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Veröffentlicht am 12.10.2019

Ich freue mich auf die Fortsetzungen

First Comes Love
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Von Katie Kacvinsky habe ich “Die Rebellion der Maddie Freeman” und auch die Fortsetzung “Maddie – Der Widerstand geht weiter” gelesen und fand beide Bände echt toll. Seitdem stand auch “Dylan & Gray” ...

Von Katie Kacvinsky habe ich “Die Rebellion der Maddie Freeman” und auch die Fortsetzung “Maddie – Der Widerstand geht weiter” gelesen und fand beide Bände echt toll. Seitdem stand auch “Dylan & Gray” auf meiner Wunschliste, aber mit eher geringer Priorität. Ich fand den Klappentext ganz süß, aber das Buch hat mich nicht so sehr gereizt, dass ich es unbedingt sofort kaufen und lesen musste.

Dann habe ich das Buch allerdings im Rahmen einer Wander-Notizbuch-Runde zu lesen bekommen. Und ich kann den Organisatoren dieser Runde gar nicht oft genug dafür danken, dass sie das Buch auf die Reise geschickt haben. Denn sonst wäre das Buch womöglich irgendwann auf meiner Wunschliste versauert und mir wäre eine großartige Lektüre entgangen.

Denn ich habe “Dylan & Gray” echt von der ersten Seite an geliebt. Es gibt ja so Bücher, da fällt der Einstieg schwer oder er fällt nur mäßig aus. Aber Katie Kacvinsky hat mich sofort mit den ersten Sätzen gepackt und irgendwas in mir total berührt. Ihr Schreibstil ist einfach total eindringlich und ich hatte das Gefühl, dass es der Autorin gelingt, mit wenigen Worten total viel auszudrücken. Sie hat mich einfach abgeholt und mitgenommen auf eine gefühlvolle und bewegende Reise.

Dylan und Gray kommen beide als Ich-Erzähler zu Wort, wobei sie sich dabei meist mit jedem neuen Kapitel abwechseln, teilweise wechselt der Erzähler aber auch innerhalb eines Kapitels. Beide könnten vom Charakter her nicht unterschiedlicher sein: Gray ist ein Einzelgänger, der sich von seiner Außenwelt abgeschottet hat. Er hat nach einem tragischen Ereignis in seinem Leben eine Mauer um sich herum errichtet, hinter die er nicht blicken lässt. Er hat seine früheren Hobbys und Freunde aufgegeben und lebt so vor sich hin. Dylan dagegen ist ein totales Energiebündel. Sie ist chaotisch, laut, verrückt, spontan. Sie genießt das Leben in vollen Zügen und lebt jeden Tag, als wäre es ihr letzter. Dylan trägt für ihr Alter unglaublich viel Weisheit im Herzen, aber sie hat so Recht mit ihren Ansichten. Ich wünschte, ich wäre ein bisschen mehr wie sie. Würde spontaner sein, weniger nachdenklich, weniger normal. Denn Dylan hat erkannt, dass man nur einmal lebt und dass man Chancen ergreifen muss, wenn sie sich bieten.

Und als Dylan und Gray eines schönen Tages aufeinandertreffen, ist da sofort eine magische Anziehung zu spüren, gegen die sie sich nicht lange wehren können. Sie beginnen, ihre Freizeit miteinander zu verbringen und lernen sich dabei immer besser kennen. Und schließlich auch lieben. Doch Dylan ist nur den Sommer über in Phoenix, es drängt sie schon weiter zum nächsten Abenteuer. Und am Ende einer wundervollen Zeit müssen beide entscheiden, wie es für sie weitergehen soll.

Besonders überzeugen konnte mich das Buch dadurch, dass sowohl Dylan und Gray als auch ihre Beziehung zueinander eine total authentische und realistische Entwicklung durchmachen. Es gibt hier keine Liebe auf den ersten Blick, sondern eine Freundschaft, die Stück für Stück wächst und schließlich zur Liebe heranreift. Das geschieht trotz der begrenzten Seitenzahl des Buches tatsächlich nicht Schlag auf Schlag, sondern es passiert sehr viel, das diese Entwicklung rechtfertigt. Und auch die Persönlichkeiten von Dylan und Gray entwickeln sich. Sie passen sich einander an und alle beide müssen Positionen und Eigenschaften aufgeben, Kompromisse schließen und lernen, sich auf den Partner einzulassen.

Das Buch beinhaltet ein paar kleine Road-Trip-Elemente, denn gemeinsam entdecken Dylan und Gray nicht nur Phoenix, sondern auch die nähere Umgebung und auch das sechs Stunden entfernte L.A. Katie Kacvinsky versteht es dabei echt meisterlich, mit ihren großartigen Beschreibungen Fernweh zu wecken. Durch diese vielen Trips, die die beiden unternehmen, ist das Buch sehr abwechslungsreich und die Handlung bewegt sich buchstäblich von der Stelle. :wink: Und stets ist da dieses besondere Gleichgewicht zwischen ereignisreicher und ruhiger Handlung. Denn noch vielmehr als von den gemeinsamen Entdeckungen lebt dieses Buch von den Gesprächen, die Dylan und Gray miteinander führen.

Wie gesagt, habe ich dieses Buch als Notizbuch gelesen und es gab so so viele Stellen, die ich markiert, kommentiert und mit Herzchen versehen habe. Vor allem die Herzchen dominieren, denn das Buch beinhaltet so viele wunderschöne Sätze, Momente und Aussagen. Katie Kacvinsky bringt durch die beiden Ich-Erzähler so vieles genau auf den Punkt und findet dabei so schöne Worte, malt so wundervolle Bilder mit ihrer Sprache. Dylan und Gray philosophieren über Gott und die Welt, das Leben an sich, Musik, Sport, Zukunft, Vergangenheit. Und dabei haben sie mich total nachdenklich gemacht, denn gerade die Frage nach dem Sinn des Lebens klingt immer wieder an und Dylan hat viele gute Antworten parat.

Ich bin einfach begeistert davon, wie ausdrucksstark dieses Buch ist und wie gefühlvoll es ist, ohne kitschig zu sein.

Und doch “muss” ich am Ende einen halben Punkt in meiner Bewertung abziehen. Denn ganz im Gegensatz zu der sonst so poetischen Sprache standen für mich ein, zwei Szenen, in denen es um das Liebesleben von Dylan und Gray geht und Katie Kacvinsky sehr klare Worte findet, um es mal vorsichtig auszudrücken. :wink: Für mich hat das einfach nicht zu dem Buch und auch nicht zu den Charakteren gepasst und dadurch haben mich diese Szenen bzw. die Ausdrucksweise in diesen Szenen etwas gestört.

Ich freue mich sehr, dass die Reise mit Dylan und Gray noch nicht zu Ende ist, denn dieses Buch war der erste Teil einer Trilogie. Zwar sind die beiden Nachfolger noch nicht ins Deutsche übersetzt, aber das macht mir nichts aus, denn ich muss dieses Buch einfach noch mal im Original lesen, dann ist das Leseerlebnis bestimmt noch intensiver. Und Band 2 und 3 bestelle ich mir dann auch gleich noch mit.

Veröffentlicht am 12.10.2019

Eher für jüngere Leser geeignet

Funkensommer
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Wenn ich an die Sommer meiner Kindheit zurückdenke, erinnere ich mich vor allem an das Gefühl von Freiheit. Völlig unbeschwert in den Tag hinein leben, keine Gedanken an die Schule oder die Zukunft verschwenden, ...

Wenn ich an die Sommer meiner Kindheit zurückdenke, erinnere ich mich vor allem an das Gefühl von Freiheit. Völlig unbeschwert in den Tag hinein leben, keine Gedanken an die Schule oder die Zukunft verschwenden, die Tage mit Freunden im Freibad verbringen, draußen sein, bis es dunkel wird, und dabei die laue Sommerluft genießen, sich manchmal langweilen - das sind Szenen, die dann vor meinem geistigen Auge auftauchen. Und wenn es Juni wird und der Sommer das Jahreszeiten-Regiment übernimmt, sind es vor allem sommerliche Bücher, für die mein Leser-Herz pocht. Denn durch sie wird es mir ermöglicht, noch einmal einen völlig unbeschwerten Kindheits- oder Jugend-Sommer zu erleben, zusammen mit den Charakteren der jeweiligen Geschichten, und in den eigenen Erinnerungen zu schwelgen.

Michaela Holzingers Buch „Funkensommer“ kam mir daher in den letzten Tagen gerade recht. Schon allein das sommerliche Cover lädt zum Betrachten ein und der quietschgelbe Seitenschnitt sorgt für gute Laune. Überhaupt ist die Gestaltung des Buches insgesamt sehr frisch und fröhlich und macht einfach Spaß. Hier hat der Verlag Freies Geistesleben ganze Arbeit geleistet und ein originelles Design an den Tag gelegt.

Leider konnte mich das Buch inhaltlich nicht ganz überzeugen.

Sehr gut gelungen fand ich die Darstellung und Beschreibung der sommerlichen Atmosphäre. Zusammen mit der Ich-Erzählerin Hannah habe ich in der Sonne geschwitzt, in den Tiefen des Moorsees Abkühlung gesucht, habe die Sommersprossen auf der Nase ebenso verflucht wie die zeitraubende Arbeit auf dem Bauernhof. Das, wonach ich beim Lesen von „Funkensommer“ am meisten gesucht habe, habe ich gefunden: Kindheitserinnerungen und eine sommerliche Atmosphäre!

Doch das allein reicht für eine positive Bewertung des Buches leider nicht aus - auch das Drumherum muss stimmen. Und da fehlte es leider vor allem den Figuren an Tiefgang. Ich konnte keine echte Beziehung zu ihnen aufbauen. Ich fand Hannah zwar ganz nett und auch die anderen Charaktere haben durchaus Potential, aber ich habe mein Leser-Herz nicht an sie verschenkt, es war immer eine gewisse Distanz vorhanden. Hannah wurde nicht zur Freundin für mich und in Finn habe ich mich nicht ein kleines bisschen verliebt.

Dazu war mir die Handlung für den geringen Umfang des Buches zu breitgefächert. Ich mag es zwar durchaus abwechslungsreich, aber in „Funkensommer“ werden einfach zu viele Handlungsstränge verfolgt. Michaela Holzinger möchte mit ihrem Buch und ihrer Ich-Erzählerin Hannah zeigen, was es heißt, erwachsen zu werden. Das gelingt ihr auch durchaus. Aber das Problempotential war mir dabei etwas zu hoch. Drogen und der Tod von Familienmitgliedern sind dabei die krassesten Themen, aber auch die „gewöhnlichen“ Jugendprobleme wurden mir zu sehr aufgebauscht.

Den Schreibstil von Michaela Holzinger fand ich ganz angenehm. „Funkensommer“ liest sich leicht weg und eignet sich dadurch als Sommerlektüre. Teilweise fand ich den Ausdruck der Autorin jedoch etwas zu gewollt poetisch, oft drückt sich die Autorin lediglich in Wortgruppen aus, die im Buch jedoch als ganzer Satz stehen. Daran musste ich mich erst gewöhnen und bin dann im Verlauf des Buches doch immer wieder darüber gestolpert.

Vielleicht ist „Funkensommer“ eher ein Buch für Leser, die sich mit 14 bis 18 Jahren in einem ähnlichen Alter wie Hannah und damit in einer ähnlichen Situation wie sie befinden. Aus einer erwachseneren Perspektive wirken die Probleme dann irgendwie doch zu konstruiert und übertrieben.

Veröffentlicht am 12.10.2019

Ein tolles Buch!

Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer
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In Zeiten, in denen es auch in Deutschland wieder modern wird, längere Reiseentfernungen an Bord eines Busses zurückzulegen, ist es nicht verwunderlich, dass der Blanvalet Verlag mit „Wenn du mich küsst, ...

In Zeiten, in denen es auch in Deutschland wieder modern wird, längere Reiseentfernungen an Bord eines Busses zurückzulegen, ist es nicht verwunderlich, dass der Blanvalet Verlag mit „Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer“ ein Road-Trip-Buch in der deutschen Übersetzung veröffentlicht, dessen Handlung zu einem großen Teil in einem Bus spielt. Denn wo lernt man sich besser und unverfälschter kennen, als auf beengtem Raum, der keine Ausweichmöglichkeiten bietet?!

So ergeht es Camryn und Andrew, den beiden Protagonisten in J. A. Redmerskis Debüt, das im Original unter dem Titel „The Edge of Never“ erschienen ist. Beide haben ihre ganz persönlichen Gründe dafür, sich auf einen Road-Trip durch die USA zu begeben. Es ist sowohl die schmerzhafte Vergangenheit, die sie hinter sich lassen wollen, als auch die beängstigende Gegenwart, vor der sie flüchten. Und ihrer beider Leben wird sich komplett verändern, während sie Kilometer um Kilometer zurücklegen und zunächst allein mit sich und ihren Gedanken sind, doch schließlich den schwierigsten Teil der Wegstrecke zusammen zurücklegen.

Nachdem ich schon viel Gutes über „The Edge of Never“ gehört hatte, habe ich mich total auf das Erscheinen der Übersetzung gefreut. Das „New Adult“-Genre ist momentan einfach genau mein Ding und Road-Trip-Bücher liebe ich seit „Amy on the Summer Road“ auch total. Klar also, dass ich „Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer“ einfach lesen MUSSTE. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, auch wenn ich doch den ein oder anderen kleinen Kritikpunkt habe. Aber das fällt im Vergleich zu den positiven Dingen kaum ins Gewicht.

Camryn und Andrew sind zwei Protagonisten, die ich einfach nur großartig fand. Andrew ist echt zum Anbeißen und Camryn hätte ich gerne als Freundin. Ich mochte die beiden auf Anhieb, aber noch mehr mochte ich sie am Ende des Buches. Die beiden geben ein tolles Paar ab und es verwundert nicht, dass sie einander völlig verfallen sind. Ich mochte es, wie sie miteinander umgehen, wie sie zusammen Spaß haben und herumalbern, wie sie aber auch den Ernst des Lebens gemeinsam durchstehen. Es gab viele Szenen in diesem Buch, die mich zum Lachen gebracht haben, aber es gab auch genauso viele Momente, bei denen sich ein Kloß in meinem Hals gebildet hat und ich zusammen mit den beiden gelitten habe.

Ein wenig hat mir jedoch das Bauchkribbeln beim Lesen des Buches gefehlt. „Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer“ ist zwar ein sehr emotionales Buch, aber diese Gefühle haben sich nicht hundertprozentig auf mich als Leser übertragen. Ich fand Andrew zwar klasse, aber es gab schon männliche Hauptfiguren in anderen Büchern, die ich heimlich mehr angeschmachtet habe. Es fehlten mir die Kribbel-Szenen, die meinen Pulsschlag erhöhen. Ich stehe nicht auf Kitsch, aber durchaus auf Gefühl. Und in „Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer“ findet man eher körperlich betonte Szenen als romantische Momente, falls ihr versteht, was ich meine. Diese Szenen waren schon sehr explizit beschrieben und das berühmte „F-Wort“ kam das ein oder andere mal vor. Ich habe generell kein Problem damit, aber mir fehlten die zarten und vorsichtigen Annäherungsversuche.

Die Handlungsumgebung ist typisch für einen Road-Trip und führt quer durch die USA. Dabei wird nur der erste Teil der Strecke im Bus zurückgelegt, später steigen Camryn und Andrew auf ein schon etwas älteres Auto um. Ich habe beim Lesen des Buches total große Lust verspürt, selbst sofort ins Auto zu steigen und wahllos durch die Welt zu fahren. Die Autorin weckt Fernweh mit ihrem Buch und ein wenig habe ich Camryn und Andrew darum beneidet, dass sie die Möglichkeit hatten, ihrem Freiheitsdrang nachzugeben.

Die Handlung selbst ist sehr abwechslungsreich und wartet am Ende mit einer riesigen Überraschung auf. Die ganze Zeit deutet sich an, dass Andrew ein Geheimnis hat, stellenweise will er Camryn gar nicht richtig an sich heranlassen. Und als Leser fragt man sich natürlich, warum das so ist. Dabei spielt man die verschiedensten Möglichkeiten durch, aber die Autorin hat mich am Ende echt völlig unvorbereitet getroffen, denn mit dieser Wende in der Handlung habe ich im Leben nicht gerechnet.

Dadurch, dass ich „Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer“ sowohl aus Camryns als auch aus Andrews Sicht geschrieben ist, bekommt man als Leser einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Protagonisten. Teilweise überschneiden sich die Kapitel vom Inhalt her, sodass man dieselbe Szene von beiden Hauptfiguren erzählt und beschrieben bekommt. Das hat mir richtig gut gefallen, denn dadurch wird nur noch deutlicher, wie toll sich Camryn und Andrew ergänzen und wie super sie zusammenpassen.

Im Original ist bereits die Fortsetzung „The Edge of Always“ erschienen, die ich unbedingt ganz bald lesen muss, denn ich will wieder in die Welt von Camryn und Andrew abtauchen und Zeit mit ihnen verbringen.

Veröffentlicht am 12.10.2019

Tolle Charaktere!

Sternengewitter
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Der Handlungsort von “Sternengewitter” – Little, Kalifornien – hat mich total an die Kleinstadt Stars Hollow aus der Fernsehserie “Gilmore Girls” erinnert. Hier kennt auch jeder jeden und der Ort strahlt ...

Der Handlungsort von “Sternengewitter” – Little, Kalifornien – hat mich total an die Kleinstadt Stars Hollow aus der Fernsehserie “Gilmore Girls” erinnert. Hier kennt auch jeder jeden und der Ort strahlt so eine gemütliche und wohlige Autmosphäre aus, das man sich als Leser und somit als so etwas wie ein Tourist in der kleinen Stadt sofort freundlich aufgenommen und willkommen fühlt. Die Bewohner von Little sind alle echte Unikate und Neuigkeiten verbreiten sich hier wie ein Lauffeuer. Und wie auch in der Fernsehserie “Gilmore Girls” spielt auch in “Sternengewitter” ein Großteil der Handlung in einem amerikanischen Diner. Mir hat das richtig gut gefallen, denn Kim Culbertson beschreibt die Handlungsumbegung so anschaulich und greifbar, dass vor allem von dem Diner einfach eine besondere Gemütlichkeit ausgeht und mir bei der Beschreibung der Speisekarte fast das Wasser im Munde zusammengelaufen ist.

“Sternengewitter” ist ein Jugendbuch, das hauptsächlich von seinen Protagonisten lebt. Die Handlung selbst ist wenig überraschend oder sonderlich ereignisreich. Das Kleinstadtleben wird komplett über den Haufen geworfen, als der Star Adam Jakes auftaucht. Nicht nur für das Örtchen selbst bedeutet diese Tatsache jede Menge Aufregung. Vor allem das Leben von Carter Moon und ihren Freunden ändert sich, als Carter die Neue an Adams Seite spielen soll. Teilweise fand ich die diesbezügliche Entwicklung der Handlung schon sehr vorhersehbar.

Dafür haben die Figuren selbst aber echten Tiefgang und oft schwingt auch ein ernster Hinterton neben all der Lockerheit mit. Denn in diesem Buch geht es nicht nur um Stars und Sternchen, um Freundschaft und Schmetterlinge im Bauch. Vor allem geht es auch um die Beziehung zu den Eltern und den Geschwistern, um Verantwortung, um Selbständigkeit und all die Probleme, die damit verbunden sein können. Gerade diese ernsten Töne haben mir gut gefallen, denn so hebt sich das Buch ein wenig von anderen Jugendbüchern ab. Anhand des Klappentextes hätte ich auch nicht vermutet, dass das Buch doch so viel Ernsthaftigkeit enthalten würde.

Die Ich-Erzählerin Carter fand ich toll gezeichnet und vor allem sehr authentisch. Sie muss für ihr Alter bereits sehr viel Verantwortung übernehmen und ist einfach nur ein sehr liebes und vernünftiges Mädchen. Jeder in dem kleinen Örtchen in Kalifornien hat sie in ihr Herz geschlossen und das ist nicht verwunderlich. Aber auch Carters beste Freunde Chloe und Alien Drake sind liebenswerte Charaktere. Adam Jakes, den Hollywood-Star, fand ich dagegen leider etwas blass. Er spielt zwar auch eine sehr gute Rolle, aber zu ihm konnte ich keine so gute Beziehung aufbauen wie zu den anderen drei Jugendlichen. Adam war ein sehr undurchsichtiger Charakter. Sicherlich war das von der Autorin so gewollt, aber leider hat das keine Sympathie geweckt. Adams Verhalten ändert sich zwar im Laufe des Buches, aber ganz überzeugen konnte er mich dennoch nie.

Sehr speziell an “Sternengewitter” sind die Blog-Einträge, die Carter regelmäßig mit ihrem besten Freund Alien Drake verfasst. Hier dreht sich alles um das Thema Sternguckerei, und diese Einträge lockern das Buch auf und machen es besonders.

Mein Fazit

“Sternengewitter” kommt mit überraschend ernsten Tönen daher und überzeugt vor allem durch seine toll gezeichneten Hauptcharaktere, wobei Adam etwas hinter Carter, Alien Drake und Chloe zurückbleibt.

Veröffentlicht am 12.10.2019

Sommer- und Strandlektüre

Strawberry Summer
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„Strawberry Summer“ - Titel und Gestaltung des Buches von Joanna Philbin könnten für ein Sommer-Debüt nicht treffender sein. Die zarten Türkistöne machen gute Laune, das Cover verspricht Strandatmosphäre ...

„Strawberry Summer“ - Titel und Gestaltung des Buches von Joanna Philbin könnten für ein Sommer-Debüt nicht treffender sein. Die zarten Türkistöne machen gute Laune, das Cover verspricht Strandatmosphäre sowie dieses gewisse Kribbeln im Bauch und die Erdbeeren, die sich am Anfang eines jeden Kapitels wiederfinden, geben dem Buch eine süße Leichtigkeit.

Und auch inhaltlich überzeugt „Strawberry Summer“, vor allem durch seine Charaktere und die Handlung. Rory ist das nette Mädchen von Nebenan, mit dem man sich als Leser irgendwie sofort anfreundet. Sie ist einfach lieb und unschuldig und überaus verantwortungsbewusst. Denn trotz ihres jungen Alters regelt sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern gleichzeitig auch das ihrer Mutter, die im Leben nicht wirklich viel auf die Reihe bekommen hat und sich lieber von einem Mann zum nächsten hangelt und dabei hofft, irgendwie die offenen Rechnungen bezahlen zu können. Kein Wunder also, dass Rory ausbrechen will aus diesem Alltag und die sich ihr bietende Chance ergreift, bei den Rules das „Mädchen für Alles“ zu spielen. Und kein Wunder, dass Rorys Mutter davon überhaupt nicht begeistert ist. Doch im Umgang mit ihr zeigt sich schon die erste Charakterentwicklung von Rory, die im Laufe des Buches noch fortschreiten wird: Sie bietet ihrer Mutter die Stirn und setzt ihren eigenen Willen durch.

Doch der Alltag in den Hamptons ist nicht unbedingt das, was Rory erwartet hat. Vor allem Bianca, die Hausdame der Rules, macht es ihr nicht gerade leicht, und auch die Familienmitglieder selbst sind nicht alle begeistert davon, dass Rory den Sommer bei ihnen verbringen wird. In erster Linie ist es Isabel, die im selben Alter wie Rory ist, die ihr Schwierigkeiten bereitet. Isabel ist die zweite weibliche Hauptfigur in „Strawberry Summer“, mit ihrem Leben beschäftigt sich die Autorin ebenso umfassend wie mit dem von Rory. Isabel ist einerseits die verwöhnte Tochter, die alles bekommen hat, was sie wollte. Mittlerweile zeigt sie sich auf der anderen Seite aber genervt von dem Society-Leben, hat genug von ihren Freundinnen, die ihre Freizeit im Beach-Club verbringen, und will ebenso wie Rory ausbrechen aus ihrem Alltag. Isabel charakterisiert sich sehr gut durch ihr Verhalten und ist eine ebenso lebensnahe Figur wie Rory. Und auch die weiteren Charaktere des Buches sind sehr greifbar konstruiert, mit Ecken und Kanten und Eigenschaften, die sie besonders machen.

„Strawberry Summer“ erzählt die Geschichte der beiden Teenager Rory und Isabel, deren Leben zunächst nebeneinander ablaufen, sich aber mehr und mehr verbinden und eine Einheit bilden. Und dabei zeigt sich im Laufe des Buches, wie ähnlich sich die beiden doch eigentlich sind. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass aus Feindinnen Freundinnen werden, was schön zu beobachten ist. Ebenso wie die zarte Liebesbeziehung, die sich zwischen Rory und Connor Rule entwickelt. Es gibt hier einige süße Szenen mit den beiden, aber leider überträgt sich das Kribbeln zwischen ihnen nicht auf den Leser. Zum Schmachten und Seufzen ist das Buch daher nicht geeignet, aber niedlich sind die beiden dennoch anzusehen.

Die Handlung des Buches ist zwar teilweise extrem vorhersehbar, aber insgesamt dennoch sehr abwechslungsreich. Es gibt Szenen voller Freude und Leichtigkeit, aber ebenso auch Momente, in denen die Charaktere niedergeschlagen und traurig sind. Der Sommer von Rory und Isabel ist reich an Erfahrungen und Eindrücken und beide lernen, den Problemen, die sich ihnen in den Weg stellen, die Stirn zu bieten. Ein ganzer Sommer, die Monate Juni bis August, sind prägend für die beiden und die gemeinsame Zeit in den Hamptons werden sie wohl nicht vergessen.

Die Atmosphäre von „Strawberry Summer“ könnte sommerlicher nicht sein. Die Handlung spielt zu einem großen Teil am Strand - oder zumindest in dessen Nähe - sowie im Beach-Club. Und es ist immer warm, es regnet nie und das Meer sorgt mit seinem Rauschen für Fernweh. Und passend dazu ist der Schreibstil von Joanna Philbin locker und leicht und so lässt sich „Strawberry Summer“ problemlos innerhalb kurzer Zeit lesen. Leider wird dieses Lesevergnügen durch einige Rechtschreibfehler getrübt.

Die Fortsetzung „Blueberry Summer“ erscheint übrigens im Februar 2015, ebenfalls im cbt Verlag.

Fazit:

„Strawberry Summer“ ist eine hervorragende Sommer- und Strandlektüre, die nicht nur seichte Unterhaltung, sondern auch eine gewisse Ernsthaftigkeit bietet, die Joanna Philbins Debüt Authentizität und Vielseitigkeit verleiht.