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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2026

Politischer Roman über den Jugoslawienkrieg

Alma
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Das sommerliche Cover und der Klappentext von „Alma“ versprechen ein Eintauchen in das schöne Triest, wo die Protagonistin aufgewachsen ist. Diese Erwartung wird jedoch nur teilweise erfüllt.

Die Autorin ...

Das sommerliche Cover und der Klappentext von „Alma“ versprechen ein Eintauchen in das schöne Triest, wo die Protagonistin aufgewachsen ist. Diese Erwartung wird jedoch nur teilweise erfüllt.

Die Autorin taucht sehr tief in Almas Gefühlswelt ein. Man begleitet sie durch eine Kindheit in dem unordentlichen Haushalt ihrer Mutter, der wenig Struktur bietet, und einem Vater, der nur sporadisch anwesend ist. Seine geheimnisvollen Tätigkeiten in Jugoslawien werfen immer wieder Fragen auf. Auch der Junge aus Belgrad, den er mitbringt und der wie ein Bruder mit Alma aufwächst, ist eine interessante Figur.

Allerdings bleiben Ort und Zeit oft unklar, vieles wirkt schwammig und nicht ganz greifbar. Vor allem ist es nicht der Roman, den man anhand von Cover und Beschreibung erwartet. Statt einer atmosphärischen Geschichte über Triest entwickelt sich das Buch in eine stark politische Richtung. Ohne Vorkenntnisse zum Jugoslawienkrieg fällt es schwer, alles vollständig zu verstehen, sodass man sich nebenbei erst mit den historischen Hintergründen beschäftigen muss.

Trotz der schönen, stellenweise poetischen Sprache konnte mich das Buch insgesamt nicht ganz überzeugen. Meine Erwartungen wurden nur teilweise erfüllt.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Mystisch

Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi
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Moorgold ist mein erster Krimi dieser Autorin, und das geheimnisvolle Cover mit den Goldstücken hat sofort meine Neugier geweckt.
Im Mittelpunkt steht die Kommissarin Annalena Krest, die nicht nur einen ...

Moorgold ist mein erster Krimi dieser Autorin, und das geheimnisvolle Cover mit den Goldstücken hat sofort meine Neugier geweckt.
Im Mittelpunkt steht die Kommissarin Annalena Krest, die nicht nur einen komplexen Fall lösen muss, sondern auch privat als Alleinerziehende mit einigen Herausforderungen kämpft. Da ihr Chef aktuell beurlaubt ist, sucht sie immer wieder seinen Rat, was ihrer Figur eine persönliche, aber auch etwas unselbständige Note gibt.
Der Fall selbst beginnt spannend: Ein Leierkastenmann wird ermordet, und auch sein Sohn gerät ins Visier unbekannter Täter. Gleichzeitig gibt es Verbindungen zu einem Jahre zurückliegenden Verschwinden eines Schatzsuchers jenseits der Grenze. Die Verknüpfung der Ereignisse ist grundsätzlich interessant, und Annalenas Alleingänge sorgen stellenweise für brenzlige Situationen.
Allerdings nehmen die zahlreichen Sagen und Legenden rund um vergrabene Schätze einen sehr großen Raum ein. Das wirkt mit der Zeit etwas zu ausufernd und bremst die Handlung spürbar aus. Insgesamt fehlt der Geschichte dadurch das Tempo, und auch das Ende kommt eher abrupt und wenig ausgearbeitet daher.
Das Erzgebirge wird sehr düster und geheimnisvoll dargestellt, vielleicht etwas zu sehr, denn es wirkt stellenweise überzeichnet.
Insgesamt eine interessante Idee mit sympathischer Hauptfigur, aber für meinen Geschmack zu wenig Spannung und ein etwas unausgewogener Erzählfluss. Daher knappe 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Ein zauberhafter Schwan

Verrat der Schwäne
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Verrat der Schwäne von A. B. Poranek ist ein atmosphärischer Fantasyroman, der mich insgesamt gut unterhalten hat, auch wenn er kleine Schwächen zeigt.
Das Cover ist auf den ersten Blick kein typischer ...

Verrat der Schwäne von A. B. Poranek ist ein atmosphärischer Fantasyroman, der mich insgesamt gut unterhalten hat, auch wenn er kleine Schwächen zeigt.
Das Cover ist auf den ersten Blick kein typischer Hingucker, passt aber im Nachhinein betrachtet erstaunlich gut zur Geschichte und ihrer Stimmung. Im Mittelpunkt steht Odile, ein Waisenkind mit magischen Fähigkeiten, das vom Zauberer und Theaterdirektor Regnault aufgezogen wurde. Ihre Beziehung zu ihm ist von Gehorsam und Angst geprägt. Sie führt seine Befehle ohne zu hinterfragen aus, selbst wenn es bedeutet, für ihn zu stehlen.
Die Handlung nimmt Fahrt auf, als Odile darauf vorbereitet wird, die magische Königskrone zu stehlen, um die Magie im Land wieder zu befreien. Besonders spannend wird es durch den Konflikt mit ihrer ehemaligen Freundin Marie, die inzwischen zur Feindin geworden ist und die in einen wunderschönen Schwan verwandelt wird. Ab diesem Punkt entwickelt sich die Geschichte zunehmend komplexer, vor allem als Regnault mehr und mehr sein wahres Gesicht zeigt.
Die Atmosphäre ist dicht und teilweise düster, was gut zur Thematik passt. Die Figuren, insbesondere Odile, sind interessant angelegt und ihre innere Zerrissenheit wird nachvollziehbar dargestellt. An manchen Stellen hätte ich mir jedoch noch etwas mehr Tiefe oder Tempo gewünscht.
Besonders hervorheben möchte ich auch das Hörbuch: Es wird hervorragend von Rebecca Veil gelesen. Sie verleiht den Figuren viel Ausdruck und bringt die Stimmung der Geschichte sehr gut rüber, sodass das Zuhören wirklich Spaß macht.
Insgesamt ein gelungener Fantasyroman mit einer spannenden Grundidee, starken Motiven und einer besonderen Stimmung. Auch wenn nicht alles perfekt ist: verdiente 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Wie ein riesiger Escaperoom

Darkly
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Darkly von Marisha Pessl hat mich als Hörbuch insgesamt sehr gut unterhalten. Ein klares Vier-Sterne-Erlebnis.

Die Geschichte rund um Dia, die ein Praktikum bei einem legendären Online Spiele Entwickler ...

Darkly von Marisha Pessl hat mich als Hörbuch insgesamt sehr gut unterhalten. Ein klares Vier-Sterne-Erlebnis.

Die Geschichte rund um Dia, die ein Praktikum bei einem legendären Online Spiele Entwickler bekommt, ist von Anfang an spannend aufgebaut. Die Spiele der Firma haben Kultstatus und die seltenen Erstausgaben sind Millionen wert, aber die mysteriöse Erfinderin Veda ist schon lange verschwunden. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen reist Dia auf eine abgelegene Insel, wo sie Schritt für Schritt komplexe und teils lebensgefährliche Rätsel lösen müssen. Das Ganze fühlt sich an wie ein riesiger Escaperoom und bleibt durchgehend packend.

Die Plot Idee ist wirklich hervorragend und hebt sich angenehm von typischen Jugendthrillern ab. Besonders das methodische Vorgehen beim Rätsellösen hat mir gut gefallen.

Als Hörbuch hatte ich allerdings gelegentlich Schwierigkeiten den Überblick zu behalten. Die vielen Figuren, und vor allem die trickreichen Handlungsorte, waren für mich akustisch nicht immer leicht nachzuvollziehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Ganze als Printversion noch besser funktioniert hätte.

Ein großes Plus ist die Sprecherin Nina Reithmeier. Mit ihrer jugendlichen und lebendigen Stimme bringt sie die Atmosphäre und die Figuren wirklich perfekt zur Geltung.

Fazit ein originelles spannendes Hörbuch mit kleinen Schwächen in der Übersichtlichkeit, aber definitiv hörenswert. Vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Setting zu komplex

Born of Salt and Storm
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Zunächst einmal muss ich das wunderschöne Cover in den Meeresfarben hervorheben. Es passt perfekt zur Atmosphäre der Geschichte und hat auch einen Bezug zum Inhalt.
Ich bin ursprünglich mit dem Hörbuch ...

Zunächst einmal muss ich das wunderschöne Cover in den Meeresfarben hervorheben. Es passt perfekt zur Atmosphäre der Geschichte und hat auch einen Bezug zum Inhalt.
Ich bin ursprünglich mit dem Hörbuch gestartet, habe aber gleich zweimal neu angefangen, weil ich den teils sehr komplexen Beschreibungen nur schwer folgen konnte. Der Einstieg fiel mir insgesamt nicht leicht. Nach dem Wechsel zur Printausgabe wurde es etwas verständlicher, blieb aber stellenweise zäh, bis ich schließlich besser in die Geschichte hineingefunden habe. Den weiteren Verlauf habe ich dann wieder als Hörbuch gehört, vor allem wegen der beiden Sprecher, die wirklich eindrucksvoll und mitreißend gelesen haben.
Im Mittelpunkt stehen Tavi und Eero, die eigentlich als Feinde aufgewachsen sind. Beim Kennenlernen stellen sie jedoch fest, dass vieles von dem, was sie über ihre Völker gelernt haben, nicht der Wahrheit entspricht. Diese Entwicklung fand ich grundsätzlich spannend. Allerdings haben mich die Figuren nicht vollständig überzeugt: Eero verfolgt konsequent seine eigenen Ziele und bleibt dabei undurchsichtig, während Tavi oft sehr eigensinnig und teilweise unüberlegt handelt. Ihr Fokus liegt stark darauf, ihre Eltern aus der Sklaverei zu befreien, selbst wenn sie dabei anderen schadet.
Der Mittelteil der Geschichte ist durchaus spannend und fesselnd, doch im Finale wird es wieder sehr komplex und teilweise schwer nachvollziehbar, auch wenn eine schockierende Wahrheit ans Licht kommt.
Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht so packen, wie ich es mir nach dem zauberhaften Cover erhofft hatte. Die Fortsetzung werde ich daher vermutlich nicht lesen.

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