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Veröffentlicht am 19.10.2020

gutes Setting, tolle Grundidee, aber mit einige Längen…

Töchter der Freiheit
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Avendúr wird von einer Königin beherrscht- von einer gewaltbereiten, skrupellosen Königin, die nicht davor zurückschreckt, Menschen zu richten, die sich gegen sie Stellen oder andere dazu anstiften, anderer ...

Avendúr wird von einer Königin beherrscht- von einer gewaltbereiten, skrupellosen Königin, die nicht davor zurückschreckt, Menschen zu richten, die sich gegen sie Stellen oder andere dazu anstiften, anderer Meinung zu sein, als die Krone es vorgibt. Elodea war Teil einer Studentenverbindung, die sich für freies Denken, Menschlichkeit und Zusammenhalt eingesetzt hat. Als ihre Anführerin jedoch verhaftet wird, wird die Gruppe zerschlagen und fortan müssen die Mitglieder als Hofdamen an den Adelshöfen ihr Dasein fristen, nett lächeln und möglichst nicht weiter auffallen. Doch ihr Geist ist ungebrochen und als sich die Möglichkeit bietet sich mit weiteren, rebellierenden Menschen zusammen zu tun, ergreifen Elodea und die anderen, über das Land verstreuten Anhängerinnen ihre Chance für einen erneuten Widerstand, auch wenn sie wissen, dass ihre Wunsch nach Freiheit ebenso den Tod bedeuten könnte.

Der Klappentext verrät sehr viel über die Personenkonstellation. Auf der einen Seite ist das sicherlich informativ, weil man dann schon mal weiß, mit wem man es so zu tun bekommen wird, auf der anderen Seite nimmt es eben aber auch schon einiges vorweg, weil man weiß, wer auf welcher Seite steht und im Verlauf der Geschichte noch so auftauchen könnte. Das finde ich etwas schade. Ich habe ihn vor dem direkten Lesen des Buches nicht noch mal gelesen und bin im Nachhinein froh drum, weil ich so im Verlauf der Handlung herausfinden konnte, wer da noch so mitmischt.

Das Buch wird aus der Sicht eines personalen Erzählers geschildert, der es möglich macht, unterschiedliche, parallel laufende Stränge zu verfolgen. Man ist zwar häufig mit den gleichen Hauptfiguren unterwegs, insgesamt wirkt es aber doch alles sehr distanziert und ich habe oft nicht fühlen können, was in den Charakteren vor sich geht und welche Kämpfe sie innerlich austragen. Teilweise bekommt man zwar verbale Einblicke in die Dinge, die sie bewegen, jedoch auch nicht immer bzw. manchmal erst recht spät. Erreicht haben mich die Emotionen aber leider nicht immer.
Es gibt verschiedene Handlungsorte, die immer wieder auftauchen und die man mit der Zeit gut kennenlernt, da man sich an ihnen besonders häufig aufhält. Die Charaktere reisen jedoch auch durchs Land und während der Reisen gibt es dann recht detaillierte, teilweise zu ausschweifende Erläuterungen zu den unterschiedlichen Regionen und Begebenheiten. So lernt man aber die Welt an sich besser kennen, die insgesamt eher mittelalterlich anmutet, durch die Nutzung von Magie jedoch noch mehr zu bieten hat, als nur ein altertümliches Setting. Den Aufbau der Welt an sich mochte ich gern, auch wenn es vielleicht in den Grundzügen nicht neu ist. Die Verteilung der Magie und die Ausübung dieser war für mich in der Art auf jeden Fall neu und interessant gestaltet, auch wenn es leider erst sehr spät in der Geschichte etwas intensiver thematisiert wurde.
Durch den Wechsel zwischen den Handlungssträngen bekommt man einen ganz guten Überblick über die Geschehnisse und die wichtigsten Charaktere. Die Ereignisse bedingen sich und auch die Schicksale und Aktivitäten der Figuren sind oft eng miteinander verknüpft. Im Grunde gibt es zwei Lager: die, die der Königin treu ergeben sind und die, die für die Freiheit und damit gegen die Königin kämpfen. Diejenigen, die sich nicht offen bekennen, werden dabei ebenfalls zum Spielball der Königin, zumindest solange, bis etwas passiert, was sie dazu bringt, sich doch für die andere Seite zu entscheiden. Grausamkeiten und ungerechte Entscheidungen gibt es ausreichend, daher kann man gut nachvollziehen, dass es einige Menschen gibt, die sich diese Herrschaft nicht länger gefallen lassen wollen und aufbegehren.
Es gibt unterschiedliche, interessante Handlungspassagen, Ankündigungen und Androhungen, bei denen ersichtlich ist, dass sich alles ziemlich dramatisch und drastisch verändern könnte. Doch dann passiert häufig… nichts. Zumindest das, womit ich gerechnet habe. Obwohl dieses oder jenes, schlimme Ereignis eigentlich kurz bevor steht oder bevorstehen sollte, passiert dann wochenlang erst mal nicht viel oder man beschäftigt sich in aller Seelenruhe mit Verbreitungen und der Suche nach Verbündeten. So Dingen, die natürlich wichtig sind, die mir aber immer einfach viel zu lange gedauert haben. Dadurch zieht sich die Handlung besonders im Mittelteil des Buches sehr. In der Zeit lernt man zwar die Figuren etwas besser kennen und es entstehen neue Verknüpfungen zwischen ihnen, aber wenn man immer angekündigt bekommt, dass die Zeit ja soooo drängt, weil der nächste große Knall folgen soll und dann irgendwie nichts von dem passiert, dann ist es eher enttäuschend. Es ist ja nicht so, dass nichts passiert. Auch im Mittelteil gibt es einige Ereignisse, die ich spannend fand und die die Charaktere teilweise ganz schön in Bedrängnis bringen, nur insgesamt war es mir dort einfach zu langatmig, zu viel Planung und Vorbereitung. Das Ende war dann wieder turbulenter und hat mir besser gefallen. Man hat ja die gesamte Zeit darauf hingearbeitet, dass es dieses Finale geben wird. Es war daher nicht überraschend, aber ich empfand es dennoch als gut gemacht. Nur komplett versöhnt mit den Längen in der Mitte hat es mich dann nicht mehr unbedingt.

Einige der Charaktere bleiben bis zum Ende recht blass, von anderen erfährt man etwas mehr, so dass man besser einordnen kann, wer sie eigentlich sind und wofür sie stehen. Da es doch einige Figuren gibt, die an vorderster Front mitmischen, ist es verständlich gewesen, dass man nicht alle so intensiv präsentiert bekommt. Bei manchen hat es mir aber doch fast etwas zu lange gedauert, bis man etwas mehr wusste und sie dann greifbarer waren. Trotz des langgezogenen, ruhigeren Mittelteil des Buches, in dem aus meiner Sicht genug Raum dafür gewesen wäre, dauert es oftmals, bis man da etwas mehr Informationen erhält. Dabei sind die Geschichten, die hinter den Hauptfiguren stecken, durchaus interessant.
Fazit

Toller Start und gelungener Abschluss, aber in der Mitte war es mir persönlich einfach zu langatmig und handlungsarm, vor allem in Hinblick auf all das, was immer wieder angekündigt wird und so kurz bevor stehen soll, dass man eigentlich erwarten würde, in den nächsten fünf Seiten ist es so weit. Die Zwischenzeit wurde zwar teilweise mit kleineren Zeitsprüngen überbrückt, so dass man nicht alles geschildert bekommt und die Wartezeit an sich ja schneller vergeht, als für die Figuren, das hat es aber für mich nicht weniger zäh gemacht. Wirklich schade, weil die Grundidee an sich mir wirklich gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 11.10.2020

gelungener Auftakt, spannend und abwechslungsreich

Secret Academy - Verborgene Gefühle (Band 1)
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Alexis ist im Abschlussjahr an der Secret Academy – einer Schule für Menschen mit besonderen Begabungen aufgrund von geeigneten genetischen Voraussetzungen. Alle Konzentrieren sich auf die anstehenden ...

Alexis ist im Abschlussjahr an der Secret Academy – einer Schule für Menschen mit besonderen Begabungen aufgrund von geeigneten genetischen Voraussetzungen. Alle Konzentrieren sich auf die anstehenden Prüfungen und die Aufträge, die damit im Zusammenhang stehen. Jeder möchte sein Bestes zeigen und sich als Agent würdig erweisen. Besonders Dean und Alexis gehen ehrgeizig an die Aufgaben heran, denn die beiden kämpfen um den Platz als Jahrgangsbeste/r.
Völlig unvorbereitet wird Alexis dann jedoch aus ihrer Konzentration gerissen, ihr Abschluss gerät in Gefahr und sie kann niemandem mehr trauen. Auch wenn sie durch die Geheimorganisation keinen direkten Kontakt mehr haben darf, steht ihre Familie an erster Stelle. Die 19 Jährige würde alles dafür tun, um die zu schützen, die sie liebt. Kein Wunder also dass Alexis fortan alles daran setzt ihre Schwester zu befreien. Dafür vergisst sie auch einige Regeln, die ihr in den letzten Jahren eingetrichtert wurden und bringt damit nicht nur sich selbst in Gefahr…

Das Buch beginnt mit einem Einblick in das Leben von Alexis und ihrer Schwester einige Jahre bevor die Haupthandlung dann losgeht. So hat man die Möglichkeit die Schwestern ein wenig kennen zu lernen und etwas über ihre Situation zu erfahren, die für beide nicht einfach ist. Alexis fällt die Entscheidung nicht leicht, sich in der Secret Academy aufnehmen zu lassen. Die Chance, die sich ihr und ihrer Schwester damit jedoch bieten könnte, möchte sie nicht verstreichen lassen und so durchläuft die Jugendliche eine straffe Ausbildung um eine Geheimagentin mit besonderen Fähigkeiten zu werden.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Protagonistin Alexis geschildert. So ist man immer hautnah dabei und kann intensiv an ihren Gedankengängen und ihrem Gefühlschaos teilhaben. Auch wenn mich interessiert hätte, was die anderen so machen und denken, wenn Alexis nicht dabei ist, hat die Wahl der Perspektive an vielen Stellen auch die Spannung erhöht, da man genau diese Einblicke eben nicht hatte. Es wird einem nichts vorweg genommen und man weiß immer nur das, was Alexis herausgefunden hat. Ich mochte die Protagonistin sehr gern und durch die detaillierten Einblicke in ihr Innerstes konnte man viele ihre Entscheidungen auch besser verstehen, als es für die anderen Charaktere im Buch vielleicht manchmal möglich war. Sie ist ehrgeizig und kämpft verbissen für einen guten Abschluss, der ihr aber nicht nur deswegen wichtig ist, um ihr Können zu beweisen, sondern auch wegen ihrer Familie. Dieser Punkt wird immer wieder deutlich und zeigt, dass sie eben nicht nur erfolgsorientiert und unnahbar ist, sondern das Herz nach wie vor am rechten Fleck hat, auch wenn ihre Aufträge manchmal Dinge erfordern, die moralisch verwerflich sind. Auch ihre Unordentlichkeit empfand ich als erfrischend. Alexis ist eben nicht perfekt und es ist auch okay so. Ihr sind andere Sachen wichtiger, als ein aufgeräumtes Zimmer zu haben. Ihre Spezialfähigkeit fand ich auch richtig klasse. Ich möchte hier nicht verraten, was sie kann, aber es ist Fluch und Segen zugleich und nimmt in der Handlung immer wieder einen wichtigen Stellenwert ein.
Die anderen Schüler aus dem Abschlussjahrgang sind alle sehr verschieden und spielen mal eine größere, mal eine kleinere Rolle. Dean und Alexis duellieren sich an der Spitze der Rangliste und kabbeln sich schon allein deswegen häufig. Im Verlauf des Buches hat sich das Verhältnis zwischen den beiden gewandelt und es beruhte nicht mehr nur auf den Bemühungen den anderen zu übertrumpfen oder das letzte Wort zu haben. Vivien ist extrem regeltreu und damit manchmal schon fast eine kleine Nervensäge. Sie bleibt sich selbst jedoch bis zum Schluss ebenfalls treu und wirkt damit auf jeden Fall authentisch. Adam ist besonders geheimnisvoll und gibt nicht viel von sich preis. Obwohl er sich sehr zurückzieht und den anderen kaum einen Blick hinter seine Mauern gewährt, wird seine Rolle in der Geschichte immer wichtiger… Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Abschlussjahrgangs und den Lehrern ergibt sich eine abwechslungsreiche Figurenkonstellation.

Die Secret Academy ist eine interessante Einrichtung mit sehr vielfältigen Möglichkeiten und unterschiedlichen Einsatzgebieten. Durch das Serum, das die künftigen Agenten verabreicht bekommen, erhalten diese unterschiedliche Spezialfähigkeiten und allgemein eine gesteigerte Stärke. Besonders faszinierend fand ich die technischen Möglichkeiten und Hilfsmittel, die ihnen zur Verfügung stehen. Lippenstifte mit besonderen Inhaltsstoffen, Kontaktlinsen über die Informationen abgerufen werden können und noch einige andere Dinge erleichtern den Agenten die Erfüllung ihrer Aufträge. Auf der einen Seite wirkt es vielleicht zunächst utopisch, was die Geheimagenten alles leisten können und was für Sachen ihnen zur Verfügung stehen, andererseits sind einige dieser Aspekte vermutlich gar nicht so unmöglich, wie es auf den ersten Blick scheint. Zumindest was die Geheimwaffen und aufgemotzten Kosmetika angeht, die körperlichen Veränderungen bleiben hoffentlich Fantasie.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Ich bin gut und schnell in die Geschichte reingekommen und war zunehmend gespannt, was da noch alles passieren wird. Die Einblicke, die man von der Secret Academy bekommt, waren sehr interessant und durch die sehr unterschiedlichen Figuren wurde es nie langweilig. Im Verlauf der Handlung steigert sich dann das Tempo, es wird turbulenter, dramatischer und besonders für die Protagonistin ziemlich schwer zu entscheiden, was richtig ist, wem sie vertrauen kann und wie sie überhaupt weitermachen soll. Alexis Gefühle fahren Achterbahn, sie ist hin und her gerissen und ihre Verzweiflung ist verständlich und deutlich spürbar. Auch wenn der eine oder andere ihr Misstrauen nicht verstehen kann, war es für mich absolut nachvollziehbar, dass sie niemandem mehr traut, solange sie nicht weiß, was los ist. An jeder Ecke wittert sie Verrat und eine weitere Intrige. Sie legt die Worte ihrer Mitmenschen auf die Goldwaage und hofft auf irgendeinen Hinweis, der ihr helfen könnte. Und auch wenn ich vielleicht nicht jede von Alexis Entscheidungen komplett gut fand, so passten ihre Handlungen auf jeden Fall zu ihr und dem, was man von ihr kennengelernt hat. Immer wieder hadert sie mit sich und dem, was sie als nächstes tun soll, was sie erzählen soll.
Am Ende des Buches bleiben zahlreiche Fragen offen und ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Es sind noch längst nicht alle Karten auf den Tisch gelegt worden und ich könnte mir auch vorstellen, dass die eine oder andere Entscheidung bereut werden könnte.
Fazit

Ein toller Auftakt der Dilogie, der mich dem Finale gespannt entgegenfiebern lässt. Mir war im Buch niemals langweilig. Die Handlung war abwechslungs- und facettenreich, genauso wie die Figuren, die ihren Teil zu den Turbulenzen, Intrigen und Entwicklungen beitragen. Auch Protagonistin Alexis mochte ich, besonders weil sie nicht immer nur regeltreu und perfekt ist. Sie wirkte auf mich sehr stimmig ausgearbeitet und authentisch in ihren Entscheidungen und Entwicklungen, auch wenn die nicht immer nur positives nach sich ziehen…

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Veröffentlicht am 04.10.2020

tolle Fortsetzung mit turbulentem Ende

Vortex – Das Mädchen, das die Zeit durchbrach
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Achtung zweiter Band! Meine Rezension kann kleine Spoiler enthalten in Bezug auf den ersten Band.

Nachdem Elaine festgestellt hat, dass sie keine normale Vortexläuferin ist, hat sich für sie alles verändert. ...

Achtung zweiter Band! Meine Rezension kann kleine Spoiler enthalten in Bezug auf den ersten Band.

Nachdem Elaine festgestellt hat, dass sie keine normale Vortexläuferin ist, hat sich für sie alles verändert. Eigentlich wollte sie einfach nur dem Kuratorium dienen und ihre Aufgabe pflichtbewusst erfüllen. Doch nun, seitdem sie weiß, was sie kann und was außerhalb der sicheren Behausung des Kuratoriums passiert, kann sie unmöglich weiter machen, wie bisher.
Von einem friedlichen Zusammenleben sind die Menschen und Vermengten noch weit entfernt. Und nun erhöht sich der Druck weiter, denn beide Seiten rüsten sich, um zu einem weiteren Schlag auszuholen. Mitten drin stecken Elaine und Bale, die gemeinsam für eine bessere Zukunft kämpfen, ohne zu ahnen, was wirklich hinter allem steckt.

Man sollte auf jeden Fall Vorwissen mitbringen, da es keine ausführliche Zusammenfassung der Ereignisse gibt. Im Verlauf des Buches wird immer mal wieder auf etwas verwiesen, was vorher passiert ist. So gibt es auch ganz kleine Rückblicke und Hinweise, die dabei helfen können, die Erinnerungen etwas aufzufrischen, wenn man jedoch gar nichts zur Welt von Elaine und den Vortexen weiß, könnte es schon schwierig werden, sich in die Welt einzufinden. Im ersten Band ist bereits einiges passiert und die Grundsteine für die nun folgende Handlung wurden gelegt. Für Elaine hat sich auch dort schon einmal alles geändert und nun stehen weitere Herausforderungen an, die sie in der Form wohl nicht erwartet hatte.

Der Weltenentwurf ist sehr spannend und facettenreich. Ich mochte ihn schon im ersten Band sehr gern und in der Fortsetzung taucht man nun noch intensiver ein und erfährt besonders zu den Vermengten und ihren Fähigkeiten noch mehr. Schön war dabei auch, dass noch mal andere Arten der Vermengung in den Fokus gestellt werden, als die, die man bereits aus dem ersten Buch kannte. Die Möglichkeiten, die die Vermengten durch den Zusammenschluss mit der Natur haben, sind sehr vielfältig und variieren in der Stärke und Ausprägung sehr. Es ist faszinierend und gleichzeitig manchmal etwas beängstigend, wozu sie fähig sind. Es ist auch nachvollziehbar, dass einige deswegen Angst vor ihnen haben, der Hass und die Ablehnung, die den Vermengten teilweise entgegen schlägt, ist jedoch furchtbar und spaltet die Bevölkerung seit jeher in zwei Lager. Die, die die Vermengten akzeptieren und mit ihnen Seite an Seite leben wollen und die, die alles dafür tun, um sie aus ihrem Leben zu verbannen. Diese Fronten verhärten sich weiter und sorgen für erneute Probleme.

Der Schreibstil ist wieder angenehm, flüssig und mitnehmend. Besonders gefallen haben mir die Beschreibungen der verschiedenen „magischen“ Komponenten. Die detaillierten Formulierungen lassen diese Passagen richtig lebendig werden. Aber auch die Figuren an sich kann man sich anhand der bildhaften Ausdrücke gut vorstellen.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Elaine berichtet. So ist man immer nah bei der Protagonistin und kann ihre Entwicklung, ihre Gedanken und Gefühle intensiv miterleben. Manchmal hätte ich mir gewünscht auch in die Köpfe der anderen Figuren schauen zu können. Besonders interessant wäre es gewesen zu erfahren, was in Bale vor sich geht. Allerdings bleibt es ohne dieses Wissen natürlich auch noch etwas spannender, da man nie genau weiß, was im Hintergrund noch passiert, wer etwas plant und was Elaine entgeht. Bale ist teilweise ein recht verschlossener Charaktere und spricht über manche Dinge nur, wenn er fast dazu gezwungen wird. Dann wird jedoch deutlich, wie tiefgründig und umfassend seine Gedanken u einigen Aspekten wirklich sind und dass es aus seiner Sicht durchaus Sinn gemacht hat, nicht vorher darüber zu reden. Elaine und Bale sind ein tolles Team und ich mochte die Interaktion zwischen ihnen und auch mit den anderen Charakteren, die sie auf ihrer Reise begleiten, sehr gern.

Umso weiter das Buch voranschreitet, umso komplexer und verstrickter wird die Handlung. Auch wenn es mal etwas ruhigere Momente gab, in denen die Charaktere sich etwas mehr auf sich und nicht nur auf das große Ganze konzentrieren, empfand ich es nie als langatmig oder langweilig. Denn für die Figuren ist alles, was sie erleben und was sie so entscheiden müssen, auch nicht leicht und teilweise hadern sie sehr mit ihren Aufgaben.
Durch mehrere Zeitsprünge ändern sich die Ausgangssituationen für die Protagonisten jedes mal wieder. Sie müssen sich auf die Neuerungen einstellen und in der Zeit zurechtfinden. Dazu kommt noch, dass sie nie so genau wissen, wem sie trauen können und wer vielleicht doch für die Gegenseite arbeitet. Als dann raus kam, welche Pläne tatsächlich hinter einem wichtigen Strang der Handlung stecken, war ich richtig überrascht. Damit hatte ich wirklich gar nicht gerechnet und die Protagonisten wohl auch nicht. Das war klasse gemacht und ändert erneut die Voraussetzungen für den weiteren Verlauf der Geschehnisse. Nun bin ich super neugierig darauf zu erfahren, was uns im dritten Band erwarten wird.
Fazit

Eine tolle Fortsetzung, die noch einmal ganz neue Aspekte der Welt präsentiert und einen intensiveren Eindruck von all den Verstrickungen, Möglichkeiten und Fähigkeiten vermittelt. Besonders unerwartet und spannend war die Wendung am Ende des Buches, die nun noch einmal alles durcheinander wirbelt und für den dritten Band neue Türen öffnet. Aber auch der Weg dahin hat mir gut gefallen. Ich fand es durchweg interessant und schön gestaltet. Sowohl die Entwicklungen der Figuren, als auch die neuen Informationen zu der Welt an sich, haben mir gut gefallen. Ich freue mich schon jetzt sehr auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 27.09.2020

schönes Sachbuch, aber inhaltlich eher für ältere Kinder

Das Buch mit der Lupe: Mein Körper
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In einem Sachbuch mehr über den menschlichen Körper zu erfahren, finde ich eine gute und sehr wichtige Sache für Kinder. So können sie besser verstehen, was in ihnen vorgeht, was wichtig ist für den Körper ...

In einem Sachbuch mehr über den menschlichen Körper zu erfahren, finde ich eine gute und sehr wichtige Sache für Kinder. So können sie besser verstehen, was in ihnen vorgeht, was wichtig ist für den Körper und wieso manches einfach so ist, wie es ist. Das Buch ist schön gegliedert, so dass man sich Stück für Stück durch den Körper arbeiten kann und dabei unterschiedliche Dinge beleuchtet werden. Man erfährt etwas über das Skelett, Zellen, Blutbahnen, einzelne Organe, wie zum Beispiel das Herz und die Lunge und noch einiges mehr. Dafür gibt es unterschiedliche Zeichnungen, die den Aufbau erklären und auch einige Funktionsweisen abbilden. Im Gegensatz zu den Bildern sind die Texte jedoch recht anspruchsvoll und ich vermute, es wäre für ein 5 bis 7 Jahre altes Kind nicht besonders leicht aufzunehmen, was das Buch vermitteln möchte. Die Zeichnungen sind größtenteils kindgerecht und einfach gehalten. Um einen Überblick zu bekommen, ist das also auf jeden Fall gut. Wenn man von dem Inhalt etwas mehr aufnehmen möchte, dann kann man sicherlich nicht viel mehr als ein oder zwei Seiten mit einem Mal bearbeiten. Die verwendeten Fachbegriffe werfen zwar erklärt, insgesamt sind diese jedoch recht zahlreich vertreten. Die Fülle an komplizierten Informationen ist also schon hoch, so dass ich mir vorstellen könnte, ein Kind in den höheren Grundschulklassen (vielleicht so 3-4 Klasse) würde inhaltlich eher aufnehmen können, was dort erläutert ist.

Die Lupe hingegen ist eigentlich nur Spielerei. Sie vergrößert nichts und das hin und her schieben wirkt auch ziemlich holprig. Man kann nicht alle Bereiche unter der Lupe erreichen und daher sehe ich keinen so großen Sinn in der Lupe, außer vielleicht die Kinder zu beschäftigen, während man ihnen den komplexen Inhalt vorliest.
Die Altersempfehlung empfinde ich also als nicht besonders optimal. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass man das Buch über einige Jahre hinweg immer mal wieder mit Kindern anschaut und umso älter sie werden, umso mehr werden sie auch von dem verstehen, was inhaltlich vermittelt werden soll. Zu Beginn werden sie höchstwahrscheinlich nur die Grundstrukturen und ein bisschen grobes Wissen mitnehmen, umso älter sie werden, umso mehr werden sie verstehen, wie die Organe und Organsysteme funktionieren und wie das so zusammenhängt, was im Körper abläuft.
Der Körper ist halt auch ein komplexes System, daher kann ich verstehen, dass inhaltlich eben auch einiges drin steckt. Die textlichen Abschnitte sind knapp gehalten, so dass es nicht zu sehr erschlägt, durch die vielen Fachbegriffe, selbst wenn sie ganz kurz erklärt bzw. übersetzt werden, ist es eben aber trotzdem anspruchsvoll. Einige der Erklärungen sind sehr kurz gehalten, so dass es auch nicht zu sehr in die Tiefe geht, dadurch bleibt es auch eher oberflächlich betrachtet und für ältere Kids sicher auch überschaubar, trotz der Fachtermini. Andere Formulierungen und Vergleiche sind dagegen sehr schön kindgerecht gehalten, so dass auch die Kleinen etwas mitnehmen werden und sich zum Beispiel vorstellen können, dass die Knochen ineinander passen wie ein Puzzle und wir ohne sie „herumschwabbeln würden wie eine Qualle“.

Auf jeden Fall ein wertvolles und informatives Buch, das man aus meiner Sicht entweder über mehrere Jahre hinweg immer wieder zur Hand nehmen kann, damit die Kinder Stück für Stück mehr vom Inhalt und damit vom Körper mit all seinen Funktionen lernen können, oder vielleicht doch gleich etwas älteren Kids in die Hand gibt. Für 5 bis 7 Jährige finde ich es inhaltlich teilweise zu anspruchsvoll durch die vielen Begriffe, die sie nicht kennen und die Komplexität des Systems „menschlicher Körper“. Für etwas ältere Kinder sind die Abbildungen dann vielleicht schon wieder etwas zu kindlich, für sie wird es vom Wissen, das vermittelt wird, aber auf jeden Fall besser aufzunehmen sein.

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Veröffentlicht am 27.09.2020

gut um Inspirationen zu bekommen

HOLIDAY Reisebuch: Wo Deutschland am schönsten ist
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In dem Buch werden insgesamt 1000 Möglichkeiten vorgestellt, wo bzw. wie und womit man seine freie Zeit oder Urlaube verbringen könnte. Untergliedert werden die Tipps sowohl nach Bundesländern und dann ...

In dem Buch werden insgesamt 1000 Möglichkeiten vorgestellt, wo bzw. wie und womit man seine freie Zeit oder Urlaube verbringen könnte. Untergliedert werden die Tipps sowohl nach Bundesländern und dann noch nach einzelnen Kategorien, die farblich voneinander abgegrenzt sind. So fällt die Orientierung leicht und man sieht schon auf den ersten Blick, in welchem Bereich man unterwegs ist. Erst war ich etwas irritiert, dass es aus dem Süden nach Berlin geht, aber die Bundesländer sind alphabetisch sortiert, so dass es nicht nach der Lage im Land, sondern nach den Anfangsbuchstaben geht.
Es gibt kurze Informationen zu sehenswerten Orten im Bundesland, Unterkünften, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Bars, Kinos oder Theatern, Festen und Ausflugszielen. So erhält man einen guten Querschnitt an Möglichkeiten, die sich bieten und die Lust darauf machen können, sich intensiver mit einer Region zu beschäftigen. Die Bundesländer haben natürlich noch mehr zu bieten, als das, was man im Buch erfährt. Aber als erste Anregung ist es auf jeden Fall gut geeignet und man kann sich durch die zahlreichen, tollen Fotos auch schon mal einen Eindruck von den Orten, Hotels und den anderen Dingen machen.
Im Bereich „Sehenswertes“ gibt es zu Kirchen, Klöster, Burgen und Schlösser, Parks und Museen noch zusätzlich kurze Informationen, zum Beispiel zu geschichtlichen Aspekten. Auch zu den Unterkünften und Restaurants gibt es jeweils noch ein paar wenige Sätze. Insgesamt ist es alles nicht besonders ausladend gestaltet, wenn man da mehr wissen möchte, muss man sich definitiv noch mal genauer damit beschäftigen. Bei vielen Tipps sind auch gleich Kontaktmöglichkeiten, Internetadressen oder ähnliches mit abgebildet, so dass man nicht lange suchen müsste und mit den Recherchen sofort starten könnte.
Schön finde ich auch, dass man durch die Abbildung der unterschiedlichen Anzahl an Eurozeichen einschätzen kann, in welcher Preisklasse sich der Tipp befindet. Einiges kann man so für sich ggf. schon mal ausschließen. Es sind jedoch nicht nur teure Lokalitäten abgebildet, es gibt eine Auswahl an verschiedenen Preisklassen.

Wenn man das Buch so durchblättert, dann wird auf jeden Fall klar, dass Deutschland viele schöne Ecken hat und es werden noch weit mehr sein, als in diese 480 Seiten hineingepasst haben. Manches ist mir fast ein wenig zu kurz und knapp gewesen, es ist jedoch auch verständlich, dass man die Seiten nicht noch weiter vollstopfen und überladen wollte, denn dann nimmt man auch nicht mehr auf, was dort steht. So sind die Buchseiten größtenteils recht aufgelockert gehalten und man kann schnell erfassen, was es für Tipps gibt. Für meinen persönlichen Geschmack hätte man die Unterkünfte auch weglassen können und dafür mehr Sehenswürdigkeiten oder Ausflugstipps präsentieren. Für den einen oder anderen werden aber auch die Unterkunftstipps sicherlich interessant sein. Um Inspirationen für einen Urlaub oder Ausflugsziele zu bekommen, bietet das Buch einiges. Für eine genauere Planung und weiterführende Informationen muss man sich dann eben noch weitere Lektüre oder Internetseiten zur Hilfe nehmen.

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