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heinoko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2019

Zauberhaft, einfach nur zauberhaft

Meine Oma badet in Kaffee
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Solch ein rundum geglücktes Cover habe ich selten gesehen, denn es löst spontanes Lächeln und „oh wie süß“-Rufe aus, noch bevor auch nur ein einziger Satz aus dem Buch gelesen wurde. Auf der Rückseite ...


Solch ein rundum geglücktes Cover habe ich selten gesehen, denn es löst spontanes Lächeln und „oh wie süß“-Rufe aus, noch bevor auch nur ein einziger Satz aus dem Buch gelesen wurde. Auf der Rückseite sehen wir die strahlende Ellie mit Hund Wolke in den Armen, deren Freude beim Ansehen direkt auf uns übergeht. Und genau jetzt kommt mein einziger, aber wesentlicher Kritikpunkt: Dieses Buch, diese zauberhafte Geschichte schreit geradezu nach Bebilderung. Es ist so jammerschade, dass das, was das Cover verspricht, im Buch-Inneren keine Fortsetzung findet. Erstleser, und erst recht Kinder, denen vorgelesen wird, wollen Bilder sehen, viele Bilder, bunte Bilder, Bilder, die die Geschichte farbig malen.
Worum geht es? Die neunjährige Ellie darf in den Sommerferien ihre Oma in Schweden besuchen, eine wahrlich schräge, ungewöhnliche Oma. Und das Beste: Oma schenkt ihr Wolke, einen Hundewelpen. Ellie ist überglücklich! Zusammen mit Oma, Wolke und Erik, dem Nachbarsjungen, gibt es viel zu erleben. Doch plötzlich, während des Mittsommer-Festes, gerät Wolke in Gefahr…
In großer Schrift, für Erstleser gut geeignet, erzählt die Autorin in liebevoll-kindgerechter Erzählweise eine kurzweilige, durchaus spannend zu lesende Geschichte, in deren Verlauf wir sympathische Kinder und eine pfiffig-liebenswerte Oma kennen lernen und Themen wie Tierliebe, Freundschaft und Sich-Verlieben (bei alt und jung) humorvoll und herzerwärmend erzählt werden. Wie schade, dass das zauberhafte Buch auf Illustrationen verzichtet hat!

Veröffentlicht am 18.07.2019

Vergnügliche Jugendlektüre

Immer kommt mir das Leben dazwischen
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Noch selten habe ich solch ein witziges Jugendbuch gelesen. Auch Wenigleser jeden Alters kann man mit dieser Geschichte auf den Geschmack bringen, dessen bin ich mir sicher.
Worum geht es? Der 13-jährige ...


Noch selten habe ich solch ein witziges Jugendbuch gelesen. Auch Wenigleser jeden Alters kann man mit dieser Geschichte auf den Geschmack bringen, dessen bin ich mir sicher.
Worum geht es? Der 13-jährige Karl steckt die Trauer um seinen toten Opa im Allgemeinen sehr geschickt weg. Dass ihm Opa in einem Traum einflüstert, er solle YouTube-Star werden, macht es ihm einerseits leichter, andererseits klappt es mit der Karriere nicht, weil Oma plötzlich in ein Mehrgenerationenhaus umziehen möchte und er ihr helfen möchte, die Eltern eigene, bedrohlich wirkende Pläne haben, und dann ist da auch noch Irina…
Sehr gekonnt und mit leichter Feder berührt die Autorin viele durchaus ernsthafte Themen, die nicht nur in der Pubertät eine Rolle spielen. Mir gefällt sehr, wie humorvoll und locker Kathrin Schocke erzählt und der realen Welt entlehnte Geschehnisse überzeichnet und in Situationskomik verpackt. Nicht nur die Zwillinge Master und Desaster sind dafür ein großartiges Beispiel. Durch das gesamte Buch zieht sich diese augenzwinkernde Erzählweise, und so bringt das Buch zwar auch Tiefe für den Leser, der sie erspürt, aber vor allem eine rundum vergnügliche, lebendig-frische Lektüre, nicht nur für Jugendliche!

Veröffentlicht am 15.07.2019

Brot backen - eine sinnliche Freude

Brot backen mit Christina
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Vorweg: Man schlägt den Buchdeckel auf, sieht einen kross gebackenen halben Brotlaib und meint, das frische Brot zu riechen… herrlich! So liebevoll und anregend ist das vorliegende Buch gestaltet. Allein ...


Vorweg: Man schlägt den Buchdeckel auf, sieht einen kross gebackenen halben Brotlaib und meint, das frische Brot zu riechen… herrlich! So liebevoll und anregend ist das vorliegende Buch gestaltet. Allein schon das Durchblättern macht Hunger und Lust aufs Backen.
Was mir auch sehr gut gefällt, ist, dass wissenswerte Informationen zu den Grundzutaten zu Beginn des Buches kurz und knackig abgehandelt werden, ohne großes Brimborium. Nur schade, dass sich eine Werbung für eine bestimmte Küchenmaschine eingeschlichen hat. Es folgen die Zubereitungsangaben für die Grundteige wie Sauerteig, Hefeteig oder Teig mit Über-Nacht-Gare und hilfreiche Tipps bei möglicherweise auftretenden Problemen. Alles ausreichend informativ und übersichtlich kurz dargestellt. Anschließend können wir schwelgen in 50 verschiedenen Brotback-Rezepten, allesamt auch diese klar strukturiert mit allen Zutaten, mit Gesamtzubereitungs- und reiner Arbeitszeit, mit Backzeit und ausführlichen, gut nachzuarbeitenden Angaben zur Zubereitung versehen. Dazu jeweils beigefügt die verlockend appetitanregenden Fotos. Besser geht es nicht!
Fazit: Ein rundum gut gelungenes Brotbackbuch für sinnliche, entspannende Backstunden und anschließendes genussvolles Verzehren. Geeignet für Knetwütige genauso wie für eilige Ruck-Zuck-Bäcker, für Anfänger ebenso wie für Erfahrene.

Veröffentlicht am 12.07.2019

Leider gar nicht gut

Mord am Mandela Square
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„Ein Kriminalroman aus Südafrika“ klingt verlockend, das dazu passende Cover ebenso. Insofern war ich positiv neugierig gestimmt, einen für mich neuen Autor kennen zu lernen. Doch die erste Lesevorfreude ...


„Ein Kriminalroman aus Südafrika“ klingt verlockend, das dazu passende Cover ebenso. Insofern war ich positiv neugierig gestimmt, einen für mich neuen Autor kennen zu lernen. Doch die erste Lesevorfreude wurde schon mal etwas ausgebremst durch das ausgesprochen leseunfreundliche, weil zu klein gestaltete Schriftbild. Das Lesen strengt sehr an. Und durch das billige Papier, das, so hat man das Gefühl, schon während des Lesens vergilbt, macht das Buch auch haptisch keine Freude. Leider erfüllt das vom Autor gelobte Fehlersuchprogramm nicht den Dienst, den ein menschlicher Korrektor perfekt erfüllen würde. So „übersieht“ so ein Programm sehr gerne die erforderlichen Großschreibungen bei „Sie“ und „Ihnen“. Oder fehlende Wörter bemerkt so ein Programm ebenfalls gerne. Also rundum: Es gibt reichlich Fehler im Text, bis hin sogar auf der Buchrückseite die fehlerhafte Schreibweise von Mfuneni.
Doch weg von den Äußerlichkeiten hin zum Inhalt. Der Autor kündigt sein Buch so an: „Johannesburg. Eine Leiche in einer Badewanne, eine weitere in einem angrenzenden Township. Beide arrangiert wie gewöhnliche Todesfälle, tatsächlich aber Morde. Zufällig mitten im Geschehen: Naturwissenschaftler Frank Sattler, der in der Stadt eigentlich nur Urlaub machen wollte. Sattler taucht ein in die Schattenwelt Johannesburgs. Er gerät in die dunkelsten Ecken der Metropole – und trifft dort auf die skrupellosesten Menschen. Die Dinge geraten schnell außer Kontrolle, und Sattler wird zum Gejagten. Zusammen mit Pia und Mfuneni, zwei Aktivisten, tritt er gegen Gegner an, die ihnen in allen Belangen überlegen scheinen…“
Klingt gut. Und es gibt durchaus auch spannende, temporeiche Passagen im Buch. Doch dies allein genügt halt nicht, um einen lobenswert guten Kriminalroman vorzulegen. Langatmige technische Details bremsen die Leselust ebenso aus wie unnötige, triviale Textpassagen. Die Protagonisten bleiben blass, fade, psychologisch unglaubwürdig und für den Leser nicht nachvollziehbar. Vollends verloren hat für mich der Roman bereits an der Stelle, als Sattler Pia, die Tochter seines Freundes (!), die er eigentlich retten soll, mal eben nach allen Regeln der Kunst „vernascht“ und Pia zu ihm anschließend sagt: „Du warst großartig“. Sorry, was haben solche fraglichen Altmännerträume im Buch verloren? Die Handlung als solche ist ein Wirrwarr verschiedener Themen, zusammengewürfelt, teils unlogisch. Verpackt ist das Ganze in einen spröden, zähen, schwerfälligen, uninspirierten Erzählstil. Ach ja, dass mir nach Lektüre des Buches von Südafrika nur der Eindruck stinkender Müllberge zurückbleibt, ist mir für einen „Kriminalroman aus Südafrika“ leider ein bisschen wenig…

Veröffentlicht am 08.07.2019

Dieses Buch schnürt dem Leser den Hals zu

Wo die Freiheit wächst
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Ein Briefroman – wollen Jugendliche einen Briefroman lesen? Ein Buch, das die schlimmen, die schlimmsten Kriegszeiten unter der NS-Diktatur schildert – wollen Jugendliche das lesen? Ich fürchte nein. ...


Ein Briefroman – wollen Jugendliche einen Briefroman lesen? Ein Buch, das die schlimmen, die schlimmsten Kriegszeiten unter der NS-Diktatur schildert – wollen Jugendliche das lesen? Ich fürchte nein. Oder nur wenige vielleicht. Denn das Buch ist keine Spaßlektüre. Es ist auch nicht besonders spannend. Es schnürt dem Leser einfach nur den Hals zu.
Der Verlag bewirbt das Buch so: „Köln, 1942. Lene Meister ist 16 Jahre alt und Auszubildende in einem Friseursalon. Doch der Zweite Weltkrieg raubt ihr viel von dem, was sich ein Mädchen in ihrem Alter erträumt. Ihre Heimatstadt wird seit einem Jahr regelmäßig von Bombenangriffen erschüttert. Lene lässt sich aber nicht unterkriegen und versucht tapfer, die Familie zusammenzuhalten. Mit jeder neuen Todesnachricht von der Front und mit dem allmählichen Verschwinden ihrer jüdischen Freunde beginnt sie mehr am NS-Regime zu zweifeln. In dieser Zeit zwischen Furcht, Verzweiflung und Hoffnung lernt sie Erich kennen und verliebt sich. Bald entdeckt Lene, dass Erich ein gefährliches Spiel spielt. Er gehört zu den Jugendlichen, die nicht in Reih und Glied marschieren wollen: zu den Edelweißpiraten. Sie tragen keine Uniformen und singen ihre eigenen Lieder. Sie beschmieren die Wände mit Anti-Nazi-Parolen und teilen regimekritische Flugblätter aus. Und das alles ist der Gestapo ein großer Dorn im Auge.“
Dieses großartige Buch braucht den ernsthaft interessierten Leser, denn es hat durchaus, zumindest im ersten Drittel, einige Längen, solange die jugendlichen Briefschreiber sich über ihrem Alter angemessene, naiv wirkende Problemchen austauschen. Durch die unterschiedlichen Briefschreiber öffnen sich jedoch zunehmend wechselnde Perspektiven auf das politische und private Geschehen. Köln wird zur Steinwüste, kaum jemand hat noch ein Dach über dem Kopf. Es geht bald nur noch um das nackte Überleben. Bei Kalle, dem kleinen Bruder, hat die Nazi-Gehirnwäsche jeglichen Realitätssinn ausgelöscht. Franz, der große Bruder, marschiert auf Stalingrad zu und erlebt Grauenhaftes, wovon er nur in wenigen dürren Worten berichtet. Rosi schuftet bei Bauern auf dem Land und hat einen distanziert-kühlen Blick auf alles Geschehen. Bei Lene erleben wir eine Wandlung hin zum Erwachsen-Werden, zum Mut, nicht länger zu schweigen.
Dem Autor ist mit den fiktiven unterschiedlichen Briefschreibern und mit der Grundlage sorgfältiger Recherche ein vielschichtiger Blick auf eine entsetzliche, auf eine grauenhafte Zeit gelungen, so intensiv, dass es dem Leser im Verlauf des Buches zunehmend mehr den Hals zuschnürt. Aber meine Frage bleibt dennoch bestehen: Wie viele Jugendliche wollen und werden dieses Buch lesen? Zu wenige, fürchte ich.