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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2022

Kata haut alle um

Frau Faust
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Das Mordopfer, Clarissa Moor, war zu Lebzeiten ein richtiges Miststück. Als gefeierte Autorin förderte sie nach außen hin den Schriftstellernachwuchs, insgeheim beutete sie die jungen Talente für eigene ...

Das Mordopfer, Clarissa Moor, war zu Lebzeiten ein richtiges Miststück. Als gefeierte Autorin förderte sie nach außen hin den Schriftstellernachwuchs, insgeheim beutete sie die jungen Talente für eigene Zwecke aus.
Jetzt ist sie tot. Den Täter soll Kommissarin Kata Sismann fangen. 
Katas Persönlichkeit ist der Grund, warum ich einen Lesestern bei der Bewertung abziehe.
Sie ist mir so unsympathisch, dass ich manche Passagen nicht gerne gelesen habe. 
Kata ist als ehemalige Boxerin eine starke und mutige Frau. Sie prescht durch die Ermittlungen wie eine Furie, schlägt jeden nieder, der ihr im Weg ist. Katas Aggressionspotenzial ist enorm. Dazu kommen ihr unbändiger Alkoholkonsum und ihre hemmungslose Promiskuität. Trotz allem: Am Ende ist sie erfolgreich und erfährt noch mehr über ihr Leben als ihr lieb ist.
Das Buch liest sich insgesamt gut, es gibt einige interessante Charaktere und viel Spannung.
Dafür gibt es vier verdiente Lesesterne.

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Veröffentlicht am 24.08.2022

Doppelleben

Das letzte Grab
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Die renommierte Frankfurter Anwältin Carla Winter bekommt überraschend Besuch aus dem türkischen Konsulat. Ihr geschiedener Mann sei in der Türkei tödlich verunglückt. Ob sie als einzige lebende Verwandte ...

Die renommierte Frankfurter Anwältin Carla Winter bekommt überraschend Besuch aus dem türkischen Konsulat. Ihr geschiedener Mann sei in der Türkei tödlich verunglückt. Ob sie als einzige lebende Verwandte die Bestattung übernehmen könne?
Natürlich fühlt sie sich zu diesem letzten Dienst verpflichtet, und ab da wird ihr Leben lebensgefährlich. Felix war wohl zu Lebzeiten nicht nur der lebenslustige Filou, sondern steckte bis zum Hals im internationalen Antiquitätenschmuggel.
Als Leser erfährt man nicht nur eine Menge über den illegalen Kunsthandel, sondern steckt mitten in einer actionreichen Räuberpistole mit überraschendem Ausgang.
Einen Lesestern ziehe ich ab, weil vieles doch arg übertrieben und unrealistisch ist, aber es bleiben 4 Sterne übrig für ein spannendes Buch.

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Veröffentlicht am 23.08.2022

Die ganze Kuchenskala

Backen
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Vier Autorinnen haben für dieses Backbuch ihre Rezepte zusammengeworfen, also hat man die Auswahl unter mehr als 100 tollen Kuchen. Die Auswahl ist sehr umsichtig, denn es gibt eigentlich für jeden Anlass ...

Vier Autorinnen haben für dieses Backbuch ihre Rezepte zusammengeworfen, also hat man die Auswahl unter mehr als 100 tollen Kuchen. Die Auswahl ist sehr umsichtig, denn es gibt eigentlich für jeden Anlass und für jeden Schwierigkeitsgrad Anregungen.
Die Rezepte werden gut erklärt und mit wirklich tollen Fotos begleitet.
Mir hat allerdings nicht so gut gefallen, dass zu Anfang so viele Seiten für Basics verschwendet werden. Wie eine Backform aussieht, weiss doch eigentlich jeder, oder?

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Veröffentlicht am 23.08.2022

Klaras Leben

Die karierten Mädchen
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Die einundneunzigjährige blinde Klara lebt noch eigenständig in ihrem Haus. Sie beginnt, ihre Lebensgeschichte auf Kassetten zu sprechen. So wechselt die Zeitebene immer zwischen Gegenwart und Nazideutschland ...

Die einundneunzigjährige blinde Klara lebt noch eigenständig in ihrem Haus. Sie beginnt, ihre Lebensgeschichte auf Kassetten zu sprechen. So wechselt die Zeitebene immer zwischen Gegenwart und Nazideutschland hin und her.
Klara beginnt ihren Lebenslauf als Hauswirtschaftslehrerin in einem Heim für tuberkulosekranke Kinder, dessen Leitung sie bald übernehmen kann. 
Die Zeiten werden immer schwerer, und um das Heim und die ihr lieb gewordenen Kinder halten zu können, arrangiert sich Klara mit dem Naziregime. Das Buch erzählt vom Alltag der Leiterin, von den Schwierigkeiten und von den schönen Momenten. Vor allem erzählt es die Geschichte einer Frau, die sich anpasst und den Mund hält, egal wie schlimm es um sie herum zugeht. Ein paar Jahre lang versteckt sie ein jüdisches Mädchen, aber für den Leser bleibt sie trotzdem eine Mitläuferin wie so viele damals, die den bequemen Weg gegangen sind. Es bleibt eine gewisse Distanz zu dieser Protagonistin. Man fiebert nicht mit, man hat höchstens Achtung vor ihrer Arbeitsleistung. Es gibt auch eine Liebesgeschichte samt langjähriger Ehe, die jedoch das Herz des Lesers nicht sehr berührt. Sehr ärgerlich ist, dass das Buch ziemlich abrupt aufhört. Etwas eher hätte es einen Sinnabschnitt gegeben. Die weiteren Bände werde ich wohl nicht lesen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass andere Leser Klaras Leben interessanter finden, als ich es tue.

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Veröffentlicht am 22.08.2022

Frustfressen

Lügen über meine Mutter
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Daniela Dröscher hat einen ganzen Roman über ihre Mutter verfasst. Diese Frau hätte ich gerne kennengelernt, denn allem Anschein nach war sie eine liebenswerte und gütige Person. Dröschers Vater hat mit ...

Daniela Dröscher hat einen ganzen Roman über ihre Mutter verfasst. Diese Frau hätte ich gerne kennengelernt, denn allem Anschein nach war sie eine liebenswerte und gütige Person. Dröschers Vater hat mit ihr eine lebenslustige, wunderschöne Frau geheiratet, mit der er unbeschwerte erste Ehejahre verbracht hat. Mit der Entscheidung, in sein Elternhaus zu seinen Eltern zurückzuziehen, ändert sich alles.
Mutter kommt aus wohlhabendem Verhältnissen, ist trotz Kind berufstätig, eine gute Hausfrau und vor allem eine ausgezeichnete Köchin. Jetzt muss sie sich mit einer bösartigen Schwiegermutter und einem mit Minderwertigkeitskomplexen behafteten Ehemann arrangieren. Ihre Verzweiflung tötet sie mit tausenden Kalorien. Auf ihren immer üppiger werdenden Körper reagiert der Vater zunehmend gehässig.
Der Roman ist schwer auszuhalten. Natürlich hat man auch Mitleid mit der Autorin, deren Kindheit dermaßen von Streitigkeiten vergiftet war, aber in erster Linie leidet man mit der Mutter, die wie in einer Falle sitzt, aus der ihr auch die eigenen Eltern nicht heraushelfen.
Ich will das Ende nicht vorwegnehmen, aber die Geschichte ist von Anfang an bewegend, erst recht, weil sie eine wahre Geschichte ist.
Keine leichte Lektüre, aber eine lesenswerte.

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