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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.01.2026

In der Zwischenwelt

House of Hollow - Ein Horror-Fantasy-Roman
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Als Erstes möchte ich anmerken, dass das Cover absolut genial zum Inhalt passt.
House of Hollow ist düster, verstörend und zieht einen schnell in seinen Bann. Drei Schwestern, ein rätselhaftes Verschwinden ...

Als Erstes möchte ich anmerken, dass das Cover absolut genial zum Inhalt passt.
House of Hollow ist düster, verstörend und zieht einen schnell in seinen Bann. Drei Schwestern, ein rätselhaftes Verschwinden in der Kindheit und eine Atmosphäre, die permanent unter die Haut geht. Die Geschichte lebt weniger von Tempo als von Stimmung – unheimlich, märchenhaft und stellenweise richtig creepy.
Besonders gelungen sind die Bilder und Metaphern: schön, aber unter der Oberfläche ekelhaft und faulig. Das ist nicht so meins, aber scheinbar gehört das zu einer Horrorstory dazu.
Die Schwestern wirken fremd, beschädigt, nie ganz richtig in dieser Welt.
Allerdings hat das Buch auch Längen. Manche Passagen drehen sich zu sehr um Atmosphäre, ohne die Handlung wirklich voranzubringen. Gegen Ende hätte ich mir etwas mehr Klarheit und Konsequenz gewünscht.
Kein klassischer Thriller, eher Horror mit literarischem Einschlag. Für Fans von leiser, schleichender Gänsehaut sehr empfehlenswert.
Leider wird der Eindruck des Hörbuchs durch die Sprecherin deutlich geschwächt. Die Lesung wirkt sehr mechanisch, fast emotionslos, was der eigentlich intensiven und unheimlichen Geschichte viel Spannung nimmt. Das ist schade, denn gerade hier hätte eine nuancierte Interpretation viel ausmachen können.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Starke Stimmung, zu viel Wald

Knochenkälte
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Atmosphärischer Thriller mit starkem Setting: eisige Kälte, Abgeschiedenheit und ein David Hunter, der buchstäblich von der Umwelt abgeschnitten ist. Die Dorffehde, die Leichenfunde und ein Mörder, der ...

Atmosphärischer Thriller mit starkem Setting: eisige Kälte, Abgeschiedenheit und ein David Hunter, der buchstäblich von der Umwelt abgeschnitten ist. Die Dorffehde, die Leichenfunde und ein Mörder, der tötet, um eigene Spuren zu verwischen, sorgen für ordentlich Spannung – zumal Hunter selbst zunehmend in Lebensgefahr gerät. Besonders hervorzuheben: das Hörbuch ist ausgezeichnet vorgelesen von Johannes Steck, sehr dicht und stimmungsvoll. Allerdings ziehen sich manche Passagen unnötig, vor allem das ständige Umherirren im Fichtenwald hätte deutlich kürzer ausfallen können. Trotzdem ein packender Krimi mit bedrückender Atmosphäre und starkem Plotkern. Solide 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Dienstantritt Sabine Kühn

Kühn am Meer
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Claudia Raute hat mit Kriminalkommissarin Sabine Kühn eine neue Krimiserie gestartet. Das Cover zeigt schon deutlich, dass es sich um einen Küstenkrimi handelt. Das Buch wird übrigens sehr angenehm von ...

Claudia Raute hat mit Kriminalkommissarin Sabine Kühn eine neue Krimiserie gestartet. Das Cover zeigt schon deutlich, dass es sich um einen Küstenkrimi handelt. Das Buch wird übrigens sehr angenehm von Markus Sellmann vorgetragen.
Sabine Kühn hat ihr altes Leben radikal hinter sich gelassen. In Husum soll es fern der übergriffigen Familie und der unangenehmen beruflichen Situation einen Neustart geben. Die Hoffnung auf einen ruhigen Job erfüllt sich jedoch nicht, denn schon vor ihrem ersten Arbeitstag wird Sabine mit in eine Mordermittlung hineingezogen. Um den Kopf frei zu kriegen, hat Sabine schnell ihr altes Hobby, das Joggen, wieder aufgenommen. Bei ihrer täglichen Runde begegnet sie häufig einem interessanten Mann. Als sie ihn beruflich durchchecken muss, wird alles anders.
Die Handlung ist schlüssig und spannend aufgebaut. Man kann ihr gut folgen. Vor allem Sabine wird einem schnell vertraut, erst recht, je mehr man von ihrer belastenden Vergangenheit erfährt. Aus diesem Grund kann man ihre zwiespältigen Gefühle sehr gut nachvollziehen. Zum Glück handelt es sich hier nicht um einen verkappten Liebesroman, nein, gegen Ende wird es fast ein richtiger Thriller. Gerne werde ich in Zukunft noch mehr von Sabine Kühn hören oder lesen.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

aufwühlend

Children of Anguish and Anarchy
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Der dritte und letzte Teil von Children of Anguish and Anarchy liefert genau das, was der Titel verspricht: Chaos, Emotionen und ordentlich Drama. Die Welt ist düster, intensiv und stellenweise brutal, ...

Der dritte und letzte Teil von Children of Anguish and Anarchy liefert genau das, was der Titel verspricht: Chaos, Emotionen und ordentlich Drama. Die Welt ist düster, intensiv und stellenweise brutal, aber immer fesselnd. Besonders gefallen hat mir die emotionale Tiefe der Figuren – nichts wirkt glatt oder bequem, alles hat Ecken und Kanten.

Manchmal verliert sich die Geschichte etwas im Übermaß an Pathos und Gewalt, da hätte weniger mehr sein können. Trotzdem bleibt man dran, weil Spannung und Atmosphäre einfach stimmen. Kein Wohlfühlbuch, aber ein aufwühlendes Leseerlebnis, an das man sich noch länger erinnert.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Verbrechen im Hungerwinter

Die weiße Nacht
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Schon von außen gibt das perfekte Coverbild eine Ahnung vom Inhalt. Denn durch eine Kameralinse wird eine winterliche Szene aus dem zerbombten Berlin in schwarz/weiß gezeigt. Von diesem Hungerwinter haben ...

Schon von außen gibt das perfekte Coverbild eine Ahnung vom Inhalt. Denn durch eine Kameralinse wird eine winterliche Szene aus dem zerbombten Berlin in schwarz/weiß gezeigt. Von diesem Hungerwinter haben uns die Eltern oft erzählt und in genau dieser Atmosphäre spielt der Roman von Anne Stern. Die Kameralinse gehört zu der Fotojournalistin Lou Faber. Auf ihrer Motivsuche entdeckt sie eine Frauenleiche, die zwar versteckt, dennoch sorgfältig aufgebahrt wurde. Der ermittelnde Kriminalkommissar Alfred König hat noch mit den Schrecken der Vergangenheit zu kämpfen, während die Gegenwart ihm nicht nur mit der Ressourcenknappheit bei der Polizei zusetzt, sondern auch mit Vorgesetzten, die nicht wegen ihrer Tüchtigkeit, sondern wegen alter Seilschaften in ihre Position gehoben wurden. Die beiden entwickeln sich nach anfänglichen Ressentiments zu einem guten Team.
Das Buch firmiert als Kriminalroman, wobei man hier den Schwerpunkt auf Roman legen sollte. Die Spannung ist eher zurückhaltend, währenddessen die Stimmung in dieser Szenerie des Überlebens von Tag zu Tag meisterlich eingefangen wird. Ebenso werden die zwischenmenschlichen Schwingungen zwischen den Zeilen spürbar, ohne groß ausgesprochen zu werden. Der sensible Schreibstil macht mich neugierig auf eine Fortsetzung.

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