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Veröffentlicht am 16.12.2024

Wie die Mauer trennte

Damals waren wir frei
3

Auf zwei Zeitebenen erleben wir eine Liebe getrennt durch die Mauer. In den 60er Jahren lernt Elly aus Ost-Berlin Uli kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Doch sie ist nicht frei, sondern verheiratet ...

Auf zwei Zeitebenen erleben wir eine Liebe getrennt durch die Mauer. In den 60er Jahren lernt Elly aus Ost-Berlin Uli kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Doch sie ist nicht frei, sondern verheiratet und hat bereits ein Kind. 20 Jahre später lernt die junge Mina den Westberliner Medizinstudenten Jan, im Tanzclub ihrer Familie in Prenzlauer Berg, kennen. Auch hier beginnt eine Liebe die schnell kompliziert wird, da die Mauer die beiden trennt. Für den Leser ist klar, wir befinden und gerade im Jahr 1988 und der Spuk wird bald vorbei sein. Doch das wissen die Protagonisten nicht und so ist ihre Verzweiflung und das Gefühl des Eingesperrt seins sehr präsent und von der Autorin auch gut beschrieben. Neben der erzählten Familiengeschichte erleben wir auch die bekannte Historie vor und um den Mauerfall. Die Ereignisse des Mauerfalls sind sehr berührend und treffend erzählt und haben mir die Tränen in die Augen getrieben. Insgesamt hatte das Buch für mich ein paar kleine Schwächen, der schöne und berührende Schreibstil hat mir jedoch sehr gut gefallen. Die Autorin hat genau den Nerv dieser Zeit getroffen und eine Liebesgeschichte erzählt, ohne kitschig zu werden. Und besonders fand ich die sehr liebenswert dargestellten Charaktere. Das Setting des Tanzclubs war genau das richtige für diese Story. Wirklich eine tolle Geschichte einer Liebe über die Grenzen hinweg. Bewegend und mit viel Liebe und Tempo erzählt.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 12.12.2024

Alles im Fluss...

Red River Lane
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Es ist der 31.Oktober-Halloween. Und an diesem Tag herrscht in der Red River Lane, wie alle 10 Jahre, ab 18 Uhr eine Ausgangssperre. Nur leider halten sich nicht alle Bewohner des Ortes daran. Doch kaum ...

Es ist der 31.Oktober-Halloween. Und an diesem Tag herrscht in der Red River Lane, wie alle 10 Jahre, ab 18 Uhr eine Ausgangssperre. Nur leider halten sich nicht alle Bewohner des Ortes daran. Doch kaum verlassen sie das Haus, passieren seltsame und zum Teil grauenhafte Dinge. Das Besondere dieses Buches ist, dass es von 10 Autorinnen und Autoren geschrieben wurde. So erzählt jeder eine Geschichte eines oder mehrere Bewohner. Mit Blut wurde hier definitiv nicht gespart und so unterschiedlich der Schreibende ist, so unterschiedlich sind auch die Geschichten, das hat mir sehr gut gefallen. Ich fand nicht alle Geschichten gleich stark, manche waren auch etwas verwirrend oder abgedreht. Aber bei so vielen Autoren habe ich das auch erwartet. Der Großteil war jedoch wirklich gut und spannend geschrieben. Sehr besonders waren auch die Beigaben, die zusätzlich im Buch steckten und beim Umblättern zu Tage kamen. Das gab dem Buch noch den letzten Schliff und hat das Leseerlebnis realer gemacht. Dies ist wirklich ein gelungenes Experiment, dessen zweiten Teil ich sehr gerne auch noch lesen werde.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Wein und Haselnuss

Die verlorene Tochter
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Lily ist Kellermeisterin und freut sich darauf die Familie Rossi auf ihrem Weingut in Italien zu unterstützen. Kurz vor ihrer Abreise erhält sie mysteriöse Gegenstände von einer Frau aus London. Diese ...

Lily ist Kellermeisterin und freut sich darauf die Familie Rossi auf ihrem Weingut in Italien zu unterstützen. Kurz vor ihrer Abreise erhält sie mysteriöse Gegenstände von einer Frau aus London. Diese sollen ihrer Großmutter gehört haben und weisen darauf hin, dass diese wohl adoptiert wurde. Leider ist sowohl ihre Großmutter als auch ihr Vater bereits verstorben. Die Hinweise deuten jedoch ebenfalls auf Italien hin und so kann Lily der Vergangenheit ihrer Familie nachspüren. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Auf der einen Seite steht Lily und ihre Geschichte auf dem Weingut und ihre Suche, auf der anderen Seite die junge Balletttänzerin Estée in den 1930-40er Jahren. Hier wird die Geschichte der Familie erzählt. Ich hatte schon viel Gutes über diese Reihe gehört und war deshalb sehr gespannt darauf. Der Aufbau hat mich an die Sieben-Schwestern Reihe erinnert und die liebe ich. Allerdings konnte mich dieses Buch hier nicht überzeugen. Es war mir zu kitschig. Gut erzählte Liebesgeschichten sind für mich herzerwärmend. So war der Anfang des Buches für mich auch noch sehr vielversprechend. Dann driftete die Story jedoch in eine ziemliche Schnulze ab. Gefühlt war jedes dritte Wort „Schmerz“ und „Sehnsucht“. Und die Familie, an die, diese Story angelehnt ist, genießt auch nicht gerade meine größte Sympathie. Das Drama empfand ich auch etwas überzogen und selbstverursacht, so dass ich es nur teilweise nachvollziehen konnte. Dies ist für mich wohl eine Reihe, die ich nicht weiterverfolgen werde.

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Veröffentlicht am 06.12.2024

Großartig geschrieben

Man kann auch in die Höhe fallen
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„Man kann auch in die Höhe fallen“ von Joachim Meyerhoff
Nach einem sehr unangenehmen Vorfall auf dem Kindergeburtstag seines Sohnes, beschließt Joachim Meyerhoff Berlin hinter sich zu lassen und bei seiner ...

„Man kann auch in die Höhe fallen“ von Joachim Meyerhoff
Nach einem sehr unangenehmen Vorfall auf dem Kindergeburtstag seines Sohnes, beschließt Joachim Meyerhoff Berlin hinter sich zu lassen und bei seiner Mutter auf dem Land Ruhe zu finden. Aber auch die täglichen Gewohnheiten und Eigenarten seiner Mutter bringen ihn schnell an seine Grenzen und strapazieren sein gereiztes Nervenkostüm. Doch nachdem er sich in den Tagesrhythmus seiner Mutter eingefügt hat, findet er zur Ruhe und kann endlich wieder schreiben. Er erzählt uns von Erlebnissen seiner Kindheit, aber auch Anekdoten aus seiner Zeit als Schauspieler am Theater.
Ich habe selten bei einem Buch so gleichermaßen gelacht und geweint. Die Geschichten beginnen mit harmlosen Begebenheiten und schaukeln sich zu teilweise absurden und bizarren Ereignissen hoch. Auch die Figur der Mutter ist unglaublich liebenswert dargestellt, hat aber auch etwas skurril-Komisches an sich. Wie er in der mütterlichen Ordnung zu sich selber zurückfindet, hat mich sehr berührt. Und in einige der Szenen konnte ich mich sehr reinfühlen. Besonders in das Streben danach in seinem Leben alles in Ordnung zu halten und die Panik, wenn das Chaos über einem hereinbricht. Dies war bisher mein erstes Buch des Autors, aber es wird definitiv nicht das letzte gewesen sein. Ich habe die Reise durch seine Anekdoten sehr genossen und bin jederzeit zu einem neuen Abenteuer bereit.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Das Kenia der Weißen

Die Sonnenschwester
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„Die Sonnenschwester“ von Lucinda Riley
In diesem sechsten Teil der Sieben Schwestern Reihe, geht es um die jüngste Schwester Electra. Die ist so völlig anders als ihre Schwestern: laut, wütend und selbstzerstörerisch. ...

„Die Sonnenschwester“ von Lucinda Riley
In diesem sechsten Teil der Sieben Schwestern Reihe, geht es um die jüngste Schwester Electra. Die ist so völlig anders als ihre Schwestern: laut, wütend und selbstzerstörerisch. Sie ist ein Topmodel und lebt in New York. Erst hat sie kein Interesse daran herauszufinden, woher sie stammt, wer ihre Eltern waren. Obwohl sie liebevoll von ihrem Adoptivvater Pa Salt und seiner guten Seele Ma aufgezogen wurde, fühlt sie sich ungeliebt. Doch dann begegnet sie in New York ihrer Großmutter Stella. Von ihr erfährt Electra ihre Familiengeschichte. Diese beginnt in Kenia. Als Findelkind landet Stella bei einer weißen Familie und wird dort von Cecily aufgezogen, die später mit ihr zurück nach New York zieht. Die Mischfamilie aus schwarz und weiß, eckt immer wieder in der New Yorker Gesellschaft an. Dies führt dazu, dass sich Cecily und Stella immer mehr für die Rechte der schwarzen Bevölkerung einsetzten. Bisher mochte ich jeden der Sieben Schwestern Bände. Doch dieser hier zählt definitiv nicht zu meinen Liebsten. Am Anfang hat mir die Geschichte noch sehr gut gefallen. Obwohl Electra doch so anders ist als ihre Schwestern, mochte ich sie und war gefesselt von ihren Aufs- und Abs. Doch ihre Familiengeschichte konnte mich nicht wirklich begeistern. Ich hätte mir mehr Afrikafeeling gewünscht, aber die affektierten Weißen in Kenia blieben unter sich und diese illustre Teegesellschaft hätte auch in England stattfinden können. Das merkwürdige kühle Geplänkel zwischen den Eheleuten, war für mich eher unglaubwürdig und ließ mein Herz nicht schneller schlagen. Dieser Band gehört zwar zu dieser Reihe dazu, und deshalb bin ich froh ihn gelesen zu haben, ein Highlight war er jedoch nicht.

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