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Veröffentlicht am 31.03.2023

Das vermutlich ruhigste Buch, das ich bisher gelesen habe

Draußen die Welt
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Auf die schlichte Art des Erzählens muss man sich in meinen Augen einlassen können. Wenn einem das gelingt, sind die Beschreibungen von Flora, Fauna und Familienleben eine der zentralen Stärken des Buches. ...

Auf die schlichte Art des Erzählens muss man sich in meinen Augen einlassen können. Wenn einem das gelingt, sind die Beschreibungen von Flora, Fauna und Familienleben eine der zentralen Stärken des Buches. Gleichzeitig hat mir eines sehr gefehlt: Emotionen! Es ist nicht so, dass keinerlei Einblick gewährt wird, aber Gefühle werden hier eher über das Gesamtbild vermittelt, woraus sich individuelle Empfindlichkeiten ableiten lassen. An ungefilterten Gedanken, inneren Zwiegesprächen, Aufarbeitungsprozessen oder Streitereien nehmen wir nicht teil.

Interessant war für mich, dass viele alltägliche Dinge beschrieben werden, die bei mir zum Teil zu ganz anderen Emotionen führen würden, was mir nochmal verdeutlich hat, dass unterschiedliche Lebenskontexte auch mit anderen Bewertungen einhergehen können. Dafür waren das vordergründige Harmonie-Aufrechterhalten und Gutstellen sowie die aufgesetzte Freundlichkeit für mich zeitweise etwas anstrengend. Ich vermute, dass dies dem Zeitgeist geschuldet ist, aber es ist ganz klar keine Art der Kommunikation, die mir gefällt und worüber ich mich ärgere.

Zudem haben mich einige Aussagen verwirrt, z. B. „Sie ist eben Portugiesin“ als Begründung des Verhaltens einer Figur. Scheinbar sind mir einige Stereotype – das Buch ist 1943 zum ersten Mal erschienen – nicht geläufig. Hier hätte ich eine kurze Fußnote hilfreich gefunden, um derartige Aussagen einordnen zu können. Die Bemerkungen dazu, dass sich Frauen z. B. lieber strategisch als forsch verhalten sollten, fand ich hingegen sehr aufschlussreich in Bezug auf das (Selbst-)Verständnis und die Einschätzung der Geschlechterrollen durch die Charaktere.

Insgesamt hat für mich zu viel im Verborgenen zwischen den Zeilen stattgefunden – auch wenn mich die besondere Art fasziniert hat. Die Umsetzung der angekündigten Themen Würde & Standhaftigkeit sowie den „Kampf um das nackte Überleben“ hatte ich gänzlich anders und vor allem problematischer erwartet.

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Nah am Original, aber interessant!

Schattengold – Ach, wie gut, dass niemand weiß ...
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Die Märchendaption von Rumpelstilzchen ist zum Teil recht nah an der ursprünglichen Fassung orientiert, sodass beim Lesen oft klar ist, was als Nächstes passieren wird. Die Ergänzung um einen Funken Magie ...

Die Märchendaption von Rumpelstilzchen ist zum Teil recht nah an der ursprünglichen Fassung orientiert, sodass beim Lesen oft klar ist, was als Nächstes passieren wird. Die Ergänzung um einen Funken Magie und Feen war allerdings interessant zu lesen. Auch die Atmosphäre hat für mich wunderbar funktioniert. Die düsteren Gegenden konnte ich mir beim Lesen so vorstellen als wäre ich direkt dabei – ob man das wirklich möchte, ist in diesem Fall eine andere Frage.

Farah war aus meiner Sicht zu Beginn leider deutlich zu unbedacht (ihre Entwicklung war dafür schön zu sehen) und die Liebesgeschichte hat für mich weniger gezündet. Vielleicht hätten den Protagonist:innen ein paar Jahre mehr auf dem Buckel gutgetan – allerdings kommen Abenteuer vermutlich immer dann, wenn man sie nicht erwartet. (Berit & den Waschbären mochte ich sehr!)

Ich hätte es zudem schön gefunden, wenn für die Geschichte rund um Thomas etwas mehr Raum gewesen wäre. Zu Anfang werden wir in sein Geheimnis eingeweiht, im weiteren Verlauf werden seine Sorgen jedoch nicht näher thematisiert.

Eine Szene hat mich besonders überrascht. Wie die entsprechende Figur habe ich erwartet, dass mit Vorwürfen auf ein Geständnis reagiert wird. Stattdessen wird vermittelt, dass das Ausschließen anderer viel mehr Spannungen erzeugen kann als die Wahrheit es je könnte. Die positive Bestärkung hat mir sehr gut gefallen, auch wenn der Weg dahin etwas holprig war.

Insgesamt hat mich Schattengold gut unterhalten, an einigen Stellen hätte für mich jedoch etwas mehr Feenmagie zwischen den Seiten hängen können.

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Veröffentlicht am 30.03.2023

Bereit für einen kleinen Spuk?

City of Ghosts - Die Geister, die mich riefen
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Seit Cassidy fast ertrunken wäre, hat sich vor allem eines geändert: Sie kann Geister sehen & die andere Seite betreten. Sonst ist sie genau so wie viele andere – Gryffindor, an Fotografie interessiert ...

Seit Cassidy fast ertrunken wäre, hat sich vor allem eines geändert: Sie kann Geister sehen & die andere Seite betreten. Sonst ist sie genau so wie viele andere – Gryffindor, an Fotografie interessiert und kulinarisch bereit für verrückte Kombinationen. Während sie versucht mehr über ihre Fähigkeit herauszufinden – Jacob, ihr bester Freund und ein Geist, ist wenig auskunftsfreudig – verdienen ihre Eltern ihr Geld mit eigenen Nachforschungen über Geister. Zufälle gibt‘s. Doch während sie Friedhöfe, unterirdische Gewölbe und Edinburgh Castle für eine Fernsehshow erkunden, gerät Cassidy in Gefahr. Denn nicht alle Geister sind freundlich & einer streckt bereits die Hände nach ihr aus…

Ich könnte mir die Geschichte hervorragend für eine Serie vorstellen & werde einige Geistergeschichten unbedingt nachlesen müssen. 📖

Positiv aufgefallen ist mir, dass einzelne Aspekte, die sich ggf. nicht für alle (jüngeren) Leser:innen direkt erschließen, auf eine recht charmante Art erklärt werden: Entweder Cassidy erkundigt sich danach oder aber sie erklärt es beiläufig, z. B. wie sie ihre Fotos entwickelt oder dass sie gerade erst gelesen hat, wie Edinburgh ausgesprochen wird. Zumindest die ein oder andere historische Information hätte ich als Kind sicher stolz beim nächsten Abendessen verkündet.

Obwohl ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt habe und die Geradlinigkeit des Plots nicht als störend erlebt habe, hätte ich die Spannungskurve gerne etwas früher ansteigen sehen und mehr über Cassidy und die anderen Figuren erfahren wollen.

Insgesamt ist „Die Geister, die mich riefen“ ein spannender, wenn auch einfach gehaltener, Auftakt & eine angenehme Abwechslung. Ich werde die nächsten beiden Teile in den kommenden Wochen auf jeden Fall unterbringen müssen. Bis dahin: Lasst euch nicht unvorbereitet durch den Schleier ziehen!

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Veröffentlicht am 30.03.2023

Gelungene Fortsetzung!

Panda Kingdom - Gefährliche Abgründe
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Neuigkeiten an der Bambusfront! Auch die Fortsetzung war spannend, knuffig und mit einem großen Cliffhanger versehen.

Vielleicht erinnert ihr euch: Die große Flut hat nicht nur das Land, sondern auch ...

Neuigkeiten an der Bambusfront! Auch die Fortsetzung war spannend, knuffig und mit einem großen Cliffhanger versehen.

Vielleicht erinnert ihr euch: Die große Flut hat nicht nur das Land, sondern auch die Geschwister Blättchen, Regen und Geist voneinander getrennt. Doch das Schicksal führt sie wieder zusammen: Die Nahrung wird knapper, Raubtiere streifen durch das Unterholz und eine Intrige wartet darauf entlarvt zu werden. Um Panda Kingdom zu retten, müssen die drei Pandas wieder zusammenfinden, den unüberwindbaren Fluss überqueren und den Anführer stürzen.

Natürlich sind das viel zu große Ziele, als dass sie im ersten Band bereits erreicht werden könnten, sodass der zweite Band nahtlos an die Geschehnisse anknüpft. Zwei der drei Geschwister haben sich bereits gefunden, doch der Druck der Verantwortung trennt sie erneut voneinander, während der dritte Panda unwissentlich in die Machenschaften des Anführers verstrickt wird. Ist ein gemeinsames Ziel jetzt noch möglich?

Diesmal geht es deutlich düsterer zu, zumindest wenn man die verschiedene Facetten der Manipulation betrachtet, die in Panda Kingdom an der Tagesordnung stehen. Mir gefällt sehr gut, wie unterschiedlich die Charaktere auf diese Versuche sowie Missstände und Herausforderungen reagieren. Auch wenn ich manchmal mit dem Kopf geschüttelt habe, finde ich die Reaktionen unter Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten und Erlebnisse durchaus authentisch. Nicht immer entscheidet man sich vielleicht im ersten Moment richtig, aber was macht man dann daraus?

An einigen Stellen würde ich mir etwas mehr Tiefe wünschen, trotzdem ist auch „Gefährliche Abgründe“ ein mitreißendes Abenteuer mit tapsigen Pandabären und einem lockeren Schreibstil.

Ich bin schon sehr gespannt, wie die verschiedenen losen Fäden am Ende eingefangen werden und ob die Geschichte eher vorhersehbar bleibt oder doch einen anderen Twist nimmt.

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Veröffentlicht am 30.03.2023

Wie fängt man die Liebe zum Schreiben ein?

Die geflohene Geschichte
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Ich habe die Idee geliebt! Eine Stadt in der Figuren in unsere Welt übertreten können? Ich musste direkt an Tintenherz denken – versüßt mit Bürokratie. Denn der Übertritt der Figuren wird nicht nur verfolgt, ...

Ich habe die Idee geliebt! Eine Stadt in der Figuren in unsere Welt übertreten können? Ich musste direkt an Tintenherz denken – versüßt mit Bürokratie. Denn der Übertritt der Figuren wird nicht nur verfolgt, die Autor:innen haften auch für die Taten ihrer Figuren (nachvollziehbar über die Fingerabdrücke, die sich gleichen), benötigen eine Schreiblizenz für verschiedene Genre und müssen bestimmte Anforderungen (keine unbesiegbaren Bösewichte!) erfüllen. Demnach: Obacht, was ihr schreibt!

Nach jahrelanger Unbesorgtheit – keine von Kates Figuren hat je Probleme verursacht – konfrontiert die Polizei sie damit, dass eine ihrer Figuren einen Mord begangen haben soll. Welche ist unklar und auch das Opfer ist Kate nicht bekannt. Und obwohl sie alles für einen schlechten Albtraum hält: Wenn sie ihren Ruf und ihre Karriere als Autorin retten will, muss sie ihre Figur finden.

Gut gefallen hat mir, dass es nicht nur eine interessante – wenn auch zuweilen etwas langatmige – Jagd nach einer geflohenen Figur ist, sondern auch Themen wie Recht, Gerechtigkeit und Schuld(fähigkeit) thematisiert werden. Diese gewisse Ernsthaftigkeit – z. B. in Bezug auf den Umgang mit Figuren – hat die unterhaltsamen Szenen für mich sehr gut ergänzt. Außerdem hat mir das Worldbuilding für die Urban Fantasy Elemente gut gefallen.

Ich habe das Buch im Buddyread gelesen & es sind einige wilde Theorien und Gedanken zusammengekommen. Das tatsächliche Ende der Geschichte war dann leider nicht ganz so ausgefuchst. Um nicht zu viel zu verraten: Ich hätte mir gewünscht, dass das Ende etwas stärker in der Geschichte verankert gewesen wäre.

Insgesamt ist „Die geflohene Geschichte“ ein gelungener Genremix, der einfach Spaß gemacht hat. Ich kann mir aufgrund der zahlreichen Bemerkungen über das Schreiben als solches und das Leben als Autor:in im Speziellen außerdem vorstellen, dass insbesondere diejenigen, die selbst schreiben, ihre Freude mit dem Buch haben werden.

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