintergrund ist in blassem Blau-Grau die Skyline von New York zu sehen, weshalb die selbstbewusste Frau in der roten Jacke und mit dem Buch in der Hand umso mehr ins Auge fällt. Um komplett authentisch zu sein, hätte ich die Frau mit Haarband und in pink dargestellt, dann hätte das Cover absolut perfekt gepasst.

Eliza Knights Schreibstil ließ mich sofort im Buch ankommen und mich "wohlfühlen". Sie hat interessante Charaktere entwickelt und einen Blick hinter die Kulissen des Verlagswesens der 1960er Jahre ermöglicht. Mein persönliches Highlight waren die Kapitel aus der Sicht der Deutschen Dogge Frank, ein unerwartetes Goodie, das mir viel Spaß bereitet hat. Eine tolle Vorstellung, dass Frank seine Runden durchs Viertel zieht und für Ordnung sorgt! Wobei im echten Leben eine freilaufende, riesige Dogge für Angst sorgen würde, aber in der Fiktion macht es Spaß. Das Buch enthält die Botschaft, dass Frauenpower immens wichtig ist und dass Frauen viel mehr schaffen können, wenn sie zusammenhalten, anstatt sich das Leben schwer zu machen. Eine weitere wichtige Botschaft aus dem Buch lautet, Zitat: "Der Körper sollte, wenn es um gleiche Bezahlung oder Respekt ging, keine Rolle spielen." Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Ein Buch mit Unterhaltungswert und Tiefgang, für mich die perfekte Kombination, deshalb eine klare Leseempfehlung von mir!.

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