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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2022

Tragisch schön

Lost-Moments-Reihe, Band 1 - The Moment I Lost You
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Ein schreckliches Erlebnis verändert Mias Leben. Vor vier Jahren ist ihr bester Freund auf einer Party ums Leben gekommen. Während des Sterbens hat sie im in die Augen gesehen und nicht begreifen können ...

Ein schreckliches Erlebnis verändert Mias Leben. Vor vier Jahren ist ihr bester Freund auf einer Party ums Leben gekommen. Während des Sterbens hat sie im in die Augen gesehen und nicht begreifen können was unvorstellbares geschieht. Seid dem ist sie traumatisiert. Vier Jahre lang hat die junge Frau versucht wieder ins Leben zurückzufinden. Sie fühlt sich endlich wieder halbwegs stabil und hat sich mit dem Schmerz abgefunden, als sie völlig unerwartet Nathan begegnet. Der Mann der verantwortlich ist für den Tod ihres besten Freundes. Doch alles ist nicht so schwarz-weiß wie es Mia gerne hätte und so gerät sie in ein völliges Gefühlschaos, dass ihr Leben ganz schön durcheinanderwirbelt. Rebekka Weiler hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Man lässt sich bei der Lektüre gerne in ihre Worte fallen. Es ist ein klassischer „New adult Roman“, der trotz seines schwermütigen Themas auch ein Wohlgefühl verursacht. Mit einigen Erklärungen konnte ich mich nicht ganz anfreunden, da sie mir nicht tief genug durchdacht waren. Die Vorstellungen über das Justizsystem kamen mir doch etwas naiv vor und empfand ich als unrealistisch. Alles in allem habe ich den Roman aber dennoch sehr gerne gelesen. Für junge Leser bestimmt genau das richtige für laue Sommerabende.

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Veröffentlicht am 16.06.2022

Dunkel wars

Schwarz Wald Nacht
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In einem Dorf mitten im tiefen Schwarzwald geschieht ein Mord, der die ganze Dorfgemeinschaft erschüttert. Auf den ersten Blick ist das Dorf im Südschwarzwald friedlich und beschaulich. Doch der zweite ...

In einem Dorf mitten im tiefen Schwarzwald geschieht ein Mord, der die ganze Dorfgemeinschaft erschüttert. Auf den ersten Blick ist das Dorf im Südschwarzwald friedlich und beschaulich. Doch der zweite Blick bereitet einem Gänsehaut. Kaum eine Familie ist ohne dunkles Geheimnis. Sanne konnte mit 18 Jahren der stillen Gewalt entfliehen. Hilfe suchte sie bei der Dorfgemeinschaft vergeblich, denn wer die Idylle stört wird ausgeschlossen. Und so wollte sie eigentlich nie zurückkehren. Doch dann stirbt ihre Oma und sie lässt sich von ihrem Bruder überreden zur Beerdigung zu kommen. Das Unternehmen endet in einer Katastrophe, als ihr auf dunkler Straße eine fremde Frau vor das Auto läuft. Mich hat schon auf den ersten Seiten der spannende Schreibstil total gepackt. Ein Buch, um völlig darin zu versinken und mal wieder die Ziel-S-Bahnstation zu verpassen. Lisa Straubinger versteht es dem winterlichen, dunklen, tiefen Südschwarzwald einen Klang von skandinavischer Melancholie zu verpassen. Die Schwere der Geheimnisse und der menschlichen Schicksale wirken bedrückend und düster und machen den besonderen Reiz dieses Kriminalromans aus. Lisa Straubinger hat hier mit ihrem Debütroman erstklassig gepunktet. Ich will unbedingt noch ganz viel mehr von ihr lesen. Weiter so, dass ist genau mein Fall!

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Veröffentlicht am 12.06.2022

Trügerische Idylle

Sturm über den Highlands
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Es könnte alles so idyllisch sein, dort oben im Norden Schottlands. Ein kleiner Ort umgeben von Schafweiden mitten in den Highlands. Doch dann wird das erste Schaf gefunden, auf grausame Weise getötet. ...

Es könnte alles so idyllisch sein, dort oben im Norden Schottlands. Ein kleiner Ort umgeben von Schafweiden mitten in den Highlands. Doch dann wird das erste Schaf gefunden, auf grausame Weise getötet. Und es folgen weitere schlimme Ereignisse. Kim reist aus Deutschland nach Schottland, weil sie eigentlich den Kopf frei bekommen möchte. Sie wollte Ruhe finden, sich sortieren und ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Doch die Ruhe ist ihr nicht vergönnt. Die Ereignisse überschlagen sich und sie wird mitten reingezogen. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden versucht sich hinter das Geheimnis zu kommen.
Das Setting war ganz großartig. Schottland ist einfach ein besonderer Fleck auf dieser Erde und Sybille Baecker hat mich mitten reingebracht in die Highlands, auf die saftig grünen Wiesen auf denen einem immer eine Brise um die Nase weht. Viele ihrer Protagonisten waren Sympathieträger, hatten aber auch ihre Ecken und Kanten. So wie es sein muss in Schottland: rau, frisch aber auch mit Wohlfühlatmosphäre. Ein toller Kriminalroman mit Urlaubsfeeling, bei dem ich mich sehr über eine Fortsetzung freuen würde.

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Veröffentlicht am 31.05.2022

Wie es war und ist

Alt-Buckower Geschichte(n)
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Zuerst einmal denke ich, dass es solch ein Buch für jeden Kiez, für jedes Dorf und jeden Landstrich geben sollte. Denn nur wer die Vergangenheit kennt kann auch die Zukunft angemessen gestalten. Alt-Buckow ...

Zuerst einmal denke ich, dass es solch ein Buch für jeden Kiez, für jedes Dorf und jeden Landstrich geben sollte. Denn nur wer die Vergangenheit kennt kann auch die Zukunft angemessen gestalten. Alt-Buckow ist mittlerweile ein Unterbezirk von Berlin-Neukölln und wurde, wie so viele andere Dörfer im Zuge der Eingemeindung 1920 Groß-Berlin angeschlossen. Doch es hat seine eigene ganz besondere Geschichte. Und diese Lobeshymne stimme ich hier nicht nur an, weil es mein Heimatbezirk ist, sondern weil ich mich beim Lesen in die alten Bauerhöfe und Menschen dort verliebt habe. Der Autor versteht es einfach die Geschichte durch viele spannende und lustige Anekdoten lebendig werden zu lassen. Alt-Buckow war zum Großteil von Bauernhöfen geprägt. Die Familien lebten (und leben immer noch) seit vielen Generationen hier. Und auch wenn sich viel verändert hat, ist doch ebenso viel noch sichtbar und lebendig. Selbst die alten Bäume der Allee haben ihre Geschichte. Das traditionsreiche Restaurant war mal ein Kinosaal und der Dorfteich ist Schauplatz manch tragischen Ereignisses geworden. Die alte Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert hat bestimmt auch viele kommen und gehen gesehen, manchen Krieg, manch Freud und Leid verfolgt. Und doch steht sie beständig seit Jahrhunderten an gleicher Stelle und trotzt der Welt. Hartmut Christians hat für mich meine alte Heimat lebendig gemacht und mir damit ein Gefühl von Vertrautheit wiedergegeben. Ein Ort wird doch erst besonders, wenn wir seine Geschichte kennen, ebenso wie Menschen uns erst so richtig vertraut werden, wenn wir ihre Vergangenheit kennen. Dieses Wissen ist ein unglaublicher Schatz, weil es uns Demut und Wertschätzung lehrt.

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Veröffentlicht am 25.05.2022

Liebes-Leak

Paris und die Mörder der Liebe
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„Paris und die Mörder der Liebe“ von Frédéric Breton
Paris ist die Stadt der Liebe, heißt es. Doch kaum zu glauben, auch hier gibt es Mord und Todschlag. Und so findet eine feucht-fröhlichen Partynacht ...

„Paris und die Mörder der Liebe“ von Frédéric Breton
Paris ist die Stadt der Liebe, heißt es. Doch kaum zu glauben, auch hier gibt es Mord und Todschlag. Und so findet eine feucht-fröhlichen Partynacht auf der Seine ein jähes Ende. Die Mitarbeiterin eines Social-Media Konzerns wird durch eine Giftcocktail aus ihrem hippen Leben katapultiert. Die Dating-App ihrer Firma wurde geleakt. Sämtliche Nutzerprofile und Chatverläufe der Pariser Bevölkerung werden offengelegt und fördern zu Tage was doch unentdeckt bleiben sollte. Für Kommissar Lafargue, wird nach und nach aus einem tragischen Mordfall sein persönlicher Alptraum. Charaktere und Perspektivwechsel sind in diesem Kriminalroman wirklich gut gelungen. Auch das Setting hat mich sehr angesprochen. Beim Lesen kam bei mir tatsächlich das Paris-Feeling auf. Und irgendwie gehört Paris und die Liebe ja auch zusammen. Damit zu spielen und dieses nicht immer ganz leichte Gefühl in Szene zu setzten ist dem Autor gut gelungen. Auch das Ende der Romantik durch die Versuche seine Liebe auf digitale Art und Weise zu finden ist kein neues aber ein sehr passendes Thema und steht natürlich im Gegensatz zur Vorstellung vom romantischen Paris. Ich würde mich freuen noch weitere Fälle mit Kommissar Lafargue lösen zu können.

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