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Veröffentlicht am 31.01.2023

Interessant erzählte Ortschronik

Ginsterhöhe
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Als Bauernsohn Albert aus dem ersten Weltkrieg in seinen Heimatort Wollseifen in der Eifel zurückkehrt ist er durch eine Kriegsverletzung im Gesicht entstellt. Seine Frau wendet sich im Gegensatz zu seinem ...

Als Bauernsohn Albert aus dem ersten Weltkrieg in seinen Heimatort Wollseifen in der Eifel zurückkehrt ist er durch eine Kriegsverletzung im Gesicht entstellt. Seine Frau wendet sich im Gegensatz zu seinem Sohn von ihm ab. Trotzdem tut Albert sein Möglichstes, um den Hof und die Familie voranzubringen. Sein bester Freund hatte nicht so viel Glück und fiel, daher fühlt sich Albert mitverantwortlich für dessen Verlobte Leni und deren Kind. Bald geht im Dorf alles wieder seinen gewohnten Gang. Jeder hilft jedem so gut es geht die Inflation zu überstehen. Der Fortschritt hält Einzug in dem kleinen Ort. Ein Störenfried ist allenfalls der großspurige, undurchsichtige, von auswärts stammende Meller. Er ist der erste, der sich der NSDAP anschließt und später den Bau eines Schulungslagers für deren Elite in der Gegend anregt. Mit dem Einzug der Nazis in die Gemeinde, beginnt der Niedergang Wollseifens und besiegel das Schicksal der dort lebenden Familien.

Anna-Maria Caspari hat sich für ihren Roman einem relativ kleinen, aber wahnsinnig interessanten Stück deutscher Geschichte zwischen dem Ende des ersten und dem Ende des zweiten Weltkriegs angenommen. Den kleine Ort Wollseifen gibt es wirklich und seine Chronik innerhalb einer fiktiven Geschichte um eine Bauernfamilie und deren Nachbarn kennenzulernen war für mich eine gute Erfahrung. Ich lese äußerst selten Sachbücher, daher gefallen mir Romane, die unterhalten und gleichermaßen lehrreich sind. "Ginsterhöhe" schafft genau das. Das Gelb des Covers und der Ginster sind dabei eine direkte Verbindung zur Eifellandschaft rund um Wollseifen.

Den Ort und seine Bewohner lernen wir durch Albert Lintermann kennen, einen jungen Bauerssohn, der allmählich den Hof des Vaters übernimmt und seinerseits wieder Kinder hat, die dort aufwachsen. Zum einen sind es die privaten Probleme, die seine Kriegsversehrtheit mit sich bringen, die thematisiert werden, zum anderen sind es politische und zeitgeschichtliche Aspekte, die dem Leser nähergebracht werden, so zum Beispiel die Wirkung der Inflation auf das Dorf, der Fortschritt in der Infrastruktur, der schicksalsträchtige Bau der Nazi-Ordensburg Vogelsang in direkter Nähe zu einem unwichtigen Ort, die Erziehung im Dritten Reich und die Verfolgung verschiedenster Bevölkerungsgruppen. Vieles davon war mir natürlich bekannt, so dass ich schon früh eine Vorstellung davon hatte, worauf es im Roman hinausläuft.

Man kann also nicht direkt von einem spannenden Geschehen sprechen, dennoch hat mich das Schicksal der einfachen Menschen und ihre teils stoische Gelassenheit gepackt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Während zum Teil Ungeheuerliches vor sich geht, bleibt Casparis Schreibstil ruhig bis nüchtern, was sehr gut zur Unausweichlichkeit der Folgen des Nationalsozialismus und des Krieges passt und das Gelesene für mich sehr authentisch machen. Zu viel hinzuerfundenes nur um des Effekts wegen hätte hier für mich nicht gepasst. Trotzdem hätte ich mir bei einigen Gelegenheiten etwas mehr Einblick in die Gefühlswelt der Menschen gut vorstellen können und gewünscht um zu verdeutlichen, dass das, was mit den Menschen und dem Dorf damals passiert ist, nie wieder geschehen darf. Insgesamt eine kurzweilige Lektüre, die mir ein bis dahin unbekanntes Kapitel deutscher Geschichte, nämlich das Schicksal von Wollseifen, nahe gebracht hat. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 31.01.2023

Nichts ist in "Butter"

Mein letzter Livestream – und alle schauen zu
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Butter ist 16 Jahre alt und wiegt über 400 Pfund, als er in einem schwachen, verzweifelten Moment ankündigt, sich an Silvester zu Tode zu fressen und das Ganze live zu streamen. Eigentlich eher ein Hilferuf, ...

Butter ist 16 Jahre alt und wiegt über 400 Pfund, als er in einem schwachen, verzweifelten Moment ankündigt, sich an Silvester zu Tode zu fressen und das Ganze live zu streamen. Eigentlich eher ein Hilferuf, erntet er nicht wie erwartet Mitleid, auch will ihn niemand wirklich davon abbringen. Im Gegenteil: Man ermuntert ihn, feiert ihn und macht ihm Vorschläge, was er in die Liste seiner Henkersmahlzeit aufnehmen könnte. Er, der sogar zu fett war, um noch beachtet zu werden wird von denen hofiert, die ihm einst das Leben zur Hölle machten. Zum ersten Mal hat Butter so etwas wie Freunde, wird hofiert und spricht sogar wirklich mit dem Mädchen, dem er online einen anderen Menschen vorspielt. Die Welt könnte für ihn in Ordnung sein, wäre da nicht sein selbst gesetzter Todestag, der unaufhaltsam näher rückt und an dem er nur verlieren kann, egal, wie er sich letztendlich entscheidet.

Mich hat dieses Buch vor allem interessiert, weil ich immer neugierig bin, wie die Gefühlswelt von Menschen mit Essstörungen in der erzählenden Literatur dargestellt wird. Dass das Buch eine Neuauflage des vorher unter dem Titel "Butter" erschienenen Buches ist und damit nicht mehr ganz neu, wusste ich vorher nicht. Meiner Meinung nach fiel das auch nicht sehr auf. Im Gegenteil: Das sich Weiden am Unglück der anderen wird wohl immer aktuell sein, solange es Social Media gibt. Technisch ist die Geschichte eben noch 10 Jahre zurück, so dass Butter eine Website für seinen Suizidplan nutzt, anstatt ihn irgendwo zu posten.

Butter... dieser Name hat mich im Vorfeld sehr verwundert. Passt zu einem stark übergewichtigen Jungen, im Buch erfährt man irgendwann, wie er zu diesem gekommen ist. Obwohl Butter für sich gesehen alles versucht, um sein Gewicht zu reduzieren, wird er immer dicker und unglücklicher, wodurch er wieder mehr isst usw. Ein Teufelskreis. Sein einziger Freund ist ein Junge aus dem Abnehmcamp, den er nur dort oder online trifft, seiner Mom fehlt die nötige Konsequenz, um ihn zu unterstützen und sein Dad hat ihn bereits abgeschrieben. Und somit sieht Butter irgendwann keinen anderen Ausweg, als durch die Ankündigung seines Todes auf seine Verzweiflung aufmerksam zu machen.

Ich hätte nicht gedacht, dass die Autorin es so gut hinbekommt, das Seelenleben von Butter und den Zwang zu essen realistisch darzustellen. Die ständigen Vorhaben, die in der nächsten Sekunde vergessen sind. Das Zurückfallen in alte Muster nach einem kurzfristigen Abnehmerfolg. Ich konnte mich richtig gut in diesen Jugendlichen hineinversetzen. Umso schockierender sind die Reaktionen der Mitschüler, die ihn plötzlich umgarnen um in der ersten Reihe dabei zu sein, wenn Butter seine Ankündigung wahr macht. Traurig ist das vor allem, weil niemand merkt, was in Butter vorgeht, dass er eigentlich viel mehr drauf hat. Und selbst als es bemerkt wird, ändert es nichts.

Der Stil der Autorin ist gut. Sie begibt sich sprachlich auf die Ebene der Zielgruppe. Zeitweise könnte man das Buch für eine typische amerikanische Highschoolkomödie mit den üblichen klischeehaften Figuren und Partys halten. Doch diese Verharmlosung steht im krassen Gegensatz zur Ernsthaftigkeit und Dramatik des eigentlich Themas und lässt die Situation fast schon absurd und gleichzeitig doch realistisch wirken. Alles läuft darauf hinaus, ob Butter seine Ankündigung wahr macht und sein Leben verliert oder einen Rückzieher macht und alles verliert, was ihm die letzten Tage so viel erträglicher gemacht hatte. Und ob man will oder nicht, man "fiebert" mit und hofft, dass es eine Person geben wird, die das Schlimmste verhindern möge.

Ein eindeutig amerikanisches Jugendbuch mit Highschoolelementen, das wichtige Themen wie Mobbing, Essstörungen und den Umgang mit Medien ungeschönt anspricht und so ohne belehrend zu wirken vielleicht dem ein oder anderen die Augen öffnet und mehr Empathie für die Mitmenschen möglich macht.

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Veröffentlicht am 26.01.2023

Jeder von uns ist ein Licht auf dieser Welt

Alle Farben meines Lebens
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Mit acht Jahren beginnt Alice, die Gefühle anderer Menschen als eine Art farbige Aura zu sehen. Ihre Fähigkeit ist Gabe und Fluch zugleich. Von der Mutter nie wirklich beachtet, in der Schule missverstanden, ...

Mit acht Jahren beginnt Alice, die Gefühle anderer Menschen als eine Art farbige Aura zu sehen. Ihre Fähigkeit ist Gabe und Fluch zugleich. Von der Mutter nie wirklich beachtet, in der Schule missverstanden, kommt sie in eine Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf, wo sie zum ersten Mal Anschluss findet. Weil ihr großer Bruder Hugh weggezogen ist und ihr kleiner Bruder Ollie wegen krimineller Machenschaften im Knast landet, muss sie die Pflege ihrer Mutter übernehmen, anstatt zu studieren. Bei langen Spaziergängen entdeckt sie ihre Liebe für Pflanzen und irgendwann schafft sie den Absprung. Doch es fällt ihr schwer, die Menschen an sich heranzulassen, aus Angst, dass ihre Farben - vor allem die negativen - auf sie übergehen könnten. Und doch findet sie irgendwann ihren Platz im Leben.

Cecelia Ahern kannte ich bisher vorwiegend durch ihre Liebesroman-Bestseller wie z. B. PS. Ich liebe dich. Es gab eine Phase, in der mich ihre Romane weniger interessierten. Bei diesem hier fand ich die Idee, die Protagonistin Gemütszustände in Farben sehen zu lassen jedoch interessant. Zudem wurde im Klappentext eine mögliche Liebesgeschichte angedeutet. Zunächst tat ich mir etwas schwer, mich in Alice Denkweise einzuklinken, ihre Ängste zu verstehen. Ausführlich werden das Verhältnis zur Mutter, die in ihren eigenen Problemen ertrinkt, und deren Farben geschildert. Es war erstaunlich zu erfahren, was Alice alles sehen kann. Gutes wie Schlechtes. Oft nimmt man sie nicht ernst. Und viel zu spät nimmt sie ihr Leben in die eigenen Hände und schließt andere davon aus. Gerade weil sie die Gefühle anderer Menschen sieht, kann ich einige Entscheidungen nicht nachvollziehen. Oft nutzt sie ihr Können zu wenig für sich.

Die Autorin schreibt wie immer flüssig lesbar und ansprechend. Man kann sich die Protagonisten und die Farben in Alices Leben bildlich vorstellen, spürt Abneigung gegen die negativen Farbtöne und Freude für das Gold, das Neugeborenen innewohnt. Doch handelt es sich in meinen Augen nicht um einen Roman, in dem die Handlung im Vordergrund steht. Es geht um Tieferliegendes, um die Gefühlsebene und teilweise um die Fragen nach dem Sinn des Lebens. Von der Kindheit bis ins Alter begleiten wir Alice in viele Kapitel ihres Lebens. Manchmal verwirren die plötzlichen Flashbacks und Erinnerungen an die Schulzeit oder die Kindheit. Erst nach etwa 60% des Hörbuchs gelangt man an die Stelle, die die Inhaltsbeschreibung so geheimnisvoll andeutet. Die Begegnung mit dem Mann, dessen Farben sie nicht sehen kann. Doch auch ab hier startet keine typische Liebesgeschichte, sondern der Lebensverlauf wird immer noch recht nüchtern dargestellt. Die Zeitsprünge werden größer und plötzlich hört man das Ende, das den Kreislauf schließt und mich nachdenklich und tief berührt zurücklässt, obwohl ich mich des Öfteren beim Hören gefragt habe, weshalb die Autorin diesen Roman so verfasst hat, wie er mir vorliegt. So ganz schlau bin ich aus dem Ganzen nicht geworden, bzw. glaube ich diese Erfahrung hätte auch wesentlich kürzer gestaltet werden können.

Die Sprecherin hat mir sehr gut in ihren verschiedenen Rollen gefallen. Meist ist sie einfach nur Alice, die über so viele Gefühle anderer Menschen nachdenkt, aber auch die Mutter wird sehr authentisch vorgelesen. Die Geschichte wird mit sehr viel Sinn für die feinen Nuancen und Stimmungen vorgetragen. Für mich war das Gelesene (wie bei fast jedem Hörbuch) etwas zu langsam, so dass ich mit 1,5facher Geschwindigkeit für mich die Ideale Einstellung gefunden habe. Ich könnte mir vorstellen, dass mir das Buch allein zu langatmig gewesen wäre, durch die Sprecherin hatte ich jedoch einige eindrucksvolle und bunte am Ende sogar sehr berührende Momente. Daher 4 Sterne für die Hörversion.

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Veröffentlicht am 25.01.2023

Alltagstaugliche, langfristige Ernährungsumstellung

Abnehmen mit der HAWEI-Methode
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Wer schon einige Diäten mitgemacht hat, kennt ihn gut: den Jojo-Effekt. In seinem Buch "Abnehmen mit der HAWEI-METHODE" erklärt Ernährungsmediziner Winfried Keuthage zunächst, warum man bei vielen Diäten ...

Wer schon einige Diäten mitgemacht hat, kennt ihn gut: den Jojo-Effekt. In seinem Buch "Abnehmen mit der HAWEI-METHODE" erklärt Ernährungsmediziner Winfried Keuthage zunächst, warum man bei vielen Diäten nur kurzfristige Erfolge erzielt und dann bald wieder mehr Kilos drauf hat, als vorher. Seine Erläuterungen sind leicht verständlich aufbereitet, einiges dürfte den bisher Erfolglosen bereits bekannt sein.

Um also Jojo, Muskelabbau und eine Körper auf Sparflamme zu vermeiden, hat der Autor die Formel aus Hafer und Eiweiß entwickelt, wobei Bestandteile des Hafers den Blutzuckerspiegel senken und das Eiweiß lange sättigt und den Abbau von Muskelmasse verhindern soll. Wie bei jeder anderen Ernährungsumstellung gibt es eine Vielzahl von Regeln zu beachten. Diese werden bereits im Umschlag kurz umrissen. Desweitern wird das Problem Insulinresistenz angesprochen, verschiedene Arten von Hunger, Stresshormone, die das Abnehmen behindern, Alkoholkonsum und eine schlechte Darmflora, welche das Abnehmen ebenfalls ausbremsen.

In einem weiteren Kapitel werden die beiden "Hauptwirkstoffe" der Hawei-Methode genau beleuchtet und die Methode verständlich mit vielen Zusatzinfos erklärt. Das Grundgerüst der Diät bilden zwei Hafertage mit jeweils drei Hafermahlzeiten pro Tag, die alle ein bis zwei Wochen wiederholt werden sollen. Für die Hafertage gibt es die gemäßigte Variante und individuelle Anpassungsmöglichkeiten, was die Diät etwas flexibler macht als die ursprüngliche strenge Variante. Wie bei jeder Diät hängt der Erfolg aber von drei wesentlichen Aspekten ab: Ernährung, Bewegung und Verhaltensänderung. Erstaunt hat mich dann die Vielfalt der gut 60 Rezepte im Anschluss, die alle Hafer in unterschiedlicher Form enthalten und eiweißreich sind. Häufig fällt beides optisch und geschmacklich gar nicht wirklich auf, so dass der Genuss nicht zu kurz kommt und man sich die Hafertage auch längerfristig vorstellen kann. Und damit natürlich auch einen dauerhaften Erfolg beim Durchbrechen einer Insulinresistenz und beim Abnehmen. Für mich ein vielversprechender, übersichtlicher und gut verständlicher Ratgeber, der auf der Basis medizinischer Erkenntnisse entwickelt wurde und dessen Ernährungskonzept gut machbar ist. Schön ist auch die Vorlage zur Erstellung eines Wochenplanes zum Herunterladen. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 24.01.2023

Leicht mystische, aber spannende Pandageschichte

Panda Kingdom - Reißende Flut
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Durch eine große Flut wurde die Welt der Pandas in zwei Teile geteilt. Inmitten des Chaos brachte Orchidee damals 3 Junge zur Welt, die jedoch getrennt voneinander aufwachsen und kaum etwas über ihre Herkunft ...

Durch eine große Flut wurde die Welt der Pandas in zwei Teile geteilt. Inmitten des Chaos brachte Orchidee damals 3 Junge zur Welt, die jedoch getrennt voneinander aufwachsen und kaum etwas über ihre Herkunft wissen. Während die eine Gruppe kaum genug Bambus zum Überleben findet und die andere von einem falschen Propheten in die Irre geleitet wird, lebt das dritte Junge bei Schneeleoparden im Gebirge. Doch alle drei merken, dass sie von einer höheren Macht geleitet werden. Bald erfahren sie, dass sie nur zusammen eine große Bedrohung abwenden können, doch dazu müssen sie sich erstmal wiederfinden.

Ich hatte vor einiger Zeit den Prolog gelesen, der sofort spannend beginnt und den Leser in die Welt der Pandas zur Zeit des reißenden Flusses hineinzieht. Nach dem Prolog lernt man in immer wechselnden Perspektiven die neuen Lebensräume von Blättchen, Geist und Regen kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Anfang fiel mir gar nicht leicht, denn es werden unzählige Namen von zu den Stämmen gehörigen Pandas genannt, auch solche, die für die Geschichte gar keine große Rolle spielen, ebenso ihre Verwandtschaftsverhältnisse, was ich recht verwirrend und auch etwas langatmig fand. Die jeweiligen Lebenssituationen werden genau beschrieben und erst etwa ab der Hälfte nimmt das Geschehen an Fahrt auf.

Sehr gut beschreibt die Autorin das Setting in der rauhen und wilden Natur, sei es nun im vereisten und verschneiten Gebirge, im kargen Bergwald oder im üppig grünen Bambuswäldchen. Auch die Hackordnung zwischen den Familienmitgliedern und den verschiedenen Tierarten wird gut eingebunden. Dazu kommt der sehr mythische Glaube der Pandas an eine Art alles lenkende Drachengottheit, mit denen die drei Hauptfiguren irgendwie verbunden zu sein scheinen. Gegen Ende baut sich richtig viel Spannung auf und dafür hat sich das Buch wirklich gelohnt. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen und bin nun natürlich neugierig auf Band zwei. Etwas schade ist, dass der Klappentext doch schon ziemlich viel verrät. Das hätte man auch geheimnisvoller formulieren können. Daher 4 Sterne. Für alle Leser ab 10, die gerne Geschichten aus dem Tierreich lesen, die auch eine mystische Komponente enthalten dürfen, ist dieses Buch genau das richtige.

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