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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.06.2021

Nicht alles verjährt

Nordwestzorn
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In dieser zweiten Folge der Soko St. Peter-Ording trifft man die netten Protagonisten aus dem ersten Band wieder, aber leider ist der aufgeblasene Frauenbegrapscher und Exkollege Paulsen noch nicht von ...

In dieser zweiten Folge der Soko St. Peter-Ording trifft man die netten Protagonisten aus dem ersten Band wieder, aber leider ist der aufgeblasene Frauenbegrapscher und Exkollege Paulsen noch nicht von der Bildfläche verschwunden, sondern soll noch für einigen Ärger sorgen. Außerdem kann er auf alte Seilschaften zurückgreifen, die ihn bislang vor den schlimmsten Folgen seines Handelns bewahren konnten. 
Anna Wagner dagegen konnte sich mit Norbergs Hilfe fest in SPO etablieren. Ihr erster Fall betrifft einen Cold Case. Vor Jahren ist aus dem Schullandheim der neunjährige Florian spurlos verschwunden. Die Ermittlungen wurden schlampig geführt und das Leben der unter Verdacht stehenden Personen für immer zerstört, weil man den wahren Schuldigen nie finden konnte. Auch hier geht es um alte Seilschaften und falsche Kumpanei unter Kollegen, die nicht erfreut über die Wiederaufnahme des Falls sind.
Die Autorin hat einen spannenden Plot entworfen. Lange dringt kein Licht in Anna Wagners neuen Fall. Kein Wunder, denn nach so langer Zeit sind einfach alle Spuren kalt. Die Spannung der Ermittlung in Verbindung mit der herrlichen Umgebung und den Einblicken in das Privatleben der Kommissare ergibt erneut eine perfekte Mixtur für einen schönen Küstenkrimi.

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Veröffentlicht am 19.06.2021

trügerische Idylle

Bretonische Idylle
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Es ist mal wieder mörderisch heiß in der Bretagne, als eine unbekannte Leiche im Meer bei Concarneau schwimmt. Der Tote entpuppt sich als einer der reichsten Männer auf der sprichwörtlich schönen Insel Belle-Île. ...

Es ist mal wieder mörderisch heiß in der Bretagne, als eine unbekannte Leiche im Meer bei Concarneau schwimmt. Der Tote entpuppt sich als einer der reichsten Männer auf der sprichwörtlich schönen Insel Belle-Île. Eine zauberhafte Umgebung für Kommissar Dupin und sein Team, um die Ermittlungen aufzunehmen, denn schnell hat sich herausgestellt, dass der Mann keinen natürlichen Tod hatte. Weil die Kommune als Haupterbe eingetragen ist, können nun all die lobenswerten Projekte in Angriff genommen werden, die bisher nur auf Sparflamme liefen. Aber auch einige Bewohner, die persönlich von dem Mordopfer getriezt wurden, können nun aufatmen.
"Bretonische Idylle" ist mal wieder ein typischer Bannalec. Vor einer zauberhaften Kulisse gibt es familiäre Verstrickungen, die es aufzudröseln gilt. Das gute Essen und das französische Savoir-vivre kommen nicht zu kurz, und alles wird gewürzt mit einer großen Prise unterhaltsamen, aber unnützen Wissen (was nicht negativ gemeint ist)
Man lässt sich gerne auf die Belle-Île versetzen und verlebt dort eine angenehme Zeit mit Kommissar Dupin.
Wenn ich das richtig im Sinn habe, ist dies das erste Dupin-Hörbuch mit Christian Berkel als Sprecher. Ich finde ihn genauso gut wie seinen Vorgänger Gerd Wameling.

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Veröffentlicht am 19.06.2021

Weinselig

Blutroter Wein
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Tiberio Tanner ist ein Südtiroler Privatdetektiv, der einen Weinberg gewonnen hat und ihn zum ersten Mal besichtigt. Unbequemerweise liegt genau davor eine frische Leiche. Erschossen. Und schon geht die ...

Tiberio Tanner ist ein Südtiroler Privatdetektiv, der einen Weinberg gewonnen hat und ihn zum ersten Mal besichtigt. Unbequemerweise liegt genau davor eine frische Leiche. Erschossen. Und schon geht die Jagd nach dem Mörder los. Es soll nicht bei der einer Leiche bleiben. Tiberio hat zum Glück Beziehungen zur Polizei, was die Suche sporadisch erleichtert. Eigentlich rückt die Ermittlungsarbeit in den Hintergrund, denn Tiberio gibt sich als Weinkenner aus, sodass der Leser ihn von einem Wirtshaus in nächste begleiten muss. Überall gibt es köstliche Tiroler Weine, die ausgiebig beschrieben werden. Trotzdem zweifelt Tanner nie an seiner Fahrtüchtigkeit. Bevor der Fall geklärt ist, wird auch seine Freundin niedergeschlagen. Die zwei haben sowieso eine sehr unpersönliche Beziehung. Jedenfalls muss sie zwei geschlagene Stunden auf ihn warten, weil er lieber bei ausgeschaltetem Handy mit seinem Spezi in einem Gasthaus einen Wein nach den anderen trinkt.
Man merkt es schon, der Kerl ist mir zutiefst unsympathisch. Er hat das Vorgehen einer Dampfwalze, kein Taktgefühl und ein übersteigertes Selbstbewusstsein.
Die Handlung selbst konnte mich nicht in ihren Bann schlagen. Da halfen weder die herrliche Bergwelt noch die anderen, meist sympathischen Protagonisten etwas.
Vielleicht wäre ich etwas weniger kritisch, wenn mir der Roman als Print vorgelegen hätte. Es mag an der recht monotonen Sprechweise des Vorlesers liegen, dass mir der meist einfache Satzbau schon sehr schnell auf die Nerven ging. Dabei ist die Stimme von Rolf Berg wirklich angenehm. Auch in der wörtlichen Rede finde ich ihn gut, denn auch in den Frauenrollen schraubt er sich nicht in weibliche Tonhöhen, sondern bleibt sehr dezent. Aber ich glaube, nach 9 Stunden war er genauso erschöpft vom Reden wie ich vom Zuhören.

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Veröffentlicht am 18.06.2021

Alte Schuld

Schwarzer Sand
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In Sizilien, nahe des Ätnas, liegt die alte pompöse Burrano-Villa. Hier wird zufällig in einem zugemauerten Speiseaufzug eine mumifizierte Frauenleiche gefunden. Sie ist schon jahrzehntelang tot, wahrscheinlich ...

In Sizilien, nahe des Ätnas, liegt die alte pompöse Burrano-Villa. Hier wird zufällig in einem zugemauerten Speiseaufzug eine mumifizierte Frauenleiche gefunden. Sie ist schon jahrzehntelang tot, wahrscheinlich genauso lange wie der ermordete ehemalige Besitzer des Anwesens.
Giovanna Guarrasi wird mit den schwierigen Ermittlungen betraut. Die noch lebenden Zeugen müssen alle um die neunzig Jahre alt sein. Dementsprechend zäh geht alles nur voran. Man erfährt auch einiges über Guarrasi selbst. Sie hat sich eigens aus Palermo aus einer Antimafia-Truppe wegversetzen lassen. Die Beziehung zu einem dortigen Staatsanwalt ist ihr zu kompliziert geworden, aber ihr Herz kann noch nicht loslassen.
Die Handlung dieses Krimis ist sehr clever aufgezogen. Es gibt so viele Wendungen, und auch wenn die Indizien eindeutig in eine Richtung deuten, so kommt doch bald wieder ein neues interessantes Detail ans Tageslicht. Die Personen werden gut beschrieben, man kann sie sich sehr gut vorstellen. Doch es sind viele Namen, die einen leicht verwirren können. Deswegen ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Einerseits der große Personenkreis, andererseits die vielen Hinweise bewirken, dass das Lesen doch manchmal etwas zäh wird.
Deswegen gibt es von mir nur 4 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 18.06.2021

Fest an seiner Seite

Lady Churchill
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Die romanhafte Biografie von Lady Churchill beginnt am Tage ihrer Hochzeit mit Winston Churchill. Es haben sich zwei Seelenverwandte gefunden, denn ideologisch verfolgen sie die gleichen Ziele. Clementine ...

Die romanhafte Biografie von Lady Churchill beginnt am Tage ihrer Hochzeit mit Winston Churchill. Es haben sich zwei Seelenverwandte gefunden, denn ideologisch verfolgen sie die gleichen Ziele. Clementine Churchill kann durch ihre Heirat großen Einfluss auf die Politik nehmen in einer Zeit, in der in England die Frauen noch nicht wählen dürfen. Nebenbei muss sie auch noch einem repräsentativen Haushalt vorstehen, den sie mit wenig Geld führen muss. Die Eheleute sind zwar beide adlig, aber ihre Geldmittel sind sehr begrenzt. Nacheinander kommen fünf Kinder auf die Welt, doch deren Erziehung wird in die Hände wechselnder Nannies gelegt. 
Clementine Churchill ist einfach nicht zur Hausfrau und Mutter geboren. Es zieht sie auf die Weltbühne der Politik, doch ihr Lebensinhalt ist und bleibt Winston Churchill, dem sie ihr eigenes Leben unterordnet.
Es ist sehr interessant, von so einer starken und erfolgreichen Frauenpersönlichkeit in diesem Zeitalter zu lesen. Durch ihre Augen kann man auch so manches über ihren Ehemann erfahren, der sehr fordernd gewesen zu sein scheint. Wegen seines aufbrausenden Charakters muss sie hin und wieder vermittelnd eingreifen.
Ja, Frauen von großen Politikern haben meist ein anstrengendes Leben. Auch sie haben viel erlebt, wie man durch ihre Biografien lesen kann. Lady Churchill ist eine von ihnen, und sie war mutig ihrer Zeit immer einen kleinen Schritt voraus.
Dieser Roman begleitet sie auf eine lange, wenn auch nicht die ganze Wegstrecke ihres Lebens. Es reiht sich eine Episode an die nächste, so rundet sich allmählich das Bild ihrer Persönlichkeit ab. Vielleicht hätte die Autorin etwas sparsamer mit den häufig zu ausufernden Informationen umgehen können, denn streckenweise wird es dann doch zu langatmig.

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