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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Verpasste Chancen und späte Erkenntnisse

Der andere Arthur
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Der andere Arthur hat mich vor allem durch seine zwei parallel erzählten Handlungsstränge überzeugt. Auf der einen Seite steht der dicke, ältere Arthur – eine Figur mit Ecken, Kanten und spürbarer Lebenslast. ...

Der andere Arthur hat mich vor allem durch seine zwei parallel erzählten Handlungsstränge überzeugt. Auf der einen Seite steht der dicke, ältere Arthur – eine Figur mit Ecken, Kanten und spürbarer Lebenslast. Auf der anderen Seite ein jüngerer Mann, der sich mit der Alkoholkrankheit seiner Mutter auseinandersetzen muss. Sie hatte vor Jahren zarte Gefühle für den schwergewichtigen Arthur, der damals ihr verständnisvoller Collegeprofessor war.
Gerade dieses Wechselspiel fand ich spannend. Nach und nach fügen sich die Puzzleteile zusammen, und man merkt, wie fein die Geschichte konstruiert ist. Besonders der ältere Arthur ist sehr greifbar dargestellt – verletzlich, manchmal unbequem, aber immer authentisch.
Manchmal zieht sich die Erzählung etwas, gerade in den ruhigeren Passagen. Trotzdem bleibt man dran, weil man wissen möchte, wie alles miteinander verknüpft ist. Die Atmosphäre ist dicht und nachdenklich, ohne überdramatisch zu werden.
Auch die Sprecherleistung passt gut zur Stimmung – ruhig, einfühlsam und angenehm zu hören. 
Für mich ein Hörbuch mit Tiefe und einem besonderen Erzählansatz. Kleine Längen verhindern den fünften Stern, aber insgesamt absolut hörenswert.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Zwischen Hexenmagie und Wolfsrudel

Witch of the Wolves - Halbmond Erbe
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Das Cover ist wunderschön, aber für meinen Geschmack etwas zu allgemein gehalten. Ich bevorzuge es, wenn man auf einem Buch schon von außen erkennen kann, was einen zwischen den Buchdeckeln erwartet.

Die ...

Das Cover ist wunderschön, aber für meinen Geschmack etwas zu allgemein gehalten. Ich bevorzuge es, wenn man auf einem Buch schon von außen erkennen kann, was einen zwischen den Buchdeckeln erwartet.

Die Geschichte folgt Cordelia Levine, einer jungen Hexe, die in London bei ihrer Tante lebt. Sie muss ein sehr verstecktes Leben führen, doch von welcher Seite ihr Gefahr droht, das will die Tante ihr absolut nicht verraten.
Sie wird dann tatsächlich im Auftrag ihres ihr bislang unbekannten Vaters entführt. Auf seinem abgelegenen Anwesen erfährt Cordelia, dass sie aus einer besonderen Blutlinie stammt, die Hexenmagie und Werwolf Gene vereint. Diese einzigartige Herkunft macht sie zur Zielscheibe und gleichzeitig zu einer Schlüsselfigur im Machtgefüge des Rudels.

Besonders stark ist die ausgearbeitete Rudelpolitik mit klaren Hierarchien, Loyalitätskonflikten und alten Fehden. Die Spannungen zwischen den verschiedenen Werwolfsrudeln wirken glaubwürdig und sorgen konstant für Druck. Auch die Beziehung zwischen Cordelia und Bishop, ihrem Entführer, entwickelt sich nachvollziehbar von Misstrauen und Widerstand hin zu einer intensiven, emotional aufgeladenen Verbindung.

Cordelias Entwicklung steht im Mittelpunkt. Sie beginnt als junge Frau, die von ihrer eigenen Herkunft wenig weiß und sich eher anpasst. Sie wächst jedoch Schritt für Schritt in ihre Rolle hinein, stellt sich ihrem Vater, hinterfragt alte Regeln und lernt, ihre Kräfte bewusst einzusetzen.

Auch der Schreibstil von Kaylee Archer trägt viel zur Sogwirkung der Geschichte bei. Die Sprache ist klar und flüssig, ohne überladen zu wirken. Dialoge sind lebendig und transportieren die Spannung zwischen den Figuren glaubhaft. Besonders in emotionalen und konfliktreichen Szenen gelingt es der Autorin, Tempo und Intensität spürbar zu steigern, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.

Die Mischung aus Urban Fantasy, Familiengeheimnissen, Machtkämpfen und Romantik ist stimmig aufgebaut. Die Handlung bleibt durchgehend spannend und steuert konsequent auf ein kraftvolles Finale zu. Natürlich bleibt ein Cliffhanger zurück, aber dieses erste Buch ist in sich rund und abgeschlossen. Man klappt zufrieden den Buchdeckel nach der letzten Seite zu.

Für mich eine klare Empfehlung für alle, die starke Heldinnen, Werwolf Mythologie und eine intensive Liebesgeschichte mögen. Verdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Tod und wilde Wellen

Die Tote von Nazaré
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Die Kölner Kommissarin Maren Berger wird bei einem Banküberfall schwer verletzt. Sie überlebt, hat aber schwerwiegende Gedächtnislücken, vor allem was die Fakten zu ihrem letzten Fall betrifft. Spontan ...

Die Kölner Kommissarin Maren Berger wird bei einem Banküberfall schwer verletzt. Sie überlebt, hat aber schwerwiegende Gedächtnislücken, vor allem was die Fakten zu ihrem letzten Fall betrifft. Spontan fliegt sie zum Gesundwerden nach Portugal. Es ist mitten im Winter und die Wellen im Küstenbadeort Nazaré sind spektakulär. Doch schon am ersten Urlaubstag holt sie ihr letzter Fall wieder ein. Sie kämpft mit ihrer Erinnerung und gegen ihre deutschen Kollegen, die sie ständig ausbremsen. Die portugiesische Polizei dagegen weiß ihre Mithilfe sehr zu schätzen.
Die Geschichte ist klar aufgebaut, die Hinweise werden nachvollziehbar gestreut, und es gibt einige glaubwürdige Verdächtige. Besonders gelungen ist die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart, die dem Fall zusätzliche Tiefe gibt. Zwar ahnt man beizeiten, wohin der Hase läuft, dennoch bleibt es spannend.
Die Sprecherin Jenny Laura Bischoff macht ihre Sache gut.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Ohne Tori fehlt mir was

Kein Kuchen für Vampire
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Kein Kuchen für Vampire liefert vor allem eines: viele Kämpfe. Das liest sich schnell weg, bleibt aber überraschend blass. Enttäuschend, dass Tori und ihre drei Freunde nur einen kurzen Gastauftritt haben ...

Kein Kuchen für Vampire liefert vor allem eines: viele Kämpfe. Das liest sich schnell weg, bleibt aber überraschend blass. Enttäuschend, dass Tori und ihre drei Freunde nur einen kurzen Gastauftritt haben – da wäre deutlich mehr drin gewesen.

Robin als neue Protagonistin konnte mich nicht überzeugen. Ihr fehlt die Ausstrahlung, um die Geschichte wirklich zu tragen. Da ich die Vorgänger nicht gelesen habe, war der Protagonistenwechsel unerwartet und ließ spürbare Lücken im Vorwissen zurück. Man versteht die Story zwar grundsätzlich, fühlt sich aber nie richtig abgeholt.

Solide Urban Fantasy ohne echten Sog. Unterhaltsam für zwischendurch, aber kein Titel, der neugierig auf die Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Mordsspaß in der Seniorenresidenz

Betreutes Morden
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Die Serienmörderin Carol hat sich nach Jahrzehnten der Haft in einem luxuriösen Seniorenstift niedergelassen. Sie findet sich allmählich in ein normales Leben ein und genießt es, neue Bekanntschaften zu ...

Die Serienmörderin Carol hat sich nach Jahrzehnten der Haft in einem luxuriösen Seniorenstift niedergelassen. Sie findet sich allmählich in ein normales Leben ein und genießt es, neue Bekanntschaften zu schließen. Die Idylle ist jäh zu Ende, als ein Mord geschieht, ihre Vergangenheit bekannt wird, und sie somit zur Hauptverdächtigen Nummer 1 katapultiert. Sie muss den wahren Mörder um jeden Preis entlarven, wenn sie je wieder in der Altersresidenz ein normales Leben führen will.
Der Autor hat hier einen klassischen, englischen Kriminalroman verfasst. Traditionell findet die Auflösung dann in großer Runde statt und erstaunt nicht nur die dort Anwesenden, sondern natürlich auch den Leser. Sein Schreibstil ist flüssig, vor allem aber mit viel schwarzem Humor gewürzt. Typisch british eben. Obwohl Carol eine Verbrecherin war, wünscht man ihr viel Erfolg bei der Mördersuche und freut sich über die Freundschaften, die sie trotz allem schließen kann.
Ganz besonders möchte ich hinweisen auf die grandiose Leistung der Sprecherin der Hörbuchversion, Manon Straché.
Ihre Stimme passt zu einer Frau, die viel erlebt hat, und durch ihre Wandlungsfähigkeit wird jeder Charakter zum Leben erweckt. Selbst einfache Sätze liest sie ausdrucksstark. Ich bin begeistert.

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