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Veröffentlicht am 25.10.2021

Überzeugendes, spannendes Fantasy-Debüt

Pantarch
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Aurora ist mit Leib und Seele Ärztin, jedoch auch hoffnungslos überarbeitet. Als sie wiedermal nach einer Doppelschicht übermüdet ins Auto steigt, verursacht sie einen schweren Autounfall, den niemand ...

Aurora ist mit Leib und Seele Ärztin, jedoch auch hoffnungslos überarbeitet. Als sie wiedermal nach einer Doppelschicht übermüdet ins Auto steigt, verursacht sie einen schweren Autounfall, den niemand überleben könnte. Trotzdem wacht sie in ihrem vollkommen zerstörten Auto unverletzt auf. Wie ist das möglich? Evan, der Mann aus dem anderen Unfallwagen, deutet an, dass Aurora gestorben und nun ein unsterblicher Pantarch sein soll. Doch Aurora ist sich sicher, dass sie das Geschenk der Unsterblichkeit nicht annehmen möchte und sucht nach einem Weg zurück, nicht ahnend, dass sie in einen jahrhundertealten Konflikt hineingezogen wird.

Ich gestehe, dass ich nur sehr selten Fantasy-Romane lese. Dieser hier hat mich aber wegen der Thematik so sehr angesprochen, dass ich nicht widerstehen konnte. Unsterblichkeit ist schließlich etwas, wonach die Menschheit seit jeher strebt. Für mich war es ein Glücksgriff, denn die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Die Welt der Pantarche ist gut durchdacht, die Charaktere in der Geschichte sehr abwechslungsreich und vielfältig. Mit den einen fiebert man mit, die anderen verabscheut man, so dass man tief in das Geschehen eintaucht.

Auch vermochte mich der Plot mit ein paar unerwarteten Wendungen zu überraschen. Erfrischend war, dass es keine unnötigen romantischen Verstrickungen gab, sondern allenfalls angedeutetes Knistern, das mir viel reizvoller erschien und mehr Spielraum für die Fortsetzung lässt. Zudem gab es einige Rätsel, die nach und nach gelüftet werden und damit die Spannung erhöht haben. Andere wiederum haben mich berührt. Der Schreibstil war sehr flüssig und fesselnd, auch wenn gelegentlich mal eine Wendung häufiger vorkam. Meiner Freude am Lesen des Buchs tat es keinen Abbruch. Ein Stoff, den ich mir auch als Film sehr gut vorstellen kann. Meiner Meinung nach ein tolles Fantasy-Debüt, auf dessen zweiten Band ich jetzt mehr als gespannt bin.

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Veröffentlicht am 21.10.2021

Liebe in Zeiten des Krieges

Die Übersetzerin
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Aus Angst vor den Nazis wanderte die österreichische Jüdin Hedy aus und lebt seitdem auf der Kanalinsel Jersey. Doch als die Deutschen auch diese in Beschlag nehmen sitzt Hedy in der Falle. Um sich ihren ...

Aus Angst vor den Nazis wanderte die österreichische Jüdin Hedy aus und lebt seitdem auf der Kanalinsel Jersey. Doch als die Deutschen auch diese in Beschlag nehmen sitzt Hedy in der Falle. Um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als eine Stelle als Übersetzerin beim Feind anzunehmen, wo sie stillen Widerstand leistet. So lernt sie auch den jungen Leutnant Kurt kennen und die beiden kommen sich näher. Doch die aufkeimende Liebe bringt nicht nur Hedy in Gefahr.

Die Autorin Jenny Lecoat, deren Großmutter selbst von den Inseln stammt, zeichnet mit ihrem Roman ein eindrucksvolles Bild von der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg. Natürlich wurden schon unzählige Romane, die im Krieg spielen verfasst, das Schicksal der Kanalinseln und der dort lebenden Bevölkerung war mir bisher jedoch nicht bekannt. Es ist eine Geschichte voller Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Leids, aber auch leisen Widerstands, großer Gefühle und Hoffnung.

Die Gefühle ihrer Protagonisten sind eindrücklich, bewegend und lassen den Leser abtauchen in eine schockierende Zeit, die wir uns heute gar nicht wirklich vorstellen können. Dabei ist Lecoats Schreibstil ruhig, ihre Schilderungen mehr als fair gegenüber allen Beteiligten. Sie zeigt, das, was wichtig ist: Es gibt nicht nur Gut und Böse, es gibt immer etwas dazwischen, das je nach Situation mal zur einen, mal zur anderen Seite tendiert. Da ist der Deutsche Kurt, der eine Jüdin liebt, da ist Hedy die mit vielen Menschen Mitgefühl hat, da sind Deutsche wie Briten, die Menschen schlecht behandeln. Mich hat das nachhaltig beeindruckt.

Auch wenn ich wegen der Beklemmung einige Längen in der Erzählung wahrnahm, ist "Die Übersetzerin" ein wichtiger, wertvoller Roman, vielleicht gerade jetzt, in einer Zeit in der einige wieder verstärkt ihre Einzelinteressen im Vordergrund sehen, anstatt das große Ganze. Daher empfehle ich in gern und vergebe 4 Sterne.

PS: Leider hat - wie ich finde - der Verlag beim deutschen Titel keine gute Arbeit geleistet. Der Originaltitel "Hedy's War" ist sehr viel treffender. Auch das Titelbild passt nicht wirklich.

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Veröffentlicht am 18.10.2021

Großartiges Abenteuer im Königreich Andor

Andor Junior, 1, Der Fluch des roten Drachen
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Thorn, ein Bauernjunge, möchte am liebsten ein Ritter von König Brandur sein, dem Herrscher Andors. Dieser ruft wegen eines drohenden Drachenangriffs sämtliche Kämpfer in seine Rietburg. Neugierig versucht ...

Thorn, ein Bauernjunge, möchte am liebsten ein Ritter von König Brandur sein, dem Herrscher Andors. Dieser ruft wegen eines drohenden Drachenangriffs sämtliche Kämpfer in seine Rietburg. Neugierig versucht auch Thorn sich hineinzumogeln und lernt dabei neue Freunde kennen: einen Zwerg, eine Zauberin und eine Bewahrerin. Gemeinsam folgen sie eines Nachts seltsamen Geräuschen und beobachten einen bösen Magier, der nichts Gutes im Sinn hat. Heldenhaft versuchen die vier jungen Helden, Andor zu retten.

Gemeinsam mit meiner Tochter, der ich das Buch vorgelesen habe, bin ich in das Abenteuer Andor sofort eingetaucht. Das Vorlesen war spannend und hat sehr viel Spaß gemacht. Die Welt von Andor konnten wir uns sehr gut vorstellen und auch die geheimnisvollen Mächte und Kreaturen, die für die richtige Prise Magie gesorgt haben. Mit den vier jungen Abenteurern haben wir sehr mitgefiebert. Es war toll, dass sie niemals aufgeben und zwischen ihnen im Laufe der Geschichte eine richtig gute Freundschaft entsteht. Jeder von ihnen hat seine Eigenheiten und besondere Fähigkeit, so dass sie als Team wirklich überzeugend sind. Vor allem der Zwerg war zwar manchmal etwas auf Streit auf, dafür aber auch sehr witzig.

Auch für Selberleser ab etwa 8 Jahren ist die Schreibweise gut verständlich, aber alles andere als eintönig. Die wunderschönen farbigen Illustrationen passen hervorragend zum Text und zur Stimmung der Geschichte und unterstützen so auch Kinder, die gerade dem Erstlesealter entwachsen. Meine Tochter war restlos begeistert und obwohl ich abends eigentlich nur ein Kapitel vorlesen wollte, haben wir meist noch ein zweites oder gar drittes drangehängt, weil wir so neugierig waren, was als nächstes passiert. Eine tolle mittelalterliche Welt und eine magische Geschichte, die zeigt, dass auch kleine Helden große Taten vollbringen können. Wir sind gespannt, welche Abenteuer die vier noch erleben. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 18.10.2021

Neue Gruselwelt voller Witz und Action

Die Schlotterbeck-Chroniken
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Julius Schlotterbeck ist ein Vampir-Teenie, der in der Schule wenig Ehrgeiz zeigt und am Nachmittag am liebsten zockt. Mit nur einem Reißzahn hat er davon immer noch mehr als echte Freunde. Als er wegen ...

Julius Schlotterbeck ist ein Vampir-Teenie, der in der Schule wenig Ehrgeiz zeigt und am Nachmittag am liebsten zockt. Mit nur einem Reißzahn hat er davon immer noch mehr als echte Freunde. Als er wegen seiner Verweigerung Blut zu trinken mal wieder in der Mensa für Ärger sorgt, wird er von Schulleiter Draco dazu verdonnert, seine Sommermondferien als Legator der Schule zu nutzen, um drei Freunde zu finden, die er am Ende der Ferien mit zur großen, ihm verhassten Monsterparty mitbringen muss. Alternativ droht die Einweisung in die Umerziehungsanstalt Schockzahn. So bleibt Julius nichts anderes übrig, als sich mit seiner übergewichtigen Fledermaus Flap auf den Weg in ein Abenteuer zu machen, das größer ist, als er es sich jemals hätte vorstellen können.

Mark Wamsler ist mit diesem Buch wirklich ein Knaller-Einstieg in eine neue Reihe voll gruseliger und witziger Charaktere in einer einfallsreichen Spukwelt gelungen, in der Teenager sich auf jeden Fall irgendwo wiederfinden können. Moderne Trends überträgt er mit viel Humor in die Monstersprache. So stehen auch Grusel-Teenager auf Monstagram, chatten über Kratzapp oder zocken Forkknight auf der Gravestation 4, während sie Rotten McNuggets futtern.

Auch die jugendlichen Gefühle seiner Protagonisten bringt er vollkommen glaubwürdig rüber und garniert das Ganze noch mit einer Portion Action. Vor allem Julius als eine Art Outsider und seine vielfressende Fledermaus muss man einfach mögen und es ist sehr spannend und kurzweilig, wie die beiden sich scheinbar unlösbaren Aufgaben widmen. Zudem ist es endlich mal wieder ein Buch, dass auch Jungs sehr ansprechend finden dürften. Auch Themen wie z. B. Tierversuche und Alkoholismus schleichen sich auf leise Weise in das Buch und somit ins Bewusstsein der Leser. Am Ende erwartet sie dann eine Wendung, die auf jeden Fall Lust auf Band 2 macht. Absolut verdiente 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 12.10.2021

Große Liebe, wenig neue Ideen

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Bei einer Party wird der gutaussehende, etwas arrogante Quinn von einem blauhaarigen Mädchen angesprochen, das etwas über ihn zu wissen scheint. Doch noch bevor sie ihm ihr Wissen offenbaren kann, wird ...

Bei einer Party wird der gutaussehende, etwas arrogante Quinn von einem blauhaarigen Mädchen angesprochen, das etwas über ihn zu wissen scheint. Doch noch bevor sie ihm ihr Wissen offenbaren kann, wird sie angegriffen. Quinn eilt zu Hilfe und wird bei der Flucht vor seltsamen Wesen von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Als er im Krankenhaus wieder aufwacht, sieht er seltsame Dinge, die er sich nicht erklären kann. Matilda, ein kluges Mädchen, das schon lange für Quinn schwärmt, jedoch in einem streng gläubigen Elternhaus aufwächst und daher häufig von ihm geärgert wurde, will herausfinden, wie es um ihn steht. Quinns Mutter ist hocherfreut und plötzlich steht Matilda im Zimmer ihres Schwarms. Als phantasiebegabte Leserin von Fantasybüchern scheint sie Quinn die Einzige zu sein, die ihm helfen kann, seinen Erscheinungen auf den Grund zu gehen. Und dann wird es nicht nur zwischen den beiden magisch...

Seit der Edelstein-Trilogie hatte ich nichts mehr von Kerstin Gier gelesen, umso neugieriger war ich auf diese Geschichte. Viele der neuen Charaktere haben mir auf Anhieb gefallen, vor allem die beiden Protagonisten Quinn und Matilda, weil sie sich im Verlauf des Buches gut weiterentwickeln und natürlich auch näherkommen. Beides wirkte auf mich sehr glaubhaft. Einige Charaktere konnten mich hingegen überhaupt nicht überzeugen, nervten durch Weinerlichkeit oder die dümmliche Darstellung. Natürlich sollte das etwas Witz in die Geschichte bringen, war mir persönlich jedoch viel zu platt und auf dem Rücken vor allem der streng christlichen Gläubigkeit von Matildas Familie ausgetragen. Überhaupt fand ich den Aspekt der treuen Christen vollkommen unnötig für den Plot. Es hätte gereicht, wenn Matilda eben strenge Eltern gehabt hätte. Cousin und Cousine waren selbst für ein Jugendbuch vollkommen überzeichnet.

Die Idee der Geschichte beinhaltet eine magische Welt, die Saum genannt wird. Zu dieser hat nicht jeder Zugang, sondern es gibt Zustände, die das erlauben. Diesen Aspekt fand ich gut durchdacht und verständlich in den Plot eingebaut. Die Welt selbst hingegen, konnte ich mir nicht wirklich in bunten Farben ausmalen, wird sie doch nur dreimal beim Betreten etwas beschrieben. Das war mir zu dürftig, um wirklich darin eintauchen zu können. Zudem war mir die Ähnlichkeit zu bekannten Fantasygeschichten wie z.B. Harry Potter viel zu groß: Portale, die Wesen, die politische Stimmung des Saums, eine Prophezeiung über einen Auserwählten, die Saumbewohner, die unerkannt unter Menschen leben, das Gebäude des hohen Rates usw. Hier habe ich mehr Kreativität erwartet.

Obwohl der Schreibstil wie gewohnt flüssig und jugendlich frisch war, konnte mich dieser Band als Einführung zwar fesseln, aber nicht in fremde Welten entführen. Allein der Vollständigkeit halber und wegen der Liebesgeschichte werde ich aber auch die Folgebände lesen und hoffen, dass die Luft nach oben genutzt wird. Etwas enttäuschte 3 Sterne

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