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Veröffentlicht am 24.03.2025

Eine grausame Mordserie

Der Nachtgänger
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„ Der Nachtgänger “ von Lars Kepler aus dem Lübbe Verlag
10. Band des bekannten Autorenehepaars aus der Serie mit Joona Linna und Eric Berg

Eine wirklich grausame Mordserie sucht Schweden heim. Hauptfigur ...

„ Der Nachtgänger “ von Lars Kepler aus dem Lübbe Verlag
10. Band des bekannten Autorenehepaars aus der Serie mit Joona Linna und Eric Berg

Eine wirklich grausame Mordserie sucht Schweden heim. Hauptfigur in diesem durchweg spannenden Thriller ist Hugo Sand, ein junger Mann, gerade 17 Jahre alt und mit einer Schlafstörung namens Somnambulismus gezeichnet. Während eines seiner wandelnden Alpträume, in der Hugo das Haus verlässt, wird Hugo auf einem Campingplatz in einem Wohnwagen neben einer zerstückelten Leiche gefunden. Schnell gerät er unter Verdacht den vorgefundenen toten Mann ermordet zu haben. Hugo der schon seit den frühesten Kindheitstagen mit dieser Erkrankung des Schlafwandelns zu kämpfen hat, ist völlig verunsichert. Schließlich kann er sich an nichts erinnern und so steht die Frage im Raum, ob er nicht nur ein brutaler Mörder ist, sondern auch zu dieser grausamen Tat fähig erscheint. Anders stellt sich hier die Frage, ob Hugo nicht ein wichtiger Zeuge ist.
Die Ermittlungen führt kein anderer durch, als der uns bereits bekannte schwedische Ermittler, Joona Linna und so bleibt in diesem knisternden Roman nicht aus, dass Eric Berg, in der Funktion des Hypnotiseurs zu Rate gezogen wird. Eric Berg wäre aber nicht Eric Berg, wenn er nicht gleich zu Beginn seines Settings auf Ungereimtheiten stoßen würde und auch Joona Linna wird relativ schnell klar, dass er es hier mit einem Mörder zu tun hat, der einer perfiden Serie nachgeht, die mit größter Grausamkeit mit einer Axt durchgeführt wird. Denn eines wird in diesem Thriller sofort klar, der Tote im Wohnwagen war erst der Anfang einer nun rasch folgenden grausamen Mordserie.
Dies war mein erster Thriller des Autorenpaares und was soll ich sagen, es bleibt bestimmt nicht beim letzten Buch. Wie ich finde braucht man die Vorgänger Bücher nicht unbedingt kennen. Dieser Band ist in sich schlüssig. Lars Kepler hat mich mit diesem soghaften Schreibstil immer tiefer in die Geschehnisse hineingezogen. Am Ende gab es einen so spannenden Cliffhanger, dass mir der Atem ausblieb und ich mich immer noch frage, wie konnte das alles so schnell passieren. Wie in einem Spielfilm oft zu sehen, wurde auch hier in verschiedenen Szenarien parallel Geschehnisse geschildert. Das Tempo erreichte dabei eine Geschwindigkeit, dass einem schwindelig wurde. Das Thema Somnambulismus steht dabei im Vordergrund und diese doch recht unbekannte Schlafstörung macht das Buch so richtig interessant. Gefallen hat mir aber auch, dass das Buch mit den Protagonisten psychologisch tiefgründig aufgezogen ist. Beim Lesen werden Hintergründe, Motive und alltägliche Situationen anschaulich und spannungsgeladen beschrieben und so empfindet man mit jedem Protagonisten mit. Dabei verstehen es die Autoren, eine düstere Stimmung zu produzieren und immer wieder Fährten auszulegen, die sich am Ende als verkehrt herausstellen. Daher ist nicht nur Joona Linna auf der Jagd nach einem gefährlichen Serienmörder, sondern auch ich habe immer wieder neue Thesen und Verdächtigungen aufgestellt. Was sich bis zum Ende als immer wieder verkehrt herausgestellt hat. Denn das Ende kommt auch hier ganz anders, als man denkt. Natürlich fließt hier viel Blut und es kommt zu extrem brutalen Beschreibungen. Daher nichts für Leute die auf blutige und brutale Unterhaltung nicht stehen. Ich persönlich fand jedoch, dass es zur Stimmung dazu gehörte und zu diesem Thriller passend. Darüber hinaus ist dieses Buch mit so viel Raffinesse und Verstrickungen geschrieben, dennoch bleiben am Ende keine Fragen ungelöst offen, aber lest selbst ihr werdet nicht enttäuscht werden.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

BITTE, MEHR DAVON…

Die Kurve
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DIE KURVE von Dirk Schmidt aus dem Suhrkamp Verlag

Dieser Thriller ist nicht irgendein Thriller, nein, dieser Roman besteht aus 100% Carl. Ich wollte unbedingt Carl aus Herne kennenlernen und was soll ...

DIE KURVE von Dirk Schmidt aus dem Suhrkamp Verlag

Dieser Thriller ist nicht irgendein Thriller, nein, dieser Roman besteht aus 100% Carl. Ich wollte unbedingt Carl aus Herne kennenlernen und was soll ich sagen, ich bin froh, dass ich noch lebe, auch wenn ich Carl beim Lesen ganz nahegekommen bin.
Mich hat das Buchcover sofort angesprochen, da im Hintergrund der Förderturm steht und bei der Vorstellung des Buches es die Information gab, dass Carl aus Herne stammt. Dies tut er auch, dennoch ist dieser Thriller längst nicht ein Lokalkolorit wie vielleicht von vielen nun erwartet. Dennoch lässt sich in den Dialogen diese typische sprachliche Coolness des Ruhrgebiets nicht verleugnen, was mir persönlich an diesem Buch ganz besonders gefallen hat. Worum geht es aber eigentlich in diesem Thriller? Wie bereits beschrieben geht es um Carl. Carl hat in vielen Jahren ein Wirtschaftsunternehmen aufgebaut, welches ganz klar im höchsten kriminellen Milieu angesiedelt ist. Hierbei handelt es sich um Auftragsanfragen die ein sofortiges Handeln erfordern und Carl bietet die individuellen Lösungen dazu.
Natürlich kann er dieses nicht alleine bewerkstelligen und so lernen wir von Kapitel zu Kapitel sein Arbeitsteam kennen. Dabei stehen drei wirklich delikate und echt kriminelle Aufträge im Vordergrund und Carl vermittelt uns seine Arbeitsweise und wir lernen eindeutig dabei seine Skills kennen. Wie sich nun jeder denken kann, sind diese Umgangsformen nicht gerade erstrebenswert. Mit viel Druck und subtiler Gewaltandrohung erleben wir wie Carl seine ausführenden Hände zur Arbeit zwingt. Da gibt es die schnelle Betty, Schneider, der klar Schiff macht oder Ridley, der gerne Drogen konsumiert. Jede/r von ihnen bringt eine individuelle Persönlichkeit mit und überraschen uns Leser/innen im Verlaufe des Buches mit ihren Eigenarten immer mehr. Aber alle besitzen ein und
dasselbe Verbindungsstück, welches in diesem Thriller häppchenweise zu Tage tritt und am Ende wechselte sogar meine Perspektive zu Carl.
Dirk Schmidt hat in meinen Augen ein großartiges Buch geschrieben. Mit viel Raffinesse und Verstrickungen lernen wir mit Carl, als Hauptprotagonist, ein soziales System kennen, welches aus der Not heraus entsteht und sich zu einem finanziell lukrativen Dienstleistungsangebot entwickelt. Dabei versteht es der Autor mit viel Humor und Ironie Situationen entstehen zu lassen, die unmöglich erscheinen, aber einfach zum Lachen sind. Ernste kriminelle Themen erhalten mithilfe von den einzigartigen Monologen Carls eine humorvolle Umsetzung. Habe ich schon erwähnt, dass ich auch nicht weiß wo Carl zurzeit wohnt? Was soll ich zum Schluss noch sagen: Bitte mehr davon….

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Tiefgründig und mit langem Nachhall

Der Polarkreis
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DER POLARKREIS von Liza Marklund aus dem Atrium Verlag

Ein unfassbar nachwirkendes Buch, dessen Inhalt bestimmt in meiner Erinnerung verbleibt. Tatsächlich weiß ich gerade gar nicht genau wie ich mit ...

DER POLARKREIS von Liza Marklund aus dem Atrium Verlag

Ein unfassbar nachwirkendes Buch, dessen Inhalt bestimmt in meiner Erinnerung verbleibt. Tatsächlich weiß ich gerade gar nicht genau wie ich mit meiner Rezension beginnen soll, um der Autorin auch wirklich gerecht zu werden. Daher beginne ich einfach mit dem Inhalt des Buches und worum es im Kern geht. In einer Kleinstadt wird an einem Brückenpfeiler, nach einem Unwetter, die kopflose Leiche einer jungen Frau gefunden. Schnell wird allen in der Stadt klar, dass es sich hierbei nur um das vermisste Mädchen handeln kann, welches vor mehr als 40 Jahren von heute auf morgen spurlos und ohne jeden Anhaltspunkt verschwunden war. Zu dieser Zeit traf sich das verschwundene Mädchen mit vier weiteren Mädchen aus derselben Schule regelmäßig in einem selbst gegründeten Buchclub dem „Polarkreis“, genannt nach der regionalen Eishockeymannschaft, um Noten aufzubessern.

Liza Marklund erzählt aus fünf verschiedenen Perspektiven die jeweilige Gegenwart und die dazugehörige Vergangenheit jedes einzelnen Mädchens aus dem Buchclub und der heutigen Frau. So erleben wir Leserinnen Stück für Stück die Ereignisse der vergangenen Tage. Aber nicht nur peu à peu setzt sich hier aus den Erzählungen der Protagonistinnen die Vergangenheit zusammen, sondern die Gegenwart spielt dazu eine große Rolle in Form der Erinnerungen. Alle erzählen aus ihrer Sicht ihre ganz eigene und persönliche Lebenssituation. Dabei erhalten wir Leserinnen einen tiefgründigen Einblick in fünf Teenager Leben und ihrer damaligen Gefühlswelt und den Blick der heutigen Frau auf die damalige Situation. Wer nun denkt, es handelt sich hierbei, um ein rein feministisches Buch liegt da verkehrt, denn gleich auf den ersten Seiten wird eindeutig klar, dass auch Männer in den Leben der Mädchen eine große Rolle spielten. Dabei hatte ein beliebter Junge, Sohn des damaligen Polizeichefs, zu allen Mädchen einen Kontakt. In der Gegenwart ist genau dieser Junge der nun heutige ermittelnde Beamte und spätestens jetzt wissen wir, dass es sich hierbei um eine raffinierte und spannende Kriminalgeschichte handelt.
Liza Marklund beweist hier wieder einmal, mit viel Empathie und Authentizität Persönlichkeiten zu beschreiben. Ihr Schreibstil ist dabei locker und leicht zu lesen ohne dass der Inhalt dabei verloren geht. Dabei besitzt die Autorin die Macht uns beim Lesen immer tiefer in den Sog zu ziehen.
Zu keiner Zeit rückt die Kriminalgeschichte in den Hintergrund, da die Gegenwart immer wieder angesprochen wird. Wie ein roter Faden zieht sich die Ermittlungsarbeit durch die Geschehnisse und am Ende ist die Auflösung unfassbar und hat mich persönlich sprachlos zurückgelassen, aber auf gar keinen Fall enttäuscht. Für mich eine grandiose Kriminalgeschichte die tief in Erinnerung verbleibt. Habe ich eigentlich erwähnt, dass die Geschichte sich in Nordschweden abspielt? Daher weht immer ein skandinavisches Flair durch das Buch.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Rätsel vergangener Zeit

Der Schotte
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„Der Schotte“
Erster Fall für Patricia Duncan - von M. P. Roberts

Eine Kriminalgeschichte dessen Kern und Motiv weit in der Vergangenheit zurückliegt.
Durch den Tod der Eltern wächst John McConley ...

„Der Schotte“
Erster Fall für Patricia Duncan - von M. P. Roberts

Eine Kriminalgeschichte dessen Kern und Motiv weit in der Vergangenheit zurückliegt.
Durch den Tod der Eltern wächst John McConley zu einem schwerreichen Mann heran.
Ahnungslos, dass die Eltern einem Flugzeugabsturz einem Anschlag zum Opfer
gefallen sind, lernt John zufällig in einem Pub Eve kennen. Beide erleben ihre Nacht des
Lebens, dennoch will das Schicksal, dass beide sich danach nicht mehr wieder sehen.
Vierzig Jahre später schlägt das Schicksal erneut zu und vor Johns Tür steht plötzlich
Eve. Aber auch diese Begegnung bleibt nicht von Dauer, da Eve auf der Flucht ist. Vor
den Augen Johns wird Eve von ihren Verfolgern ermordet und sowohl ein politisches,
als auch persönliches Rätsel vergangener Zeiten will nun endlich gelöst werden. Der
Autor lässt uns LeserInnen Stück für Stück die gesamte Kriminalgeschichte
zusammensetzen. Sie führt uns in Geschehnisse des damaligen Nordirlands Konflikt
hinein. Tiefgründig und mit politischem und empathischem Sachverstand versteht es
der Autor eine Kriminalgeschichte entstehen zu lassen, dessen Wahrheit weit in der
Vergangenheit liegt. Von Kapitel zu Kapitel wechseln wir die Perspektive und erleben
so die Geschehnisse aus der Vergangenheit, als auch der Gegenwart. Wie ich finde ein
gelungener Auftakt zu der Patricia Duncan Reihe, auch wenn diese im ersten Roman in
ihrer Ermittlungsrolle keinen großen Part übernimmt.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Sno wie Schnee oder doch eher für kalt?

Snø - Ohne jeden Zeugen: Ein Fall für Snø
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Sno - Ohne jeden Zeugen von Unni Lindell -
als Hörbuch gehört aus dem Saga Egmont Verlag

Marit würde sagen: … „was für eine kuriose Kriminalgeschichte, nur damit das mal
gesagt ist“ …

Unni Lindell ...

Sno - Ohne jeden Zeugen von Unni Lindell -
als Hörbuch gehört aus dem Saga Egmont Verlag

Marit würde sagen: … „was für eine kuriose Kriminalgeschichte, nur damit das mal
gesagt ist“ …

Unni Lindell führt uns in eine Kriminalgeschichte, mit der Hauptprotagonistin Sno, die
zu Beginn recht verworren auf uns Hörerinnen wirkt. Doch mit jedem Kapitel enthüllt
sich hier eine spannende Geschichte, die immer mehr an Profil annimmt. Sno eine
junge Polizeiermittlerin, wird mit ihrer erfahreneren Kollegin Marit zu einem
Kontrollauftrag geschickt. Eine junge Frau, Sonja, hat in einem Nachbarhaus den
Verdacht, dass dort etwas nicht in Ordnung ist. Daraufhin kontrollieren die beiden
Polizistinnen das Haus können aber nichts Ungewöhnliches entdecken. Sno, lässt die
Sache gedanklich nicht los. Irgendetwas macht für sie Sonjas Aussagen, in ihren
Augen, glaubwürdig und so kommt es, dass sie immer wieder versucht Sonja
telefonisch zu erreichen. Doch vergeblich, die junge Studentin geht nicht mehr ans
Telefon. Sno beweist Hartnäckigkeit und muss sich auch ihrer Kollegin Marit
gegenüber behaupten. Schließlich sind beide dafür eingesetzt, um Vermisstenfälle zu
bearbeiten. Nichtsahnend, dass auch Sonja in Kürze dazu zählen wird. Sno beweist
aber nicht nur Hartnäckigkeit, sondern auch einen ausgeprägten Spürsinn und so
entdeckt sie als Erste eine rätselhafte Spur, die mit Sonja weitere prekäre
Vermisstenfälle zusammenführt.
Für mich ein Hörbuch, indem ich mich zu Beginn etwas hinein fuchsen musste, aber
dann doch relativ schnell Feuer gefangen habe. Während zu Beginn der Glaube
aufkommt die Geschehnisse handeln von einem mörderischen Serientäter, geht die
Erzählung schnell in rätselhafte Geschichten über. Denn es wird nicht nur von Sno
ermittelt, sondern Sno wird zudem mit ihrer Vergangenheit immer wieder konfrontiert.
Aber nicht nur dieser Umstand kommt zum Tragen, sondern Sno setzt sich gedanklich
immer noch mit dem Tod des Bruders auseinander. Als sie dann plötzlich Nachrichten
auf dem Handy erhält versucht sie dem Übeltäter auf die Schliche zu kommen.
Gedanklich lässt uns Sno mit in ihre Welt, die geprägt ist von ihrem kriminellen Bruder
der in Japan ertrunken ist. Lisa Boos erzählt die Geschichte von Sno sehr einprägsam.
Ihre ruhige und dennoch präsente Stimme sorgt für eine mysteriöse und
skandinavische Stimmung. Hilfreich sind die angesagten Kapitel und so verirrt man
sich nicht in den vielen Geschehnissen. Ein Hörbuch, welches ich gerne
weiterempfehle, da es alles beinhaltet, was eine gute Kriminalgeschichte braucht.

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