Dauerte zu lang, bis es spannend wurde
Der dunkle SommerArchitektin Tilda hat einen Fehler gemacht und damit eine Katastrophe ausgelöst. Nun flieht sie nach Italien, wo sie auf Sardinien in einem Geisterdorf eine verfallene Villa ersteht, um diese zu renovieren. ...
Architektin Tilda hat einen Fehler gemacht und damit eine Katastrophe ausgelöst. Nun flieht sie nach Italien, wo sie auf Sardinien in einem Geisterdorf eine verfallene Villa ersteht, um diese zu renovieren. In dem Ort gab es vor etlichen Jahren einen schrecklichen Vorfall, bei dem die meisten Bewohner zu Tode kamen. Kaum dort, hört Tilda nicht nur Geschichten über den Ort, sondern nimmt auch seltsame Dinge wahr, die sich nicht erklären lassen. Stimmen die Legenden über das Dorf, dessen Vergangenheit ein Geheimnis birgt, das Tilda mehr betrifft, als jemals geahnt.
Ich liebe Geschichten, in denen man in die Vergangenheit von Orten und Menschen eintauchen kann. Diese Geschichte hörte sich für mich sehr nach Cold Case an, der bis in die Gegenwart reicht. Das muss doch spannend werden. Zunächst einmal wurde jedoch sehr ausführlich von Tildas Motiven und ihrem psychischen Zustand erzählt. Die Gründe, warum sie nach Italien geflüchtet ist, werden nach und nach klar. Dazwischen geht es viel um Besorgungen und Begegnungen mit Menschen vor Ort. Mir fast ein bisschen zu oft wird das unnormal heiße Wetter, das gerade dort herrscht, erwähnt. Die Kulisse ist anfangs das Einzige, was etwas gruselig anmutet. Zwischendurch schwenkt die Erzählerin immer wieder in die Vergangenheit einer jungen Frau, die von den Tagen vor dem grausigen Vorfall spricht. Man bekommt einen guten Einblick in die Gegend in den 1980er Jahren. Die recht arme Bevölkerung verdiente ihren Lebensunterhalt auf recht ungewöhnliche Art und Weise. Vorher hatte ich nie davon gehört, wobei die Autorin den Ort geändert und die Geschichte angepasst hat. Ein paar Körnchen Wahrheit stecken jedoch im Buch.
Etwa nach zwei Dritteln des Buches spitzt sich das Geschehen in allen Erzählsträngen etwas zu. Immer öfter kommt ein Journalist zu Wort, der im Geisterdorf den letzten Einwohner interviewen wollte. Vera Buck spielt dann doch ein bisschen mit unseren Erwartungen und das hat für die doch manchmal recht drögen Kapitel vorher entschädigt. Insgesamt fand ich das Thema wirklich neu und gut aufgearbeitet, allerdings war die Umsetzung zu unspektakulär und in weiten Teilen einfach nicht aufregend genug. Daher gibt es drei Sterne.