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Veröffentlicht am 18.01.2023

Erschreckende und düstere Dystopie

Unsre verschwundenen Herzen
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Meine Meinung:


Erschreckende und düstere Dystopie


Unsere verschwundenen Herzen erzählt von einem Amerika in der Zukunft. Für mich sehr erschreckend, da ich es nicht für unmöglich halte. Menschen asiatischer ...

Meine Meinung:


Erschreckende und düstere Dystopie


Unsere verschwundenen Herzen erzählt von einem Amerika in der Zukunft. Für mich sehr erschreckend, da ich es nicht für unmöglich halte. Menschen asiatischer Herkunft werden diskriminiert. Alle wissen was läuft. Keiner spricht es offen aus. Kinder asiatischer Eltern, oder einem asiatischen Elternteil, werden Pflegeeltern zugewiesen, um ihr Gedankengut Amerika-tauglich zu machen. Nach einer Wirtschaftskrise soll PACT, (ein Gesetz, welches die amerikanische Kultur erhalten soll,) die Menschen beschützen und ihren Wohlstand erhalten.


Aus der Sicht von Noah erfährt man über verbotenen Bücher. Über seine asiatische Mutter, die, als er noch ein kleiner Junge war, spurlos verschwunden ist. Immer wieder träumt er von ihr. Sein Vater darf seinen Beruf als Linguist nicht mehr ausführen. Er lebt mit ihm in einer kleinen Zweizimmerwohnung auf dem Campus in Harvard. Der Vater ist dort für die Bibliothek zuständig. Noah darf seine Mutter nicht erwähnen. Nachdem er von ihr eine versteckte Nachricht erhalten hat, möchte Noah, (seine Mutter nannte ihn stets Bird,) sich auf die Suche nach ihr machen. Noahs beste Freundin verschwindet spurlos ….


Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen. Die Thematik wirklich nicht ungewöhnlich. Mich hat das Ganze stellenweise an den Nationalsozialismus erinnert. Viele Menschen schauen einfach weg, statt zu helfen. Doch auch im fernen Amerika gibt es Menschen, die gegen dieses ungerechte Regime ankämpfen. Die Geschichte wird aus der Sicht von zwei Personen erzählt. Sie kommt ruhig daher und bringt dennoch den schrecklichen Inhalt ohne Weichzeichner rüber.


Fazit:


Diese Dystopie könnte Realität in der fernen Zukunft sein. Ich hoffe ich liege falsch. Erschreckend und düster beschreibt die Autorin Geschehnisse, die die mich stark an den Nationalsozialismus erinnert haben. Trotz Längen kann ich dieses Buch empfehlen. Ich habe auch das Hörbuch genossen. Britta Steffenhagen transportiert mit ihrer tollen Erzählerstimme die düstere Atmophäre und die Gefühle der Menschen.

Danke Celeste Ng

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Veröffentlicht am 15.01.2023

Wenn Scherze töten ...

Das College
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Meine Meinung:

Wenn Scherze töten ….

Es beginnt mit dem Tod von April. Man wird in die Geschichte förmlich hineingeschmissen. Das hat mir gut gefallen.

Aus der Sicht von Hannah erfahren wir, was vor ...

Meine Meinung:

Wenn Scherze töten ….

Es beginnt mit dem Tod von April. Man wird in die Geschichte förmlich hineingeschmissen. Das hat mir gut gefallen.

Aus der Sicht von Hannah erfahren wir, was vor 10 Jahren in dem berühmten College in Oxford passiert ist. Hannah war sich ziemlich sicher, das der komische Pförtner Neville der Mörder ist. Nachdem dieser an einem Herzinfarkt im Gefängnis starb, sieht sie ein Bild von ihm in den Nachrichten. Neville hat seine Schuld nie eingestanden. Er wollte bis zuletzt Berufung einlegen. Nach einem mysteriösen Anruf plagen Hannah Zweifel. Sie beginnt auf eigene Faust den Fall nochmal aufzurollen.


Das Setting ist wunderbar gewählt. Ich liebe Geschichten die in einem College spielen. Die kurzen Kapitel sind in Davor und Danach eingeteilt. In der Vergangenheit erlebt man das Leben der Studenten in Oxford mit. Partys, Alkohol und Joints sind keine Seltenheit. Das It-Girl April teilt sich mit Hannah ein Apartment. Einerseits erweist sich April als gute Freundin, anderseits lässt sie stark heraushängen, dass sie von gut betuchten Eltern abstammt. Geld spielt für sie keine Rolle. Regeln sind dazu da um gebrochen zu werden. Am meisten nervt sie ihre Mitstudenten mit ihren Scherzen, die oftmals nicht lustig sind, und ihren Opfern sauer aufstoßen.


In der Gegenwart habe ich mit Hannah mitgefiebert. Ihre Alpträume erlebt. Der Schreibstil reflektiert das Gefühlsleben von Hannah sehr deutlich. Die kurzen Kapitel steigern den Lesefluss zusätzlich. Der Thriller kommt über lange Strecken sehr gemächlich daher. Da hätte ich mir manchmal etwas mehr Spannung gewünscht. Ich habe sehr viel mitgerätselt, wer für den Mord an April verantwortlich ist.

Meinen ersten Verdacht verworfen um letztendlich festzustellen, dass ich richtig gelegen bin. Wie das Ganze jedoch genau passiert ist, empfand ich als richtigen Geniestreich! Im letzten Drittel nimmt die Geschichte dermaßen an Fahrt auf, dass ich das Buch nicht mehr zur Seite legen konnte.


Fazit:

Von mir eine Empfehlung, für diesen gut durchdachten Thriller. 

Danke Ruth Ware.

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Veröffentlicht am 13.01.2023

 Die Frau die Kinderträume wahr werden ließ.

Astrid Lindgren
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Meine Meinung:

 Die Frau die Kinderträume wahr werden ließ.

Wer kennt eigentlich Astrid Lindgren nicht? Ich kannte sie vorher überhaupt nicht. Ich habe ihren Namen stets mit Pippi Langstrumpf in Verbindung ...

Meine Meinung:

 Die Frau die Kinderträume wahr werden ließ.

Wer kennt eigentlich Astrid Lindgren nicht? Ich kannte sie vorher überhaupt nicht. Ich habe ihren Namen stets mit Pippi Langstrumpf in Verbindung gebracht. Welch traurige Frau dahinter steckt, wusste ich vor diesem Buch nur bedingt. Von 1929 – 1958 nimmt uns Susanne Lieder auf eine interessante Reise mit.

Astrid Lindgren (geborene Ericson) wuchs wohl behütet in Vimmerby auf. Die glückliche Kindheit der Smålländerin spiegelt sich in ihren Büchern wider. Als sie als sehr junge Frau von einem verheirateten Mann schwanger wird, verlässt sie die kleine schwedische Ortschaft, um ihren Eltern keine Schande zu bereiten. Bettelarm versucht sie in Stockholm ihr Glück. Muss ihr Kind Pflegeeltern überlassen. Als sie 1929 Lasse zu sich holt, beginnt für sie eine schwere Zeit. Der kleine Lasse weint bittere Tränen, weil er nicht mehr bei seiner kranken Pflegemutter bleiben kann. Sture Lindgren ist in dieser Zeit nicht nur ihr Chef. Er ist Retter in der Not und ihre große Liebe. Sture behandelt Lasse wie einen eigenen Sohn. Als später die gemeinsame Tochter Karin zur Welt kommt, scheint das Glück perfekt.

Ich habe diese Romanbiografie sehr gerne gelesen. Ehe ich mich versah, war ich beim Nachwort angelangt. Man spürt die Traurigkeit, von der die Kinderbuchautorin stets umgeben war. Der Weg bis zur Veröffentlichung ihre ersten Buches war interessant und spannend. Nachdem Pippi Langstrumpf von Verlagen abgelehnt wurde, verlegte ein kleiner Verlag 1944 „Britt-Mari erleichtert ihr Herz“. Eine Geschichte, bei der Astrid ihre Sorgen und Nöte in die Seiten gepackt hatte. Sie konnte nur beim Schreiben ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Ihr Gefühlsleben blieb mir leider etwas fremd. Es gibt viele Passagen in diesem Buch, die mir zu kurz abgehandelt wurden. Ich wollte mehr in die Gefühlswelt von Frau Lindgren eintauchen. Eisernes Schweigen schien ihre Problembewältigung zu sein. Sei es bei Eheproblemen oder das schlechte Gewissen gegenüber Lasse. Obwohl sie eine Kämpfernatur war, schien sie Anfangs kein Selbstbewusstsein gehabt zu haben, wenn es ums Schreiben von Büchern ging. Laut ihrer eigenen Aussage taugte sie zum Schreiben genauso viel, wie eine Kuh zum Eislaufen. Dieses Zitat hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Interessant fand ich auch, dass der Name Pippi Langstrumpf von ihrer Tochter stammte. Daraufhin ging bei Astrid das Kopfkino los. Pippi Langstrumpf entstand am Krankenbett ihrer Tochter. „Die Kinder von Bullerbü“ reflektiert ihre eigene Kindheit. Es entstanden noch viele weitere Geschichten, die Kinderherzen höher schlugen ließen. „Pippi Langstrumpf“ wurde ziemlich lange von den Medien zerrissen. Mir egal! Ich liebe sie noch heute. Die rotzfreche Göre, mit dem Herz am rechten Fleck.
Fazit:

Ich habe diese Romanbiografie sehr gerne gelesen. Der Schreibstil lässt sich lesen wie Butter. Auch wenn mich dieses Buch, in Punkto Gefühlsleben von Astrid Lindgren, etwas hungrig zurück gelassen hat, kann ich eine Empfehlung aussprechen.

Welcher deutsche Verlag hatte denn nun eigentlich die erste deutsche Ausgabe von Pippi Langstrumpf verlegt? Es war der Oetinger Verlag. JIPPIE!!!

Danke Susanne Lieder

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Veröffentlicht am 09.01.2023

*Niemand ist unschuldig. Nicht auf dieser Welt.*

Prison Healer (Band 2) - Die Schattenrebellin
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Meine Meinung:

Niemand ist unschuldig. Nicht auf dieser Welt.

Im zweiten Teil geht es nahtlos weiter. Kiva und Jaren konnten von dem brutalsten Gefängnis in ganz Wenderall fliehen. Doch frei ist Kiva ...

Meine Meinung:

Niemand ist unschuldig. Nicht auf dieser Welt.

Im zweiten Teil geht es nahtlos weiter. Kiva und Jaren konnten von dem brutalsten Gefängnis in ganz Wenderall fliehen. Doch frei ist Kiva nicht wirklich. Der erste Kontakt mit ihren Geschwistern ist mehr als enttäuschend. Ihre Schwester Zuleeka und Bruder Tor haben sich zu unerbittlichen Rebellen entwickelt. Sie wollen das Königshaus in Vallenia zurück erobern. Doch Kiva hat die gesamte Königsfamilie nun kennen gelernt. Die Herzenswärme und das Vertrauen, welches man Kiva entgegenbringt, lassen Zweifel in ihr aufkommen. Dennoch fühlt sie sich ihren Geschwistern gegenüber verpflichtet. Sie soll das Königshaus ausspionieren.
Obwohl ich die innere Zerrissenheit von Kiva verstehen konnte, hätte ich sie manches mal am liebsten geschüttelt. Jaren liebt sie abgöttisch. Er weiß nicht wer sie wirklich ist und das ihre Geschwister die größte Gefahr für das Königshaus bedeuten. Ich habe stellenweise ihre Handlungen nicht nachvollziehen können. Es gab Situationen, da hätte sie einfach anders agieren müssen. Ich war wieder von der Geschichte verzaubert. Viel Magie und Action haben mich auch dieses Mal nur so durch die Seiten rasen lassen. Anders als im ersten Band kam mir Kiva manchmal etwas unreif vor. Ich weiß, es ist sehr schwer, in ihrer Situation die richtige Entscheidung zu treffen. Aber wenn sie im Gefängnis Zalindov sich genauso verhalten hätte, würde sie nicht mehr leben. Sämtliche Warnsignale hat sie nicht wahrgenommen. Den falschen Menschen Vertrauen geschenkt, obwohl diese leicht zu durchschauen gewesen wären. Der eine oder andere jedoch konnte auch mich hinters Licht führen. Die Autorin hat die Gabe, ihre Leser an der Nase herumzuführen. Ungeahnte Wendungen und Ereignissen rauben einem schier den Atem. Das wundervolle Setting spiegelt das Königshaus wider. Ich habe die märchenhafte Atmosphäre sehr genossen. Die eingesetzte Magie konnte mich regelrecht verzaubern. Der Cliffhanger am Ende hat mich auch dieses mal wieder fassungslos zurück gelassen.

Fazit:

Noch nie habe ich den Abschluss einer Trilogie so sehr herbeigesehnt. Wer Magie und rasante Geschichten mag, sollte diese Reihe nicht an sich vorbeiziehen lassen. Auch der zweite Teil konnte mich wieder auf der ganzen Linie überzeugen. Das Ende hätte ich so nicht erwartet. Das hat mich total erschüttert.
Danke Lynette Noni. Ich bin begeistert.

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Veröffentlicht am 05.01.2023

Die versteckte Apotheke

Die versteckte Apotheke
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Meine Meinung:

Die Geschichte spielt abwechselnd Ende des 18. Jahrhunderts und in der Gegenwart. In der Vergangenheit lernen wir Nella die Apothekerin kennen. Einst hatte ihre Mutter mit ihren selbst ...

Meine Meinung:

Die Geschichte spielt abwechselnd Ende des 18. Jahrhunderts und in der Gegenwart. In der Vergangenheit lernen wir Nella die Apothekerin kennen. Einst hatte ihre Mutter mit ihren selbst hergestellten Tinkturen, Salben und Tabletten Frauenleiden gelindert und geheilt. Nella heilt nicht nur. Sie befreit auch Frauen von Männern, die diesen übel mitspielen. Vor ihrer Apotheke steht ein Fass, mit übelriechendem Inhalt. Dort verstecken Frauen ihre Aufträge für die Apothekerin. Bei dem Auftrag einer gut situierten Frau lernt sie die blutjunge Eliza kennen. Sie führt die 12jährige in die Kunst des Giftmischens ein. Eliza ist ihr eine große Hilfe, da Nella unter sehr starken Schmerzen leidet, für die sie kein Mittel hat. Sie weiß nicht, an welcher Krankheit sie leidet.


In der Gegenwart flüchtet Caroline vor ihrem untreuen Ehemann nach London. Durch Zufall entdeckt sie die Geschichte der Giftmischerin Nella, die sich vor 200 Jahren abgespielt hat.

Geschichte ist ihre Leidenschaft. Menschen aus früheren Jahrhunderten faszinieren sie einfach.


Anfangs hat mich die Story sehr begeistert. Zum einen weil mir die Freundschaft von Nella und Eliza sehr gut gefallen hat. Zum anderen, weil beide in meinen Augen keine Mörderinnen im klassischen Sinne waren. Vielmehr haben sie mit ihren Giftmischungen Eigenjustiz betrieben, da man einer Frau zu dieser Zeit keinen Glauben schenkte. Egal wie sich Männer den Frauen gegenüber verhalten haben. Sie hatten einfach mehr Rechte als Frauen. Die Atmosphäre in der düsteren, vor der Öffentlichkeit versteckten Apotheke, war spürbar. Auch die Passagen in der Gegenwart fand ich sehr passend. Ich liebe Bücher, die in verschiedenen Zeitebenen spielen. Jedoch hätte Carolines untreuen Ehemann nicht so viel Raum in der Geschichte eingeräumt werden sollen. Der Unsympath hat einfach nicht in das Geschehen gepasst. Zu konstruiert und absolut unnötig. So wurde für mich das Buch stellenweise etwas langatmig. Das fand ich sehr schade.


Interessant ist die Suche nach Schätzen am Themseufer. Mudlarking ist ein Trend in Großbritannien, der sich großer Beliebtheit erfreut. Bei so einer Suche hat Caroline ein kleines Apothekerfläschchen mit einem eingeritzten Bären gefunden. Carolines Recherchen führen sie zu Nella und Eliza.


Fazit:


Abwechselnd in der Gegenwart und Vergangenheit, kämpfen drei Frauen um ein selbstbestimmtes Leben. Der Schreibstil ist die meiste Zeit flüssig. Die Passagen um Carolines Ehemann haben jedoch meinen Lesefluss eine Zeit lang zum Stocken gebracht. Das Ende der Geschichte ist für mich rund. Mystisch und sehr spannend. Insgesamt eine Geschichte wie ich sie mag, mit ein paar Schwächen.


Trotz meiner Kritikpunkte kann ich eine Empfehlung aussprechen und knappe vier Sterne vergeben.


Danke Sarah Penner

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