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Veröffentlicht am 04.09.2025

Dauerte zu lang, bis es spannend wurde

Der dunkle Sommer
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Architektin Tilda hat einen Fehler gemacht und damit eine Katastrophe ausgelöst. Nun flieht sie nach Italien, wo sie auf Sardinien in einem Geisterdorf eine verfallene Villa ersteht, um diese zu renovieren. ...

Architektin Tilda hat einen Fehler gemacht und damit eine Katastrophe ausgelöst. Nun flieht sie nach Italien, wo sie auf Sardinien in einem Geisterdorf eine verfallene Villa ersteht, um diese zu renovieren. In dem Ort gab es vor etlichen Jahren einen schrecklichen Vorfall, bei dem die meisten Bewohner zu Tode kamen. Kaum dort, hört Tilda nicht nur Geschichten über den Ort, sondern nimmt auch seltsame Dinge wahr, die sich nicht erklären lassen. Stimmen die Legenden über das Dorf, dessen Vergangenheit ein Geheimnis birgt, das Tilda mehr betrifft, als jemals geahnt.

Ich liebe Geschichten, in denen man in die Vergangenheit von Orten und Menschen eintauchen kann. Diese Geschichte hörte sich für mich sehr nach Cold Case an, der bis in die Gegenwart reicht. Das muss doch spannend werden. Zunächst einmal wurde jedoch sehr ausführlich von Tildas Motiven und ihrem psychischen Zustand erzählt. Die Gründe, warum sie nach Italien geflüchtet ist, werden nach und nach klar. Dazwischen geht es viel um Besorgungen und Begegnungen mit Menschen vor Ort. Mir fast ein bisschen zu oft wird das unnormal heiße Wetter, das gerade dort herrscht, erwähnt. Die Kulisse ist anfangs das Einzige, was etwas gruselig anmutet. Zwischendurch schwenkt die Erzählerin immer wieder in die Vergangenheit einer jungen Frau, die von den Tagen vor dem grausigen Vorfall spricht. Man bekommt einen guten Einblick in die Gegend in den 1980er Jahren. Die recht arme Bevölkerung verdiente ihren Lebensunterhalt auf recht ungewöhnliche Art und Weise. Vorher hatte ich nie davon gehört, wobei die Autorin den Ort geändert und die Geschichte angepasst hat. Ein paar Körnchen Wahrheit stecken jedoch im Buch.

Etwa nach zwei Dritteln des Buches spitzt sich das Geschehen in allen Erzählsträngen etwas zu. Immer öfter kommt ein Journalist zu Wort, der im Geisterdorf den letzten Einwohner interviewen wollte. Vera Buck spielt dann doch ein bisschen mit unseren Erwartungen und das hat für die doch manchmal recht drögen Kapitel vorher entschädigt. Insgesamt fand ich das Thema wirklich neu und gut aufgearbeitet, allerdings war die Umsetzung zu unspektakulär und in weiten Teilen einfach nicht aufregend genug. Daher gibt es drei Sterne.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Oft rasante und witzige RomCom

Never Trust Your Fake Husband
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Als die junge Frau ohne Erinnerung in Paris aufwacht, blickt sie in die Augen eines attraktiven, aber bewaffneten Mannes. Und er bleibt nicht der einzige, denn bald ist eine Schar an Verfolgern hinter ...

Als die junge Frau ohne Erinnerung in Paris aufwacht, blickt sie in die Augen eines attraktiven, aber bewaffneten Mannes. Und er bleibt nicht der einzige, denn bald ist eine Schar an Verfolgern hinter ihr her. Ihr bleibt nichts übrig, als sich mit ersterem zusammenzutun. Sawyer, ein Agent der CIA findet bald heraus, dass sie die falsche Frau ist, denn das eigentliche Ziel ist eine abtrünnige Agentin, ihre Zwillingsschwester, die im Besitz eines wichtigen USB-Sticks ist. Doch wer würde das schon glauben. Notgedrungen muss das neue Dreamteam als Ehepaar "undercovern".

Mir war anfangs gar nicht so bewusst, dass es hier um Agenten und Spionage geht, mich hat der Fake Dating Trope gereizt. Es dauert ein bisschen, bis der zum Tragen kommt und es bleibt auch nicht dauerhaft bei dieser Scheinbeziehung. Der Anfang war ziemlich unvermittelt und wie die Protagonistin selbst, musste ich mich auch beim Lesen erstmal auf die verzwickte Situation einstellen.

Der Schreibstil ist meistens ziemlich rasant, es geht oft flott und actionreich zur Sache. Auch die Schauplatzwechsel sorgen für viel Abwechslung. Manchmal hätte man mehr aus der Story machen können, die - wie bei Agentengeschichten fast üblich - auch ein paar unrealistische Wendungen enthält. Trotzdem ist das Buch wirklich witzig, vor alkem die Dialoge zwischen dem Fake-Ehepaar haben mir gefallen, aber ich bin bei Sawyers Gedanken auch manchmal dahingeschnolzen. Die Perspektive wechselt immer zwischen den beiden Protagonisten. Der weibliche Part hat mich eher beeindruckt, weil sich die hilflos wirkrnde Frau ebenso rasant weiterentwickelt, wie die Jagd auf sie. Man möchte vor allem wissen, wie sie in die Situation hineingeraten ist und natürlich, ob sie heil herauskommt. Da warten einige Überraschungen. Für 5 Sterne hat es nicht ganz gereicht, aber trotzdem war das Buch sehr unterhaltsam und und auch die romantischen Momente kommen nicht zu kurz.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Vielfältige Gerichte mit jungem Touch

Einfach herzhaft & süß
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Dominik Süss war mir kein Begriff, bevor ich sein Kochbuch in den Händen hielt. Er ist ein junger Koch aus Österreich, der viele Follower begeistert. So war auch ich neugierig auf seine Rezepte, vor allem, ...

Dominik Süss war mir kein Begriff, bevor ich sein Kochbuch in den Händen hielt. Er ist ein junger Koch aus Österreich, der viele Follower begeistert. So war auch ich neugierig auf seine Rezepte, vor allem, weil sie in einem weiten Teil die österreichischen Schmankerl weitergeben. Dominik Süss entstammt einem Wirtshaus und hat so schon früh erfahren, was es bedeutet, in der Küche Höchstleistungen zu erbringen. Nach seiner Kochlehre hat er sich in den besten Häusern Österreichs weitergebildet. Somit ist klar: Er versteht sein Handwerk. Aber auch die Gestaltung seines Kochbuchs ist sehr geschmackvoll und gelungen, auch wenn das Cover nun nicht allzu viel vom Inhalt preisgibt.

Zunächst erfährt man einiges über den Autor und seinen Hintergrund. Dann folgen seine 25 Küchen-Must-Haves, also alle Utensilien, die er zum Kochen braucht. Interessant finde ich die Tipps zur Geschmacksbalance, die helfen wirklich gut dabei, dem Gericht das gewisse Etwas zu verleihen. Womit bekomme ich einen Hauch Süße, Salzigkeit oder Umami-Geschmack etc. hin? Die aufgezählten Zutaten helfen dabei. Im Anschluss gibt es noch 10 Tricks und schon geht es mit den Rezepten los. Die Kapitel sind eingeteilt in Vorspeisen & Suppen, Hauptspeisen, Wirtshausgeheimnisse (meint Originalrezepte aus dem Familiengasthof), Süße Versuchungen und Dominiks Basics (das sind Grundrezepte, Dressings und Brot). Zu jedem Rezept gibt es ein Foto an dem man sich etwas orientieren und sein eigenes Ergebnis abgleichen kann. Übersichtlich aufgelistet sind jeweils die Zutaten, die Portionsgröße und die Zubereitungsanleitung. Hier gefällt mir, dass diese durch Nummerierung gegliedert ist und man Schritt für Schritt vorgehen kann. Auch toll sind die Piktogramme bei jedem Rezept, die angeben, ob das Gericht vegan, vegetarisch, glutenfrei, laktosefrei, mit Fisch oder Fleisch zubereitet ist. Dominiks Lieblingsrezepte sind mit einem Herz gekennzeichnet. Ein Blick genügt und man weiß Bescheid.

Wie anfangs erwähnt beinhaltet das Buch typische Rezepte der Küche Österreichs, aber auch moderne Gerichte aus aller Welt. So findet man traditionelle Kürbissuppe und ein paar Seiten weiter Schnelle Falafeln oder Hummus aus weißen Bohnen. Die Kombi ist bunt gemischt. Ich mag das sehr, weil ich gern mal was komplett Neues ausprobiere, gern auch aus anderen Ländern. Daher finde ich den Mix gut und er spiegelt ganz gut das Junge und Frische wieder, das der Autor mitbringt. Auch der Schwierigkeitsgrad oder Arbeits- und Zutatenaufwand variiert, aber wirklich schwierig sind die Rezepte nicht nachzukochen, wenn man etwas Erfahrung hat. Für Anfänger bietet das Kochbuch jedoch eine gute Möglichkeit, sich von ganz leicht nach schwieriger vorzuarbeiten. Geschmacklich war noch nichts dabei, was nicht geschmeckt hätte und gerade wieder die Süßspeisen sind ein Gedicht. Aber auch die Salatdressing-Rezepte brauche ich immer wieder. Die Bilder machen auf jeden Fall Lust, die Rezepte wiederholt zu nutzen. Einfach ein schönes Kochbuch, grad auch für jüngere Leut. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Tolles, einfühlsames Buch über den ersten Tag im Kindergarten

tiptoi® Abenteuer Großwerden - Piet kommt in den Kindergarten
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Piet kommt in den Kindergarten ist ein tolles Tiptoi-Buch, das zur neuen Reihe "Abenteuer Großwerden" gehört. In dieser werden wichtige Stationen in der Entwicklung von Kindern aufgegriffen. Die Bücher ...

Piet kommt in den Kindergarten ist ein tolles Tiptoi-Buch, das zur neuen Reihe "Abenteuer Großwerden" gehört. In dieser werden wichtige Stationen in der Entwicklung von Kindern aufgegriffen. Die Bücher begleiten durch den interaktiven Stift durch diese Phasen und bilden die Wirklichkeit sehr gut ab. In diesem Band geht es um Piet, der von seinem Papa zum ersten Mal in den Kindergarten gebracht wird, wo er eine zeitlang von ihm begleitet wird, bevor er ihn allein weiter erkundet. Natürlich ist Piet sehr aufgeregt, denn er weiß noch gar nicht so recht, was auf ihn zukommt, doch nach und nach lernt er nicht nur die anderen Kinder, sondern auch die Räume, Rituale und Spielmöglichkeiten der Kindertagsstätte kennen. Die kleinen Leserinnen und Tiptoi-Fans können ihn dabei begleiten und je nach Interesse die Stellen auf den Illustrationen antippen, die sie besonders neugierig machen. Der Stift spielt dann die passenden Geräusche oder kurze Szenen aus dem Kindergartenalltag ab. Die Töne und Stimmen empfinden wir als sehr gelungen. Vor allem die Kinderstimmen mochten wir sehr gern, auch wenn hier natürlich alle Kinder schon perfekt sprechen können. Dadurch erfahren die Zuhörerinnen nicht nur alles Wissenswerte über den Kindergarten, sondern lernen gleichzeitig auch neue Begriffe kennen. Die Infos lassen sich beliebig oft abspielen. Auf zwei Seiten kann man durch ein Notensymbol noch ein passendes Lied abspielen. Auch den kurzen begleitenden Text können sich die Kinder vorlesen lassen und am Ende kann man ein Hörspiel starten.

Die dargestellten Situationen finden wir sehr treffend illustriert. Es gibt viele positive Erfahrungen mitzuerleben, aber auch Dinge, die nicht gleich klappen, werden nicht ausgeklammert, wie z.B. ein verschütteter Becher Wasser. Die Gesichter bringen die Emotionen gut rüber und ich glaube durchaus, dass das Buch vorbereitend die größten Ängste nehmen kann. Piet jedenfalls findet in der bunten Kindergartenwelt schnell Anschluss und merkt, dass seine Sorgen unbegründet waren. Die vielen kleinen Details sorgen dafür, dass Kinder neugierig bleiben und das Buch immer wieder und auch ausdauernd anschauen wollen. Mit dem Tiptoistift ist das Buch bestens geeignet, sich selbst zu beschäftigen und selbst zu wählen, was von Interesse ist. Es macht einfach Spaß Piet und die anderen Kinder zu begleiten und die verschiedenen, vielfältigen Charaktere kennenzulernen. Wir empfehlen das Buch sehr gern für alle Kinder, die bald in den Kindergarten kommen. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Wunderschöne und emotionale Geschichte

Literally Love 2. Papercut Feeling
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Als Melodea in einem schwachen Moment mit dem attraktiven Lorne in seine Wohnung geht, um ihre Grenzen auszutesten, weiß sie noch nicht, dass er schon bald ihr Kollege im Buchverlag sein wird. Trotz aller ...

Als Melodea in einem schwachen Moment mit dem attraktiven Lorne in seine Wohnung geht, um ihre Grenzen auszutesten, weiß sie noch nicht, dass er schon bald ihr Kollege im Buchverlag sein wird. Trotz aller Vorsätze, lässt sie ihn an diesem Abend sitzen und versucht nun, ihn wo es geht zu meiden. Zwar mag sie ihn, doch er begehrt sie und mit diesen Gefühlen kann Melodea leider im Moment gar nichts anfangen. Trotzdem zieht es die beiden immer wieder zueinander. Doch nun soll Melodea mit Lorne zu einer Lesereise der Autorin Amanda Darling aufbrechen und da ist ein Ausweichen schlecht möglich. Lorne versteht die Welt nicht mehr, denn er hatte das Gefühl, dass Melodea sich stark für ihn interessiert, doch seitdem beißt er bei ihr auf Granit. Ob die Lesereise etwas daran ändern kann?

Ich mochte den ersten Band der Literally Love - Reihe von Tarah Keys total gern und war sehr gespannt auf den zweiten Band, der wieder in derselben Verlagsszene spielt. Man fühlt sich ein bisschen, als würde man als Teil davon zurückkehren, auch wenn die Protagonistinnen aus dem ersten Band hier nur Nebenrollen einnehmen. War der erste Band eine typische Enemies to Lovers Romance, ist Papercut Feeling da etwas komplizierter gestrickt und mal etwas ganz Neues und erfrischend Anderes. Vor allem die Protagonistin Melodea und ihre nicht einfache Gefühlswelt haben es mir angetan und ich konnte wirklich tief darin eintauchen und fand einfach alles so nachvollziehbar, obwohl oder gerade weil sie so realistisch kompliziert ist. Zunächst versteht Melodea sich selbst nicht so recht und findet nach und nach heraus, warum. Das Thema Asexualität ist hier tragend und hat mich fasziniert.

Der Schreibstil von Tarah Keys ist dabei wieder wunderschön. Eindringlich mit vielen tollen Gedanken zu Beziehungen und Liebe, die mich berührt haben. Der Text ist auch wieder sehr abwechslungsreich gestaltet. Die Kapitel beginnen mit Zitaten aus dem fiktiven Buch der Autorin, die Lorne und Melodea auf ihrer Lesereise begleiten, dazu gibt es Posts von Lorne auf seinem privaten Instagram-Profil und manchmal sind es einfach Textnachrichten, die die Geschichte voranbringen. Die Beziehung zwischen den Protagonist
innen steht dabei im Vordergrund, aber es werden auch einige Nebenschauplätze eingebaut, wie z.B. Lornes Freundschaften und seine Familie. Ich konnte hier mit diesem außergewöhnlichen Paar mitfühlen und habe so viel Neues erfahren über diese Art von Beziehung und das auf eine besonders unaufdringliche, leise und unglaublich schöne Art und Weise. Nun bin ich gespannt, wie die Autorin mich in Band drei fesselt. 5 Sterne

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