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Veröffentlicht am 02.09.2024

Roccos emotionaler Fall

Die letzte Lügnerin
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Meine Meinung:
Roccos emotionaler Fall
Rocco Eberhardt hat es bei diesem Fall besonders schwer. Sein Vater scheint in einem Polit-Skandal verwickelt zu sein. Noch dazu ist er ...

Meine Meinung:
Roccos emotionaler Fall
Rocco Eberhardt hat es bei diesem Fall besonders schwer. Sein Vater scheint in einem Polit-Skandal verwickelt zu sein. Noch dazu ist er mit dem Bau-Senator Dieter Möller befreundet. Von Möller wurde ein pikantes Video veröffentlicht, das kein gutes Licht auf den Bau-Senator wirft. Inwieweit Roccos Vater in das Ganze involviert ist, weiß man nicht. Rocco will seinen Vater nicht darauf ansprechen. Hat er doch erst seit kurzer Zeit wieder Kontakt zu ihm.

Mir hat dieser realitätsnahe Krimi sehr gut gefallen. Wie es um Wohnsituation in der Hauptstadt Berlin bestellt ist, dürfte hinreichend bekannt sein. Korruption sorgt dafür, dass für sehr viele Menschen die hohen Mieten nicht mehr bezahlbar sind. Der Pathologe Justus Jarmer führt ein sehr privilegiertes Leben. Dennoch geht im die Wohnsituation vieler Menschen sehr nahe. Besonders als ein Selbstmörder auf seinem Seziertisch landet, der seine Miete nicht mehr bezahlen konnte. Kurze Zeit später landet der Tontechniker auf seinem Seziertisch, der für das pikante Video von Bau-Senator Möller verantwortlich ist.

Bei diesem raffinierten Justiz-Krimi wusste ich lange nicht, wer für den Mord verantwortlich ist. Der Verdacht fällt auf Möller, der sehr geldgierig zu sein scheint. Wie das Video beweist, scheinen seine Baugeschäfte nicht sauber zu sein. Er bittet Rocco, ihn vor Gericht zu vertreten. Rocco macht es nur wegen seines Vaters. Im Grunde widerstrebt es ihm, den schmierigen, arroganten Bau-Senator zu vertreten.

Jedes Kapitel ist sehr kurz. Das erhöhte für mich den Lesefluss. Die rasante Story ist von Anfang an spannend. Ich hatte einen Verdacht, der sich letzendlich bewahrheitet hat. Es gab jedoch auch ungeahnte Wendungen, die mich richtig kalt erwischt haben. Ich weiß von einer Bücherfreundin, wie schwer es ist, eine bezahlbare Wohnung in Berlin zu bekommen. In dieser Geschichte grät sogar eine Polizistin in finanzielle Schwierigkeiten, die unter anderem einer hohen Mietangleichung geschuldet sind. Gerade diese Realitäten machen die Bücher von Schwiecker & Tsokos so lesenswert. Sei es die Wohnsituation in Berlin, die Rechtsmedizin oder Gerichtsverhandlungen. Man spürt bei jedem Wort, die Beiden wissen, wovon sie schreiben.

Fazit:
Dieser Justiz-Krimi kommt sehr emotional daher. Von mir eine absolute Empfehlung. Danke Florian Schwiecker und Michael Tsokos.

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Veröffentlicht am 01.09.2024

Die kleine Prinzessin schlägt zurück

Yoko
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Meine Meinung:
Die kleine Prinzessin schlägt zurück
So ziemlich alles in diesem Thriller ist sehr ungewöhnlich. Die junge Yoko wurde von ihren Eltern nach deren Idol, der ...


Meine Meinung:
Die kleine Prinzessin schlägt zurück
So ziemlich alles in diesem Thriller ist sehr ungewöhnlich. Die junge Yoko wurde von ihren Eltern nach deren Idol, der Beatles benannt. Ihre Mutter verstarb sehr jung. Yoko wurde von ihrem Vater alleine erzogen. Hat ihr das Metzgerei-Handwerk beigebracht. Schon sehr früh lernt Yoko Schweine zu schlachten. Geht professionell mit dem Filetiermesser um. Nachdem ihr Vater verstorben war, führt sie erstmal den Betrieb alleine weiter. Doch irgendwann mag sie keine Tiere mehr schlachten. Verwandelt die Schlachterei in eine Manufaktur für Glückskekse. Beliefert chinesische Lokale. Einmal wird sie dabei Zeugin, wie ein kleiner süßer Hund misshandelt wird. Der Versuch, dem hilflosen Vierbeiner zu helfen, hat fatale Folgen für Yoko. Sie wird verprügelt und missbraucht. Das hat bei Yoko einen Schalter umgelegt. Erinnerungen von früher werden wach, an die Zeit, wo sie Vaters kleine Prinzessin war ...

Yoko schwört, Rache zu nehmen. Ungeahnte Kräfte kommen bei der kleinen, zierlichen Frau zum Vorschein. Was sie erst mal noch nicht weiß, nun ist die chinesische Mafia hinter ihr her.

Yoko war mir von Anfang an sehr sympathisch. Wie aus der jungen, sensiblen Frau eine Killerin wurde, ist fast nicht zu glauben. Ich habe mich gefragt, ob man solch eine Veranlagung schon früher bemerken müsste. Konnte sie dennoch sehr gut verstehen. Ihre große Liebe wurde brutal in einer Gartenlaube ermordet, nachdem sie sich an einem der Männer gerächt hatte. Sie muss noch viele weitere Verluste hinnehmen. Hat eigentlich kaum noch einen Menschen, dem sie trauen kann.

Ich weiß nicht, wo diese Geschichte spielt. Es dürfte sich um eine Großstadt handeln. Dieser Thriller hat es wirklich in sich. An brutalen Szenen wird nicht gespart. Er beginnt temporeich. Die Spannung steigert sich kontinuierlich. Ich konnte den E-Book-Reader nicht mehr aus der Hand legen. Yoko ist mir sehr nahe gegangen. Ich bewundere sie für ihre emotionale sowie körperliche Stärke.
Fazit:
Bei dem farblich harmonischen Cover würde man eine liebliche Geschichte, die im asiatischen Raum spielt, vermuten. Der Klappentext und Inhalt haben mich eines Besseren belehrt. Herzklopfen ist garantiert. Die Spannung hat mich stellenweise an meine Grenzen gebracht. Das war mein erstes Buch, das ich von Berndhard Aichner gelesen habe. Nun freue ich mich auf die Fortsetzung. Danke Berndhard Aichner. Ich hoffe heute Nacht auf einen traumlosen Schlaf! Leicht machen sie mir es nicht.

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Veröffentlicht am 31.08.2024

Spannende Familiengeschichte mit sehr vielen Geheimnissen

Als wir glücklich waren
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Meine Meinung:
Spannende Familiengeschichte mit sehr vielen Geheimnissen.

Lenya ist eine Ehefrau und Mutter von drei Kindern. Sie hat in einen Gutshof eingeheiratet, auf dem erfolgreich ...

Meine Meinung:
Spannende Familiengeschichte mit sehr vielen Geheimnissen.

Lenya ist eine Ehefrau und Mutter von drei Kindern. Sie hat in einen Gutshof eingeheiratet, auf dem erfolgreich Pferde gezüchtet werden und Reitunterricht gegeben wird. Lenyas Schwiegermutter ist stets der Meinung, da Lenya keiner bezahlten Arbeit nachgeht, muss sie stets für jeden und alles Zeit haben. Die Arbeiten die Lenya im Haushalt, Pferdegestüt und Büro verrichtet, werden von der Schwiegermutter in keinster Weise wertgeschätzt. Auch für ihren Mann scheint ihre Arbeitskraft selbstverständlich. Lenya wähnte sich immer als Einzelkind, ohne Verwandte. Daher ist sie total erstaunt, als ihr Vater sie bittet, mit ihm zu seiner Schwester Irma zu fahren. Seine zweite ältere Schwester Katharina ist verstorben. Tante Irma wohnt nicht weit weg, von ihrem Gutshof.

Lenya nimmt die beiden jüngeren Kinder mit. Ihr Mann zeigt wenig Verständnis. Zumal sie von ihrer Verwandtschaft nie etwas wussten.
Angekommen auf dem Hof im Emsland, ist Lenya erst mal bitter enttäuscht von ihrer mürrischen Tante Irma. Auch ihr Vater scheint keinen guten Draht mit ihr zu haben. Glücklich ist Lenya jedoch über das Gestüt, welches die Tante mit sehr wenig Personal führt.

Mir hat die Geschichte sehr viel Spaß gemacht. Ich liebe Familiengeheimnisse. Davon gab es reichlich. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich Irma und Lenya langsam näher kommen. Die Vergangenheit, die ihr Vater und seine Schwestern hatten, ist mehr als traurig. Besonders der verstorbenen Katharina wurde übel mitgespielt. Eine Flucht nach dem Krieg, hat den drei Kindern sehr viel abverlangt.

Abwechselnd in der Gegenwart und Vergangenheit, wird die Geschichte erzählt. In der Gegenwart aus der Sicht von Lenya und in der Vergangenheit von Irma. Ich mochte beide Frauen sehr gerne. Manchmal täuscht man sich beim ersten Eindruck eines Menschen. Lenya erkennt schon bald Irmas weichen Kern, unter der rauen Schale. Lenya hat nun endlich genügend Freiraum, um über ihr Leben nachzudenken. Der Schreibstil liest sich wie Butter. Zu keiner Zeit habe ich mich auf den gut 300 Seiten gelangweilt. Besonders nahe ging mir, die tiefe Verbundenheit von Irma und Katharina. Sie waren einmal sehr glücklich. Auch Lenyas Vater war einmal ein Teil davon ...

Fazit:

Eine absolute Empfehlung von mir, für dieses Buch, welches wieder viel aus dem 2. Weltkrieg erzählt. Pferde Liebhaber dürften auch an dieser Geschichte Gefallen finden. Das ist mein erstes Buch von Jana Winter. Mich konnte sie komplett überzeugen.

Danke Jana Winter. Ich hatte tolle Lesestunden.

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Veröffentlicht am 31.08.2024

Eine Geschichte, wie ein warmer Sommerwind

Die Kranichfrauen
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Meine Meinung:
Eine Geschichte, wie ein warmer Sommerwind
Paula und Anna sind beste Freundinnen. Während Paula in München ein privilegiertes Leben führt, muss Anna bei ihrem ...

Meine Meinung:
Eine Geschichte, wie ein warmer Sommerwind
Paula und Anna sind beste Freundinnen. Während Paula in München ein privilegiertes Leben führt, muss Anna bei ihrem Vater in der Werkstatt mithelfen. Zwei Jahre ist der Krieg nun vorbei. Die amerikanischen Soldaten haben den Yachtclub Ammersee übernommen. Paula soll eine Vernunftehe mit einem reichen Mann eingehen, um das Familienunternehmen zu stärken. Dank ihres Vaters, verbringt sie den Sommer am Ammersee bei ihrer Tante Heddi, die einst selber leidenschaftliche Seglerin war. Mit ihrer Freundin Anna darf sie die Kranich wieder auf Vordermann bringen. Die Arbeit bei den Alliierten macht den beiden blutjungen Frauen so richtig Spaß. Captain Bill hat alles in fester Hand. Die Deutschen schätzen es, wie fürsorglich er mit jedem umgeht und das GEY führt. Jedoch hoffen Paula und ihr Vater, dass er ihnen die Kranich wieder übergeben wird. Bis sie erfahren, dass die Amerikaner diese mit in ihre Heimat nehmen wollen ...

Der Schreibstil lässt sich lesen wie Butter. Das Setting spiegelt den bayrischen Ammersee wider. Ich hatte stets das Gefühl, einen Spielfilm zu sehen, der für diese Zeit so üblich war. Sauberer See und adrette Mädchen. Mir haben ein bisschen die Höhen und Tiefen gefehlt. Die gab es, kamen aber beim Lesen nicht richtig rüber. Zarte Liebe, die genauso frisch und sauber daher kommt, wie einst ein berühmtes Waschmittel. Es gibt auch weniger nette Charaktere, wie es halt auch im realen Leben üblich ist.

Captain Bill begegnet den Einheimischen sehr freundlich. Er bietet Jugendlichen Abwechslung, die nach dem Krieg dringend nötig ist.
Viele Frauen warten auf die Heimkehr ihrer Männer. So auch Heddi. Ihre Kinder kennen den Vater gar nicht mehr.

Fazit:
Diese Geschichte kommt wie ein warmer Sommerwind daher. Er lässt einen zufrieden zurück, aber auch ein bisschen träge. Ich hätte mir ein bisschen mehr Power gewünscht.
Trotz meines Kritikpunktes kann ich gute 4 Sterne vergeben. Danke Renate Greil. Ich gratuliere zum ersten historischen Roman.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Lügen, die von Herzen kommen

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
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Meine Meinung:
Lügen, die von Herzen kommen
Ich kann eigentlich nicht sagen, was ich mir von diesem Buch erwartet habe. Eine Liebesschnulze? Ehrlich gesagt ...

Meine Meinung:
Lügen, die von Herzen kommen
Ich kann eigentlich nicht sagen, was ich mir von diesem Buch erwartet habe. Eine Liebesschnulze? Ehrlich gesagt dachte ich wirklich, es würde in diese Richtung gehen. Letztendlich handelt es sich hier um einen Liebesroman, mit sehr viel Tiefgang. Ich habe stellenweise bei diesem Buch sehr gelitten. (Triggerwarnung!) Sobald kleine Kinder um ihr Leben bangen müssen, legt sich bei mir ein Schalter um. Diese Geschichte hat mich arg mitgenommen. Anderseits hat sie mir so viele warmherzige Momente beschert. Ich mag Geschichten, in denen sich Menschen per Briefe kennenlernen. Ich mag Familien, die zusammen halten und füreinander durch die Hölle gehen. Aber leider kann man nichts machen, wenn das Schicksal andere Pläne hat. Die Geschichte mutet voller Hoffnung an. Der flüssige Schreibstil lässt sich lesen wie Butter. Die Protagonisten kommen total authentisch herüber. Das Setting spiegelt Colorado wider. Berge, Seen und wunderbar saftige Wiesen. Im Winter der ideale Skiort.

Fazit:

Diese warmherzige Geschichte empfehle ich sehr gerne. Sie enthält so viel mehr, als das Cover vermuten lässt. Sie hat mich zu Tränen gerührt. Mir des Öfteren ein Grinsen ins Gesicht gezaubert. Näher mag ich auf dieses Buch nicht mehr eingehen. Ich habe mir letzte Woche Samstag das e-Book gekauft. Kurz hineingelesen. Es Montag beendet. Das sagt alles, oder? Lasst Euch einfach in die Geschichte hineinfallen. Taschentücher bitte bereit halten! Es geht um Abschied nehmen und Wege aus der Trauer zu finden. Es geht um Lügen, die zu verzeihen, für uns Leser'innen ganz leicht sind. Aber, wie immer ist es schwieriger, wenn man selbst mitten drinnen ist.

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