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Veröffentlicht am 17.04.2025

Dieser Turm erzürnt Gott

Die Begine und der Sterndeuter
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Mai 1416: Endlich ist im Haushalt von Anna Ehinger und ihrem Mann Lazarus Ruhe eingekehrt. Die ehemalige Begine und der Spitalarzt haben nach ihrer Tochter einen gesunden Sohn bekommen, die meisten Schäden, ...

Mai 1416: Endlich ist im Haushalt von Anna Ehinger und ihrem Mann Lazarus Ruhe eingekehrt. Die ehemalige Begine und der Spitalarzt haben nach ihrer Tochter einen gesunden Sohn bekommen, die meisten Schäden, die der Feuerteufel verursacht hatte, wurden beseitig. Da taucht ein Sterndeuter in Ulm auf und macht den Einwohnern Angst. „Die Sonne wird sich verfinstern, und der Mond wird seinen Schein nicht geben. Und die Sterne werden vom Himmel fallen. So steht es in der Heiligen Schrift! Das Ende der Tage könnte näher sein, als ihr denkt!“ (S. 8) – und zwar schon am übernächsten Sonntag. Viele der reichen Einwohner fliehen sofort aus der Stadt, und wenn sie wenig später zurückkommen, um nach ihrem Besitz zu sehen, wurden sie ausgeraubt.
Parallel dazu taucht immer mehr Falschgeld auf, was vor allem Annas Bruder Jakob schlaflose Nächte bereitet, schließlich ist er als Kämmerer und Säckelmeister dafür zuständig. In seiner Verzweiflung erwägt er, sich an den Propheten mit den düsteren Visionen zu wenden – doch der ist plötzlich verschwunden.
Am nächsten Morgen wird dessen Leichnam tot aus der Blau gezogen und eine Hure des Mordes beschuldigt. Das kann Anna nicht glauben. Sie will den wirklichen Täter finden und bringt sich dabei erneut in Lebensgefahr.

Silvia Stolzenburg gelingt es auch im 7. Band der Reihe, eine dichte, beklemmende Atmosphäre zu schaffen. Die Menschen fürchten sich immer noch vor dem Bau des Kirchturms des Münsters. Die düsteren Vorhersagen verstärken die Unruhe zusätzlich. Viele steigern sich in eingebildete Krankheiten – bis eine Regenperiode schließlich wirklich eine Krankheitswelle auslöst. Lazarus hat Mühe, seine Patienten davon zu überzeugen, dass es sich nicht wieder um die Pest handelt.
Luna, die „Zauberin“, ist undurchsichtig wie eh und je und verdient gut, solange der mysteriöse Wahrsager in der Stadt ist. Sie verkauft Leichtgläubigen Gegenzauber und Amulette. Stadtpfeifer Gallus, der in sie verliebt ist, befürchtet, dass Luna und der Sterndeuter gemeinsame Sache machen, denn sie wirken sehr vertraut. „Fast als wäre er ein alter Liebhaber.“ (S. 177)
Der Mord treibt die angespannte Stimmung dann auf die Spitze. Warum musste der Sterndeuter sterben? Und was hat es mit dem Falschgeld auf sich?

Auch wenn mir ein Teil der Lösung relativ früh klar war, ist „Die Begine und der Sterndeuter“ abermals ein hervorragend recherchierter, mit spannenden Fakten und medizinischen Details gespickter historischer Krimi, der gut unterhält und neugierig auf die Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Spionage an der Algarve

Lautlose Feinde
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Einen Tag vor Soraias und Leander Hochzeit, werden er und seine Kollegen der PJ zum Haus eines ermordeten Zollbeamten gerufen. Während sie den Tatort untersuchen, kommen plötzlich der Sohn und die Schwiegertochter ...

Einen Tag vor Soraias und Leander Hochzeit, werden er und seine Kollegen der PJ zum Haus eines ermordeten Zollbeamten gerufen. Während sie den Tatort untersuchen, kommen plötzlich der Sohn und die Schwiegertochter des Toten dazu. Sie suchen ihre Tochter Maria, die ihren Großvater wie jeden Morgen besuchen wollte. Kurz darauf meldet sich ein Erpresser, der das Mädchen entführt hat. In einer ausgeklügelten Aktion versuchen sie, den Entführer während der Übergabe des Lösegelds zu fassen, was leider misslingt – aber Maria kommt frei.
Dann tauchen weitere Tote in Fuseta und Umgebung auf und auf die Ermittler werden Anschläge verübt. Leander Lost ist überzeugt, dass alles zusammenhängt, aber wer warum dahinter steckt, bleibt lange um Dunkeln.

Parallel zu den Ermittlungen gibt es mehrere Erzählstränge über andere Personen und deren Aktionen. Da sind u.a. ein amerikanischer Oberst, der einen wichtigen Koffer nach Fuseta bringt, den er nie aus den Augen lässt, der Russe Viktor Fjodorow, der den Koffer unbedingt haben will und dafür ein ausgeklügeltes Helfernetz aufgebaut hat, sowie der Portugiese Raphael Romao, der Möbel im- und exportiert.
Durch die vielen Beteiligten und Stränge fiel es mir etwas schwer, der Handlung zu folgen, weil ich immer wieder überlegen musste, wer jetzt eigentlich wer ist und wie er in das Gefüge passt. Ich habe in einer Rezension zum Buch gelesen, dass es dort ein Personenverzeichnis gibt, vielleicht hätte man das dem Hörbuch auch voranstellen können. Zudem wird es sehr technisch, weil das Objekt der Begierde an mehreren Stellen detailliert erklärt wird.
Wenn man sich dann aber einmal eingefuchst, ist es ein extrem spannender und dramatischer Fall im Spionagemilieu, bei dem Leander wieder zur Hochform aufläuft und es zum ersten Mal schafft, jemanden auszutricksen bzw. anzuflunkern und eine ironische Bemerkung zu machen, etwas, was ihm bisher fremd war.
Als besonderer Twist wird Graciana Rossado, die Leiterin der PJ, diesmal wegen einem alten Fall degradiert und Miguel Duarte tritt an ihre Stelle. Der Spanier denkt jetzt natürlich, dass seinem Aufstieg nichts mehr im Weg steht und trifft einige fragwürdige Entscheidungen, um im besten Licht dazustehen: „Ich versuche, in der Öffentlichkeit ein breiteres Bewusstsein zu unserer Arbeit zu schaffen.“ „Und ich versuche, zwei Morde aufzuklären.“

„Lautlose Feinde“ ist bereits der siebente Fall mit Leander Lost. Der Asperger-Autist und Eidetiker ist aus dem portugiesischen Team längst nicht mehr wegzudenken. Dank Soraia und deren Familie sowie seinem Mündel Sarah Pinto, die wie er eine Waise ist, ist er endlich angekommen. Ich bin gespannt, wie es mit ihm privat weitergeht und was für einen Fall er als nächstes lösen muss.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Ein Platz zum Glücklichsein

Das Licht in den Wellen
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„Ich muss vorausschicken, dass ich vieles in meinem eigenen Leben bis heute nicht kapiere. Zum Beispiel ist mir immer noch rätselhaft, warum ausgerechnet der Mensch mein Feind wurde, dem ich so viel zu ...

„Ich muss vorausschicken, dass ich vieles in meinem eigenen Leben bis heute nicht kapiere. Zum Beispiel ist mir immer noch rätselhaft, warum ausgerechnet der Mensch mein Feind wurde, dem ich so viel zu verdanken hatte. Aber jetzt sind alle Beteiligten mausetot, und niemanden interessiert das mehr.“ (S. 357)
Inge Martensen ist ein Urgestein auf Föhr, jeder kennt die fast Hundertjährige, ihr runder Geburtstag ist längst geplant. Doch Inge hält nichts von der Feier, sie will lieber noch einmal nach New York, wo sie so viele Jahrzehnte gelebt und gearbeitet hat. Also bucht sie für sich und ihre 20jährige Lieblingsnichte Swantje eine Kreuzfahrt dahin – First Class natürlich. Auf der Reise erinnert sie sich und erzählt Swantje von ihrem bewegten Leben, auch um sie dazu anzuregen, selber nach den Sternen zu greifen.

Ich bin seit Jahren ein Fan von Janne Mommsens unterhaltsamen Romanen und war gespannt auf diesen historischen Stoff, für den er viel recherchiert und sich ausführlich mit Föhrer Auswanderern und Rückkehrern bzw. deren Nachfahren unterhalten hat. Man merkt diese Nachforschungen und die damit verbundene Detailliebe in jeder Zeile. Er lässt nicht nur die Insel und ihre Bewohner in der verschiedenen Jahrzehnten lebendig werden, sondern vermittelt auch ein sehr anschauliches Bild von NY und den Auswanderern zu diesen Zeiten.

Inges Leben hat mich gefesselt und fasziniert. Ihre Eltern waren einfache Bauern mit einem kleinen Hof, der gerade genug zum Überleben abgeworfen hat. Die Kinder mussten von klein auf mitarbeiten. Es war ein hartes Leben, vor allem direkt nach dem Krieg, trotzdem wollte Inge nie weg. Aber dann ist etwas passiert, was in ihrer Erzählung lange geheim bleibt, und sie musste von einem Tag auf den anderen Tag nach NY gehen.

Janne Momsen zieht seine LeserInnen sofort in den Sog von Inges Leben und hält die Spannung bis zum Ende, und eigentlich sogar noch darüber hinaus, denn man will unbedingt wissen, wie es im zweiten Band mit ihr und Swantje weitergeht. Er deutet Geheimnisse und Geschehnisse an, die sich erst spät oder noch gar nicht aufklären und einen zusätzlichen Reiz zum „Dranbleiben“ liefern.
Geschickt lässt er amerikanische Geschichte und berühmte Personen einfließen, die Inge kennengelernt hat. Sie hat es fast von der Tellerwäscherin zur Millionärin, bzw. von der Inseltochter / Bäuerin zur Köchin und noch viel weiter geschafft. Dabei ist sie lange nicht heimisch geworden in der Fremde, obwohl die Auswanderer mit dem Föhr-Amrumer-Unterstützungsverein ein tolles Netzwerk aufgebaut haben, das es heute noch gibt. Doch Inge hat durchgehalten, weil ihre Familie das Geld brauchte. Also hat sie ihr Glück hintenangestellt und es erst später gefunden. Aber wie so oft liegen Glück und Leid eng beieinander.

Inge ist eine Frau, die oft zweifelt, auch an sich selbst, aber Visionen hat und dann einfach durchzieht. Eine Macherin, die sich von ihren Ängsten nicht unterkriegen lässt, sondern nach vorne sieht. Eine echte Kämpferin für sich, ihre Familie, Freunde, jemand, den ich gerne kennengelernt hätte.

Mein Fazit: Ein sehr bewegendes Leben und absolutes Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Die Miss Marple von Amrum

Kojengrab: Frau Scholles Gespür für Mord
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„Ich hatte mich auf einen ruhigen Urlaub gefreut. Stattdessen saß ich im Streifenwagen und wusste nicht, warum.“ (S. 78)
Vier Monate nach ihrem ersten Urlaub auf Amrum sind die Wiesbadener Polizeisekretärin ...

„Ich hatte mich auf einen ruhigen Urlaub gefreut. Stattdessen saß ich im Streifenwagen und wusste nicht, warum.“ (S. 78)
Vier Monate nach ihrem ersten Urlaub auf Amrum sind die Wiesbadener Polizeisekretärin Gabriele Scholle und ihr Hündin Dolores wieder zur Erholung auf der Insel. Auf Anraten ihres Vermieters und Freundes Frerk will Gaby die letzte Führung der Journalistin Greta Jansen im Museum „Öömrang Hüs in Nebel“ besuchen, doch die kommt nicht. Als die Besuchergruppe im Haus nach ihr sucht, schlägt Dolly vor einer lebensgroßen Puppen in einer der Schlafkoje an – nur dass es keine Puppe ist, sondern die tote Journalistin, die eine Friesentracht trägt und einen Strauß weißer Rosen in der Hand hält. Gaby ruft die Inselpolizei und will sich eigentlich aus den Untersuchungen heraushalten. Doch dann erzählt ihr Frerk, dass Greta an einem Bericht über eine alte Fehde zwischen Sylt und Amrum gearbeitet und ihn mehrfach um ein Gespräch gebeten hat. Außerdem sei sie kein Kind von Traurigkeit gewesen und soll eine Affäre mit dem verheirateten Pastor Rungholt gehabt. Bei Rungholt muss Gaby sofort an die Sage der von Mythen umrankten Stadt und deren unermesslichen Reichtum denken. Ist Greta bei ihrer Recherche auf einen neuen Hinweis dazu gestoßen oder war doch Eifersucht im Spiel? Und warum benimmt sich Frerk so merkwürdig? Gaby überlegt, ob er etwa wusste, was sie im Museum erwartet, schließlich hat er sie hingeschickt.

Wie schon beim ersten Fall „Harpunentod“ verbreitet sich Gabys Fund wie ein Lauffeuer auf der Insel und jeder hat eine Meinung zu Motiv und Täter. „… Greta war gut darin, sich immer wieder in Dinge einzumischen, die sie nichts angingen – zumindest nach Meinung einiger Leute. Sie war neugierig, manchmal zu sehr. Und als Journalistin hatte sie gelernt, hartnäckig zu sein.“ (S. 126) Gaby muss nur zuhören und die richtigen Fragen stellen. Viele tippen auf Eifersucht, weil sich der Pastor zu gut die Insulanerinnen „gekümmert hat“. War es seiner Frau jetzt doch mal zu viel oder Greta einer Rivalin im Weg? Und Gaby hat noch eine Spur: Die Tracht, die Greta getragen hat, lässt ihr einfach keine Ruhe.

Gaby und Dolly sind ein Herz und eine Seele. Dollys Bettelblick auf belegte Brötchen erinnern mich sehr an meinen Hund, und Gaby wird auch genauso schnell schwach wie ich. Doch Dolly ist nicht nur verfressen, sondern auch ein guter Spürhund. Sie findet Gretas Leiche und stellt später sogar noch einen Verdächtigen. Frerk, von Gaby liebevoll Kapitän Ahab genannt, unterstützt sie wieder mit seinen Kenntnissen von Land und Leuten. Die drei sind ein echtes Dreamteam und deutlich erfolgreicher als die Polizei.

„Kojengrab“ von Anne Barns alias Sophie Tammen ist ein spannender Krimi mit sympathischen Ermittlern, einem tollen, unerwarteten Twist und interessanten Fakten zu Amrum und Sylt. Ahab sagt an mehreren Stellen den Satz: „Die Insel entscheidet, wer zu ihr gehört – und nicht umgekehrt“, was mich (und ihn) hoffen lässt, dass Gaby bald wieder auf Amrum ermittelt oder vielleicht sogar dorthin umzieht.

5 Sterne für diese unterhaltsame Cosycrime mit Nordseefeeling.

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Potential leider nicht ausgeschöpft

Searching for Sunshine – Based on Kevin's True Story
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„Wird das für immer mein Leben sein? Unfähig, zu lieben, aber gierig, danach, geliebt zu werden, auch wenn es für anderen den Untergang bedeutet?“ (S. 19) Emilian ist gern mit Frauen zusammen, aber unfähig, ...

„Wird das für immer mein Leben sein? Unfähig, zu lieben, aber gierig, danach, geliebt zu werden, auch wenn es für anderen den Untergang bedeutet?“ (S. 19) Emilian ist gern mit Frauen zusammen, aber unfähig, sich zu binden. Als deswegen wiedermal eine Beziehung scheitert, flüchtet er von Berlin nach Köln und fängt völlig neu an. Dazu gehört auch ein Job in einer Werbeagentur, bei dem er sein Hobby, das Texten, endlich zum Beruf machen kann. Zusammen mit seiner Kollegin Vienna soll er die Einführung einer Dating-App vorbereiten und diese dazu ausgiebig testen. Dumm nur, dass er Vienna schon am ersten Arbeitstag verärgert hat und sie seitdem nur das Nötigste mit ihm spricht. Trotzdem stolpern sie irgendwie in eine Affäre. Und gerade, als die sich in eine ernsthafte Beziehung verwandelt, grätscht Emilians Vergangenheit dazwischen.

„Searching for Sunshine“ ist im Heartlines-Verlag erschienen. Für die Bücher lassen sich Autoren von wahren Schicksalen und Geschichten inspirieren. Hier hat sich Cassidy Cane mit der Biographie des Poetry-Slammers Kevin Reichelt auseinandergesetzt.

Emilian hatte eine schwere Kindheit. Während seine jüngeren Halbgeschwister von seinem Stiefvater verwöhnt wurden, hat er ihn seelisch und körperlich misshandelt, vor allem nach dem Tod seiner Mutter. Darum hat sich Emilian schon früh von der Familie losgesagt, aber trotzdem immer auf seine Geschwister aufgepasst. Das hat ihn für seinen Stiefvater weiter angreifbar gemacht.
Vienna ist erst 22, aber schon alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes, von dem auf Arbeit niemand weiß. Außerdem gibt ihr Chef ihre Ideen immer als seine aus und boykottiert so ihren Aufstieg in der Agentur. Die Dating-App ist ihr erstes eigenes Projekt und könnte ihren Durchbruch bedeuten, wenn nur Emilian und ihre widersprüchlichen Gefühle für ihn nicht wären.

Leider hat mich die Geschichte nicht so berührt, wie erwartet, weil ich über einige Ungereimtheiten gestolpert bin. Das ist u.a. Viennas Abneigung gegen Emilian, nur weil ihm am ersten Arbeitstag rausrutscht, welchen Spitznamen sie in der Firma hat. Den hat er sich aber nicht ausgedacht, sondern ausdrücklich gesagt, dass er ihn unpassend findet. Also wenn sie schon sauer ist, dann doch auf ihre Kollegen und nicht auf ihn. Zudem weiß niemand in der Firma, dass sie ein Kind hat? Das ist eher unwahrscheinlich, schließlich steht das auf der Lohnsteuerkarte.
Auch die Emotionen kommen bei mir nicht an. Was Emilian in der Kindheit erlebt hat, tut mir zwar leid, löst aber nichts aus – vielleicht, weil er es selber so rigoros ausblendet und verdrängt. Da fühle ich mit Vienna deutlich mehr mit, auch wenn sie sich „nur“ mit ihrer übergriffigen und oft etwas taktlosen Mutter auseinandersetzen muss, die doch angeblich nur das Beste für sie will und dabei gar nicht merkt, wie sehr sie sie unter Druck setzt und verletzt.

Ich habe nach dem Lesen Kevin gegoogelt und muss sagen, dass ich die Geschichte wahrscheinlich nachvollziehbarer gefunden hätte, wenn sich Cassidy Cane mehr an den wirklichen Geschehnissen und Umständen orientiert hätte und der Grund für Viennas anfängliche Abneigung nachvollziehbarer gewesen wäre. 3 von 5 Sternen

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