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Veröffentlicht am 10.11.2020

Anspruchsvoll

Die Topeka Schule
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Ein anspruchsvolles Werk erwartet die Leser von Ben Lerners "Topeka Schule". Es ist kein Buch, das sich mal eben nebenbei weglesen lässt, sondern es verlangt Aufmerksamkeit. Nicht nur ist der Erzählstil ...

Ein anspruchsvolles Werk erwartet die Leser von Ben Lerners "Topeka Schule". Es ist kein Buch, das sich mal eben nebenbei weglesen lässt, sondern es verlangt Aufmerksamkeit. Nicht nur ist der Erzählstil sehr dicht und intensiv - auch die Figuren sind tief und vielschichtig gezeichnet, die Themen sind schwer und drückend. Das Erzählen folgt keiner Chronologie, keiner Ordnung, sondern wirkt sprunghaft, spontan und wechselhaft. Als würden Stichworte verschiedene Erzählimpulse auslösen, die nacheinander abgearbeitet werden. Der Erzähler springt zwischen Erinnerungen und der Gegenwart, Episoden, die sich vor Kurzem oder in der Vergangenheit abgespielt haben. Der Text ist sehr dicht, es gibt viele Seiten ohne Absätze. Alles wirkt gedrungen und gepresst. Ich empfand das Lesen daher als anstrengend und herausfordernd. Es hat mir nicht wirklich Freude bereitet, zu dem Werk zu greifen.

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Veröffentlicht am 05.11.2020

Ein weises Buch

Die Farbe von Glück
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"Die Farbe von Glück" ist ein unglaublich weises Buch, das mich tief bewegt und berührt hat. Es beinhaltet so viel - vor allem jede Menge schlauer Sätze. Ich möchte das Buch unbedingt noch einmal lesen ...

"Die Farbe von Glück" ist ein unglaublich weises Buch, das mich tief bewegt und berührt hat. Es beinhaltet so viel - vor allem jede Menge schlauer Sätze. Ich möchte das Buch unbedingt noch einmal lesen und mir ein paar davon aufschreiben oder markieren, damit ich darauf zurückgreifen kann, wenn ich mich mal wieder etwas verloren fühle, etwas hoffnungslos, etwas unglücklich. Denn so geht es auch den Charakteren in diesem Buch von Zeit zu Zeit. Doch wie schon jemand anderes, sehr kluges gesagt hat: Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende. Und auch wenn ganz viel Schmerz, Trauer und Verzweiflung auf die Figuren warten, ist am Ende doch alles gut. Weil das Schicksal ungeahnte Wege nimmt. Weil "gut" immer im Auge des Betrachters liegt. Weil wir Menschen mit unserem Verstand viel zu ahnungslos sind, um wirklich zu verstehen, wie das Leben funktioniert.

Teilweise waren mir die vielen Weisheiten, die in diesem Buch stecken, etwas zu viel des Guten. Stellenweise waren mir die Charaktere zu weise, sie haben ihre Ansichten zu gestelzt und zu konstruiert weitergegeben. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Denn die Autorin hat das Buch so wundervoll gestaltet, so geschickt aufgezogen, dass es spannend und berührend zu beobachten war, wie sich nach und nach alles fügt.

"Die Farbe von Glück" ist ein Buch über das Suchen und Finden, Verlorengehen und Ankommen, Hoffen und Lieben. Ich bin sehr dankbar, es gelesen zu haben.

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Veröffentlicht am 01.11.2020

So wundervoll!

One Last Song
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"One last Song" war seit Langem mal wieder ein New-Adult-Roman, der mich wirklich begeistern konnte. Ich habe es so genossen, meine Zeit mit den Charakteren zu verbringen, und ich freue mich riesig auf ...

"One last Song" war seit Langem mal wieder ein New-Adult-Roman, der mich wirklich begeistern konnte. Ich habe es so genossen, meine Zeit mit den Charakteren zu verbringen, und ich freue mich riesig auf die beiden Bände, die noch folgen werden. Nicole Böhm hat einen so wundervoll bildhaften Schreibstil, dass während des Lesens ein farbenfroher Film vor meinem geistigen Auge abgelaufen ist. New York als Handlungsort wird lebendig und greifbar. Ich hatte das Gefühl, mittendrin zu sein. Die Charaktere sind so echt und authentisch, dass es ein Leichtes war, mit ihnen mitzufühlen, ihr Handeln zu verstehen und ihre Entwicklung durch die Geschichte hindurch zu verfolgen und zu begleiten. Das Buch hat Tiefgang, eine tolle Mischung aus Ernst, Humor und tiefen Emotionen. Das Setting war für mich etwas Neues und Besonderes. Die Liebe zur Kunst, zur Musik wird mit den Händen greifbar und Nicole Böhm hat in meinen Augen absolut authentisch beschrieben, was es bedeutet, in der Stadt, die niemals schläft, zu versuchen, in dieser Branche Fuß zu fassen. Ich habe sehr intensiv mit den Charakteren mitgefühlt und mitgefiebert. Es war einfach eine Freude, dieses Buch zu lesen, und ich kann die anderen beiden Bände kaum erwarten.

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Veröffentlicht am 25.10.2020

Zwischen Reiseführer und Krimi

Bretonische Spezialitäten
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"Bretonische Spezialitäten" nimmt den Leser wieder einmal mit an die sturmumtoste nordfranzösische Atlantikküste. Der altbekannte Protagonist wird völlig plötzlich und unvermittelt mitten in eine Mordermittlung ...

"Bretonische Spezialitäten" nimmt den Leser wieder einmal mit an die sturmumtoste nordfranzösische Atlantikküste. Der altbekannte Protagonist wird völlig plötzlich und unvermittelt mitten in eine Mordermittlung hineingeworfen, die eigentlich außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs läuft und wo er sich mit Kollegen arrangieren muss, was seine Ermittlungsmethoden stark einschränkt. Die Geschichte ist bis zuletzt undurchsichtig und daher spannend. Der Leser erfährt viel von Land und Leuten und erfährt den bretonischen Stolz nahezu am eigenen Leib. Das Ganze wird gewürzt mit ausschweifenden kulinarischen Gelagen und dem allgegenwärtigen französischen Lebensstil, den man erlebt haben muss, um ihn zu verstehen.

Es ist ein sehr kurzweiliges Buch, das dem Leser als Mischung zwischen Reiseführer und Krimi einen tollen Partner für einen Frankreichurlaub bieten würde.

Fazit: Gut gebrüllt, Herr Kommissar!

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Veröffentlicht am 25.10.2020

Ein Meer von Erinnerungen

Der letzte Satz
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Es ist ein Meer von Erinnerungen, in das der Leser zusammen mit dem Protagonisten und österreichischen Komponisten Gustav Mahler ein- und abtaucht. Der Autor nimmt uns mit auf eine Zeitreise in das späte ...

Es ist ein Meer von Erinnerungen, in das der Leser zusammen mit dem Protagonisten und österreichischen Komponisten Gustav Mahler ein- und abtaucht. Der Autor nimmt uns mit auf eine Zeitreise in das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert. Mahlers Leben nimmt in kurzen Episoden Gestalt an. Es reicht, um ein Bild von ihm zu bekommen, von seinem Wirken, von seinem Sein. Und es reicht, um diesen Hauch Melancholie zu spüren, als die letzte Seite des Buches gelesen ist. Der letzte Satz.

Der Leser begleitet den Künstler und Ehemann, Vater und Musiker auf seiner letzten Reise. Robert Seethaler zeichnet ihn als arbeitsamen, aber auch bekümmerten Menschen. Dabei ehrt er ihn mit jedem Wort, das sorgsam gewählt wirkt und sich mit allen anderen zu einem feinen Büchlein zusammenfügt, das zu lesen nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, das aber umso tiefer berührt und nachwirkt.

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