Profilbild von holdesschaf

holdesschaf

Lesejury Star
offline

holdesschaf ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit holdesschaf über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2021

Gaumenfreuden mit Käse

Say Cheese!
0

Mit Say Cheese! kommt geschmolzener Käse ganz groß raus. Ob als Zutat für sämige Suppen und Soßen oder etwas krosser beim Überbacken, hier wird Käse zur Leidenschaft. Das kompakte Buch startet mit einem ...

Mit Say Cheese! kommt geschmolzener Käse ganz groß raus. Ob als Zutat für sämige Suppen und Soßen oder etwas krosser beim Überbacken, hier wird Käse zur Leidenschaft. Das kompakte Buch startet mit einem kleinen Inhaltsverzeichnis. Die Gerichte sind geordnet nach den Lebensmitteln, mit denen der Käse kombiniert wird, also Brot, Nudeln, Gemüse oder ohne Partner. Es folgt eine kurze Einleitung zum Buch selbst, zur Geschichte des geschmolzenen Käses, Tipps zur Verarbeitung und eine Übersicht der im Buch verwendeten Käsesorten. In mehr als 65 Rezepten mit Bild finden sich Toasts, Sandwiches, Pizza, Aufläufe, Gratins, Suppen und vieles mehr. Zu jedem Rezept werden die Zutaten übersichtlich aufgelistet. Die Zubereitung ist übersichtlich gestaltet. Auch die Anzahl der Portionen wird angegeben. Ein Register rundet das Buch ab.

Allein schon die Stabilität und das kompakte Format dieses Käse-Kochbuchs tragen dazu bei, dass ich es gerne in die Hand nehme. Das Cover gibt einen sehr guten Einblick in das, was mich im Buch erwartet. Jede Menge köstliche Rezepte mit oder aus Käse. Besonders vielfältig sind die Aufläufe und Gratins, die ich mit diesem Buch ohne allzu großen Aufwand zaubern kann und die wirklich der ganzen Familie schmecken. Ein Highlight sind auch die verschiedenen Ofenkäse-Varianten und Fondues, die vor allem bei gemütlichen Abenden mit Gästen Anklang finden. Toll ist, dass das Buch Hinweise auf Varianten gibt. In der Übersicht der Käsesorten findet man Hilfe, falls man in einem Rezept die Käsesorte tauschen möchte, denn nicht jeder Käse schmilz gleich.

MIr ist immer besonders wichtig, dass es zu allen Rezepten ein Foto gibt, so dass man sieht, wie das Gericht aussehen sollte. Die Fotos hier, lassen dem Betrachter sofort das Wasser im Mund zusammenlaufen und sind einfach toll anzuschauen. So fällt die Entscheidung für das nächste Gericht nicht schwer. Super schön finde ich das Register, das nicht einfach die Namen der Gerichte alphabetisch geordnet auflistet. Man kann hingegen gezielt nach Zutaten (Käse-/Gemüsesorte) oder Art der Speise suchen. Habe ich also Lust auf Käse in Kombination mit Tomaten, kann ich unter dieser Zutat sofort passende Rezepte finden. Alle bisher probierten Gerichte sind gelungen und haben toll geschmeckt.

Say Cheese wird garantiert jedem Käseliebhaber ein Lächeln ins Gesicht zaubern. 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.11.2021

Aus alt mach neu und nützlich

Neue Dinge aus alten Stoffen
0

Alte Kleidung wegwerfen war gestern... Smarticular, bekannt für seine tolle selber machen statt kaufen - Reihe, zeigt uns in "Neue Dinge aus alten Stoffen", dass alte Shirts, Jeans, Pullover, Hemden und ...

Alte Kleidung wegwerfen war gestern... Smarticular, bekannt für seine tolle selber machen statt kaufen - Reihe, zeigt uns in "Neue Dinge aus alten Stoffen", dass alte Shirts, Jeans, Pullover, Hemden und Handtücher, ja selbst Stoffreste viel zu schade zum Wegwerfen sind, da diese Textilien ganz leicht wiederverwendet und in nützliche und hübsche Dinge verwandelt werden können. Es ist allgemein bekannt, dass die Herstellung von Kleidung alles andere als ressourcenschonend ist, je länger wir sie also verwenden, umso besser ist das für die Umwelt, denn wir produzieren weniger Müll und kaufen weniger neue Dinge. Das schont auch den Geldbeutel. Um die Ideen aus dem Buch zu verwirklichen, braucht man auch nicht unbedingt eine Nähmaschine, sondern nur Nadel und Faden, bei einigen nicht mal diese.

Am Anfang des Buches findet man zwei Inhaltsverzeichnisse. Eines, das uns neben Einleitung, Techniken und Tipps zeigt für welche Bereiche wir neue Dinge aus den alten Stoffen herstellen können z.B. fürs Bad, die Küche, für Kinder oder unterwegs, zum Verschenken oder als Accessoires. Witziger ist das zweite, das anhand abgebildeter alter Kleidungsstücke, also der Stoffart zeigt, welche Produkte daraus entstehen können. Nach einer kurzen Einleitung geht es dann auch schon los. Wichtige Begriffe und Arbeitsweisen werden kurz und gut verständlich erläutert. Besonders toll, bevor es an das Verwerten geht, gibt es nochmal Tipps, wie man die Kleidung reparieren oder durch einfache Methoden wieder tragbar machen oder aufwerten kann.

Es folgen zahlreiche, wirklich nützliche und wunderschöne Dinge, die man am liebsten alle sofort ausprobieren würde. Nicht nur Deko-Gegenstände sondern auch Dinge, die man täglich nutzt und oft auch zur Einmalbenutzung kauft. Genial einfach zum Beispiel die waschbaren Alternativen von Kaffeefilter, Staubwedel, Staubsaugerbeutel und Spültuch. Genial deshalb, weil man Wegwerfware UND Kleidungsmüll vermeidet. Das Buch ist ein wahrer Schatz an Ideen. Alle Projekte sind mit wenig Aufwand umzusetzen und die Anleitung erfolgt leicht verständlich, gut bebildert und Schritt für Schritt. Man muss wirklich kein Fachmann an der Nähmaschine sein, um hier gute Ergebnisse zu erzielen. Zusätzliches Material ist kaum nötig.

Ich habe mir viel von dem Buch erwartet, meine Erwartungen wurden aber bei Weitem übertroffen. Selten findet man so kompakt so viele Anregungen, die ohne großen Aufwand ein nachhaltigeres und umweltbewussteres Leben ermöglichen und dabei noch viele unserer Lieblingkleidungsstücke vor der Tonne retten und Geld sparen. "Neue Dinge aus alten Stoffen" ist wirklich ein Schatz, der in keinem Haushalt fehlen sollte. 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2021

Aufwändig gereimte Geschichte der Mathematik

Wie die Mathematik in die Welt kam
0

Wie kam die Mathematik in die Welt? Dieser Frage geht der Autor Rainer Kirsch in seinem Kinderbuch nach. Doch wer jetzt denkt das klingt langweilig, wird überrascht sein, denn der Text steht nicht etwa ...

Wie kam die Mathematik in die Welt? Dieser Frage geht der Autor Rainer Kirsch in seinem Kinderbuch nach. Doch wer jetzt denkt das klingt langweilig, wird überrascht sein, denn der Text steht nicht etwa kleingedruckt und dichtgedrängt auf hunderten Seiten, sondern kommt in Reimform daher. So erläutert der Autor die Meilensteine der Entwicklung mathematischer Strukturen von den ersten Zahlen bis hin zur höheren Mathematik. In einem Nachwort werden dann auch aktuelle Errungenschaften von Mathematiker kurz erläutert. Eine Seite mit Worterklärungen rundet das Ganze ab. Die Illustrationen sind ein kunstvoller Mix aus Zeichnungen und Collagen.

Von einem Buch, das in Reimform mathematische Zusammenhänge aufzeigt, war ich sehr angetan. Hier handelt es sich aber vornehmlich um ein recht langes Gedicht, das die Entwicklung mathematischer Strukturen im Laufe der Zeit aufzeigt. Die Verse erläutern, wie Zahlen entstanden sind, Maßeinheiten, Rechenarten, Geometrie usw. Auch wichtige Personen, denen wir diese Erkenntnisse zu verdanken haben, werden erwähnt. Natürlich kann ein Kinderbuch da keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, es soll eher zeigen, dass Mathematik allgegenwärtig ist. Die Reime sind teilweise witzig, manchmal aber auch etwas holprig, weil das Versmaß nicht ganz passt. Es besteht beim Vorlesen die Gefahr, dass man mal hängenbleibt oder das Ganze zu sehr herunterleiert.

Die Illustrationen waren für mich etwas gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile finde ich sie doch sehr künstlerisch gemacht. Es gibt sehr viel zu entdecken, manches nicht ganz zum Reim passend. Ich könnte mir vorstellen, dass jüngere Kinder sich eher weniger angesprochen fühlen. Für meine Tochter im Grundschulalter war es jedenfalls etwas zu viel. Das Buch empfehle ich eher für größere Kinder und mathematikinteressierte Erwachsene. Sicher auch ein witziges Geschenk für den gymnasialen Mathelehrer.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2021

Was von der Familie übrigbleibt

Wenn ich wiederkomme
0

Weil die Eltern arbeitslos sind und die Familie in Rumänien kaum genug zum Leben hat, verlässt Mutter Daniela eines Nachts ohne Abschied ihre Kinder und ihr Heimatdorf, um in Italien als Pflegekraft in ...

Weil die Eltern arbeitslos sind und die Familie in Rumänien kaum genug zum Leben hat, verlässt Mutter Daniela eines Nachts ohne Abschied ihre Kinder und ihr Heimatdorf, um in Italien als Pflegekraft in einem Privathaushalt zu arbeiten. Das Geld, das sie sich schwer verdient, schickt sie nach Hause, damit Tochter Angelica studieren und Sohn Manuel in eine gute Schule gehen kann. Als auch der Vater im Ausland eine Arbeit findet, bleiben die beiden allein mit den Großeltern und jede Menge Verantwortung zurück. Das Verlassenwerden durch die Mutter lastet schwer, vor allem auf Manuel und die Kluft zwischen den Familienmitglieder wird immer größer. Dann passiert ein Unfall und Daniela muss entscheiden: Bleiben oder wiederkommen?


Das Thema dieses Romans ist ein hochaktuelles und wichtiges. Auch in Deutschland bedienen wir uns ausländischer Arbeitskräfte, die unsere Alten und Kranken pflegen, weil es hierzulande nicht genügend Personal gibt. Zu selten machen wir uns Gedanken darüber, was mit den Familien, vor allem den Kindern der Mütter passiert, die wir beschäftigen. Wie kommen sie ohne Mutter zurecht? Macht das Geld, das die Mütter schicken ihre Abwesenheit weniger schlimm? Was möchten die Kinder? Mit all diesen Fragen und Gedanken spielt der Autor in seinem Roman und konstruiert ein Einzelschicksal, dass uns aufmerksam macht auf die Probleme, die durch die reicheren Länder in den Familien der ärmeren entstehen.


Mit drei Erzählstimmen, Sohn, Mutter und Tochter, lässt er uns in die Köpfe der Betroffenen schauen. Es gelingt ihm gut, den Schreibstil an die jeweilige Person anzupassen, so dass man sich besser in sie hineinversetzen kann. Die Geschichte liest sich sehr flüssig und ich finde sie auch sehr fesselnd. Was mir allerdings gefehlt hat, sind Emotionen, die mich tief im Innersten berühren, so dass mich das Schicksal trifft, ich länger darüber nachdenke und mich verantwortlich fühle oder den unbändigen Willen verspüre, etwas zu verändern. Dennoch waren vor allem die Eindrücke, die uns Daniela zur Arbeit mit alten, verwirrten und senilen Menschen vermittelt hat, wichtig, um zu zeigen, was all jene täglich leisten, die die Pflege übernehmen, weil sie häufig nur zu gerne übersehen werden. 4 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2021

Naive Protagonistin, passende Stimme

Grenzgängerin aus Liebe
0

Die blutjunge, bereits geschiedene Sophie aus Weimar hat eine Affäre mit dem älteren verheirateten Karsten, der ihr durch seine gehobene Stellung im Bauwesen ein sorgenfreies Leben ermöglicht. Sie selbst ...

Die blutjunge, bereits geschiedene Sophie aus Weimar hat eine Affäre mit dem älteren verheirateten Karsten, der ihr durch seine gehobene Stellung im Bauwesen ein sorgenfreies Leben ermöglicht. Sie selbst ist Kosmetikerin, lebt in einer eigenen kleinen Wohnung gleich neben der Familie ihrer Schwester. Als nun Karsten mit seiner Familie den Urlaub verbringt, fährt Sophie notgedrungen allein nach Bulgarien, wo sie Herrmann aus Westdeutschland kennenlernt. Obwohl Sophie kaum Interesse zeigt, ist Herrman von ihr so angetan, dass er sie nochmal besucht und sie heiraten will. Sophie ist zunächst hin- und hergerissen: Auf den verheirateten Karsten warten oder einen Ausreiseantrag stellen, um im Westen mit Hermann zu leben? Sophie muss sich entscheiden.

Und da spätestens fängt die Misere an, denn Sophie ist Meisterin darin, völlig irrationale Entscheidungen zu fällen, die alle auf demselben Problem gründen. Sophie ist eine naive, ich-bezogene Frau, die alle Entscheidungen nur davon abhängig macht, mit welchem Mann das Leben für sie bequemer und einfacher ist, was es dann natürlich gar nicht ist, sondern genau das Gegenteil. Von Grenzgängerin aus Liebe möchte ich hier nicht sprechen, da ich dieses Gefühl bei Sophie einfach nicht feststellen kann. Und obwohl ihr manchmal Zweifel kommen rennt sie sehenden Auges in ihr Unglück. Ich kann mir in keinster Weise vorstellen, dass diese Geschichte mehr als nur in ein paar winzigen Details wirklich auf Tatsachen beruhen soll. Eigentlich saß ich nur Kopfschütteln da und fragte mich, wie man so blöd sein kann.

Leider passt die Lesestimme hervorragend zu dieser naiven Protagonistin, die stundenlang sinniert, welcher Mann wohl der richtige ist. Mir war die Stimme zu hell und etwas zu eintönig, was zwar Sophie wiederspiegelt, aber mit der Zeit konnte ich sie einfach nicht mehr hören. Bei 60% habe ich dann entnervt abgebrochen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die Geschichte noch irgendwie interessant werden könnte. Nach der Inhaltsbeschreibung habe ich etwas ganz anderes erwartet und wurde leider enttäuscht. Keine Ahnung, ob das Titelbild mit dem Kind später noch eine Rolle spielt, es passte bis zum Abbruch jedenfalls nicht dazu.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere