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Veröffentlicht am 04.09.2025

Unterhaltsamer und grausiger als der Prater zu Halloween

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Leo von Herzfeldt wird zu einem schrecklichen Zwischenfall gerufen. Ein aufstrebender Zauberkünstler aus Amerika zersägt bei seinem größten Trick tatsächlich seine Assistentin. Schnell ist klar, dass es ...

Leo von Herzfeldt wird zu einem schrecklichen Zwischenfall gerufen. Ein aufstrebender Zauberkünstler aus Amerika zersägt bei seinem größten Trick tatsächlich seine Assistentin. Schnell ist klar, dass es sich hier nicht um einen Unfall handelt. Zufällig ist auch Leos Herzensdame Julia anwesend, die für die Zeitung über den Fall schreibt. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf Mädchen, die im Prater spurlos verschwunden sind. Doch zunächst nimmt das niemand ernst, bis teilweise verweste Leichen in einem Wäldchen gefunden werden. Während Herzfeldt sich Hilfe beim an Leichen forschenden Augustin Rothmeyer holt, begibt sich Julia undercover als Dame auf der Messerwurfscheibe in die Höhle des Löwen, den Prater und gerät so ins Visier des skrupellosen Mörders.

Seit dem ersten Band bin ich ein Fan der Reihe um den Inspektor Leopold von Herzfeldt und seinen mehr oder weniger unfreiwilligen Partner und Totengräber Augustin Rothmeyer. Zusammen ermitteln sie hier schon in ihrem vierten Fall und wie immer muss ich feststellen, dass Wien einfach die perfekte Kulisse für außergewöhnliche Morde und dieses ungleiche Duo ist. Oliver Pötzsch lässt die Stadt und ihre Menschen so lebendig und authentisch erscheinen, dass ich mich immer in die Zeit vor der Jahrhundertwende zurückversetzt fühle, dieses vergangene Wien vor mir sehe. Dazu muss ich sagen, dass es mir diese Stadt sowieso besonders angetan hat. In Pötzschs Büchern vom Totengräber wird man nicht nur durch spannende Fälle und besondere Beziehungen zwischen den unterschiedlichsten Einwohnern unterhalten, sondern auch durch viel Wissenswertes aus der Vergangenheit. Die Hintergründe sind auch diesmal brillant recherchiert. Seien es die Fakten über den Wurstlprater und seine Kuriositäten, die damalige Zauberkunst, den Polizeiapparat oder das einfache Leben der nicht so betuchten Bürger. Ich kann mich in die Geschichte hineinfallen lassen und fühle mich wie in einem Film.

Dabei wären wir auch schon bei einem anderen Aspekt, der hier aufgegriffen wird. Das Aufkommen von bewegten Bildern, des Cinematographen. Er ist nur eine Neuerung dieser Zeit, die hier geschickt eingebaut wird. Da ist auch noch das Aufkommen des Fußballspiels als Volkssport, die vermehrte Nutzung des Telefons uvm., was ich höchst interessant fand.

Zudem mag ich die Charaktere, die alle ihre eigenen Schwächen, Stärken und Macken haben und trotzdem nicht immer durchschaubar sind. Wer gut und wer böse ist, ist daher nicht so leicht festzustellen. Diesmal sind es besonders die Akrobaten, Künstler und anderen Figuren des Praters, die den Unterhaltungsfaktor noch erhöhen. Der Laierkastenmann mit seinem Äffchen, eine Schlangenfrau, eine Dompteurin, die menschliche Pyramide und ganz besonders der Bauchredner mit seiner Puppe, die nicht nur den Kindern am Prater Angst gemacht hat. Auch ein Highlight sind die forensischen Erkenntnisse und die Anfänge der Spurensicherung, die Rothmeyer und von Herzfeldt immer wieder zu einem Dreamteam werden lassen, das sich hin und wieder auch einen deftigen Schlagabtausch liefert. Aber das scheint damals in Wien eh so üblich gewesen zu sein, bedenkt man die vielen schönen Wiener Bezeichnungen für bestimmte Menschen. Einfach grandios!

Der Fall selbst erschien mir diesmal etwas blutiger und komplizierter, als die letzten Male, aber gerade das hat mich dieses Buch auch in Höchstgeschwindigkeit durchsuchten lassen, während man sich zwischen den Hauptpersonen schon richtig heimisch gefühlt hat. Für mich bisher der beste Band der Reihe und ich hoffe ganz bald auf Nachschub. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Einer der besseren Tempe-Fälle

Die Sprache der Flammen
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Eigentlich wollte Temperance mit ihrem Lebensgefährten ein schönes langes Wochenende verbringen, als sie unerwartet einen Anruf aus Washington erhält. Dort brennt in Foggy Bottom ein Haus, das unerlaubterweise ...

Eigentlich wollte Temperance mit ihrem Lebensgefährten ein schönes langes Wochenende verbringen, als sie unerwartet einen Anruf aus Washington erhält. Dort brennt in Foggy Bottom ein Haus, das unerlaubterweise als airbnb-Unterkunft genutzt worden sein soll. Schweren Herzens schiebt Tempe ihre Pläne auf, um bei der Identifizierung der Brandopfer zu helfen. Zu verdanken hat sie die Anfrage einer Journalistin, die sie kurz zuvor zum Thema interviewt hatte. Es kommt, wie es kommen muss. Statt der vier erwarteten Leichen, findet die forensische Anthropologin noch eine weitere, die nicht ins Bild passt. Und schon ist sie mittendrin in gleich mehreren Ermittlungen.

Ich war etwas skeptisch, was den neuen, 23. Fall der forensischen Anthropologin Temperance Brennan betrifft, denn die letzten Bände aus der Feder von Kathy Reichs konnten mich nicht so ganz überzeugen. Der Schreibstil ist immer tip-top und leicht und flüssig zu lesen, doch vor allem in den beiden Vorgängern fehlte es mir an ermittlungsrelevanten Fakten und Spannung. So war ich überrascht, dass mich dieses Buch wieder ziemlich flott gefangen genommen hat. Schon in ihrer Heimat hat Tempe einen außergewöhnlichen Fall zu bearbeiten, doch als es dann nach Washington geht, wird es richtig gut. Die Mischung aus Tatortbegehung, Leichenfund, (gefährlichen) Befragungen und wissenschaftlichen Hintergründen ist perfekt gemacht und ich wollte unbedingt wiissen, worum es hier geht. Zugegeben, ich hatte früh einen Verdacht, der für einen Teil der Story gar nicht mal falsch war, aber alle Zusammenhänge ergeben sich erst nach und nach.

Was ich auch immer bei Tempe mag, ist ihr selbstironischer Ton, mit dem sie durch die Geschichte führt und ihr gesunder Appetit. Zudem erfahren wir wieder einiges aus ihrem privaten Umfeld, ihren Ansichten, ihrer Beziehung und ihrer Familie. So entwickelt sich die Figur Temperance Brennan auch im 23. Band noch weiter und man lernt die Protagonistin immer wieder von einer anderen Seite kennen. Die wissenschaftlichen Fakten sind wie immer fundiert und diese Art Puzzle, um ungeklärte Fragen im Auftrag der Opfer und deren Familien zu klären, sind etwas, was Tempe einfach keine Ruhe lässt. Zudem erfährt man einiges über den Ort der Handlung, was man so nie erfahren hätte. Diesmal ist am Ende die Vorfreude auf den nächsten Band groß. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Dauerte zu lang, bis es spannend wurde

Der dunkle Sommer
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Architektin Tilda hat einen Fehler gemacht und damit eine Katastrophe ausgelöst. Nun flieht sie nach Italien, wo sie auf Sardinien in einem Geisterdorf eine verfallene Villa ersteht, um diese zu renovieren. ...

Architektin Tilda hat einen Fehler gemacht und damit eine Katastrophe ausgelöst. Nun flieht sie nach Italien, wo sie auf Sardinien in einem Geisterdorf eine verfallene Villa ersteht, um diese zu renovieren. In dem Ort gab es vor etlichen Jahren einen schrecklichen Vorfall, bei dem die meisten Bewohner zu Tode kamen. Kaum dort, hört Tilda nicht nur Geschichten über den Ort, sondern nimmt auch seltsame Dinge wahr, die sich nicht erklären lassen. Stimmen die Legenden über das Dorf, dessen Vergangenheit ein Geheimnis birgt, das Tilda mehr betrifft, als jemals geahnt.

Ich liebe Geschichten, in denen man in die Vergangenheit von Orten und Menschen eintauchen kann. Diese Geschichte hörte sich für mich sehr nach Cold Case an, der bis in die Gegenwart reicht. Das muss doch spannend werden. Zunächst einmal wurde jedoch sehr ausführlich von Tildas Motiven und ihrem psychischen Zustand erzählt. Die Gründe, warum sie nach Italien geflüchtet ist, werden nach und nach klar. Dazwischen geht es viel um Besorgungen und Begegnungen mit Menschen vor Ort. Mir fast ein bisschen zu oft wird das unnormal heiße Wetter, das gerade dort herrscht, erwähnt. Die Kulisse ist anfangs das Einzige, was etwas gruselig anmutet. Zwischendurch schwenkt die Erzählerin immer wieder in die Vergangenheit einer jungen Frau, die von den Tagen vor dem grausigen Vorfall spricht. Man bekommt einen guten Einblick in die Gegend in den 1980er Jahren. Die recht arme Bevölkerung verdiente ihren Lebensunterhalt auf recht ungewöhnliche Art und Weise. Vorher hatte ich nie davon gehört, wobei die Autorin den Ort geändert und die Geschichte angepasst hat. Ein paar Körnchen Wahrheit stecken jedoch im Buch.

Etwa nach zwei Dritteln des Buches spitzt sich das Geschehen in allen Erzählsträngen etwas zu. Immer öfter kommt ein Journalist zu Wort, der im Geisterdorf den letzten Einwohner interviewen wollte. Vera Buck spielt dann doch ein bisschen mit unseren Erwartungen und das hat für die doch manchmal recht drögen Kapitel vorher entschädigt. Insgesamt fand ich das Thema wirklich neu und gut aufgearbeitet, allerdings war die Umsetzung zu unspektakulär und in weiten Teilen einfach nicht aufregend genug. Daher gibt es drei Sterne.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Oft rasante und witzige RomCom

Never Trust Your Fake Husband
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Als die junge Frau ohne Erinnerung in Paris aufwacht, blickt sie in die Augen eines attraktiven, aber bewaffneten Mannes. Und er bleibt nicht der einzige, denn bald ist eine Schar an Verfolgern hinter ...

Als die junge Frau ohne Erinnerung in Paris aufwacht, blickt sie in die Augen eines attraktiven, aber bewaffneten Mannes. Und er bleibt nicht der einzige, denn bald ist eine Schar an Verfolgern hinter ihr her. Ihr bleibt nichts übrig, als sich mit ersterem zusammenzutun. Sawyer, ein Agent der CIA findet bald heraus, dass sie die falsche Frau ist, denn das eigentliche Ziel ist eine abtrünnige Agentin, ihre Zwillingsschwester, die im Besitz eines wichtigen USB-Sticks ist. Doch wer würde das schon glauben. Notgedrungen muss das neue Dreamteam als Ehepaar "undercovern".

Mir war anfangs gar nicht so bewusst, dass es hier um Agenten und Spionage geht, mich hat der Fake Dating Trope gereizt. Es dauert ein bisschen, bis der zum Tragen kommt und es bleibt auch nicht dauerhaft bei dieser Scheinbeziehung. Der Anfang war ziemlich unvermittelt und wie die Protagonistin selbst, musste ich mich auch beim Lesen erstmal auf die verzwickte Situation einstellen.

Der Schreibstil ist meistens ziemlich rasant, es geht oft flott und actionreich zur Sache. Auch die Schauplatzwechsel sorgen für viel Abwechslung. Manchmal hätte man mehr aus der Story machen können, die - wie bei Agentengeschichten fast üblich - auch ein paar unrealistische Wendungen enthält. Trotzdem ist das Buch wirklich witzig, vor alkem die Dialoge zwischen dem Fake-Ehepaar haben mir gefallen, aber ich bin bei Sawyers Gedanken auch manchmal dahingeschnolzen. Die Perspektive wechselt immer zwischen den beiden Protagonisten. Der weibliche Part hat mich eher beeindruckt, weil sich die hilflos wirkrnde Frau ebenso rasant weiterentwickelt, wie die Jagd auf sie. Man möchte vor allem wissen, wie sie in die Situation hineingeraten ist und natürlich, ob sie heil herauskommt. Da warten einige Überraschungen. Für 5 Sterne hat es nicht ganz gereicht, aber trotzdem war das Buch sehr unterhaltsam und und auch die romantischen Momente kommen nicht zu kurz.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Vielfältige Gerichte mit jungem Touch

Einfach herzhaft & süß
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Dominik Süss war mir kein Begriff, bevor ich sein Kochbuch in den Händen hielt. Er ist ein junger Koch aus Österreich, der viele Follower begeistert. So war auch ich neugierig auf seine Rezepte, vor allem, ...

Dominik Süss war mir kein Begriff, bevor ich sein Kochbuch in den Händen hielt. Er ist ein junger Koch aus Österreich, der viele Follower begeistert. So war auch ich neugierig auf seine Rezepte, vor allem, weil sie in einem weiten Teil die österreichischen Schmankerl weitergeben. Dominik Süss entstammt einem Wirtshaus und hat so schon früh erfahren, was es bedeutet, in der Küche Höchstleistungen zu erbringen. Nach seiner Kochlehre hat er sich in den besten Häusern Österreichs weitergebildet. Somit ist klar: Er versteht sein Handwerk. Aber auch die Gestaltung seines Kochbuchs ist sehr geschmackvoll und gelungen, auch wenn das Cover nun nicht allzu viel vom Inhalt preisgibt.

Zunächst erfährt man einiges über den Autor und seinen Hintergrund. Dann folgen seine 25 Küchen-Must-Haves, also alle Utensilien, die er zum Kochen braucht. Interessant finde ich die Tipps zur Geschmacksbalance, die helfen wirklich gut dabei, dem Gericht das gewisse Etwas zu verleihen. Womit bekomme ich einen Hauch Süße, Salzigkeit oder Umami-Geschmack etc. hin? Die aufgezählten Zutaten helfen dabei. Im Anschluss gibt es noch 10 Tricks und schon geht es mit den Rezepten los. Die Kapitel sind eingeteilt in Vorspeisen & Suppen, Hauptspeisen, Wirtshausgeheimnisse (meint Originalrezepte aus dem Familiengasthof), Süße Versuchungen und Dominiks Basics (das sind Grundrezepte, Dressings und Brot). Zu jedem Rezept gibt es ein Foto an dem man sich etwas orientieren und sein eigenes Ergebnis abgleichen kann. Übersichtlich aufgelistet sind jeweils die Zutaten, die Portionsgröße und die Zubereitungsanleitung. Hier gefällt mir, dass diese durch Nummerierung gegliedert ist und man Schritt für Schritt vorgehen kann. Auch toll sind die Piktogramme bei jedem Rezept, die angeben, ob das Gericht vegan, vegetarisch, glutenfrei, laktosefrei, mit Fisch oder Fleisch zubereitet ist. Dominiks Lieblingsrezepte sind mit einem Herz gekennzeichnet. Ein Blick genügt und man weiß Bescheid.

Wie anfangs erwähnt beinhaltet das Buch typische Rezepte der Küche Österreichs, aber auch moderne Gerichte aus aller Welt. So findet man traditionelle Kürbissuppe und ein paar Seiten weiter Schnelle Falafeln oder Hummus aus weißen Bohnen. Die Kombi ist bunt gemischt. Ich mag das sehr, weil ich gern mal was komplett Neues ausprobiere, gern auch aus anderen Ländern. Daher finde ich den Mix gut und er spiegelt ganz gut das Junge und Frische wieder, das der Autor mitbringt. Auch der Schwierigkeitsgrad oder Arbeits- und Zutatenaufwand variiert, aber wirklich schwierig sind die Rezepte nicht nachzukochen, wenn man etwas Erfahrung hat. Für Anfänger bietet das Kochbuch jedoch eine gute Möglichkeit, sich von ganz leicht nach schwieriger vorzuarbeiten. Geschmacklich war noch nichts dabei, was nicht geschmeckt hätte und gerade wieder die Süßspeisen sind ein Gedicht. Aber auch die Salatdressing-Rezepte brauche ich immer wieder. Die Bilder machen auf jeden Fall Lust, die Rezepte wiederholt zu nutzen. Einfach ein schönes Kochbuch, grad auch für jüngere Leut. 5 Sterne

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