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Veröffentlicht am 20.10.2024

Der Gestaltwandler

Fremde Haut - Jagd auf Nebel und Schatten
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Auf das Buch bin ich durch NetGalley gestoßen, vielen Dank für das Rezensionsexemplar! Ich lese wahnsinnig gerne Dark Fantasy und würde fast schon behaupten, dass es neben Horror mein Lieblingsgenre ist. ...

Auf das Buch bin ich durch NetGalley gestoßen, vielen Dank für das Rezensionsexemplar! Ich lese wahnsinnig gerne Dark Fantasy und würde fast schon behaupten, dass es neben Horror mein Lieblingsgenre ist. Der Klappentext erinnert mich ein wenig an die Serie Supernatural und die gucke ich mir gerade sogar nochmal an. Somit bin ich voller Hoffnung und Erwartung in das Buch eingestiegen.
Ich konnte gut in die Geschichte hineinstarten und war überrascht von dem Schreibstil, der mich stellenweise förmlich an den Seiten hat kleben lassen. Es war spannend geschrieben und besonders das Ende war wahnsinnig actiongeladen, das hat mir richtig Spaß gemacht. Auch die Hintergründe und Geschichten zu dem Gestaltwandler und der anderen Wesen fand ich sehr interessant und gut in die Geschichte eingebunden. Dem Leser wurden immer wieder einige Brocken hineingeworfen und ich mochte es, im Laufe des Buches immer mehr Puzzleteile zu erhalten. Ein Stück polnische Kultur gibt es auch mit dazu, das hat mich anfangs noch überrascht und stellenweise irritiert, ich fand es ab der Hälfte dann aber passend und es gab dem Buch doch einen einzigartigen Flair. Die Kampfszenen waren gut geschrieben und logisch nachvollziehbar, auch der Gestaltwandler selbst war gut ausgearbeitet und hatte einen ganz eigenen Charakter.
Die Protagonisten waren jedoch leider mein größtes Problem, ich hatte mich auf Dark Fantasy ohne Romance gefreut, weil mir Romantasy zum Hals raushängt. Leider verliebt sich die schüchterne Alicja, bzw. Ala, viel zu schnell in einen ihr fremden Mann, obwohl sie sogar aus Angst vor ihrem gewalttätigen Exfreund in eine einsame Hütte im Wald zieht. Sie hat Vertrauensprobleme und fürchtet sich, da war die Liebesgeschichte für mich einfach viel zu schnell und unpassend. Auch wenn ich ihren neuen "Partner" sehr mochte, hätte es eine sehr gute Freundschaft auch getan. So wurde es leider eine x-beliebige Liebesgeschichte, in der der Mann die Frau auf Händen trägt und den großen Beschützer maskiert. Zwar stecken hinter den Beschützerinstinkten noch andere Gründe, jedoch konnten die mich auch nicht vom Augenrollen abhalten. Nicht nur, dass Ala einem Wildfremden aus heiterem Himmel vertraut, sie ignoriert im Laufe des Buches auch jegliche laut schrillenden Alarmglocken und lernt einfach überhaupt nicht dazu. "Das war bestimmt der Stress, dem sie die letzten Tage ausgesetzt gewesen war. Sie ignorierte alle Alarmglocken ihres Körpers und legte ihre Hand auf die seine." (S. 198) Ich konnte nicht aufhören "Warum?" zu denken und war zum Schluss ein wenig genervt. Auch hätten Wilhelm und Ulf Ala bereits viel früher von dem Gestaltwandler und der Gefahr, in der sie schwebt, erzählen müssen. Das war einfach unlogisch.

Im Prinzip hatte das Buch irgendwie Suchtfaktor und viel Potential, das aber durch die viel zu schnell aufkommende Liebesgeschichte und dämlich-naive Handlungen der Protagonistin nur 3 Sterne erhält. Band 2 werde ich aber trotzdem lesen, das Ende klang hier nämlich sehr vielversprechend.

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Leider nichts für mich

Das große Spiel
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Nachdem ich vor kurzer Zeit "Der Schwarm" von Schätzing gelesen habe, interessiere ich mich sehr für diese Art Roman und suche regelmäßig nach Umwelt- und Wissenschaftsthrillern (oder Romanen). "Das große ...

Nachdem ich vor kurzer Zeit "Der Schwarm" von Schätzing gelesen habe, interessiere ich mich sehr für diese Art Roman und suche regelmäßig nach Umwelt- und Wissenschaftsthrillern (oder Romanen). "Das große Spiel" von Richard Powers sollte es diesmal werden und nachdem der Autor preisgekrönt ist und von allen Seiten sehr positive Bewertungen erhält, wollte ich dem Buch eine Chance geben.
Der Schreibstil ist wunderschön, wenn auch stellenweise ein wenig sperrig und hat mich wirklich lange durchhalten lassen. Die Protagonisten werden sehr langsam eingeführt und man lernt sie Stück für Stück besser kennen. Die Geschichte plätscherte aber leider nur vor sich hin und kam zu keinem Punkt bzw. Schluss. Ein bisschen Spannung hätte dem Buch meiner Meinung nach gut getan, wobei das Genre Literary Fiction scheinbar einfach nichts für mich ist. Ich habe das Buch dann nach umkämpften 55% abgebrochen, weil einfach nichts so richtig Erwähnenswertes passiert ist und ich mich nicht durch weitere 200 Seiten schlagen wollte.

Im Prinzip ist der Schreibstil toll (wenn auch nicht ganz einfach zu lesen) und die Geschichte konnte mich trotz fehlender Spannung auch länger am Ball halten, kam dann aber leider einfach zu keinem Punkt. Literary Fiction und ich passen scheinbar einfach nicht zusammen. Wer gerne das plätschernde Leben von Protagonisten verfolgt und nicht auf Spannung aus ist, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 19.09.2024

Die Drachenschatulle

Invictum
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Band 2 der Mike-Brink Reihe habe ich freudig erwartet und leider viel zu schnell gelesen. Die Autorin schließt mit der Geschichte ein bisschen später (ich glaube ein Jahr) an Band 1 an und erklärt nochmal ...

Band 2 der Mike-Brink Reihe habe ich freudig erwartet und leider viel zu schnell gelesen. Die Autorin schließt mit der Geschichte ein bisschen später (ich glaube ein Jahr) an Band 1 an und erklärt nochmal einiges und wiederholt kurz und knapp, was im Vorgänger passiert ist. Das war für mich super, die Erscheinungsdaten von Band 1 und 2 liegen doch knapp ein Jahr auseinander.

Man wird hier schnell in die Geschichte geworfen und obwohl ich das Buch nicht zwingend als Thriller bezeichnen würde, ist es doch ein richtiger Pageturner. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie Mike das Rätsel um die Drachenschatulle löst. Zur zweiten Buchhälfte wurde ein Handlungsstrang ausgebaut, von dem ich mir dann irgendwie noch mehr gewünscht hätte. Das hätte vermutlich den Rahmen gesprengt, trotzdem hätte ich da gerne mehr über Sedge erfahren und fand es fast ein bisschen schade, dass dieser (gefühlt) ewig lang aufgebaute Handlungsstrang einfach plötzlich (fürs Erste) stillgelegt wurde. Hoffentlich kommt da in Band 3 mehr.

Die Protagonisten mochte ich auch wieder sehr gerne und auch das Setting in Japan fand ich toll. Ich konnte viel über Japans Geschichte erfahren und das, ohne dass es sich las wie ein Wikipedia-Eintrag. Insgesamt merkt man, dass die Autorin sich viele Gedanken über die Zusammenhänge und den weiteren Verlauf der Reihe gemacht hat. Band 2 war zum Glück kein Abklatsch von Band 1 und obwohl das Thema Rätsel und Sedge wieder im Mittelpunkt standen, war Band 2 doch völlig anders als Band 1.

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Konnte mich leider nicht abholen

Survivor
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(Achtung, Spoiler)
Nachdem mir "Das Gotteshaus" der Autorin richtig gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Horror, postapokalyptisches Setting und ein Locked-Room Szenario (in 3 ...

(Achtung, Spoiler)
Nachdem mir "Das Gotteshaus" der Autorin richtig gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Horror, postapokalyptisches Setting und ein Locked-Room Szenario (in 3 unterschiedlichen Ausführungen) und das auch noch im winterlichen Schneegebiet? Hört sich vielversprechend an und hat mich leider doch enttäuscht.
Die Protagonisten waren allesamt recht austauschbar, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob das nicht sogar vielleicht gewollt ist. Bei so einer endzeitlichen Krisensituation zählt eben nur das Überleben, das wurde auch mehrfach deutlich gemacht. Außerdem fehlte einigen Protagonisten auch der Wille, weiterzumachen und zu kämpfen. Dadurch bekam die Story einen Touch von "alles ist egal". Solange man sich deshalb einfach denkt, die Austauschbarkeit der Protagonisten sei absichtlich vorhanden, stört es nicht weiter.
Was mich allerdings wirklich gestört hat, waren die offenen Fragen und ungeklärten Handlungsstränge, die am Ende zurückblieben. Es wirkte auf mich einfach unfertig und unausgereift.
Zudem fehlten mir einfach Informationen, bei denen ich bis zum Schluss hoffte, endlich mehr zu erhalten. Was hat es mit dem Virus genau auf sich? Wie entstand er? Warum verhalten sich die Infizierten so völlig unterschiedlich? Wieso haben sie mit Carter kommuniziert? Und wie kann das Retreat so weit ab von der Außenwelt sein und dann gibt es trotzdem überall Whistler im Wald? Was sollte das mit Welland am Ende? Warum?
Fragen über Fragen (das waren noch lange nicht alle) und es gab keine Antworten, stattdessen riss die Handlung einfach ab, wie um dem Leser zu zeigen: "Die Handlungsmotive und Ziele der einzelnen Personen sind völlig egal und hoffnungslos, weil sowieso jeder stirbt".

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Solider Urlaubskrimi

Salute - Der letzte Espresso
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"Salute - Der letzte Espresso" ist Band 1 einer neuen Krimireihe von Friedrich Kalpenstein und zugleich mein erstes gelesenes Buch des Autors. Der Schreibstil ist sehr locker und man liest das Buch u.a. ...

"Salute - Der letzte Espresso" ist Band 1 einer neuen Krimireihe von Friedrich Kalpenstein und zugleich mein erstes gelesenes Buch des Autors. Der Schreibstil ist sehr locker und man liest das Buch u.a. wegen den kurzen Kapiteln wirklich super schnell durch. Das Buch bringt den Leser nach Italien und versetzt einen in ganz große Urlaubsstimmung. Unter anderem gab es Beschreibungen von italienischen Essensspezialitäten, bei denen einem das Wasser im Mund zusammenläuft und großes Fernweh (und Hunger) entstehen lässt.
Der Mordfall selbst ist sehr schlicht gehalten, zwar versucht der Autor den Leser immer wieder zu verwirren und vom Thema abzulenken, konnte dabei aber nicht zu 100% überzeugen. Bis zum Ende habe ich zwar gerätselt und überlegt, wer dahinter stecken könnte, wurde vom Ergebnis dann aber leider ein wenig enttäuscht. Der Autor hat es sich hier für mich zu leicht gemacht. Auch manche Protagonisten blieben bis zum Ende hin sehr blass und ohne große Tiefe. Für eine Krimireihe braucht es da für mich ein bisschen mehr Input, vor allem bei den beiden Ermittlern. Von Zeitler bekommt man hier deutlich mehr mit als von Lanza und gerade diese beiden sind mehr oder weniger die wichtigsten Personen der Reihe, oder? Stattdessen lernen wir Zeitlers Exfrau kennen, was für mich irgendwie nicht zur Geschichte gepasst hat.

Insgesamt ist es ein sehr leichter Urlaubskrimi, den ich für eine große Prise Urlaub, Sonne und Fernweh gut empfehlen kann. Man sollte nur nichts allzu Kompliziertes erwarten.

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