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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2025

holprig erzählt

Our Infinite Fates
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Und täglich grüßt das Murmeltier. So geht es zumindest der Hauptdarstellerin Evelyn, die seit Jahrhunderten immer wieder die ersten 18 Jahre eines Lebens lebt um dann von ihrer großen Liebe Arden getötet ...

Und täglich grüßt das Murmeltier. So geht es zumindest der Hauptdarstellerin Evelyn, die seit Jahrhunderten immer wieder die ersten 18 Jahre eines Lebens lebt um dann von ihrer großen Liebe Arden getötet zu werden. Und dann erneut auf die Welt zu kommen, um erneut zu lieben und zu sterben. Warum das Ganze? Und wie diesen Kreislauf durchbrechen?

Das ist in Kurzform die Geschichte und leider passiert ansonsten nicht wirklich viel. Man erfährt, was so in einem Schnelldurchlauf die letzten Male passiert ist. Und in der Gegenwart kämpft Evelyn darum, wenigstens einmal das Geschehen zu verändern. Ich habe irgendwie nicht richtig einen Draht zu den beiden bekommen. Ja, das Mädel ist freundlich und warmherzig und liebt ihre aktuelle Schwester. Und er ist der geheimnisvolle Typ, den man sehr lange nicht verstehen kann, da seine Gefühle und Intentionen nicht erklärt werden. Dennoch fehlten mir Empathie und Spannung. Es wird einfach sehr holprig erzählt. Da hatte ich mir etwas anderes erhofft.

Veröffentlicht am 16.02.2025

unvorhersehbarer Genremix

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Mein erster Roman von Stuart Turton. Und er lässt sich nicht in ein Genre einordnen. Ein bisschen Dystophie und SF, ein bisschen Krimi und Klimakrise. Das hat mir ausnehmend gut gefallen, dieser ungewöhliche ...

Mein erster Roman von Stuart Turton. Und er lässt sich nicht in ein Genre einordnen. Ein bisschen Dystophie und SF, ein bisschen Krimi und Klimakrise. Das hat mir ausnehmend gut gefallen, dieser ungewöhliche Genremix, der in sich auch einige überraschende Wendungen und Spannungsmomente birgt.

Nur gut 120 Menschen haben einen weltweiten giftigen Nebel überlebt. Nun droht aber auch ihnen das Ende, ausgelöst durch einen Mord in ihrer Gemeinschaft und die Ahnung, dass damit auch ein Anschlag auf ihrer aller Sicherheit vertuscht werden soll.

Der Erzählstil ist eher knapp und sehr klar. Die kleine menschliche Gemeinschaft, die von der Natur auf ihre Grundbedürfnisse zurückgeworfen wurde, ist überschaubar und bedrückt ein wenig mit ihrer sehr reglementierten Welt auf einer kleinen Insel.

Das Ende ist unvorhersehbar und hat mir gut gefallen. Ein Autor, den ich gerne durch andere Bücher weiter entdecken möchte.

Veröffentlicht am 16.02.2025

hochinteressant

Dunkle Momente
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Ich lese ausnehmend gerne Bücher, in denen Anwälte oder Richter und ihre Arbeit für das Gesetz eine Hauptrolle spielen. Elisa Hoven ist Professorin für Strafrecht und hat an diversen Universitäten über ...

Ich lese ausnehmend gerne Bücher, in denen Anwälte oder Richter und ihre Arbeit für das Gesetz eine Hauptrolle spielen. Elisa Hoven ist Professorin für Strafrecht und hat an diversen Universitäten über Recht und Gesetzt geforscht. In ihrem ersten belletristischen Werk, „Dunkle Momente“, fasst sie nun anhand von 9 Präzedenzfällen ihre Erfahrungen und Rückschlüsse zusammen.

Die Strafverteidigerin Eva Herbergen steht im Mittelpunkt der verschiedenen Fälle. Es werden anhand sehr unterschiedlicher Strafdelikte ihre Werte- und Rechtsanschauung beleuchtet, aber auch der Tathergang, die Motive und Hintergründe der Täter, die diversen Rechtsmittel und Gesetzeslagen erklärt.

Ein Roman, der auch ein Sachbuch sein könnte. Aber eines, dass sehr unterhaltsam und logisch in den Kontext zum Leben der Anwältin gebracht wird. Hochinteressantes Thema mit viel Realitätsgehalt. Nicht belehrend aber erklärend und komplexe Gesetze und Urteile verständlich beschreibend.

Veröffentlicht am 16.02.2025

Schöner Familienroman

Die Garnett Girls
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Was mir gefallen hat an Georgina Moores Debütroman „Garnett Girls“.
Im Mittelpunkt stehen 4 Frauen. Zum einen Mutter Margo, die am Scheitern ihrer leidenschaftlichen Liebesbeziehung zu Richard, schwer ...

Was mir gefallen hat an Georgina Moores Debütroman „Garnett Girls“.
Im Mittelpunkt stehen 4 Frauen. Zum einen Mutter Margo, die am Scheitern ihrer leidenschaftlichen Liebesbeziehung zu Richard, schwer zu tragen hat. Nachdem der Vater ihrer drei Töchter sie verlassen hat, verliert sie erst mal den Boden unter den Füßen und die Kinder leiden darunter. Während die Älteste versucht, ihre Mutter zu unterstützen, obwohl sie selbst erst 11 Jahre alt ist, so sind die jüngeren Mädchen verunsichert und entwickeln eigene Überlebens-Strategien, die sie auch im Erwachsenenleben belasten. Das Familienkonstrukt wackelt aber am Ende hilft es doch, dass die Frauen sich auf ihre Stärken besinnen und daran sogar wachsen.

Was mir nicht so gefallen hat.
An der ein oder anderen Stelle, hatte man den Text gerne etwas straffen können und der Leserschaft auch mehr Raum für eigene Interpretationen geben dürfen.

Fazit: Ein schöner Frauen- und Familienroman mit ein bisserl Luft nach oben.

Veröffentlicht am 16.02.2025

kann es nochmal passieren?

Ginsterburg
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"Ginsterburg" war mein erstes Buch des Autors Arno Frank. Ausgesucht habe ich es, da das Thema mich sehr interessiert und der Klappentext vielversprechend klingt.

Schnell war mir klar beim Lesen klar, ...

"Ginsterburg" war mein erstes Buch des Autors Arno Frank. Ausgesucht habe ich es, da das Thema mich sehr interessiert und der Klappentext vielversprechend klingt.

Schnell war mir klar beim Lesen klar, dass meine Vorstellungen falsch waren und ich habe versucht, das Buch dann mit einem weiteren und neutraleren Blick zu lesen. Es ist für mich eine Geschichte, die von einem großen Kaleidoskop an Figuren und deren Schicksalen über einen 10jährigen lebt. Man merkt, meiner Meinung nach, dass der Autor mit dem Roman gesellschaftliche und politische Entwicklungen der Gegenwart in einen Kontext zur Nazi-Vergangenheit Deutschlands ziehen möchte.

1935 - wie waren die Anfänge des Terror-Regimes? Wie haben die Menschen versucht, mit den Veränderungen umzugehen? Wie haben sich Mitläufer herauskristallisiert, wie haben Verfolgte versucht, eine Lücke im System zu finden um zu überleben.

1940 - wie hat sich die vollzogene Veränderung im Land dargestellt? Wie haben die Nazis ihre Macht gefestigt? Wie haben die vielen Einzelnen daraus ihren eigenen Profit geschlagen? Wie geht es den Opfern und wie gelang ihnen teilweise doch die Flucht?

1945 - wie stehen die Menschen kurz vor dem Ende der Nazis da? Versuchen sie zu verdrängen, zu flüchten, zu leugnen, sich aus der Affäre zu ziehen?

Die vielen einzelnen Schicksale sind immer stellvertretend für verschiedene Menschengruppen. Durch die Vielzahl und durch den sehr perspektivischen Erzählstil konnte ich wenig Empathie entwickeln. Die Zusammenhänge und Rückschlüsse liegen auf der Hand. Aber für mich war es nicht genau die richtige Mischung. Es war ein bisschen viel erhobener Zeigefinger für mich.