Profilbild von holdesschaf

holdesschaf

Lesejury Star
offline

holdesschaf ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit holdesschaf über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2022

Sehr umfangreiches Buch über Nahrungsmittel

Was uns schmeckt
0

Über tausend Lebensmittel darunter Grundnahrungsmittel, Zutaten und fertig verarbeitetes Essen finden sich in diesem sehr umfangreichen Nachschlagewerk, das für Kinder gedacht ist, aber auch Erwachsenen ...

Über tausend Lebensmittel darunter Grundnahrungsmittel, Zutaten und fertig verarbeitetes Essen finden sich in diesem sehr umfangreichen Nachschlagewerk, das für Kinder gedacht ist, aber auch Erwachsenen durchaus noch einiges an neuem Wissen vermitteln kann. Man erfährt viel über den Nutzen von Essen, über die Bestandteile und Nährstoffe, die darin enthalten sind, sowie die größten Anbaugebiete oder wo das Lebensmittel häufig verzehrt wird. Der weiter Aufbau erfolgt nach Art des Lebensmittels: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Proteihaltiges und aus Getreide zubereitete Lebensmittel. Alle Lebensmittel wurden liebevoll gezeichnet, wobei mir bei mancher Zeichnung etwas der Kontrast fehlt, was dazu führt, dass einige Bilder verwaschen wirken. Die Texte zu den Lebensmitteln werden durch Nummern gekennzeichnet an den Rand gestellt. Sie sind sehr informativ und stellen auch Dinge vor, die in anderen Ländern besonders gern gegessen werden. Leider ist die Schrift allgemein etwas klein, aber der Informationsgehalt entschädigt das bei Weitem. Ich finde das Buch toll, weil Kinder so Dinge kennenlernen, die sie vielleicht ansonsten niemals entdeckt hätten und mit den kurzen Rezepten im hinteren Teil, kann man seine Geschmacksknospen noch überraschen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2022

Wimmeliges Lexikon der Fortbewegungsmittel

Edition Piepmatz: Fahren, Fliegen, Rollen
0

Fahren, fliegen, rollen ... Dieses Buch aus der Edition Piepmatz enthält so ziemlich alle Fortbewegungsmittel, die man sich vorstellen kann. Dies zeigt auch schon das Cover in Ausschnitten. Innen ist das ...

Fahren, fliegen, rollen ... Dieses Buch aus der Edition Piepmatz enthält so ziemlich alle Fortbewegungsmittel, die man sich vorstellen kann. Dies zeigt auch schon das Cover in Ausschnitten. Innen ist das Pappbilderbuch nach Themen aufgebaut: In der Luft, Alles was schwimmt, Auf dem Land, In der Stadt, Auf der Baustelle, Mit Blaulicht und Tatütata usw. Jedes Thema ist auf einer Doppelseite dargestellt, die die Umgebung und die darin vorkommenden "Fahrzeuge" zeigt. Manche sind dabei einfach abgebildet, andere in einen Kontext gezeichnet. Auf jeder Doppelseite gibt es einen kurzen erklärenden Text, der auch manchmal Fragen als kleine Impulse enthält. Bei jedem Fortbewegungsmittel steht der Fachbegriff/Name dabei. Das Lexikon ist für Kinder ab 2 Jahren geeignet.

Zunächst mal finde ich die Edition Piepmatz an sich schon wirklich toll. Wir haben schon mehrere Bücher davon und allein vom Anfassen her, sind sie einfach toll. Das Material und die Farben wirken sehr natürlich. Bei diesem Lexikon kommt noch hinzu, dass es nicht so groß ist wie manche reinen Wimmelbücher, sondern auch bei kleineren Kindern sehr gut in der Hand liegt. Auch wenn man in altem Rollendenken Fahrzeuge eher als Jungenthema einsortiert, haben sich meine Töchter das Buch sofort geschnappt. Gleich bei den Fortbewegungsmitteln in der Luft mussten wir lachen, weil hier wirklich kein Flugobjekt ausgelassen wurde.

Es ist kein richtiges Wimmelbuch, aber ein wimmeliges Lexikon, so dass sich auch hier jede Menge Kleinigkeiten entdecken lassen. Hier und da, wuseln ein paar Menschen und Tiere durch das Bild, z.B. ein Bauarbeiter, der schwitzend zum Dixieklo rennt. Die Bilder sind manchmal echt witzig, die Fahrzeuge für ein Bilderbuch detailgetreu und die Proportionen passen recht gut. Durch die Angabe der Namen, können sich die kleinen Leser gleich die Fachbegriffe einprägen, die man vielleicht nicht mal als Erwachsener alle kennt.

Sehr schön fand ich beim gemeinsamen Anschauen die erklärenden Texte und die Fragen zur Seite, durch die Kinder zeigen können, was sie schon wissen, aus ihrer Erfahrung erzählen können oder Fortbewegungsmittel mit bestimmten Eigenschaften suchen. Sie geben auch den Eltern Anregungen, ähnliche Fragen zu stellen. Es entwickeln sich sehr schöne Gespräche und das Kind wird besser eingebunden. Besonders gefiel meinen Mädchen die Seite mit den Fahrzeugen, die sie selbst schon fahren können. Am Ende gibt es noch ein Fahrzeuge-ABC und eine Seite, die die Fahrzeuge in Regenbogenfarben darstellt. Die einzige, die ich jetzt nicht so gelungen finde, da wir ja Fahrzeuge anschauen wollten und nicht die Farben lernen. Aber abwerten möchte ich das Buch deswegen nicht, weil es den Kindern einfach Spaß macht, mit mir darin zu lesen oder es alleine durchzublättern. Die Altersangabe ab 2 ist ok, wobei es zum Schauen auch schon für jüngere Kinder geht und wegen der Fachbegriffe auch für Selbstleser noch interessant ist. Daher gibt es die vollen 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2022

Spannender als der erste Band

Der Mann, der zweimal starb (Die Mordclub-Serie 2)
0

Rätselhaft! Elizabeth erhält eine Einladung von ihrem alten Freund Marcus Carmichael, der neu ist in Coopers Chase. Aber wie ist das möglich? Während ihrer Zeit beim MI5 wurde eben dieser tot aus der Themse ...

Rätselhaft! Elizabeth erhält eine Einladung von ihrem alten Freund Marcus Carmichael, der neu ist in Coopers Chase. Aber wie ist das möglich? Während ihrer Zeit beim MI5 wurde eben dieser tot aus der Themse gezogen. Doch der Mann hinter dem Namen ist ein alter Bekannter, der dringend Elizabeths Hilfe, weil er sich mit den falschen Leuten eingelassen hat. Es geht um Diamanten im Wert von 20 Millionen Pfund. Schneller als man glaubt, gibt es im Seniorenheim wieder einen Toten. Und obwohl auch einem Mitglied des Donnerstagsmordclubs nichts Gutes widerfährt, sind die vier fest entschlossen, in diesem Fall zu ermitteln.

Es ist einfach ein herrliches Wiedersehen mit den liebenswerten, schrulligen und neugierigen Lieblingssenioren Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim. Der Einstieg fällt sehr leicht, wenn man "Der Donnerstagsmordclub" gelesen hat, was ich empfehle, um die Geschichte voll ausschöpfen zu können. Die Geschichte wechselt auch diesmal in der Perspektive. Mal haben wir einen Erzähler, der uns die Ereignisse schildert, dann wieder Joyce, die uns auf ihre unnachahmliche, ausschweifende Weise mit ihren Tagebucheinträgen erhellt.

Das Buch beginnt gleich recht mysteriös mit der Einladung eines Toten und daraus entwickelt sich ein sehr kniffliger Fall, an dem nicht nur unsere bekannten Polizisten Chris und Donna beteiligt sind, sondern auch der MI5, ein reicher Typ, der zwischen Kriminellen vermittelt, und die New Yorker Mafia. Alle suchen nach den verschwundenen Diamanten. Zudem soll noch eine ortsansässige Drogenbaronin überführt werden. Und auch ein Täter, der sich an einem unserer Senioren vergreift, soll nicht ungeschoren davonkommen.

Der zweite Band ist stellenweise etwas brutaler als der erste, der doch recht "cosy" geblieben ist. Dafür ist er aber auch witziger, vor allem wenn es um Chris geht, der vor seiner neuen Freundin eine gute Figur machen will oder um Joyce, die als GreatJoy69 einen Instagram Account einrichtet. Ich musste mehr als einmal schmunzeln. Manche Sätze hauen die rüstigen Rentner einfach herrlich brottrocken heraus. Zudem gibt es in diesem verzwickten Fall mehr Rätsel zu lösen und es gilt unter der Vielzahl der Verdächtigen, den Täter ausfindig zu machen. Es ist nicht komplett unmöglich, als Leser den Täter zu erraten, aber es macht trotzdem unheimlich viel Spaß dabei zu sein, wenn alle Puzzleteilchen an die richtige Stelle rücken.

Der nicht so ausschweifende Schreibstil und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man das Buch nicht wirklich aus der Hand legen mag. Ich finde die Senioren einfach nur genial, weil nicht sie vom Ermitteln abhalten kann und sie kein Blatt vor den Mund nehmen, nicht mal, wenn der Gegner die Mafia ist. Und das Ende hat auch mehrere schöne Seiten...

Klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2022

Fängt gut an, aber ...

Ende in Sicht
0

Hella, 69 und gefallenes Schlagersternchen erwartet nichts mehr vom Leben, welches sie über weite Strecken enttäuscht hat. So macht sie sich mit ihrem klapprigen Passat auf in die Schweiz, wo sie den Freitod ...

Hella, 69 und gefallenes Schlagersternchen erwartet nichts mehr vom Leben, welches sie über weite Strecken enttäuscht hat. So macht sie sich mit ihrem klapprigen Passat auf in die Schweiz, wo sie den Freitod sterben möchte.

Juli, 15 Jahre, Schülerin lebt ein vermeintlich gutes Leben mit ihrem Vater, der allerdings wegen seines Berufs wenig Zeit für sie hat. Trotzdem steht sie auf einer Brücke über der Autobahn, um sich in den erlösenden Tod zu stürzen.

Das Schicksal will es, dass in dem Moment, in dem Juli auf dem Asphalt aufschlägt, Hella mit ihrem Passat vorbeikommt. Juli, alles andere als erfolgreich mit ihrem Sprung, steigt zu ihr in den Wagen. Damit beginnt der Roadtrip zweier Lebensmüder.

Das Buch beginnt, anders als der Klappentext es effektvoll verkündet, nicht damit, dass Juli auf Hellas Motorhaube landet. Warum man meinte, den Inhalt etwas auffrisieren zu müssen, bleibt unklar. Schlimm genug, dass Juli überhaupt springt. Die Protagonistinnen, das wird bald klar, haben eigentlich keinerlei Lust, sich mit der jeweils anderen zu beschäftigen, trotzdem kümmert sich Hella pflichtbewusst um den wortkargen Teenager. Spricht Juli dann doch mal, ist sie recht weit von der Wahrheit entfernt. Ein richtiges Gespräch kommt zunächst gar nicht auf. Jede hängt ihren Gedanken nach, so dass man den beiden wenig nahe kommt. Dennoch ist der Anfang der Geschichte ganz schön beschrieben und liest sich auch gut.

Nach und nach erfahren die beiden dann doch Dinge übereinander, erleben die ein oder andere abgefahrene Situation, mal ganz witzig, mal völlig überzogen und konstruiert. Vor allem im letzten Drittel blieben mir die Handlungen als auch die Gedanken der beiden recht fern, da sie einfach nicht realistisch genug waren. Die Geschichte erinnerte mich zu sehr an Fitzeks "Der erste letzte Tag", welches ich ganz furchtbar fand. Auch hier lauter nicht wirklich nachvollziehbare, überzogene Aktionen, die die Geschichte für mich nicht vorangebracht haben und vor allem bei mir auch kein Verständnis für die Todessehnsucht von Hella und Juli auslösten. So konnte ich auch dem Ende nichts abgewinnen, das so gewählt wurde, dass alles möglich bleibt. Allgemein fehlte mir der Bezug zum Thema Depression und der Tiefgang der dabei angebracht wäre.

Eine nette Geschichte vor allem am Anfang, doch dann nicht so wie man es erwarten könnte. Wem allerdings der Kein-Thriller von Fitzek gefallen hat, dem könnte unter Umständen auch dieser absurde Roadtrip gefallen. 3 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2022

Krieg im Wald

Pip rettet den Wald
0

Eichhörnchen Pip ist noch recht jung und lebt ohne Eltern im Wald. Seine Mutter starb, sein Vater, ehemals Leibwächter der Eichhörnchen-Anführerin, verschwand einfach und gilt seitdem bei einigen Artgenossen ...

Eichhörnchen Pip ist noch recht jung und lebt ohne Eltern im Wald. Seine Mutter starb, sein Vater, ehemals Leibwächter der Eichhörnchen-Anführerin, verschwand einfach und gilt seitdem bei einigen Artgenossen als Verräter. Doch Pip möchte trotzdem so sein wie er. Von der alten weisen Eiche, der alle Tiere im Wald Respekt zollen, will er sich Antworten holen. Doch schon bald ist klar, die Eiche stirbt und mit ihr der ganze Wald. Seit Wochen hat es nicht geregnet, es herrscht Futterknappheit und auch der See trocknet aus. Die Tiervölker agieren gegeneinander, anstatt miteinander um ihren gemeinsamen Lebensraum zu kämpfen. Pip wird ausgewählt, unbemerkt die letzte Eichel der alten Eiche zu holen, denn wer sie hat, ist Herrscher im Wald. Pip gibt sein Bestes, bis er merkt, dass Macht nicht die Lösung sein kann.

Diese Geschichte ist für Kinder ab 8 Jahren ziemlich heftig, das zeigen schon die Wörter, die man zur Beschreibung des Inhalts braucht. Bis auf Pips Freundschaft zu seinem Artgenossen Mux findet man hier nicht viel Positives. Allein Tod und Verschwinden der Eltern sind sehr deprimierend. Zu Beginn der Geschichte und zwischen einigen Kapiteln liest man, wie sich die alte Eiche fühlt, wie sie merkt, dass es mit ihr zu Ende geht. Die Übermittlung ihrer Botschaften ist sehr esoterisch angehaucht. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen. Die verschiedenen Tiervölker und Waldbewohner bekriegen sich nicht nur sprichwörtlich bis aufs Blut, um an die Eichel zu kommen, welche eine neue Eiche hervorbringen soll und damit Macht bedeutet. Pip wird von älteren Eichhörnchen angefeindet, verspottet und sein Vater als Verräter abgestempelt. Ein Eichhörnchen stirbt im Kampf. Das ist ganz schön starker Tobak für diese Altersklasse. Das Cover und auch die Erstleserschrift täuschen wie ich finde eine eher einfache Geschichte über ein mutiges Eichhörnchen vor.

Vermutlich soll es um den Klimawandel gehen, aber so direkt fällt kein Wort darüber. Auch nicht, darüber, dass der Mensch verantwortlich sein soll oder etwas dagegen unternimmt. Menschen sind in der Geschichte Randfiguren. Einiges passt da für mich ganz und gar nicht. Ich habe nichts dagegen, dass Kinder über Klimaveränderung und Waldsterben Bescheid wissen, doch hier ist alles so negativ, regelrecht belastend dargestellt. Nahezu alle Tiere sind destruktiv und böse. Das hat sogar in mir eine regelrechte Hoffnungslosigkeit aufkommen lassen. Kindern könnte diese Geschichte Angst machen, denn da das Ende nicht abgeschlossen ist, sondern eine Fortsetzung bereits angekündigt, bietet sie auch kaum Lösungen für das drastisch dargestellte Problem. Meine Tochter ist in der 2. Klasse, die Lust aufs Lesen nicht sooo groß. Durch so eine Geschichte wird die Motivation aber mit Sicherheit nicht größer. Die Aufteilung in mehrere Bände ist mehr als schlecht gewählt. Pip ist zwar ein heldenhaftes und vernünftiges Einhörnchen, dass sein bestes gibt, trotzdem ist nach diesem ersten Band für mich diese Reihe beendet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere