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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2025

Durch den Dschungel

Paddington in Peru – Das Buch zum Film
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Meine Tochter ist ein großer Paddington Bär Fan. Also war klar, dass wir den neusten Film unbedingt sehen müssen. Und wie es so bei mir ist, möchte ich immer, dass sie zuerst das Buch liest, sofern es ...

Meine Tochter ist ein großer Paddington Bär Fan. Also war klar, dass wir den neusten Film unbedingt sehen müssen. Und wie es so bei mir ist, möchte ich immer, dass sie zuerst das Buch liest, sofern es eines gibt. Die Geschichte begann auch sogleich furchtbar niedlich und lustig, denn Paddington brauchte ein Foto für seinen Reisepass, um seine Tante Lucy in Peru zu besuchen. Und wie der kleine Bär so ist, ging schon dabei so einiges schief. Glücklicherweise ging Familie Brown mit ihm auf die Reise, den Tante Lucy war verschwunden. Um sie zu suchen ging die Reise quer durch den Dschungel. Ein echtes Abenteuer, für Familie Brown und Paddington. Wir lieben diesen Bären einfach, den kann man doch nur niedlich finden. Die Geschichte war spannend und unterhaltend geschrieben. Die Kapitel sind kurz und damit für Kinder ab der 4. Klasse gut zu lesen. Als Belohnung warten in der Mitte des Buches Fotos aus dem Film auf die kleinen Leser. Die Kapitelanfänge sind mit Illustrationen verziert. So etwas lockert den Text immer wieder auf und macht den Kindern Freude. Rundherum ein toller Lesespaß. Und nun geht’s ab ins Kino.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Niemand entkommt

Schneesturm
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Inishmore, eine kleine irische Insel, kurz vor Silvester. Cara und ihre Freunde treffen sich nach vielen Jahren hier wieder, um den Todestag von Caras Ehemann zu begehen. Doch die Insel wird von einem ...

Inishmore, eine kleine irische Insel, kurz vor Silvester. Cara und ihre Freunde treffen sich nach vielen Jahren hier wieder, um den Todestag von Caras Ehemann zu begehen. Doch die Insel wird von einem Schneesturm heimgesucht. Der Strom fällt aus und es gibt keine Möglichkeit die Insel zu verlassen. Plötzlich wird aus dem Meer eine Leiche geborgene und als Cara klar wird um wen es sich dabei handelt, ist dies ein Schock für sie. Und klar wird auch, der Täter muss noch auf der Insel sein, denn niemand kommt von ihr weg. Es beginnt eine spannende Story mitten im klirrendkalten Schneesturm.
Dieses Buch war für mich so ein richtiger Pageturner. Ganz viel Spannung und ein atemberaubend schönes Setting. Ich liebe den rauen Norden und dann noch versunken in Schnee und Eis, dass hat mir das graue Großstadtschmuddelwetter so richtig versüßt. Zu Beginn hatte ich etwas Mühe mit den irischen Namen, die wollten in meinem Kopf einfach keinen Klang annehmen. Aber im Laufe der Geschichte habe ich, sowohl die Namen als auch die irische Sprache, lieben gelernt. Die ließ die Autorin nämlich immer wieder mit einfließen. Das hat viel zu dieser reizvollen, nordischen, rauen Stimmung beigetragen. Man kann diesen Thriller bestimmt auch zu einer anderen Jahreszeit lesen, für mich hat er aber perfekt in den Winter gepasst. Sehr zu empfehlen, spannend und mit angemessenem Tempo.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Ab in die 80er Jahre

Das ist nicht das Rohe vom Ei
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Zurück nach West-Berlin in die 80er Jahre. Ludwig und seine Freunde leben im Hier und Jetzt. Ihre Tage und Nächte bestehen aus Biertrinken, Rauchen und Gelaber. Über ihre Zukunft denken sie wenig nach. ...

Zurück nach West-Berlin in die 80er Jahre. Ludwig und seine Freunde leben im Hier und Jetzt. Ihre Tage und Nächte bestehen aus Biertrinken, Rauchen und Gelaber. Über ihre Zukunft denken sie wenig nach. Als sie im „Linientreu“ Nicole und Steffi kennenlernen, wollen sie den Kunststudentinnen spontan bei einem Fotoprojekt helfen. Doch in einem unbeobachteten Moment wird Steffi von einem unbekannten belästigt, der den Freunden entwischt. Sofort werden Pläne geschmiedet, um den Täter dingfest zu machen.
Wow, das Buch war eine extreme Zeitreise für mich. Nicht nur, dass ich die im Buch genannten Orte kenne wie meine Westentasche, da ich selbst dort aufgewachsen und um die Häuser gezogen bin. Nein, für mich waren diese ganzen Gespräche und die Aktionen der Freunde wie ein Blick in meine Vergangenheit. Die ganze Sprache, der Zeitgeist und die Beschreibungen der Gegend waren einfach perfekt getroffen. Innerlich habe ich gejubelt, wenn Dinge wie der Durchsteckschlüssel, kaputte Fensterscheiben und angeranzte Treppenhäuser im Buch vorkamen. Diese Jungs hätten meine Freunde gewesen sein können. Diese Sorglosigkeit, das leben im Jetzt und die Normalität des Verlotterten beschreiben einfach unglaublich, das Berlin dieser Zeit. Da gab es noch keine Gentrifizierung, da hat man die Schuhe in der Wohnung von Freunden lieber angelassen und vorher die Couch auf Nässe überprüft, bevor man sich setzte. In den Kneipen jener Zeit haben sogar die Mädels gelernt im Stehen zu pinkeln und das Licht hat man auch lieber ausgelassen. Und niemand hat in den Neuköllner Hinterhäusern im Treppenhaus den Handlauf benutzt. Nicht nur aus hygienischen Aspekten, sondern auch wegen Absturzgefahr. Die Dialoge sind witzig und erinnern mich sehr an Sven Regners „Herr Lehmann“. Aber genau diese Gespräche haben wir so geführt. Tiefgründiges Geschwafel über Belanglosigkeiten die in Summe, unser Leben waren. Was für eine geniale Zeitreise!

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Veröffentlicht am 22.01.2025

Alle Bälle in der Luft

Mit dem Mut zur Liebe
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Als kleiner Junge hat Dieto die vernichtende Bombardierung von Dresden überlebt und nach dem Krieg Hunger und Not bei klirrender Kälte. Doch seine Familie hat, wie ein Wunder überlebt und in den folgenden ...

Als kleiner Junge hat Dieto die vernichtende Bombardierung von Dresden überlebt und nach dem Krieg Hunger und Not bei klirrender Kälte. Doch seine Familie hat, wie ein Wunder überlebt und in den folgenden Jahren immer zusammengehalten. Mit 12 Jahren sieht er die zwei Jahre ältere Johanna bei einem Auftritt mit ihrer Artistenfamilie. Sofort verliebt er sich unsterblich in Johanna. Um ihr nahe zu sein trainiert er ohne Unterlass und schafft es tatsächlich in seinen jungen Jahren Johannas Vater von sich zu überzeugen. Jahre später darf er als Artist in der DDR auftreten und die kommunistischen Bruderländer bereisen. Doch das reicht Dieto nicht. Er möchte mit seiner Johanna in Freiheit leben. Doch dafür kommt für sie nur die Flucht aus der DDR in Frage. Auf spektakuläre Art und Weise starten die beiden in ein neues traumhaftes Leben.
Ich mag die Romane nach wahren Begebenheiten von Hera Lind sehr gerne. Oft sind die Geschichten kaum auszuhalten. Unfassbare Schicksale werden in ihren Büchern geschildert. Diese Geschichte hier ist doch etwas anders geartet. Hier träumten zwei Menschen von einem besseren, freien Leben. Ihre Fluchtgeschichte ist einzigartig und hat mich doch einige Nerven gekostet. Die Geschichte ist spannend geschrieben, ohne Frage für mich ein Pageturner. Es ist wirklich unglaublich, was Menschen schaffen können, wenn sie einen nicht zu bändigenden Willen haben. Tief beeindruckend und inspirierend.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Im Zug nach Italien

Schwalbe zieht nach Süden
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Er trägt einen italienischen Vornamen, war jedoch noch nie in Italien. Sein Vater, dem er diesen Namen zu verdanken hat, den hat er zuletzt gesehen, als er 10 Jahre alt war. So nennt er sich selber lieber ...

Er trägt einen italienischen Vornamen, war jedoch noch nie in Italien. Sein Vater, dem er diesen Namen zu verdanken hat, den hat er zuletzt gesehen, als er 10 Jahre alt war. So nennt er sich selber lieber Hans und auch seiner Mutter ist dies lieber. Als Senior macht sich Giovanni dann jedoch auf die Reise, um den anderen Teil seiner Familie in Italien kennenzulernen. Während der Zugfahrt lernt er die Klosterschwester Agnes und die junge Studentin Sara kennen. Drei völlig unterschiedliche Leben, die in diesem Abteil im Zug zusammenkommen. Und während sich die drei unterhalten erfahren wir viel über ihre Lebensgeschichte.
Die Geschichte ist wunderschön erzählt. Mir ist aufgefallen, dass ich selten Bücher lese, in denen Männer weit über 60 Jahren, die Hauptrolle spielen. Und ich denke, es ist das erste Mal, dass die Gedankenwelt des Giovanni mir so unglaublich authentisch und nahbar erschient. Seine verschiedenen Facetten machen ihn nicht in allen Belangen sympathisch, aber dafür sehr echt. Ich war überrascht, mit welcher Brille er auf sein Leben blickt. Man begreift, wie ihn die Erlebnisse und Erfahrungen geformt haben, und warum er ist, wie er ist. Aber auch das verletzliche Kind und der ungeliebte Mann in ihm kommen zum Vorschein. Wirklich ein tolles Buch, dass mir viel gegeben hat.

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