Der Gestaltwandler
Fremde Haut - Jagd auf Nebel und SchattenAuf das Buch bin ich durch NetGalley gestoßen, vielen Dank für das Rezensionsexemplar! Ich lese wahnsinnig gerne Dark Fantasy und würde fast schon behaupten, dass es neben Horror mein Lieblingsgenre ist. ...
Auf das Buch bin ich durch NetGalley gestoßen, vielen Dank für das Rezensionsexemplar! Ich lese wahnsinnig gerne Dark Fantasy und würde fast schon behaupten, dass es neben Horror mein Lieblingsgenre ist. Der Klappentext erinnert mich ein wenig an die Serie Supernatural und die gucke ich mir gerade sogar nochmal an. Somit bin ich voller Hoffnung und Erwartung in das Buch eingestiegen.
Ich konnte gut in die Geschichte hineinstarten und war überrascht von dem Schreibstil, der mich stellenweise förmlich an den Seiten hat kleben lassen. Es war spannend geschrieben und besonders das Ende war wahnsinnig actiongeladen, das hat mir richtig Spaß gemacht. Auch die Hintergründe und Geschichten zu dem Gestaltwandler und der anderen Wesen fand ich sehr interessant und gut in die Geschichte eingebunden. Dem Leser wurden immer wieder einige Brocken hineingeworfen und ich mochte es, im Laufe des Buches immer mehr Puzzleteile zu erhalten. Ein Stück polnische Kultur gibt es auch mit dazu, das hat mich anfangs noch überrascht und stellenweise irritiert, ich fand es ab der Hälfte dann aber passend und es gab dem Buch doch einen einzigartigen Flair. Die Kampfszenen waren gut geschrieben und logisch nachvollziehbar, auch der Gestaltwandler selbst war gut ausgearbeitet und hatte einen ganz eigenen Charakter.
Die Protagonisten waren jedoch leider mein größtes Problem, ich hatte mich auf Dark Fantasy ohne Romance gefreut, weil mir Romantasy zum Hals raushängt. Leider verliebt sich die schüchterne Alicja, bzw. Ala, viel zu schnell in einen ihr fremden Mann, obwohl sie sogar aus Angst vor ihrem gewalttätigen Exfreund in eine einsame Hütte im Wald zieht. Sie hat Vertrauensprobleme und fürchtet sich, da war die Liebesgeschichte für mich einfach viel zu schnell und unpassend. Auch wenn ich ihren neuen "Partner" sehr mochte, hätte es eine sehr gute Freundschaft auch getan. So wurde es leider eine x-beliebige Liebesgeschichte, in der der Mann die Frau auf Händen trägt und den großen Beschützer maskiert. Zwar stecken hinter den Beschützerinstinkten noch andere Gründe, jedoch konnten die mich auch nicht vom Augenrollen abhalten. Nicht nur, dass Ala einem Wildfremden aus heiterem Himmel vertraut, sie ignoriert im Laufe des Buches auch jegliche laut schrillenden Alarmglocken und lernt einfach überhaupt nicht dazu. "Das war bestimmt der Stress, dem sie die letzten Tage ausgesetzt gewesen war. Sie ignorierte alle Alarmglocken ihres Körpers und legte ihre Hand auf die seine." (S. 198) Ich konnte nicht aufhören "Warum?" zu denken und war zum Schluss ein wenig genervt. Auch hätten Wilhelm und Ulf Ala bereits viel früher von dem Gestaltwandler und der Gefahr, in der sie schwebt, erzählen müssen. Das war einfach unlogisch.
Im Prinzip hatte das Buch irgendwie Suchtfaktor und viel Potential, das aber durch die viel zu schnell aufkommende Liebesgeschichte und dämlich-naive Handlungen der Protagonistin nur 3 Sterne erhält. Band 2 werde ich aber trotzdem lesen, das Ende klang hier nämlich sehr vielversprechend.